Helvetische Ringelnatter

Helvetische Ringelnatter

Völlig harmlose Schlange

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 30. November 2025  durch Olivier 6 min.

Die Schweizer Ringelnatter ist eine harmlose Schlange feuchter Lebensräume. Erfahren Sie mehr über ihre Lebensweise und die Unterscheidung zur Kreuzotter.

Schwierigkeit

Haben Sie „helvetisch“ gesagt?

Die Barren-Ringelnatter (Natrix helvetica) ist die in Frankreich und Belgien am weitesten verbreitete Schlangenart. In Frankreich kommen auch andere „Nattern“ vor, etwa die Vipernatter, die Würfelnatter, die Schlingnatter (Ringelnatter), die Äskulapnatter oder die Montpellier-Natter. In Belgien ist neben der Barren-Ringelnatter nur die Schlingnatter verbreitet.

Die Barren-Ringelnatter galt lange als Unterart der „echten“ Ringelnatter (Natrix natrix), die eher nördlich des Rheins in Europa vorkommt. Seit 2017 gelten die beiden Arten jedoch als klar verschieden. Wundern Sie sich daher nicht, wenn in älteren Veröffentlichungen für die in Frankreich und Belgien lebende Schlange einfach der Name Ringelnatter verwendet wird. Tatsächlich ähneln sich die beiden Arten in ihrer Lebensweise und ihrem Aussehen sehr. Man muss schon ein erfahrener Herpetologe (also jemand, der Reptilien erforscht) sein, um sie unterscheiden zu können. Kurz gesagt (zumindest theoretisch!) kommt in Frankreich und Belgien die Art Natrix helvetica vor, nicht Natrix natrix.

Außerdem hybridisiert Natrix helvetica in freier Natur mit Natrix natrix oder Natrix maura (der Vipernatter). Wer hat behauptet, dass Herpetologie eine einfache Wissenschaft sei?

Nota bene: Eine weitere Art, die früher als Unterart der Ringelnatter (Natrix natrix) galt, die Iberische Ringelnatter (Natrix astreptophora), ist deutlich weiter südlich verbreitet.

Natrix helvetica, Barren-Ringelnatter

Oben Natrix helvetica, unten links Natrix natrix, rechts Natrix astreptophora

Schweizer Ringelnatter erkennen?

  1. Die Pupillen sind rund und schwarz;
  2. Die Kopfoberseite weist 9 große Schuppenplatten auf;
  3. Der Nacken ist mit einem blassgelben bis schmutzigweißen Halsband geschmückt, das hinten schwarz eingefasst ist;
  4. Der Schwanz ist lang und verjüngt sich allmählich: Das Weibchen kann 120 cm, das Männchen 90 cm messen;
  5. Der Körper ist schiefergrau bis olivgrün, der Rücken mit schwarzen Flecken übersät und die Flanken schwarz gestreift;
  6. Die oberen Lippenschuppen (an den „Wangen“) sind cremeweiß und schwarz eingefasst.

Hinweis: Weibchen und Männchen sehen sich völlig ähnlich. Nur die Größe im Erwachsenenalter und die Schwanzbasis unterscheiden sich: Beim Männchen ist die Schwanzbasis verdickt. Das ist nicht immer leicht zu erkennen; selbst manche Experten irren sich gelegentlich.

Natrix helvetica, Schweizer Ringelnatter

Natrix helvetica

Unterschiede zwischen Kreuzotter und Gewöhnlichem Hopfen

Zwischen diesen beiden Schlangentypen gibt es drei deutliche Unterschiede:

  1. Das Auge: runde Pupille bei Nattern, ein senkrechter Schlitz bei Vipern (ähnlich wie bei einer Katze);
  2. Die Schuppen: große Schuppen bei Nattern, kleine Schuppen bei Vipern;
  3. Der Schwanz: lange Schwänze bei Nattern und kurze Schwänze bei Vipern.

Der Kopf ist kein wirklich zuverlässiges Erkennungsmerkmal. Nattern haben meist einen ovalen Kopf, Vipern dagegen einen dreieckigen. Einige Natternarten, etwa die Vipernatter, haben jedoch ebenfalls einen dreieckigen Kopf.

Natrix helvetica, helvetische Ringelnatter

Natrix helvetica links und eine Viper rechts

Ringelnattern sind nicht giftig. Einige andere Natternarten produzieren Gift, das für den Menschen jedoch völlig ungefährlich ist. Vipern sind dagegen gefährlicher. Tragen Sie bei Spaziergängen am besten festes Schuhwerk und stören Sie Vipern (oder auch andere Tiere) nicht.

Zur Erinnerung: Das sollten Sie bei einem Vipernbiss tun:

  • Waschen Sie die Wunde mit Marseiller Seife;
  • Entfernen Sie Kleidung, Uhren, Armbänder … rund um die Bissstelle;
  • Halten Sie das betroffene Körperteil ruhig und bleiben Sie gelassen (leichter gesagt als getan!);
  • Gehen Sie ins Krankenhaus, um Gegengift zu erhalten.
  • Nicht tun: Gift nicht aussaugen (Sie sind nicht in einem Film!), auch keine Giftabsaugpumpe verwenden und vor allem keinen Abbindeverband anlegen.

Wie lebt die Helvetische Ringelnatter?

Lebensraum

Die Schweizer Ringelnatter bevorzugt feuchte Lebensräume, Fluss- und Bachufer, grasbewachsene Böschungen sowie die Umgebung von Teichen. Obwohl sie eher selten ist, kann diese Schlange in naturnahen Gärten oder in Gärten nahe natürlicher Feuchtgebiete vorkommen.

Verhalten

Diese Schlange ist tagaktiv und eine gute Schwimmerin. Fühlt sie sich bedroht, zischt die Ringelnatter, stellt sich tot und… setzt über die Kloake ein übel riechendes Sekret ab. Ringelnattern sind nicht giftig!

Die Schweizer Ringelnatter wird knapp 20 Jahre alt und pflanzt sich von April bis Mai fort (Geschlechtsreife mit 4 Jahren). Die Ablage von etwa 40 Eiern (ovipar) erfolgt in einem Mist- oder Komposthaufen, dessen Wärme und Feuchtigkeit ideale Bedingungen für eine gute Inkubation bieten (5 bis 10 Wochen). Das Jungtier der Ringelnatter wird Natterjunges genannt.

Die Schweizer Ringelnatter überwintert in einem alten Nagetierbau, einer Mauerspalte, einem Holzstapel oder zwischen Steinen.

Manchmal gelangen Ringelnattern aus verschiedenen Gründen ins Haus: Sie suchen einen geschützten, warmen und feuchten Ort zur Eiablage oder zum Überwintern, jagen Mäuse oder suchen Abkühlung beziehungsweise Wärme (ja, sie sind wechselwarm!). Falls das passiert: keine Panik! Befördern Sie die Schlange mit einem Kescher nach draußen oder lassen Sie sie vorsichtig auf einen Abzieher oder Besen kriechen.

Ernährung

Die Schweizer Ringelnatter ernährt sich von kleinen Fischen, Amphibien, großen Insekten und Kleinsäugern wie Spitzmäusen, Wühlmäusen und Mäusen.

Natrix helvetica, Schweizer Ringelnatter

Natrix helvetica nach einer üppigen Mahlzeit… (© Bernard Dupont)

Warum den Gewöhnlichen Hopfen retten?

Die Unwissenheit der Menschen und die uralte Angst vor Schlangen schaden den Nattern (und nebenbei auch anderen Reptilien) jedes Jahr erheblich. Dabei sind Nattern, wie wir gesehen haben, völlig harmlos.

Außerdem tragen sie als Fressfeinde aktiv zum Gleichgewicht der Biodiversität bei, indem sie Nagetiere, Amphibien und Reptilien sowie Insektenbestände regulieren. Nattern werden ihrerseits von Fuchs, Dachs, Fischotter und Steinmarder sowie von Vögeln wie Graureiher, Haubentaucher und verschiedenen Greifvögeln (Milanen und Bussarden) gefressen. Junge Nattern können auch anderen Nattern, großen Amphibien (Grasfröschen) und sogar Fischen zum Opfer fallen.

Wenn Sie Nattern in Ihrem Garten helfen möchten: Eine naturnahe Teichanlage, einige Holzstapel und ein sonniger Steinhaufen sind ein guter Anfang.

Zur Erinnerung: In Frankreich sind Schlangen seit 1976 geschützte Arten. Sie dürfen nicht getötet oder absichtlich gestört werden. In Belgien stehen außerdem alle Reptilien vollständig unter Schutz.

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