Katzen- und Haustierstreu kompostieren?

Katzen- und Haustierstreu kompostieren?

Ökologische Praxis und Vorsicht: unsere Tipps

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 11. Januar 2026  durch Ingrid 7 min.

Kompostieren ist mehr als Abfallverwertung. Katzen- und Tierstreu kompostieren? Chancen und Risiken.

Katzenstreu kompostieren

Schwierigkeit

Kurz erklärt: Was ist Kompostieren?

Kompostierung zersetzt organische Abfälle natürlich. Kompost nährt den Boden, verbessert Struktur und Wasserspeicher, fördert Mikroben und reduziert Abfall.

Tierstreu kompostieren oder nicht?

Tierstreu ist für viele umweltbewusste Tierhalter ein wichtiges Thema. Daher liegt der Gedanke nahe, Tierstreu zu kompostieren – insbesondere wegen der möglichen Vorteile:

Vorteile der Streu-Kompostierung:

  • Weniger Abfall: Durch das Kompostieren gelangt weniger Streu auf Deponien. Das verbindet Abfallvermeidung mit Umweltschutz.
  • Nährstoffreicher Boden: Richtig kompostiert, liefert Streu wertvolle organische Substanz und verbessert den Boden.

Gesundheitsrisiken:

Tierkot, insbesondere von Katzen, kann krankheitserregende Pathogene enthalten, die für Menschen, vor allem Schwangere, gefährlich sein können. Einige Parasiten, etwa Toxoplasmen im Katzenkot, werden nur unter sehr speziellen Kompostbedingungen abgetötet. Diese Gesundheitsrisiken dürfen nicht unterschätzt werden, lassen sich durch richtiges Kompostieren jedoch vermeiden. Um die Keime abzutöten, sollte die Temperatur im Kompost meist auf über 50 °C steigen. Eine lange Zersetzungszeit von zwei Jahren tötet ebenfalls die meisten im Kot enthaltenen Pathogene und Parasiten ab. Deshalb sind sichere Kompostiermethoden unerlässlich. Es empfiehlt sich, die Streu nur für Kompost für Zierpflanzen zu verwenden und nicht für Gemüse. Vor dem Kompostieren sollte Katzenkot aus der Streu entfernt werden.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie diesen speziellen Kompost richtig handhaben, können Sie ausschließlich die Streu kompostieren und zuvor den Kot entfernen.

Wichtiger Hinweis: Toxoplasmose ist für nicht immune Schwangere sehr gefährlich. Während der Schwangerschaft sollten Sie weder Streu anfassen noch den Kompostbehälter bedienen.

Einschränkungen beim Kompostieren von Tierstreu:

  • Gemeinschaftskompost: In manchen Städten und Dörfern gibt es Gemeinschafts- oder Sammelkompost für Menschen ohne eigenen Garten. Je nach Kommune darf Tierstreu dort aus Gesundheits- und Geruchsgründen nicht entsorgt werden.
  • Wurmkompost: Streu sollte nicht in den Wurmkompost gegeben werden, um die Gesundheit der Würmer zu schützen – insbesondere tonhaltige Streu ist ungeeignet.

Gemeinschaftskompost

Welche Streu ist kompostierbar?

Wenn es um die Kompostierung von Tierstreu geht, ist es wichtig, zwischen den verschiedenen im Handel erhältlichen Streuarten zu unterscheiden. Denn nicht jede Streu eignet sich für den Kompost. Hier ein Überblick über gängige Streuarten und ihre Eignung für diese Methode:

Streu auf Tonbasis

Diese Streu ist meist am weitesten verbreitet und wird aus Natriumbentonit hergestellt, einem Ton, der bei Kontakt mit Feuchtigkeit verklumpt. Sie zersetzt sich relativ langsam, besteht aber aus einem natürlichen Bestandteil des Bodens. Nach ihrer Zersetzung kann sie dank ihrer Fähigkeit, Wasser zu speichern, für lehm- und tonarme Böden interessant sein. Allerdings ist zu beachten, dass ihr Abbau erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt hat.

Pflanzenbasierte Streu

Diese Streu wird aus Materialien wie Kiefer, Weizen, Mais oder Recyclingpapier hergestellt und eignet sich meist gut für den Kompost. Sie ist biologisch abbaubar und zersetzt sich leichter als Streu auf Tonbasis.

Papierstreu

Diese aus Recyclingpapier hergestellte Streu ist eine biologisch abbaubare und kompostierbare Option. Sie wird häufig für Kleintiere wie Kaninchen oder Nagetiere verwendet. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob sie aus ungebleichtem Recyclingpapier ohne Zusatzstoffe besteht.

Sägespäne und Holzstreu (Späne oder Pellets)

Diese Streu wird überwiegend aus Sägewerksresten wie Kiefernspänen oder Holzpellets hergestellt. Sie ist biologisch abbaubar und kompostierbar. Besonders geschätzt wird sie für ihre Fähigkeit, Gerüche zu neutralisieren. Im Kompost liefert das zersetzte Holz Kohlenstoff.

Kompostierbare Holzstreu

Nicht kompostierbare Streu: Silikatstreu

Diese Streu besteht aus Silikatperlen oder -kristallen. Sie ist sehr saugfähig, aber nicht biologisch abbaubar und daher nicht für den Kompost geeignet.

Wichtige Hinweise:

  • Chemische Behandlung und parfümierte Streu: Manche Streuarten, auch pflanzenbasierte, werden mit Duftstoffen oder chemischen Produkten behandelt, um die Geruchskontrolle zu verbessern. Diese Zusatzstoffe sind möglicherweise nicht für den Kompost geeignet, da sie die Qualität des fertigen Komposts oder die Gesundheit des Bodens beeinträchtigen können. Es gibt Hinweise darauf, dass sich diese Stoffe bei der Zersetzung abbauen, doch bislang wurde dies durch keine Studie bestätigt. Mangels belastbarer wissenschaftlicher Belege empfehlen wir, parfümierte Streu nicht zu kompostieren.
  • Verunreinigung: Vor dem Kompostieren von Streu ist unbedingt zu berücksichtigen, welche Abfälle sie enthält. Katzenkot kann beispielsweise, wie bereits erwähnt, gesundheitliche Risiken bergen. In diesem Fall müssen gute Kompostbedingungen eingehalten (siehe Kapitel 2) und die Ausscheidungen entfernt werden.
  • Kranke oder behandelte Tiere: Ist ein Tier krank oder wird es medikamentös behandelt, können sich Medikamentenrückstände oder Krankheitserreger in seinen Ausscheidungen befinden. Dann sollte die Streu besser nicht kompostiert werden. Wenn Sie sie trotzdem kompostieren, muss der Kompost mehrere Tage lang Temperaturen von über 50 °C erreichen, um die meisten Pathogene abzutöten. Lassen Sie den Kompost außerdem mindestens 18 Monate reifen, damit sich Medikamentenrückstände abbauen. Verwenden Sie diesen Kompost schließlich möglichst nur für Zierpflanzen oder Bäume, nicht für Gemüse oder Obst.

Streu kompostieren: Schritt für Schritt

Das Kompostieren von Tierstreu erfordert deutlich mehr Aufmerksamkeit und Pflege als das von Gartenabfällen, um eine gute Zersetzung und die Beseitigung von Krankheitserregern sicherzustellen. Keine Sorge: Es ist deshalb nicht schwierig. Denken Sie daran, dass diese alte Methode in vielen Ländern angewendet wird. Das Verfahren entspricht dem Kompostieren von Streu aus Trockentoiletten oder von Mist.

  1. Tragen Sie vor Beginn Handschuhe beim Umgang mit dem Kompost und waschen Sie sich danach immer die Hände.
  2. Legen Sie nach Möglichkeit einen eigenen Komposthaufen speziell für Tierstreu an. So lässt sich sicherstellen, dass diese Art von Abfall richtig kompostiert wird, insbesondere wegen ihrer langen Zersetzungsdauer.
  3. Nehmen Sie anschließend die Streu Ihres Tieres. Beachten Sie, dass Sie zu diesem Zeitpunkt die Ausscheidungen entfernen können, um unangenehme Gerüche und Bedenken hinsichtlich möglicher Gesundheitsrisiken zu verringern.
  4. Geben Sie die Streu in den Komposter und mischen Sie sie mit einer Gabel unter die anderen Bestandteile. Für einen ausgewogenen Kompost sollte die Streu 10 bis 20 % des Gesamtvolumens ausmachen. Mischen Sie sie mit Laub, Rasenschnitt, Heu oder anderen Gartenabfällen.
  5. Mischen Sie den Kompost bei jeder Zugabe erneut gründlich durch, gegebenenfalls auch durch Umsetzen, damit sich die Bestandteile vermengen und gleichmäßig verteilen.
  6. Belüften Sie den Kompost während des gesamten Prozesses regelmäßig. Achten Sie außerdem darauf, dass der Komposthaufen einige Tage lang hohe Temperaturen von mindestens 60 °C erreicht, um mögliche Krankheitserreger abzutöten.
  7. Lassen Sie Kompost aus Tierstreu mindestens zwei Jahre reifen, bevor Sie ihn verwenden.
  8. Auch nach sorgfältiger Kompostierung sollten Sie diesen Kompost vorzugsweise nur für Zierpflanzen, Bäume oder Sträucher verwenden. Vermeiden Sie die Verwendung bei Gemüse oder Obst, um Gesundheitsrisiken vorzubeugen.

Mehr erfahren

  • Alles Wissenswerte über Kompost finden Sie im Buch (oder besser: in der Bibel) von Denis Pépin, erschienen bei Terre Vivante: „Kompost und Mulchen: Bioabfälle recyceln, um den Boden zu nähren“.
  • Lesen Sie auch unseren Artikel: „Kompostieren in 5 Schritten“

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