Krankheiten und Parasiten von Pfeilblatt und Zehrwurz
Erkennen, natürlich behandeln und vorbeugen
Inhaltsverzeichnis
Bei Pfeilblatt und Zehrwurz herrscht oft Verwirrung. Beide tropischen bis subtropischen rhizomatösen Pflanzen aus der Familie der Aronstabgewächse haben riesige, wasserabweisende Blätter in vielfältigen Farben und oft eine außergewöhnliche Größe gemeinsam. Da sie frostempfindlich sind, werden beide in milden Regionen im Freiland, andernorts als Zimmerpflanzen kultiviert. Trotz ihrer Ähnlichkeit unterscheiden sie sich vor allem am Blattstiel: Beim Pfeilblatt setzt er am Rand der Blattspreite an, bei der Zehrwurz an deren Unterseite. Das Laub des Pfeilblatts wächst meist aufrecht, während das der Zehrwurz herabhängt.
Beide Pflanzen gedeihen drinnen wie draußen unter mehr oder weniger denselben Bedingungen. Außerdem sind sie für dieselben Schädlinge und Kulturprobleme anfällig.
Erfahren Sie, welche Parasiten und Krankheiten Pfeilblatt und Zehrwurz befallen und wie Sie sie natürlich behandeln und vorbeugen.
Mehr erfahren: Zehrwurz: Pflanzen, kultivieren und pflegen
Kurzer Überblick zu den Standortbedingungen von Pfeilblatt und Zehrwurz
Da die wichtigsten Schädlinge und Kulturprobleme auftreten, wenn die Wachstumsbedingungen nicht optimal sind, lohnt sich eine kurze Auffrischung für Pfeilblatt und Zehrwurz – zwei tropische Pflanzen mit außergewöhnlich großen, farben- und formenreichen Blättern. Diese üppig wachsenden Pflanzen aus der Familie der Aronstabgewächse haben ähnliche Pflegeansprüche.
Das Gießen
Pfeilblatt und Zehrwurz, auch Kaladien genannt, lieben eine warme, feuchte Umgebung. Deshalb sollten sie im Freiland und im Topf im Frühjahr und Sommer regelmäßig, im Herbst und Winter seltener gegossen werden. Das Substrat sollte stets frisch bleiben. Am besten verwenden Sie Regenwasser oder zimmerwarmes, entmineralisiertes Wasser. Staunässe im Untersetzer oder Übertopf muss unbedingt vermieden werden. Sie können den Topf auf ein stets feuchtes Bett aus Blähton stellen.
Das Besprühen der Blätter mit Regenwasser wird ganzjährig empfohlen, ebenso wie das Abwischen mit einem feuchten Tuch. Diese Pflanzen benötigen eine recht hohe Luftfeuchtigkeit von etwa 70 %, die nicht immer leicht zu erreichen ist.

Die Vielfalt der Blätter des Pfeilblatts
Das Düngen
Pfeilblatt und Zehrwurz sind recht nährstoffhungrig und profitieren besonders im Topf von einer guten Düngung. Geben Sie ihnen daher alle drei Wochen einen Grünpflanzendünger mit hohem Stickstoffanteil.
Der Standort
Im Freien kultiviert man Kaladien am besten im Halbschatten mit milder Morgensonne. Im Haus benötigen sie viel Licht, aber keine direkte Sonne. Stellen Sie sie in einen hellen Raum, geschützt vor praller Sonne, bei idealerweise 16 bis 25 °C. Im Winter freuen sich die Pflanzen über einen Platz im Wintergarten oder Gewächshaus mit maximal 16 °C, damit sie in eine Ruhephase eintreten können.
Ihre im Haus kultivierten Zehrwurz und Pfeilblätter können den Sommer problemlos draußen im Garten verbringen, sofern sie im Halbschatten stehen.
Werden all diese Kulturbedingungen eingehalten, zeigen sich Pfeilblatt und Zehrwurz recht widerstandsfähig gegenüber Schädlingen. Zudem sind beide Pflanzen kaum krankheitsanfällig.
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Entspricht das Raumklima, in dem Ihr Pfeilblatt oder Ihre Zehrwurz steht, nicht seinen Bedürfnissen, kann die Pflanze von verschiedenen Schädlingen befallen werden. Auch im Freiland besteht diese Gefahr, wenn das Substrat nicht feucht genug ist. Dennoch ist die Lage nicht aussichtslos, denn diese Pflanzen sind relativ robust.
Schildläuse
Schildläuse zeigen sich als wachsartige, klebrige, weißliche bis bräunliche Pusteln, die sich meist an der Blattunterseite und später an den Trieben ansiedeln. Es handelt sich um Insekten mit einem schützenden Panzer, die Pflanzensaft saugen, die Pflanze schwächen und das Auftreten von Rußtau begünstigen – einem Pilz, der sich durch einen schwarzen, rußartigen Belag zeigt.
Die Symptome
Wollläuse und Napfschildläuse sind mit bloßem Auge recht leicht zu erkennen: Man sieht kleine weißliche Ansammlungen oder eine Art Panzer, die entlang der Triebe kleben oder sich auf dem Laub sammeln, meist an der Unterseite. Befallene Blätter verformen sich häufig, werden gelb und fallen ab.
Die Pflanze wird geschwächt und kann bei starkem Befall absterben.

Schildläuse sammeln sich häufig an der Blattunterseite und an den Trieben
Behandlung
Vor allem anderen ist es äußerst wichtig, Ihr Pfeilblatt oder Ihre Zehrwurz bei dem geringsten Verdacht auf Schildlausbefall zu isolieren. Denn die Schädlinge können sich sehr schnell auf alle Zimmerpflanzen ausbreiten.
Zunächst sollten Sie die weißlichen oder bräunlichen Ansammlungen mit einem Zahnstocher, Pinsel, einer weichen Zahnbürste oder einfach mit dem Fingernagel abkratzen, um möglichst viele Schildläuse zu entfernen. Danach folgt eine natürliche Behandlung. Am besten eignet sich eine Mischung mit Schmierseife. Dazu einen Teelöffel Schmierseife in einem Liter Wasser verdünnen und die Blattober- und -unterseiten besprühen. Für eine bessere Wirkung können Sie der Mischung etwas 90-prozentigen Alkohol hinzufügen.
Bei starkem Befall sollte das Spritzen mehrmals im Abstand von ein bis zwei Wochen wiederholt werden. Schildläuse können sehr hartnäckig und schwer zu beseitigen sein. Zudem sind Eier und Larven schwieriger zu erkennen.
Die Behandlung sollte am besten im Freien durchgeführt werden.
Vorbeugung
Da Schildläuse hartnäckig sein können, sollten Sie ihren Befall möglichst verhindern. Die beste Vorbeugung besteht darin, die Pflegebedingungen genau einzuhalten, denn ein gesundes Pfeilblatt oder eine gesunde Zehrwurz ist weniger anfällig. Beachten Sie jedoch, dass Schildläuse besonders gerne in stickiger, feuchter und warmer Luft auftreten. Genau solche Bedingungen mögen auch unsere Pflanzen!
Deshalb sollten Sie einige Ratschläge beachten:
- Den Raum, in dem Ihre Pflanze steht, regelmäßig lüften
- Ihrem Pfeilblatt oder Ihrer Zehrwurz im Topf oder im Freien ausreichend Platz lassen
- Die Pflanzen im Sommer nach draußen stellen, denn trockene und warme Luft behagt Schildläusen überhaupt nicht
- Ihr Pfeilblatt oder Ihre Zehrwurz im Winter bei etwa 16 °C halten.
Vor allem sollten Sie die Blattunterseiten regelmäßig kontrollieren, um beim ersten Auftreten von Schildläusen möglichst früh handeln zu können.
Spinnmilben
Spinnmilben werden auch als Webmilben bezeichnet und verdanken ihren Namen ihrer Fähigkeit, feine Gespinste auf den Blättern von Pflanzen zu bilden. Genau genommen handelt es sich jedoch nicht um Spinnen, sondern um Milben, die das Blattgewebe anstechen, um Pflanzensaft zu saugen. Sie sind winzig und mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen. Dafür vermehren sie sich sehr schnell und wandern von einer Pflanze zur anderen.
Spinnmilben entwickeln sich in warmer, trockener Luft. Das zeigt, dass Ihr Pfeilblatt oder Ihre Zehrwurz nicht unter optimalen Bedingungen wächst, denn beide Pflanzen benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit.
Die Symptome
Oft erkennt man Spinnmilben an den feinen Gespinsten, die sie bilden. Besonders deutlich werden sie, wenn Sie das Laub mit Wasser besprühen. Andernfalls können kleine Punkte auf den Blättern auftreten, zunächst weiße, später gelbe – ein Warnsignal. Das Laub befallener Pfeilblätter und Zehrwurzeln wird schließlich grau, trocknet ein und fällt ab.

Spinnmilben spinnen Gespinste und saugen den Pflanzensaft aus den Blättern
Behandlung
Regelmäßiges Besprühen des Laubs reicht aus, um Spinnmilben abzutöten, denn sie mögen keine Feuchtigkeit. Bei starkem Befall sollten Sie die Pflanze draußen oder unter der Dusche mit einem Wasserstrahl abduschen.
Nach der Behandlung sollten Sie Ihr Pfeilblatt oder Ihre Zehrwurz möglichst isoliert halten, um einen Befall benachbarter Pflanzen zu verhindern.
Vorbeugung
Die wirksamste vorbeugende Maßnahme gegen Spinnmilben ist das regelmäßige Besprühen des Laubs. Das trifft sich gut, denn Pfeilblätter und Zehrwurzeln lieben diese zusätzliche Feuchtigkeit. Auch ein gut gelüfteter Raum hilft, einen Befall zu verhindern.
Thripse
Thripse sind winzige Insekten, die die Blätter anstechen und Pflanzensaft saugen. Sie können außerdem von einer Pflanze zur anderen springen. Diese schwer erkennbaren Insekten entwickeln sich vor allem in warmer, trockener Luft. Man findet sie sehr häufig in Wintergärten.
Die Symptome
An den Einstichstellen der Blätter, meist an der Unterseite, entstehen Flecken, die manchmal leicht glänzen. Auch schwarze Ausscheidungen können sichtbar sein. Die Flecken werden größer, das Laub verliert seine Farbe, wird gelb, trocknet ein und fällt ab.

Thripse sind eine echte Plage für das Laub
Behandlung und Vorbeugung
Behandlung und Vorbeugung entsprechen denen gegen Spinnmilben. Wenn Ihr Pfeilblatt oder Ihre Zehrwurz ausreichend feucht steht, wird sie nicht von Thripsen befallen. Besprühen Sie daher regelmäßig das Laub.
Kulturprobleme bei Pfeilblatt und Zehrwurz
Manchmal zeigt ein Pfeilblatt oder eine Zehrwurz Anzeichen von Kümmern, die meist am Blattwerk sichtbar werden. Werden keine Parasiten entdeckt, liegt die Ursache vermutlich woanders.
- Gelb werdendes Blattwerk deutet oft auf zu viel Wasser hin. In diesem Fall genügt es, die Abstände zwischen den Wassergaben etwas zu vergrößern und das Substrat zwischen den Wassergaben frisch zu halten.
- Blattwerk, das erst gelb wird und dann vertrocknet, kann dagegen auf Wassermangel hindeuten. Prüfen Sie dafür einfach den Wurzelballen. Ist er trocken, liegt es wahrscheinlich an zu wenig oder zu unregelmäßigem Gießen.
- Gelbe und trockene Blätter weisen auch auf zu kalkhaltiges Wasser hin. Wenn möglich, fangen Sie Regenwasser zum Gießen Ihres Pfeilblatts oder Ihrer Zehrwurz auf. Leitungswasser sollte andernfalls mehrere Stunden in der Gießkanne stehen, damit sich der Kalk absetzt.
- Bräunliches Blattwerk ist ein Zeichen für Verbrennungen. Ihre Pflanze steht vermutlich zu nah am Fenster und ist direkter Sonne ausgesetzt. Stellen Sie sie einfach an einen anderen Standort mit ausreichend Helligkeit.
- Herabhängendes Blattwerk entsteht meist durch schlecht drainiertes, also zu feuchtes Substrat. Topfen Sie die Pflanze um und legen Sie eine gute Schicht Blähton oder Kies auf den Topfboden, um für eine ausgezeichnete Drainage zu sorgen.

Das prächtige Pfeilblatt ‚Zebrina‘
Fallendes Blattwerk ohne weitere Anzeichen ist ein normaler Vorgang. Neue Triebe erscheinen, die älteren machen ihnen Platz.
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