Leicht zu kultivierende Zimmerpflanzen

Leicht zu kultivierende Zimmerpflanzen

Entdecken Sie die robustesten Arten für Ihr Zuhause

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 7. Januar 2026  durch Leïla 6 min.

Keine Pflanze ist unfehlbar: Auch pflegeleichte Zimmerpflanzen sterben bei zu viel oder zu wenig Wasser. Einige sind tolerant und fast standortunabhängig.

Schwierigkeit

Der Grüne Heinrich

Der Grüne Heinrich oder Chlorophytum comosum ist wirklich eine sympathische Pflanze. Eine pflegeleichtere gibt es kaum. Am häufigsten kultiviert wird die panaschierte Form, Chlorophytum comosum ‚Variegatum‘, der Sie seit den 1970er-Jahren sicher schon begegnet sind. Der Grüne Heinrich stammt aus Afrika und gehört zur Familie der Liliengewächse. Er bildet Rosetten aus langen, schmal zulaufenden, gebogenen und an der Spitze spitzen Blättern. Mit zunehmendem Wachstum entwickeln sie zahlreiche große, fleischige, wassergesättigte Wurzeln, die der Pflanze helfen, Trockenheit zu überstehen. Der Grüne Heinrich blüht gelegentlich und bildet hübsche kleine weiße Blüten mit etwa 1 cm Durchmesser.

Diese Art wächst ideal in nährstoffreicher, lockerer Erde, wie sie meist Blumenerde für Zimmerpflanzen bietet, passt sich jedoch an jedes Substrat an. Lassen Sie die Blumenerde zwischen den Wassergaben abtrocknen. Sie verträgt ausbleibendes Gießen gut. Wie die meisten Zimmerpflanzen mag sie kein direktes Sonnenlicht und kommt sowohl mit viel Licht als auch mit einem schattigeren Standort weiter vom Fenster entfernt zurecht. Bei Temperaturen unter 5 °C leidet sie. Nach und nach bildet sie einen breiter werdenden Horst, der über die Topfränder hängt, aber nur wenig in die Höhe wächst.

Sie bildet Ausläufer an steifen Stängeln, an deren Ende sich Jungpflanzen mit kleinen Blattrosetten entwickeln. Diese bilden kurze Wurzeln und können direkt in einen mit Blumenerde gefüllten Topf gesetzt werden, wo sich schnell eine neue Pflanze mit kräftigen Wurzeln entwickelt. Sie verfügt somit über die einfachste Form der Vermehrung und Stecklingsvermehrung überhaupt.

chlorophytum

Links: Chlorophytum variegata, zunächst jung, dann etwas üppiger; rechts die nicht panaschierte Form mit gut sichtbaren Ausläufern, die sich leicht einpflanzen lassen

Kanonenblume Pilea peperomioides

Die Pilea peperomioides erlebte um 2018/2020 einen enormen Hype. Sie war kaum erhältlich, und ihre Seltenheit machte sie sehr bekannt – umso mehr, da sie äußerst fotogen ist und sich die aktuellen Trends rund um Zimmerpflanzen stark auf Instagram abspielen. Zum Glück eroberte sie anschließend den europäischen Markt, und der Hype flaute ab. Sie ist nicht ganz so pflegeleicht wie der Grüne Heinrich, aber dennoch anspruchslos und robust. Sie verzeiht Ihnen Anfängerfehler und lässt sich ebenfalls recht einfach vermehren – eine wichtige Eigenschaft. Sie stammt aus Yunnan in China und gehört zur Familie der Brennnesselgewächse. Sie erhielt einen Award of Garden Merit von der Royal Horticultural Society.

Sie bevorzugt einen hellen Standort ohne direkte Sonne, Temperaturen über 10 °C und mäßiges Gießen, wobei das Substrat zwischen den Wassergaben abtrocknen sollte. Sie ist eine Sukkulente. Die Peperomie bevorzugt ein drainierendes Substrat: Sie können 20 bis 30 % Sand oder Perlite in die Blumenerde mischen und sie in einen Terrakottatopf pflanzen. Sie bildet einen zentralen Stamm, von dem lange Blattstiele mit runden, 10 cm großen Blättern ausgehen. Häufig erscheinen junge Triebe, die vom Haupttrieb getrennt wachsen. Sie können diese vorsichtig entnehmen und zur Stecklingsvermehrung in ein Glas Wasser stellen. Sobald sich Wurzeln bilden, pflanzen Sie sie in einen Topf. Die Peperomie bleibt meist eher klein, kann aber auch 60 cm oder höher und ebenso breit werden. In diesem Fall benötigt sie eine Stütze.

Pilea peperomioides

Die hübschen Formen, die die Pilea peperomioides beim Wachsen annimmt (auf diesen Fotos noch jung)

Der Bogenhanf

Der Bogenhanf ist eine Sukkulente und verträgt fast jeden Lichtstandort, von voller Sonne bis zu einem eher dunklen Platz im Haus. Er wächst dann lediglich unterschiedlich. Er stammt aus dem tropischen Afrika, Indien oder Madagaskar und gehört zur Familie der Agaven- bzw. Spargelgewächse. Gießen Sie ihn sparsam und vergessen Sie ihn lieber einmal, denn nur zu viel Wasser schadet ihm. Ansonsten ist er anspruchslos. Mit aufrechtem Wuchs bildet er einen Horst aus linearen, dicken Blättern, die je nach Art mehr oder weniger ausgebreitet, flach, konkav oder zylindrisch sein können. Als Zimmerpflanzen verbreitet sind Sansevieria trifasciata, auch Schusterpalme genannt, und Sansevieria trifasciata ‚Laurentii‘ mit gelb geranderten, marmorierten und quer gestreiften Blättern. Der Bogenhanf wird allmählich breiter, behält aber seine schmale Wuchsform. Mit der Zeit kann er 1,50 m oder höher werden.

Bogenhanf

Zwei verschiedene Blattzeichnungen bei diesen pflegeleichten, großen Zimmerpflanzen

Scindapsus und Pothos

Scindapsus (Scindapsus pictus) und Efeutute (Epipremnum aureum) sind sich so ähnlich, dass sie in diesem Abschnitt zusammengefasst werden können. Es sind Kletterpflanzen, die für ihre große Widerstandsfähigkeit bekannt sind und selbst an den dunkelsten Standorten wachsen. Sie stammen aus Südostasien und Indien und gehören zur Familie der Aronstabgewächse. Ihr wichtigster Unterschied liegt in der Farbe und Form des Laubs. Die Blätter des Scindapsus sind fast immer herzförmig, recht dick und strukturiert, dunkelgrün und silbergrau panaschiert. Die Blätter der Efeutute sind dünner und glänzend, gelbgrün bis dunkelgrün und gelb, hellgrün oder weiß panaschiert. Ihre Form kann herzförmig, elliptisch oder oval sein. Außerdem sind sie größer.

Beide bevorzugen ein eher frisches Substrat, vertragen aber ausbleibendes Gießen. Gießen Sie sie, sobald das Substrat im Topf einige Zentimeter tief abgetrocknet ist, und achten Sie darauf, dass kein Wasser im Topfboden stehen bleibt. Sie wachsen bei hellem, indirektem Licht gut, wobei die Efeutute beim Standort toleranter ist. Sie wächst schneller als der Scindapsus. Bei zu direktem, ungefiltertem Licht verlieren sie ihre Panaschierung. Sie dürfen keinen Temperaturen unter 10 °C ausgesetzt werden und wachsen am besten bei 18 bis 29 °C. Der Scindapsus lässt sich gern aus einer Blumenampel herabhängen, während die Efeutute auch als Kletterpflanze an einer Rankhilfe gezogen werden kann.

Scindapsus und Efeutute

Scindapsus links und Efeutute rechts

Rhizom-Begonie, besonders Seerosen-Begonie

Die Familie der Begonien ist groß und weist eine enorme Vielfalt an Zierformen sowie Kultur- und Vermehrungsarten auf. Manche sind sehr empfindlich. Die Seerosen-Begonie oder Begonia x erythrophylla ist die sympathischste Begonie, die ich kenne; sie ist überhaupt nicht nachtragend. Sie ist eine kräftige und tolerante Rhizombegonie. Zwar sind viele Begonien als Zierpflanzen attraktiver und haben gefleckte, wunderschön gefärbte Blätter mit sehr unterschiedlichen Formen und Texturen. Je nach Art und Kultivar sind sie manchmal relativ einfach zu kultivieren oder echte Diven. Auch wenn sie vielleicht weniger attraktiv oder fotogen wirkt, ist die Seerosen-Begonie eine äußerst zuverlässige Pflanze. Ihre Blätter sitzen an langen Blattstielen, die direkt aus dem Rhizom entspringen, und sind rundlich und aufrecht ausgerichtet. Die dunkelgrüne, samtige Blattspreite ist auf der Unterseite purpurfarben. Durch die aufrechte Stellung kommen die Blätter besonders gut zur Geltung. Am richtigen Standort entstehen im Gegenlicht schöne Lichteffekte, die das Purpur hervorheben. Ihr exotisches Erscheinungsbild, das an eine Seerose erinnert, wird durch eine zarte, weißrosa Blüte ergänzt, die über dem Laub erscheint, und zwar im Spätwinter.

Begonien gehören zur Familie der Begoniengewächse und stammen aus tropischen Regionen: Mittel- und Südamerika, der Karibik, Südostasien und dem tropischen Afrika. Es gibt mehr als 2.000 Arten und Sorten. Die Seerosen-Begonie bevorzugt einen hellen Standort, verträgt aber auch mehr Schatten. Sie mag ein eher durchlässiges, frisches Substrat und regelmäßige Wassergaben ohne dauerhafte Nässe, verzeiht jedoch jedes Vergessen des Gießens. Licht- und Wassermangel können die Blüte verhindern, beeinträchtigen das Laub jedoch kaum. Sie wird bei Temperaturen über 13 °C kultiviert. Die Vermehrung durch Kopf- oder Blattstecklinge gelingt leicht. Blattstecklinge bei Begonien sind erstaunlich. Manche Begonien lassen sich sogar einfach aus einem Stück Blattspreite vermehren! Diese Pflanzenfamilie ist ausgesprochen faszinierend.

Zimmerpflanze

Hier ist die Begonia erythrophylla noch jung. Ihre Blätter stehen noch nicht aufrecht, doch der Lichteffekt ist bereits vorhanden

Weitere unkomplizierte Pflanzen

  • Der Efeu oder Hedera helix ist bei den Lichtverhältnissen anspruchslos und möchte regelmäßig gegossen werden. Lassen Sie ihn nicht zu stark austrocknen.
  • Spargel (auf dem Beitragsbild zu sehen) ist eine hübsche, federartige Pflanze, die ebenfalls ein eher feuchtes Substrat und sorgfältiges Gießen schätzt. Außerdem ist sie wenig empfindlich.
  • Blattfahne und Kleine Strahlenaralie sind pflegeleichte Grünpflanzen.
  • Drachenbaum und Palmlilie ebenfalls. Ich habe seit mindestens 20 Jahren eine große Palmlilie, die ich manchmal sechs Monate lang nicht gegossen habe … Sofern es sich nicht um ein ganz besonderes Exemplar handelt, das ich geerbt habe, ist sie die selbstständigste Pflanze, die ich kenne. Der Drachenbaum braucht etwas mehr Pflege, bleibt aber eine anspruchslose Pflanze.

Einige allgemeine Tipps

  • Keine Zimmerpflanze außer Sumpfpflanzen wie der Papyrusstaude verträgt Staunässe am Topfboden.
  • In einem porösen Terrakottatopf trocknet das Substrat deutlich schneller als in einem Kunststofftopf. Das ist für manche Pflanzen, besonders Sukkulenten, oder bei eher feuchter Raumluft sinnvoll. Auch wenn Sie zu großzügig gießen, kann das hilfreich sein. Mit der Zeit finden Sie das richtige Maß.
  • Das Substrat von Zimmerpflanzen sollte stets innerhalb weniger Tage abtrocknen. Ist es nach einer Woche noch feucht, gießen Sie weniger oder topfen Sie in Terrakotta um beziehungsweise mischen Sie ein drainierendes Material wie Perlite oder Sand unter. Beginnen Sie zunächst mit weniger Wasser.
  • Passen Sie die Wassergaben außerdem an die Jahreszeit an. Dasselbe Substrat im selben Topf kann im Sommer innerhalb von zwei Tagen trocknen, im Winter aber eine Woche lang feucht bleiben.
  • Zimmerpflanzen wachsen gern beengt. Vergrößern Sie den Topf beim Umtopfen nur schrittweise.
  • Helle, indirekte Lichtverhältnisse werden für Zimmerpflanzen am häufigsten empfohlen. Das kann ein Platz nahe einem Nordfenster oder hinter einem sonnigen Fenster sein, dessen Licht Sie unbedingt durch einen Vorhang oder ein Rollo abschwächen oder filtern sollten, damit die Sonnenstrahlen nicht direkt auf die Pflanze treffen. Wintersonne ist jedoch nicht so stark wie Sommersonne, und die Sonne im Süden ist kräftiger als in nördlicheren Regionen. Passen Sie den Lichtschutz entsprechend an. Ist der Raum auch mit Abstand zum Fenster hell genug, können Sie Ihre Pflanzen problemlos weiter entfernt aufstellen. Stellen Sie sie ebenfalls weiter vom Fenster weg, wenn die Pflanze schwächere Lichtverhältnisse bevorzugt.

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.

Pilea peperomioides