Permakultur: Sickergräben richtig anlegen

Permakultur: Sickergräben richtig anlegen

Swales und Versickerungsmulden

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 4. Dezember 2025  durch Sophie 6 min.

Sickergräben (Swales) speichern Regenwasser und mindern Erosion. Permakulturtechnik für den Garten bei Starkregen und Dürre.

Schwierigkeit

Was ist ein Konturgraben?

Ursprünglich bezeichnet eine Baissière eine Vertiefung oder einen tiefer gelegenen Bereich eines Feldes, in dem sich Regenwasser sammelt. Tatsächlich ist sie eine Technik zur Sammlung von Oberflächenwasser, die in der Permakultur häufig empfohlen wird, da sie eine optimale Nutzung der natürlichen Wasserressourcen ermöglicht.

Sie besteht aus einer Versickerungsmulde mit einem Erdwall und erfüllt eine einfache Funktion:

  • Regenwasser in einer Rinne auffangen, die an einen Erdwall grenzt. Dort sammelt sich das Wasser und dringt tief in den Boden ein. So können Pflanzen länger davon profitieren, als wenn das Wasser einfach über das Gelände abgeflossen wäre,
  • das Gelände oder eine Anbaufläche vor möglichen Überschwemmungen und Bodenerosion bei starken Niederschlägen schützen.
Baissière, Versickerungsmulde, Swale

Der Begriff Baissière, der ursprünglich eine Stelle bezeichnete, an der sich Wasser im Gelände sammelt, ist eine mehr oder weniger genaue Übersetzung des englischen Begriffs „Swale“

Warum eine Versickerungsmulde im Garten anlegen?

Dank ihrer quer verlaufenden Anlage ermöglichen Swales, Regenwasser zu nutzen und zugleich sanft zu lenken. Bodenerosion, Auswaschung und Überschwemmungen werden so vermieden.

Die Swale dient auch als natürliches Rückhaltebecken, in dem das aufgefangene Wasser allmählich in den Boden sickert. Fängt die Swale Oberflächenwasser auf, nimmt der mit Bäumen und Sträuchern bepflanzte Damm es auf und speichert es. So können die Pflanzen noch lange davon profitieren, nachdem die Swale ausgetrocknet ist.

Swale, Versickerungsmulde, Retentionsmulde

Durch eine an einem bepflanzten Damm angelegte Mulde wird Wasser aufgefangen und der Vegetation zugeführt

Für einen größtmöglichen Nutzen im Garten können als Pflanzen fruchttragende und stickstoffbindende Gehölze dienen (Ölweide, Bastard Blasenstrauch oder Sanddorn usw.), begleitet von aromatischen, heilkräftigen und nützlichen Stauden und Bodendeckern (Beinwell, Engelwurz, Rainfarn-Büschelschön usw.). Die Mulde kann auch absichtlich überflutet werden, um dort Feuchtgebietspflanzen mit hoher Biomasseproduktion anzusiedeln (Salz-Teichbinse usw.).

Die organische Substanz, die sich nach und nach am Grund der Swales ansammelt (Laub, Totholz usw.), bildet recht schnell hochwertigen Humus. Dieser wird zum Lebensraum der wertvollsten Helfer des Bodens: Wirbellose, Pilze und Mikroorganismen.

So lässt sich aus einem meist abschüssigen und manchmal schwer zu begrünenden Grundstück eine artenreiche, üppige und ertragreiche Zone schaffen. Vögel und Nützlinge werden sich dort bald ansiedeln, sodass eine echte ökologische Nische für den umliegenden Garten entsteht. In einigen Ländern haben Swales, die in Wüstengebieten angelegt wurden, sogar dazu beigetragen, Leben auf extrem trockene Böden zurückzubringen.

Auf ebenem, lehmigem Gelände kann die Swale-Technik ebenfalls angewandt werden, um möglichst viel Wasser möglichst lange für Trockenperioden zu speichern und es zugleich zu reinigen. So lassen sich Staunässe und Wurzel-Erstickung vermeiden, ebenso wie die erschwerte Bodenbearbeitung. Außerdem kann der Damm der Swale, wenn er breit genug ist, als Weg dienen, damit Ihre Füße auch nach starken Niederschlägen trocken bleiben. Damit erfüllt die Swale voll und ganz das große Prinzip: „Ein Element, mehrere Funktionen“!

Versickerungsmulde anlegen: Wo und wie?

Wo?

Swales werden auf lehmigen Böden angelegt, besonders an Hängen, an denen Wasser – aber auch organische Substanz – durch Oberflächenabfluss schnell verloren geht. Damit sie ihre Funktion erfüllen, müssen Swales den Höhenlinien des Geländes folgen, in das sie gegraben werden. Ihr Verlauf muss den Hang unterbrechen und bei Regen genügend Wasser auffangen, um die Böden unterhalb sowie den angrenzenden Wall zu bewässern. Wie bereits erwähnt, können diese Versickerungsmulden auch auf ebenen Flächen angelegt werden, die nur schlecht abtrocknen.

Auch in einem kleinen Garten lässt sich ein Mini-Swale anlegen. Liegt er quer zum Gelände, kann er jedoch die Wegeführung beeinträchtigen.

Wie?

  • Swales werden ähnlich wie Reisterrassen an Berghängen angelegt. Während der Reis in den Graben gepflanzt wird, wachsen bei „Swales“ die Pflanzen eher auf dem Wall – außer bei Feuchtgebietspflanzen, wenn solche vorgesehen sind.
  • Die Gräben werden entlang der Höhenlinien ausgehoben, die Wälle aus dem Aushub geformt. Um die Höhenlinien Ihres Gartens zu ermitteln, können Sie die Website www.geoportail.gouv.fr nutzen. Geben Sie Ihre Adresse ein. Mit den einfach zu bedienenden Werkzeugen erhalten Sie eine Luftaufnahme, können ein Höhenprofil erstellen oder die IGN-Topografiekarte anzeigen.
  • Wenn Sie die Höhen lieber direkt vor Ort bestimmen, können Sie eine Schlauchwaage, einen Laser-Nivellierer oder eine ägyptische Wasserwaage verwenden. Letztere ist ein einfach herzustellender A-förmiger Holzrahmen mit Schnur und Gewicht (kleiner Stein oder Holzstück). Dieser Schritt ist wichtig, da er den Verlauf des Wassers auf Ihrem Grundstück sichtbar macht.
  • Schlagen Sie Pflöcke ein, um den ermittelten Höhenlinienverlauf zu markieren und Ihren Swale anzulegen.
  • Heben Sie anschließend einen etwa 30 cm tiefen und 60 cm breiten Graben aus. Diese Versickerungsmulde (oder dieser Graben) muss ohne Gefälle angelegt werden, damit das Wasser nicht an einem Ende durch Oberflächenabfluss entweicht.
Versickerungsmulde Swale anlegen

Verschiedene Methoden helfen Ihnen, die Höhenlinie(n) zu bestimmen, entlang derer Sie Ihre Swales ausheben

  • Der Aushub wird oben entlang der gesamten Linie zu einem Wall aufgeschüttet.
  • Damit der Graben nicht wie ein solcher aussieht, können Sie den Swale mit Häckselgut, kleinen Steinen, Mulch, Zweigen oder anderem leicht verfügbaren Material füllen. Das kühlt den Boden zusätzlich und hält Wasser zurück. Achten Sie jedoch darauf, den mühsam ausgehobenen Graben nicht wieder vollständig zu verfüllen und lassen Sie zu, dass die nächste Regenperiode ihn mit Sedimenten füllt!
  • Da ein Swale der Versickerung von Wasser dient, darf er keinesfalls abgedichtet werden – das würde seiner eigentlichen Funktion widersprechen.
  • Da der Swale längs verläuft, kann er die Wegeführung auf dem in Bereiche geteilten Grundstück beeinträchtigen, besonders in einem kleinen Garten. Dann können Sie Durchgänge anlegen, indem Sie durchlässige Materialien wie Holzstücke verschiedener Größe verwenden.

→ Achtung: Je stärker das Gefälle, desto größer können die zu bewältigenden Wassermengen sein. Swales müssen daher richtig dimensioniert werden, damit Starkregen sie nicht zerstört und die Wälle ins Rutschen bringt. Bei sehr steilem Gelände können mehrere Swales abwechselnd dem Gefälle folgend angelegt werden. Am Ende jedes Swales sorgt dann ein Überlaufbereich dafür, dass das Wasser in die nächste Versickerungsmulde gelangt.

Swale pflegen

Trotz des erforderlichen Aufwands benötigt dieses einmal angelegte System aus „Swales“ nur sehr wenig Pflege und funktioniert viele Jahre. Wie bei Gräben müssen auch die Versickerungsmulden regelmäßig kontrolliert werden, damit sie nicht verlanden. Je nach Bedingungen – etwa der Nähe zu Bäumen, der Bodenbeschaffenheit, der Niederschlagsmenge oder ihrer Tiefe – müssen sie von Zeit zu Zeit ausgeräumt werden. Bei dieser Pflege können Sie zugleich das am Grund abgelagerte organische Material entfernen.

Versickerungsmulde Swale

Eine gelegentliche Pflege gewährleistet die gute Funktion der Versickerungsmulden und verhindert ihre natürliche Verlandung

Trotz aller genannten Vorteile hat diese Technik auch einige Nachteile:

  • Die sonnenexponierten Ufer können stark austrocknen. Daher muss die dort gepflanzte Auswahl an Pflanzen angepasst werden.
  • Nagetiere können die Gelegenheit nutzen, sich dort anzusiedeln … Vorsicht also bei einer Anlage am Rand des Gemüsegartens!

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