Pflanzen mit Pfahlwurzel: Wie und wo pflanzen?

Pflanzen mit Pfahlwurzel: Wie und wo pflanzen?

Tipps und Vorsichtsmaßnahmen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 11. Januar 2026  durch Olivier 5 min.

Wurzelsysteme verstehen: Pfahlwurzler verankern sich tief im Boden, sorgen für Stabilität und erschließen Grundwasser. Tipps zum richtigen Pflanzen.

Schwierigkeit

Pfahlwurzel: Was ist das?

Es ist eine Möhre! Wortwörtlich.

Eine Pfahlwurzel ist eine dicke, dominante Wurzel, die direkt von der Basis des Pflanzenstängels aus nach unten wächst. Diese Hauptwurzel ist in der Regel dicker und länger als die übrigen Wurzeln der Pflanze. Sie ermöglicht der Pflanze, Wasser und Nährstoffe zu erreichen, die sich manchmal tief im Boden befinden, insbesondere in trockenen Umgebungen.

Neben ihrer Aufnahmefunktion spielt die Pfahlwurzel eine entscheidende Rolle bei der Verankerung der Pflanze im Boden und sorgt insbesondere bei starkem Wind für Stabilität.

Zu beachten ist, dass man eher von einer ausgeprägten Pfahlwurzel spricht. Denn ein Wurzelsystem ist oft komplex und besteht aus mehreren Wurzeltypen. Eine Eiche besitzt beispielsweise selbst als Jungpflanze neben einer Pfahlwurzel ein ganzes Netz aus Adventivwurzeln.

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Beispiele für Pflanzen mit Pfahlwurzel

Bäume und Sträucher

Stauden und Einjährige

  • Kuhblume
  • Wurzelgemüse: Rettich, Möhre, Pastinake, Rübe, Rote Bete (auch Mangold!) …
  • Tomaten
  • Mohn
  • Ringelblume
  • Goldlack
  • Akelei
  • Distel
  • Akanthus
  • Ampfer
  • Wegerich
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Kiefer, Rosen und Mohn: drei Pflanzen mit stark ausgeprägten Pfahlwurzeln

Vor- und Nachteile einer Pfahlwurzel

Pflanzen mit Pfahlwurzeln, die senkrecht in die Tiefe wachsen, haben besondere Vor- und Nachteile. Hier ein Überblick:

Vorteile:

  • Stabilität: Pfahlwurzeln verankern die Pflanze tief und fest im Boden. Dadurch bleibt sie auch bei starkem Wind oder extremen Wetterbedingungen besonders stabil.
  • Zugang zu Wasser in der Tiefe: Pfahlwurzeln erreichen Wasser und Nährstoffe, die sich tief im Boden befinden. Das kann in trockengefährdeten Regionen besonders vorteilhaft sein.
  • Verbesserung der Bodenstruktur: Tiefreichende Wurzeln können die Bodenstruktur verbessern, indem sie Kanäle bilden, die den Wasserabfluss und das Eindringen von Luft fördern.
  • Weniger Konkurrenz: Da diese Pflanzen Wasser und Nährstoffe hauptsächlich aus tieferen Bodenschichten aufnehmen, können sie mit Pflanzen mit flacheren Wurzeln zusammenleben. Dadurch verringert sich die Konkurrenz um Ressourcen.

Nachteile:

  • Schwieriges Umpflanzen: Pflanzen mit Pfahlwurzeln lassen sich nach dem Anwachsen nur schwer umpflanzen, da die Hauptwurzel tief reicht und dabei beschädigt werden kann. Wenn Sie eine Pflanze mit Pfahlwurzel umsetzen möchten, tun Sie dies, solange sie noch jung ist.
  • Empfindlichkeit gegenüber Bodenverdichtung: Harte oder verdichtete Böden können das Wachstum der Pfahlwurzeln behindern und die Pflanzengesundheit beeinträchtigen.
  • Schäden an Infrastruktur: Pfahlwurzeln können Gebäudefundamente, Wasserleitungen und andere unterirdische Anlagen beschädigen, wenn die Pflanzen zu nahe oder direkt darüber gepflanzt werden, insbesondere bei Rohrleitungen.
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Wo pflanzen?

Um Schäden an Bauwerken oder anderen Pflanzen zu vermeiden, wählen Sie Bereiche abseits von Fundamenten, Wegen, Bewässerungssystemen und Rohrleitungen – insbesondere direkt unter dem Baum, den Sie pflanzen möchten.

Wie pflanzen?

Die Pflanzung erfolgt letztlich wie bei allen Pflanzen:

  • Pflanzloch vorbereiten: Heben Sie ein Loch aus, das doppelt so breit wie der Wurzelballen, aber nicht viel tiefer ist. So können sich die Seitenwurzeln leicht ausbreiten, während die Pfahlwurzel senkrecht verankert wird.
  • Boden verbessern: Ist Ihr Boden verdichtet oder nährstoffarm, arbeiten Sie Kompost oder gut verrotteten Mist ein. Das reichert den Boden an und erleichtert das Wurzelwachstum.
  • In der richtigen Tiefe pflanzen: Setzen Sie die Pflanze so ins Loch, dass die Oberkante des Wurzelballens auf Höhe des Bodens oder leicht darüber liegt, um Stängelfäule vorzubeugen.
  • Anfangs gießen: Gießen Sie nach der Pflanzung reichlich, um Lufteinschlüsse zu beseitigen und einen guten Kontakt zwischen Boden und Wurzeln sicherzustellen.
  • Mulchen: Bringen Sie rund um den Pflanzenfuß eine Mulchschicht aus. Der Stängel darf dabei nicht direkt berührt werden. So bleibt die Feuchtigkeit erhalten, die Bodentemperatur wird reguliert und die Konkurrenz durch Unkraut verringert.
  • Kontrolle: Beobachten Sie die Pflanze im ersten Jahr aufmerksam, damit sie gut anwächst. Gießen Sie regelmäßig, besonders in Trockenperioden.
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