Krankheiten und Parasiten der Bergenie
Erkennen, Vorbeugen und natürliche Behandlung
Inhaltsverzeichnis
Bergenien sind robust und pflegeleicht. Welche Schädlinge drohen? Vorbeugen und natürlich behandeln.
Dickmaulrüsslerlarven
Dickmaulrüssler sind kleine Käfer aus der Familie der Rüsselkäfer. Sie sind schwarz, etwa 1 cm lang und besitzen Flügeldecken (eine Art Flügel), Fühler und einen Rüssel.
Der Befall durch erwachsene Käfer ist an den Einkerbungen oder Fraßstellen zu erkennen, die sie beim Knabbern an den Blättern der Pflanzen hinterlassen. Ihre Fraßspuren erinnern oft an einen Spitzenrand.
Während die Schäden durch erwachsene Käfer vor allem an gesunden Pflanzen meist nur ästhetischer Natur sind, ist ihre Larve deutlich gefährlicher. Sie ist weiß bis cremefarben, hat einen gedrungenen, gekrümmten Körper und einen braunen Kopf. Der auch als „Engerling“ bezeichnete Schädling ernährt sich von Rhizomen und Wurzeln der Bergenie. Ein Larvenbefall kann das Wachstum der Pflanze mit der Zeit stoppen, ihre Welke verursachen und schließlich zu ihrem Absterben führen.
Die weiblichen Dickmaulrüssler legen zu Beginn des Sommers Hunderte Eier in den Boden. Einige Wochen später, zwischen dem Ende des Sommers und dem Beginn des Herbstes, schlüpfen die Larven. Sie können anschließend bis zum folgenden Frühjahr aktiv bleiben. Geschützt und gut gewärmt in der Erde ernähren sie sich, bevor sie sich verpuppen und zu erwachsenen Käfern entwickeln.
Beim Anbau im Freiland sorgt ein ausgewogenes Ökosystem mit natürlichen Feinden meist dafür, dass sich diese Schädlinge von selbst regulieren. Bei der Kultur im Topf oder an einem geschlossenen Standort wie einem Gewächshaus sind die Larven jedoch besser geschützt und können sich auf Kosten der Pflanze stärker vermehren.

Dickmaulrüsslerlarve
Vorbeugung
Wählen Sie beim Kauf Ihrer Bergenie stets gesunde, kräftige Jungpflanzen ohne Fraßspuren an den Blättern. Kontrollieren Sie auch den Wurzelballen auf Dickmaulrüsslerlarven. Beschädigte oder angefressene Wurzeln sind ein Warnsignal.
Trockenheit und Wärme begünstigen ebenfalls die Ansiedlung von Dickmaulrüsslern. Bringen Sie daher eine Mulchschicht rund um Ihre Bergenie aus, um die Feuchtigkeit besser zu bewahren und den Boden länger kühl und frisch zu halten – Bedingungen, die Larven nicht mögen.
Manche Gärtner empfehlen außerdem, im Frühjahr den Boden rund um die Pflanze zu hacken. So werden eventuell vorhandene Larven freigelegt und können von natürlichen Feinden wie Amseln oder Igeln gefressen werden.
Wir wiederholen es oft, aber ein natürlich ausgewogener, biodiversitätsreicher Garten kann Schädlingsbefall häufig selbst regulieren. Fördern und erhalten Sie daher die Anwesenheit von Nützlingen. Sie können zum Beispiel eine natürliche Hecke anlegen, eine Brachfläche schaffen, einen Holzstapel aufschichten sowie Futterstellen, Tränken, Nistkästen und Insektenhotels aufstellen.
Mehr dazu: „Eine natürliche Hecke zur Förderung der Biodiversität“.
Schließlich werden meist geschwächte und ältere Pflanzen von diesen Schädlingen befallen. Teilen Sie daher nach 4 bis 5 Kulturjahren den Wurzelstock Ihrer Bergenie – ebenso bei den ersten Anzeichen einer Schwächung (verlangsamtes Wachstum, nachlassende Blüte usw.).
Und natürlich gilt: Pflanzen Sie eine Bergenie möglichst nicht erneut an einen Standort, der zuvor von Dickmaulrüsslern befallen war.
Natürliche Lösungen
Sobald erste Symptome am Laub auf erwachsene Käfer hindeuten, können Sie die Schädlinge per Hand absammeln. Am besten tun Sie dies im Frühjahr, bevor sich die Käfer vermehren können. Da der Dickmaulrüssler nachtaktiv ist, zeigt er seine Fühler erst bei Einbruch der Dunkelheit. Dann können Sie ihn mit einer Taschenlampe aufspüren.
Die biologische Bekämpfung ist die natürlichste und wirksamste Lösung gegen Dickmaulrüssler. Verwenden Sie dazu eine Spritzung mit Nematoden, kleinen Fadenwürmern, die die Larven auf natürliche Weise parasitieren und von innen auffressen. Im Fachhandel, in Gartencentern oder online erhalten Sie Beutel mit Nematoden, die lediglich in Wasser aufgelöst werden müssen. Wenden Sie sie idealerweise im Frühjahr oder Spätsommer, am Anfang oder Ende des Tages, an. Die Nematoden entwickeln sich schnell und wirken meist innerhalb von etwa zehn Tagen. Bringen Sie sie auf feuchtem Boden bei einer Temperatur über 12–13 °C aus. Diese natürliche Behandlung wirkt sowohl im Garten als auch im Topf.
Mehr dazu erfahren Sie in unseren Artikeln: „Wie wird man Dickmaulrüssler los?“ und „Biologische Bekämpfung mit Nützlingsnematoden: Wie wendet man sie richtig an?“.
Lesen Sie auch
Bergenie, Schusterpalme: Pflanzung, Anbau, PflegeSchnecken
Schnecken und Nacktschnecken sind als gefräßige Schädlinge bekannt, die eine Reihe junger Salatpflanzen innerhalb einer Nacht vernichten können. Doch diese Weichtiere können im Frühjahr, wenn die Vegetation wieder einsetzt, auch die jungen Blätter der Bergenie befallen.
Die zarten Blätter sind bei ihnen besonders beliebt und können schnell vollständig abgefressen werden. Die Schäden bleiben möglicherweise auf ästhetische Beeinträchtigungen beschränkt, können eine junge Pflanze jedoch auch schwächen und ihr Wachstum beeinträchtigen.

Schnecke auf Bergenienblatt
Vorbeugung
Wenn Sie Hühner oder Laufenten halten, lassen Sie sie ruhig im Garten umherlaufen. Sie beseitigen die schleimigen Kriechtiere mit großer Begeisterung.
Auch die Förderung der Biodiversität und die natürliche Anwesenheit von Fressfeinden im Garten, etwa Vögeln, Igeln oder Kröten, trägt dazu bei, die Ausbreitung der Schädlinge einzudämmen.
Natürliche Lösungen
Auch wenn Gärtner diese Weichtiere wenig schätzen, sind sie für das natürliche Gleichgewicht unverzichtbar. Unser Ziel sollte daher vor allem darin bestehen, ihren Bestand zu regulieren.
Um Pflanzen ausgestreute Holzasche oder Kieselgur, aufgestreuter Kaffeesatz, zerstoßene Eierschalen, ausgelegter Kupferdraht … Gegen Schnecken und Nacktschnecken gibt es fast so viele natürliche Mittel wie Gärtner. Diese Methoden können kurzfristig und bei trockenem Wetter wirksam sein, um die Ausbreitung der Weichtiere zu bremsen oder sie auf andere Pflanzen zu lenken. Die meisten müssen jedoch regelmäßig erneuert werden, insbesondere nach Regen.
Auch das manuelle Absammeln in der Abenddämmerung hilft gegen Schnecken und Nacktschnecken.
Auch Spritzungen mit bestimmten Pflanzenjauchen sollen eine abschreckende Wirkung auf Weichtiere haben. Wenden Sie sie abends oder morgens an einem trockenen Tag an. Alle Tipps finden Sie in unseren entsprechenden Beiträgen: „Wie stellt man Beifußjauche her?“, „Wie stellt man Rhabarberjauche her?“ und „Wie stellt man Farnjauche her?“.
Radikaler sind Bierfallen, die als sehr wirksam gelten, um die unerwünschten Tiere anzulocken und loszuwerden. Sie ertrinken schließlich darin.
Schließlich gibt es auch Schnecken- und Nacktschnecken-Köder, die im ökologischen Landbau eingesetzt werden können. Beachten Sie, dass diese Behandlung bei Haustieren oder Kindern nur wenig empfehlenswert ist.
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Pilzkrankheiten
Pilze, die Pilzkrankheiten verursachen, können Bergenien befallen – im Freiland ebenso wie im Topf.
Eine der häufigsten ist die Anthraknose. Sie zeigt sich durch dunkle Flecken und eine Verformung des Laubs. Die Schäden sind zunächst ästhetischer Natur. Bei starkem Befall können betroffene Pflanzen jedoch ihre Blätter verlieren, ihr Wachstum verlangsamen und geschwächt werden.

Blattflecken auf Bergenienblättern
Vorbeugung
Das Auftreten und die Ausbreitung des Pilzes werden durch warmes, feuchtes Klima begünstigt. Achten Sie vorbeugend auf ausreichende Pflanzabstände zwischen den Pflanzen und Ihren Bergenien. Wählen Sie außerdem gut belüftete Standorte, an denen die Luft zirkulieren kann und sich keine Feuchtigkeit auf dem Laub staut. Ebenso sollten Sie beim Gießen das Laub Ihrer Bergenie nicht benetzen.
Pflanzen Sie Bergenien nicht an einem Standort, an dem zuvor Pilzkrankheiten aufgetreten sind.
Desinfizieren Sie Ihre Werkzeuge vor dem Rückschnitt immer, um eine Übertragung zwischen den Pflanzen zu vermeiden. Entfernen Sie Pflanzenreste sofort, statt sie am Fuß der Pflanze verrotten zu lassen. So verhindern Sie die weitere Ausbreitung der Pilze.
Grundsätzlich fördern gute Kulturbedingungen die Pflanzengesundheit. Dadurch sind Pflanzen von Natur aus widerstandsfähiger gegen Parasiten und Krankheiten.
Natürliche Lösungen
Entfernen Sie ab den ersten Symptomen nach und nach die betroffenen Pflanzenteile. So lässt sich das Risiko einer Ausbreitung des Pilzes verringern.
Gegen Pilzkrankheiten gibt es kaum heilende Behandlungen. Einige Pflanzenjauchen sind jedoch für ihre fungiziden Eigenschaften bekannt. Sie sollen vorbeugend wirken und zudem die Ausbreitung der Pilze eindämmen. Weitere Tipps finden Sie in den Artikeln „Schachtelhalmjauche herstellen“ und „Brennnesseljauche herstellen“.
Mehr dazu: „Alles über Pilzkrankheiten“.
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