Rindenkrebs am Ölbaum: Erkennen und behandeln
Wucherungen an den Zweigen Ihres Ölbaums? Alles über diese Krankheit und ihre Behandlung
Inhaltsverzeichnis
Der Ölbaum (Olea europea) gilt als Symbol für Langlebigkeit, Kraft und Widerstandsfähigkeit … Wir alle haben das Bild eines knorrigen Ölbaums vor Augen, der sich mehr schlecht als recht gegen Wind, Verletzungen und manchmal auch Unwetter behauptet. Doch wie alle Obstbäume kann auch der Ölbaum von einer Krankheit befallen werden, die seine Wuchskraft beeinträchtigt. Diese Krankheiten verlaufen zwar selten tödlich, schwächen den Baum jedoch mehr oder weniger stark. Außerdem können sie sich negativ auf die Olivenernte auswirken. Die meisten dieser Krankheiten lassen sich jedoch recht einfach behandeln, sofern sie richtig erkannt und schnell bekämpft werden.
Zu den häufigen Krankheiten des Ölbaums gehört der Rindenkrebs, der leicht zu erkennen ist. Der Rindenkrebs am Ölbaum ist meist nicht sehr folgenschwer und lässt sich relativ einfach beseitigen. Unsere Tipps, um Rindenkrebs am Ölbaum zu erkennen und vor allem zu behandeln.
Mehr erfahren: Ölbaum, Olea europea: Pflanzung und Rückschnitt.
Ölbaum-Rindenkrebs: Was ist das genau?
Olivenkrebs ist eine Bakteriose durch Pseudomonas savastanoï. Schnittwerkzeuge verbreiten sie; sie befällt verletzte Bäume, gefährdet sie aber selten.
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Warzen, Gallen, Wülste, Tumore, Verdickungen … Wie man sie nennt, ist nebensächlich – wichtig ist, sie zu erkennen. Der Rindenkrebs des Ölbaums zeigt sich durch Wucherungen an den Seitenzweigen, bei starkem Befall auch an den Leitästen und am Stamm. Die ersten Symptome treten jedoch meist an den Ästen auf.
Anfangs braun, färben sich die Rindenkrebse mit der Zeit schwarz. Verursacht werden sie durch die bakterielle Bildung von Auxin, wodurch sich die Holzzellen abnormal vermehren. An der Oberfläche des Rindenkrebses tritt ein bakterienreicher Ausfluss aus. Durch Wind, Regen und Schneidwerkzeuge werden die Bakterien auf benachbarte Ölbäume übertragen.
Hat sich Pseudomonas savastanoï am Baum angesiedelt, kann das Bakterium zum Vertrocknen oder zur Verformung von Zweigen und Blättern führen. Die befallenen Pflanzenteile verfärben sich schwarz, da das Bakterium in das Gewebe des Baums eindringt. Ohne Maßnahmen ist sogar die Vitalität des Baums gefährdet. Dies kann sich erheblich auf Ertrag und Qualität der Oliven auswirken.

Der Rindenkrebs des Ölbaums ist an Wucherungen an den Seitenzweigen und manchmal auch an den Leitästen zu erkennen
Dieses Bakterium lässt sich nur sehr schwer vollständig bekämpfen. Deshalb sollten Sie Ölbäume beim Kauf unbedingt sorgfältig kontrollieren. Schon die kleinsten Wucherungen sind ein Grund, den Baum nicht zu kaufen. Durch die Einfuhr von Bäumen aus Italien und Spanien verbreitete sich die Bakteriose in Frankreich, besonders in den südlichen Départements.
Wie behandeln?
Zur Behandlung der Bakteriose gibt es nur eine wirklich wirksame Lösung: Befallene Zweige direkt über dem Rindenkrebs abschneiden. Da das Verbrennen grüner Pflanzenabfälle verboten ist, bringen Sie sie am besten zur nächstgelegenen Wertstoffannahmestelle. Dort werden sie auf einer Kompostieranlage kompostiert, deren Temperatur hoch genug ist, um das Bakterium abzutöten. Selbstverständlich müssen Sie alle Schneidewerkzeuge – Gartenschere, Astschere oder motorisiertes Gerät – gründlich reinigen und vor und nach dem Schnitt mit Weißessig oder Brennspiritus desinfizieren.
Bei Befall der Leitäste empfiehlt sich das Auskratzen. Dabei wird die befallene Rinde bis zum gesunden Holz entfernt, sofern der Rindenkrebs früh genug erkannt wird. Verwenden Sie dafür einen Rindenkrebsschaber. Auch hier müssen die anderen Ölbäume unbedingt geschützt werden. Sammeln Sie deshalb herabgefallene Späne sorgfältig vom Boden auf, desinfizieren Sie die Wunde mit Brennspiritus und tragen Sie anschließend einen Wundverschluss oder eine heilende Baumanstrichfarbe auf.
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Ölbäume pflanzenIst Vorbeugung möglich?
Da die Behandlung von Rindenkrebs am Ölbaum sehr radikal ist, sollten vorbeugende Maßnahmen Vorrang haben. Sie sind zwar nicht zu 100 % wirksam, verringern aber das Risiko eines Befalls und der Ausbreitung von Rindenkrebs am Ölbaum deutlich:
- Die verschiedenen Rückschnitte am Ölbaum müssen bei trockenem, warmem Wetter erfolgen. Prüfen Sie daher unbedingt den Wetterbericht, um den besten Tag für den Pflege- oder Fruchtholzschnitt zu wählen.
- Vor und nach jedem Rückschnitt eines Ölbaums müssen alle Schnittwerkzeuge gründlich gereinigt und desinfiziert werden – Gartenschere, Astschere oder Entaster, gegebenenfalls auch Säge oder Kettensäge. Tragen Sie Handschuhe und Stiefel, wenn Sie in den Baum steigen müssen. Brennspiritus oder Haushaltsessig können verwendet werden.

Der Rückschnitt kranker Zweige ist die einzige Behandlung gegen Rindenkrebs am Ölbaum
- Nach dem Rückschnitt muss jede Schnittstelle mit Wundverschlussmittel versiegelt werden, um offene Wunden zu vermeiden.
- Entfernen Sie nach jedem Rückschnitt sorgfältig alle geschnittenen Zweige und Späne. Im Zweifelsfall bringen Sie sie am besten zur Abfallentsorgung.
- Die Bodenbearbeitung rund um die Bäume muss bei trockenem Wetter und möglichst weit vom Stamm entfernt erfolgen.
- Der Boden sollte normal und ohne Überdüngung gedüngt werden. Ein Stickstoffüberschuss kann die Ansiedlung des Bakteriums begünstigen.
- Kupferhaltige Mittel wie Bordeauxbrühe können vorbeugend wirksam sein. Sie sollten möglichst systematisch nach Hagel- oder Frostschäden sowie nach dem Rückschnitt oder der Ernte angewendet werden.
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