Totholzhaufen für Gartentiere
Ganz einfach, aber unglaublich effektiv
Inhaltsverzeichnis
Reisig- und Totholzhaufen bieten Tieren Schutz und Nahrung. Einfach und kostenlos: So schaffen Sie mehr Leben im Garten!
Warum Zweighaufen im Garten lassen?
Ein großes Bündel aus Zweigen, ein Haufen Reisig oder sogar ein großer Stapel Holzscheite bietet zahlreichen Insekten, kleinen Säugetieren und Amphibien einen idealen Unterschlupf. Auch einige Vögel können darin nisten. Das Holz dient außerdem vielen kleinen Gliederfüßern und natürlich auch Pilzen als Nahrungsquelle. Eine solche einfache Gestaltung kann die Biodiversität in Ihrem Garten fördern.
Sie leben in Zweig- oder Holzstapeln
Einige Säugetiere verstecken sich, jagen oder überwintern in Zweigstapeln. Der Igel, der bis April Winterschlaf halten kann, richtet sich darin ein gemütliches Nest aus Moos und Laub ein. Auch Iltisse, Wiesel, Hermeline und Spitzmäuse sind dort anzutreffen, wo sie Insekten aufspüren.
Bestimmte Vögel nutzen den Schutz, den das ineinander verschlungene Geäst bietet, zum Nisten. Dazu gehören Rotkehlchen, Zaunkönig und Heckenbraunelle. Holzstapel sind außerdem eine Nahrungsquelle für alle insektenfressenden und omnivoren Vögel.
Unsere nützlichen Gartenhelfer, die Schädlinge bekämpfen, finden tagsüber in den feuchtesten Bereichen des Holzes Unterschlupf: Amphibien wie Kröten, Frösche, Molche und sogar Salamander. Nachts kommen diese Freunde des Gärtners hervor, um sich an Insekten und Schnecken zu laben.
Auch Reptilien profitieren davon: Mauereidechse, Blindschleiche und Ringelnatter.
Käfer und andere Coleoptera, Marienkäfer, Ohrwürmer, Schwebfliegenlarven, Florfliegenlarven, Ameisen, Fliegen, Spinnen, Tausendfüßer (Hundertfüßer, Doppelfüßer …) und Kellerasseln leben in Stapeln aus Totholz oder Zweigen. Dort finden sie Schutz und Nahrung. Nacktschnecken und Schnecken ziehen sich zwischen die Holzstücke zurück und dienen ihren Fressfeinden als Nahrung.
Moose (Bryophyten) und Flechten wachsen ebenfalls auf Totholz und nutzen es als Unterlage. Sie sind weder Parasiten noch Holzfresser. Auch einige Pilze und Mikroorganismen leben im und auf dem Holz.

Ohrwürmer, Igel, Spitzmäuse, Blindschleichen und viele andere finden Zuflucht in Totholzstapeln
Sie ernähren sich von Totholz
Fast die Hälfte der weltweit vorkommenden holzfressenden Insekten ist vom Aussterben bedroht. Warum helfen wir ihnen nicht ein wenig, indem wir ihnen ihre bevorzugte Nahrung anbieten: Holz? Zu den bekanntesten zählen der Alpenbock (Rosalia alpina) und der Hirschkäfer (Lucanus cervus). Aber auch Borkenkäfer, einige Hautflügler und bestimmte Schmetterlingsraupen gehören dazu. Diese Larven, die sich von Totholz ernähren, locken wiederum ihre Fressfeinde an, zum Beispiel Spechte.
Auch Pilze ernähren sich von Holz und zersetzen dessen Zellulose, damit sie für andere Holzbewohner leichter verdaulich wird. Sie sind entweder xylophag (sie ernähren sich von lebendem Holz) oder saproxylophag (sie ernähren sich von zersetzendem Holz).
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Wo?
Der Holzstapel sollte sonnig und windgeschützt liegen. Sie können ihn in der Nähe einer feuchten Stelle anlegen, etwa an einem kleinen Bach, Teich oder natürlichen Tümpel.
Der Reisighaufen sollte in der Sonne liegen (wenn Sie eher einen Unterschlupf für Reptilien schaffen möchten) oder im Schatten (eher für Säugetiere und Amphibien), zum Beispiel in der Nähe einer Hecke, und ebenfalls vor Wind geschützt sein. Der Haufen muss nicht gut sichtbar angelegt werden. Ein etwas versteckter Platz, verborgen durch Pflanzen oder ein Gartenelement, ist ideal und viel ruhiger für die Tiere, die sich dort niederlassen.
Wie?
Der Holzstapel
Nichts einfacher als das: Sammeln Sie Holzscheite, dicke Zweige, Rundhölzer, Baumschnittreste … und stapeln Sie alles auf. Sie können auch etwas Heu, Stroh oder Laub darüberlegen, um den Holz- und Zweighaufen abzudecken.
Die Höhe ist nicht besonders wichtig: 50 cm reichen bereits aus.
Besonders wirkungsvoll ist ein sichel- oder U-förmiger Holzstapel, der sich nach Süden öffnet und so eine warme Zone für Reptilien (Eidechsen, Blindschleichen und Schlangen) bildet. Holz speichert weniger Wärme als Stein, erwärmt sich aber schneller.
Sie können die Rundhölzer sorgfältig aufschichten (wie bei einem Brennholzstapel) oder völlig chaotisch ablegen. Rundhölzer, dicke Zweige und sogar Wurzelstöcke oder Stämme mit unterschiedlichem Durchmesser und verschiedener Form schaffen zahlreiche, vielfältige Hohlräume, die mehr Tierarten anlocken. Wenn der Holzstapel als Eiablageplatz für Reptilien (insbesondere für die Ringelnatter) dienen soll, können Sie Stroh, Mähgut oder Laub in den Stapel einfüllen. Auch angebohrte Holzscheite für Solitärbienen oder mit Stroh gefüllte Konservendosen als Unterschlupf für Ohrwürmer lassen sich integrieren.
Holzstapel können das ganze Jahr über angelegt werden, am besten jedoch während der winterlichen Ruhezeit. Sie können auch mehrere Stapel an verschiedenen Stellen im Garten anlegen, sollten sie aber höchstens 25 m voneinander entfernt platzieren. So bleiben sie miteinander verbunden und die Tiere können ohne große Gefahr von einem zum anderen gelangen.
Die Pflege beschränkt sich darauf, von oben neue Rundhölzer aufzulegen, wenn der Stapel kleiner wird. Stören Sie die verrottenden Bereiche nicht, denn sie bieten zahlreichen Tieren Unterschlupf.
Der Reisighaufen
Ein Reisighaufen entsteht, indem Sie Zweige, Baumschnittreste sowie Schnittgut von Sträuchern oder Hecken mehr oder weniger ungeordnet aufeinanderschichten. Das Holz kann frisch oder abgestorben sein. Ideal ist es, verschiedene Holzarten zu mischen. Fügen Sie ruhig dornenbewehrte Zweige (Schlehe, Heckenrose, Weißdorn …) hinzu. Sie halten den Haufen zusammen und bieten der Tierwelt zugleich guten Schutz.
Auch hier müssen die Haufen nicht riesig sein: 50–60 cm Höhe und etwa 1 m Breite reichen völlig aus. Sie können mehrere Haufen anlegen, sollten sie aber nicht zu weit voneinander entfernt platzieren (höchstens 25 m). Ein Reisighaufen kann das ganze Jahr über angelegt werden, ideal ist jedoch der Winter.
Sie können den Reisighaufen mit Stroh und Laub abdecken.
Sie können auch eine Reihe aus Totholz zwischen Pfosten anlegen. Setzen Sie die Pfosten in zwei etwa 50 cm voneinander entfernten Reihen und bilden Sie so eine Art Gang. Füllen Sie diesen „Gang“ anschließend mit Zweigen. Das sieht schön und „ordentlich“ aus und bildet eine ungewöhnliche Hecke, ist aber genauso wirksam wie ein einfacher Reisighaufen.
Die Pflege besteht darin, von Zeit zu Zeit einige Zweige obenauf zu legen, wenn der Haufen niedriger wird.
All diese „Holzfresser“ zersetzen das Holz und tragen dazu bei, den Boden mit organischer Substanz anzureichern.

Reisighaufen für die Tierwelt im Garten
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