Nordgarten gestalten
Tipps und Ideen für einen Schattengarten
Inhaltsverzeichnis
Nordgärten sind von Natur aus Schattengärten. Mit passenden Tricks und Schattenpflanzen gestalten Sie auch ohne direkte Sonne einen farbenfrohen, einladenden Rückzugsort.
Schatten im Garten: Vor- und Nachteile
Ein Garten (oder ein Teil davon), der kein direktes Licht erhält, ist für einen Gärtner keineswegs gleichbedeutend mit Tristesse und Verzweiflung. Ein solcher Standort bringt natürlich gewisse Herausforderungen und Grenzen mit sich, insbesondere bei der Auswahl der Pflanzen. Er bietet jedoch auch erhebliche Vorteile und ermöglicht sogar Gartengestaltungen, die sich anderswo nicht umsetzen lassen.
Herausforderungen und Grenzen eines Schattengartens
- Ein nach Norden ausgerichteter Garten oder ein Beet erhält naturgemäß kein direktes Sonnenlicht, das viele Pflanzen für gutes Wachstum und eine üppige Blüte benötigen. Je nach Art des Schattens kann die Bodenfeuchtigkeit von einem Bereich zum anderen stark variieren.
- Der Schatten einer Mauer geht oft mit einem frischen, je nach Geländeform sogar feuchten Boden einher. Diese Bedingungen vertragen manche Pflanzen nicht, da ihre Wurzeln dann von Fäulnis bedroht sind. Auch die Winterhärte kann darunter leiden.
- Bäume und ihre Wurzeln führen zu einem trockeneren Boden. Dadurch konkurrieren benachbarte Pflanzen um Feuchtigkeit und Nährstoffe.
- Schattenbereiche sind meist kälter als andere Gartenteile, die zumindest zeitweise Sonne erhalten. Die Temperaturen steigen langsamer. Bei einem strengen Winter kann der Boden sogar dauerhaft gefroren bleiben, was den dort wachsenden Pflanzen ebenfalls schaden kann.
→ Lesen Sie auch: Licht im Garten: Standort, Sonne, Schatten und Helligkeit
Vorteile und Möglichkeiten
- In der Natur gibt es eine erstaunliche Vielfalt an Pflanzen, die den Sonnenstrahlen von selbst ausweichen und Schutz in Bereichen finden, in denen ihre Blätter nicht verbrennen und sie nicht übermäßig Wasser verlieren. Oft, aber nicht ausschließlich, handelt es sich um Pflanzen mit großen Blättern. Sie sind an wenig Licht angepasst und können dennoch Photosynthese betreiben.
- Geschützt verdunsten Pflanzen weniger Wasser und profitieren von einem Boden mit geringerer Verdunstung. So bleibt das Substrat länger frisch. Das verringert den Bewässerungsaufwand – besonders in Regionen und Zeiten, in denen Einschränkungen oder sogar Verbote das Gießen unmöglich machen.
- Ein nach Norden ausgerichteter Garten erwärmt sich zwar langsamer, doch auch das kann ein Vorteil sein: Der allmähliche Temperaturanstieg schützt vor starken Frost-Tau-Wechseln, die manche Blüten beeinträchtigen oder sogar zerstören können.
- Die vergangenen Jahre haben uns und unsere Pflanzen stark gefordert. Eine schattige Ecke schafft einen Rückzugsort, an dem man sich gerne aufhält, um ein paar Grad weniger und angenehme Kühle zu genießen. So lässt sich der Garten auch mitten im Sommer nutzen.

Lassen Sie sich von Unterholzpflanzen inspirieren und holen Sie sich Anregungen aus der Natur
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Je nach Schattenart können die Bedingungen, wie wir gesehen haben, stark variieren. Eine Mauer abzureißen oder einen Baum zu fällen, um mehr Licht zu schaffen, kommt natürlich nicht infrage. Dennoch ist es immer möglich, die Wachstumsbedingungen für unsere Pflanzen zu verbessern.
Boden verbessern
- In schwerem, feuchtem Boden lässt sich die Drainage verbessern, indem Sie Erde aufschütten und das Beet erhöhen, damit sich am Pflanzenfuß oder an den Wurzeln kein Wasser staut. Möglich ist zum Beispiel ein frei angelegtes oder mit einer kleinen Mauer beziehungsweise Holzbalken eingefasstes Hochbeet. Auch die Zugabe von drainierendem Material (Kies, grober Sand, Bims…) zur vorhandenen Erde macht den Boden durchlässiger.
- In nährstoffarmem, trockenem Boden erhöht die Zugabe organischer Substanz (Blumenerde, Kompost, Mist…) sowohl die Wasserspeicherung als auch den Nährstoffgehalt. Achten Sie jedoch darauf, den Fuß bereits gepflanzter Bäume und Sträucher nicht mit diesem Material zu bedecken, und lassen Sie den Pflanzenansatz frei.
Mit Farbe und Licht spielen
- Setzen Sie auf Möbel in hellen oder kräftigen Farben, die den Lichtmangel am Standort ausgleichen.
- Bringen Sie Spiegel an, um einen Teil des Lichts zurückzuwerfen und den Bereich größer wirken zu lassen. Achten Sie jedoch auf Vögel, die sich darin täuschen und dagegenfliegen können: Bringen Sie Sprossen oder Dekorelemente an, die ihren Flug bremsen.
- Beleuchtung aller Art bietet die Möglichkeit, bei Einbruch der Dunkelheit eine märchenhafte Stimmung zu schaffen: ein Spot zur Beleuchtung des Baum- oder Strauchfußes, eine Lichterkette für gesellige Atmosphäre, Kerzen für eine geheimnisvolle, poetische Stimmung… Die Auswahl ist groß.
Atmosphäre schaffen
- Lassen Sie Moose, die diese Bedingungen schätzen, frei wachsen und so zu dieser Atmosphäre beitragen, die an ein Unterholz erinnert. Ergänzen Sie mineralische Elemente (Felsen, steinerne Tröge, Statuen, Laternen…), die keinen Lichtmangel scheuen und sich gut mit den Pflanzen verbinden.
- Wenn der Platz es erlaubt, können Sie geschwungene Wege anlegen, deren Verlauf an einen Waldspaziergang erinnert.
- Und vor allem: Setzen Sie auf Schattenstauden oder auf für diese Bedingungen geeignete Sträucher, deren Genetik sie dazu befähigt, in dieser Umgebung schön und üppig zu wachsen.

Entfernen Sie die Moose nicht, die sich ganz natürlich ansiedeln
Welche Pflanzen für einen Nordgarten?
Ich will Sie nicht anlügen: Ein Schattenbeet mit ebenso vielen Blüten wie ein sonniger Standort anzulegen, ist schwierig, wenn nicht unmöglich. Das heißt aber keineswegs, dass Sie sich mit einem tristen Ergebnis zufriedengeben müssen.
Setzen Sie auf Blätter
- Arbeiten Sie vor allem mit Blattschmuck. Manche Blätter sind dekorativ und filigran wie Spitze, etwa bei Farnen. Sie bilden einen wunderbaren Kontrast zu den großen Blättern von Nachbarn wie Funkie, Haselwurz, Großblättrigem Kaukasusvergissmeinnicht, Lungenkraut oder Farfugium. Hinzu kommen die langen Blätter von Gräsern und grasähnlichen Pflanzen wie Japangras, Hainsimse oder Schlangenbart. Allein dieses Spiel mit Formen reicht fast aus, um ein Schattenbeet zu gestalten.
- Für mehr Spannung und Licht in einer dunklen Ecke verwenden Sie hellen Blattschmuck. Einige Stauden haben goldene Blätter, die wahre Lichtquellen sind: Carex ‘Everillo’, Dicentra ‘White Gold’, Hakonechloa ‘All Gold’, Hosta ‘Sunny Halcyon’ und Vinca ‘Illumination’ sind nur einige Beispiele aus der großen Auswahl. Setzen Sie auch auf panaschiertes Laub, das Schatten ebenfalls aufhellt. Lassen Sie es vor grünem oder blauem Laub hervorstechen und setzen Sie Farbakzente mit der Vielfalt von Purpurglöckchen, Heucherella und Tiarella, die zudem im Schatten blühen.
- Auch unter den Sträuchern gibt es Pflanzen, deren Laub allein zum Blickfang wird, etwa Fächer-Ahorn, Aucuba, Schattenglöckchen und Bambus. Wählen Sie bevorzugt nicht ausläuferbildende Sorten.

Im Uhrzeigersinn: Brunnera ‚Looking Glass‘, Farfugium japonicum, Hakonechloa ‚All Gold‘, Athyrium niponiucm, Vinca ‚Illumination‘
Struktur schaffen
- Verwenden Sie immergrüne Sträucher, die dauerhaft Struktur geben. Buchsbaum, Leucothoe, Strauch-Geißblatt, Riemenblüte, Skimmie und Eiben behaupten sich das ganze Jahr über.
- Wechseln Sie Wuchsformen und Höhen ab, um mit den Silhouetten Ihrer Pflanzen Volumen und Tiefe zu schaffen. Aufrechte Pflanzen neben kugeligen oder ausladenden Nachbarn, kombiniert mit anderen mit fontänenartiger Wuchsform, die aus niedrigen, kriechenden Bodendeckern ragen, sowie dichte Einfassungen als Rahmen für höhere Sträucher: Die Möglichkeiten sind vielfältig.
Blüten integrieren
- Einige Schattenstauden blühen ausgesprochen üppig und eindrucksvoll. Dazu zählen Akanthus, Japan-Herbst-Anemone, Herzblume, Silberkerze, Elfenblume, einige Storchschnäbel wie maccrorhizum, Christrosen, Purpurglöckchen, Goldkolben, Tricyrtis, Primeln, Astilben und asiatische Steinbreche. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.
- Für die oberen Etagen eignen sich einige Sträucher besonders gut für den Schatten. Japanische Kamelien, Schattenglöckchen, Azaleen, Alpenrosen, Hortensie und Stachellose Mahonie greifen Formen, Strukturen und Farben auf, blühen üppig und verströmen teilweise einen angenehmen Duft.
Vertikale Elemente nutzen
- Sie können Rankhilfen oder Baumstämme mit Kletterpflanzen begrünen und so schöne vertikale Akzente setzen: Kletter-Hortensie, Spalthortensie, Efeu, Geißblatt, Wilder Wein, Berberidopsis und Holboellia ergänzen ein Schattenbeet perfekt, ohne viel Bodenfläche zu beanspruchen.
- Je nach Geschmack können Sie sogar eine thematische Atmosphäre schaffen, indem Sie Pflanzen mit exotischem, natürlichem, japanisch anmutendem oder modernem Charakter auswählen.
→ Lassen Sie sich von unseren Tipps inspirieren: Elfenblume kombinieren, Berglorbeer kombinieren, Aukube kombinieren, Stachellose Mahonie kombinieren, Fatsie kombinieren, Hortensie kombinieren …
Bei der Planung kann ich Ihnen nur raten, eine Liste Ihrer Wunschpflanzen anzulegen, damit jede Jahreszeit etwas für das Auge bereithält. Das gilt umso mehr, wenn Sie das Beet von einem Fenster aus sehen. Schließlich wäre es schade, wenn die Bepflanzung nur in der warmen Jahreszeit attraktiv und den Rest des Jahres teilweise oder ganz kahl wäre.

Im Uhrzeigersinn eine kleine Auswahl der vielen Pflanzen, die sich im Schatten wohlfühlen: Skimmia japonica, Hydrangea petiolaris, Heuchera, Tiarella, Ophiopogon, Epimedium, Hosta
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