Plastik-, abbaubarer oder Terrakottatopf …
Vor- und Nachteile aller Topfarten
Inhaltsverzeichnis
Pflanzgefäße sind für Gärtner unverzichtbar: für Jungpflanzen, Aussaaten und Stecklinge sowie für Pflanzen, die nicht ins Freiland können. Besonders ohne Garten ist der Anbau im Topf oft die einzige Lösung. Ob groß, klein, farbenfroh oder schlicht: Töpfe, Kübel und Pflanzkästen bestehen aus unterschiedlichen Materialien – von klassischer Terrakotta über günstigen Kunststoff bis zu Holz und Zink. Hier erfahren Sie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Topfarten.

Beton, Terrakotta, Zink … Mit unterschiedlichen Materialien entstehen vielfältige Stimmungen (Fotos: Gwenaëlle David)
Terrakotta-Töpfe
Terrakotta-Töpfe werden aus geformtem Ton hergestellt und anschließend bei hoher Temperatur „gebrannt“. Dadurch wird der Ton dauerhaft gehärtet und verfestigt.
Vorteile
- Besserer Wärmeaustausch: Terrakotta-Töpfe können im Winter im Bereich des Wurzelballens für einige Grad mehr sorgen und im Sommer die Wärme etwas regulieren;
- Bessere Feuchtigkeitsregulierung: Terrakotta ist wasserdurchlässig und trägt dadurch zu einer guten Drainage im Wurzelbereich bei (vergessen Sie aber nicht das Abzugsloch oder die Abzugslöcher am Topfboden!). Außerdem kann Terrakotta Wasser speichern und es später wieder an die Pflanze abgeben, wenn der Wurzelballen zu trocknen beginnt. Bedenken Sie jedoch, dass eine Pflanze in einem Terrakotta-Gefäß häufiger gegossen werden muss als in einem Kunststofftopf;
- Besserer Gasaustausch zwischen innen und außen: Luft kann durch die Topfwand zirkulieren. Der Wurzelballen wird dadurch stets belüftet, doch auch bestimmte Mikroorganismen können diese Barriere passieren, was bei Stecklingen oder jungen Aussaaten problematisch sein kann. Achtung! Glasierte Terrakotta-Töpfe sind nicht mehr porös!
- Durchaus dekorativ: Selbst der schlichteste Terrakotta-Topf ist dekorativ, besonders wenn er mit der Zeit eine schöne Patina entwickelt.
Nachteile
- Schwer: Terrakotta-Gefäße sind naturgemäß schwerer als Kunststofftöpfe. Bei großen Gefäßen, insbesondere bei Pflanzkästen, kann das Gewicht daher problematisch sein. Andererseits ist es auch ein Vorteil, da Ihre Pflanze bei starken Böen nicht umkippt;
- Bruchgefährdet: Das ist relativ, aber wenn Sie mit einem Vorschlaghammer darauf schlagen oder den Topf aus größerer Höhe fallen lassen, werden Sie vermutlich nur einige Scherben davon wiederfinden. Je nach Qualität können manche Terrakotta-Gefäße außerdem durch Frost zerbrechen, da sich das enthaltene Wasser bei Kälte ausdehnt. Glücklicherweise können Sie die Bruchstücke als Drainagematerial für andere Töpfe wiederverwenden;
- Teuer: Die Preise reichen von etwa einem Euro für die kleinsten Gefäße (Durchmesser 15 cm) bis zu mehreren hundert Euro für sehr große Töpfe, in denen ein kleiner Baum oder Strauch Platz findet.
Terrakotta-Töpfe eignen sich für alle Pflanzen, die mehrere Jahre kultiviert werden (Stauden, Sträucher …) oder als einjährige Pflanzen. Für Stecklinge und junge Pflanzen sowie für Pflanzen mit hohem Wasserbedarf, etwa fleischfressende oder tropische Pflanzen, sind sie nicht geeignet. Es gibt sie in allen Größen, Qualitäten und Ausführungen.
Wussten Sie schon? Um festzustellen, ob Ihre Pflanze im Terrakotta-Topf Wasser benötigt, klopfen Sie einfach mit dem Finger daran. Klingt er hohl, muss gegossen werden; andernfalls sollten Sie darauf verzichten!

Terrakotta-Töpfe eignen sich für viele Pflanzenarten, geschnittene, exotische, mehrjährige Pflanzen … (Fotos: Gwenaëlle David)
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Kunststofftöpfe werden meist aus Polypropylen hergestellt, einem widerstandsfähigen, elastischen und größtenteils recycelbaren Polymer.
Die Vorteile
- Preisgünstig: Bei gleichem Volumen sind sie deutlich günstiger als Terrakottatöpfe. Das sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie viele Pflanzen in Töpfen kultivieren;
- Leicht: Kunststofftöpfe lassen sich leichter handhaben als Terrakottatöpfe. Diese Eigenschaft kann sich allerdings als Nachteil erweisen, da diese Gefäße deutlich weniger stabil sind;
- Leicht zu reinigen: Ein Wisch mit einem feuchten Schwamm genügt;
- Sehr frosthart: Unabhängig von der Kunststoffqualität überstehen Ihre Töpfe die winterlichen Strapazen problemlos;
- Halten Feuchtigkeit und Wärme: Kunststoff ermöglicht keinen Wärme- oder Wasseraustausch. Dadurch bleibt das Wasser länger im Topf und die Wärme im Sommer konstant. Aber … Vorsicht vor übermäßigem Gießen und im Sommer vor starker Hitze; im Winter sinkt die Temperatur dagegen ebenfalls deutlich;
- Vollständig luftdicht: Es kann kein Gasaustausch stattfinden. Das verhindert zwar bestimmte Krankheiten, doch das Wurzelsystem wird nicht belüftet und kann ersticken.
Kurz gesagt: Die Vorteile von Kunststofftöpfen sind nicht immer nur Vorteile … Es hängt ganz davon ab, wie Sie sie verwenden.
Die Nachteile
- Empfindlich gegenüber UV-Strahlung: Bei längerer Sonneneinstrahlung verblasst der Topf allmählich und kann in manchen Fällen spröde werden;
- Nicht besonders dekorativ … oder doch: Manche sind schon am ersten Tag unansehnlich, andere verblassen mit der Zeit. Doch zunehmend finden sich in Gartencentern Kunststofftöpfe, die nicht nur UV-beständiger, sondern auch in allen Farben und mit unterschiedlichen Oberflächen erhältlich sind. Lehnen wir diese Gefäße also nicht pauschal ab, nur weil wir an den einfachen schwarzen Anzuchttopf denken.
Kunststofftöpfe eignen sich besonders für Aussaat und Stecklinge sowie für tropische und fleischfressende Pflanzen. Auch hier gibt es sie in allen Größen, Qualitäten und Ausführungen.

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Biologisch abbaubare Töpfe
Kunststoff wird auf Dauer zu Abfall, selbst wenn ein Teil davon gesammelt und recycelt wird, und Ton für die Herstellung von Terrakottatöpfen ist keine unerschöpfliche Ressource (ganz zu schweigen von der Zerstörung des Ökosystems am Standort der Tongruben). Mit anderen Worten: Es ist dringend an der Zeit, auf umweltfreundlichere Pflanzgefäße umzusteigen.
Einige Töpfe werden aus recycelten Materialien sowie aus biologisch abbaubaren und/oder kompostierbaren Materialien hergestellt. Es gibt Töpfe aus Torf, Mais- oder Kartoffelstärke, Pflanzenfasern … Der theoretische Vorteil besteht darin, dass sich der Topf nach einiger Zeit auflöst. Bei Töpfen aus Pflanzenfasern kann es außerdem nicht zur Wurzelspiralenbildung kommen, da die Wurzeln die Topfwand durchdringen. Die beiden großen Nachteile von Torf- und Pflanzenfasertöpfen bestehen darin, dass sie Feuchtigkeit nicht gut vertragen und schnell austrocknen.
Die neuesten Entwicklungen ermöglichen jedoch die Herstellung von Töpfen aus Pflanzenfasern und Bindemitteln pflanzlichen Ursprungs, deren Haltbarkeit der eines Kunststofftopfes während einer drei- bis viermonatigen Kultur nahezu entspricht, solange sie weder in der Erde noch im Kompost stehen. Sie sind leicht, kostengünstig sowie wasser- und luftdurchlässig. Damit eignen sie sich besonders für junge Pflanzen, die einige Monate vor dem endgültigen Auspflanzen in die Erde kultiviert werden.
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Vorsicht jedoch vor vermeintlich guten Ideen! „Biologisch abbaubar“ bedeutet nicht immer auch „umweltfreundlich„. Einige Töpfe aus kompostierbaren oder biologisch abbaubaren Materialien werden noch immer aus Torf hergestellt. Das setzt Torfmoore, bereits stark gefährdete Ökosysteme, einem enormen Druck aus. Andere werden mithilfe von Erzeugnissen aus der intensiven Landwirtschaft hergestellt, etwa aus Maisstärke, deren Anbau alles andere als umweltfreundlich ist (ganz abgesehen davon, dass dadurch Anbauflächen für die Lebensmittelproduktion verloren gehen). Ideal wäre es, Abfälle aus der Lebensmittelindustrie zu verwerten, wie im Fall von Kartoffelstärke. Hoffentlich führt dies jedoch nicht zu einer Parallelwirtschaft, die das Problem nur verlagern würde … Mit anderen Worten: Es ist ziemlich kompliziert!
→ Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, lesen Sie diesen Artikel zum Thema im Blog der Gärtnerei Sainte-Marthe: Sind biologisch abbaubare Töpfe wirklich umweltfreundlich?
Olis kleiner Tipp: Auch wenn Sie solche Pflanzgefäße nicht verwenden, können Sie umweltbewusst handeln. Verwenden Sie Kunststofftöpfe möglichst oft wieder und sammeln Sie die Gefäße von Pflanzen, die Sie in einer Gärtnerei oder einem Gartencenter gekauft haben. Denken Sie daran, sie zwischen den verschiedenen Verwendungen gründlich zu reinigen! Terrakottatöpfe sollten Sie vor Bruch und Frost schützen und von Zeit zu Zeit reinigen. So können Sie Ihre Töpfe lange behalten, ohne ständig neue kaufen zu müssen.

Biologisch abbaubare Torftöpfe
Weitere Arten von Pflanzgefäßen
Metall
Modern und durchaus ästhetisch (das ist natürlich Geschmackssache)! Zinktöpfe, die am häufigsten verwendeten Metallgefäße, erobern zunehmend die Gärten, besonders Gärten mit sehr zeitgemäßem Ambiente. Sie sind robust und leicht. Allerdings isolieren sie schlecht und haben nicht immer Abzugslöcher. Also Vorsicht! Oder verwenden Sie diese Gefäße nur als Übertopf.

Moderne Wirkung großer Metallkübel, mit alten Zinkwannen und Zinkkübeln eher nostalgisch (Fotos: Gwenaëlle David)
Holz
Auch Holz eignet sich für Pflanzgefäße. Sie sind sehr stabil und winterhart und isolieren die Wurzeln im Winter gut gegen Kälte. Das Problem: Holz kann bei Kontakt mit Erde und Feuchtigkeit verrotten. Um dies zu vermeiden, können Sie das Holz mit natürlichen Produkten behandeln (zum Beispiel Leinöl), eine wasserdichte Folie innen einlegen und das Holzgefäß erhöhen, damit es keinen Bodenkontakt hat (notfalls auf ein Kiesbett stellen).
Holz wird vor allem für große Gefäße verwendet: Töpfe für Sträucher, Pflanzkübel oder große Blumenkästen.

Fässer als große Pflanzkübel, sofern sie mit einer Schutzfolie ausgekleidet werden (Foto: G. David); rechteckiger Kübel aus Kiefernholz
Beton und Kunststein
Solche Gefäße passen in jeden Garten, ob zeitgemäß oder naturnah gestaltet. Sie sind ebenso stabil wie schwer, und einige sind sogar winterhart (achten Sie auf gute Qualität!). Dennoch sind sie recht teuer und beeinträchtigen die Belüftung der Wurzeln. Betontöpfe gibt es in allen Stilrichtungen und Formen und sie erobern zunehmend die Gartenwelt.

© Gwenaëlle David
Geotextil
Ganz neu! Inzwischen gibt es Pflanztöpfe aus Geotextilien, die aus recycelten Materialien hergestellt werden. Diese Gefäße speichern im Winter die Wärme und halten den Wurzelballen im Sommer kühl, die Wurzeln werden gut belüftet und der Wasserabzug ist optimal. Außerdem können sie in der Waschmaschine gewaschen werden!
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