Sperber: Erkennen und Lebensweise verstehen
Lernen Sie diesen häufigen Greifvogel kennen, der gern Gartenvögel jagt.
Inhaltsverzeichnis
Im vogelfreundlichen Garten: Sperber (Accipiter nisus) – flinker Jäger kleiner Singvögel.
Europäischen Habicht erkennen?
Der Sperber (Accipiter nisus) ist ein Greifvogel aus der Ordnung der Greifvögel (Accipitriformes) und der Familie der Habichtartigen (Accipitridae). Die Vögel dieser Familie sind tagaktive Greifvögel mit binokularem Sehvermögen, einem gekrümmten Schnabel und Füßen mit vier Zehen und scharfen Krallen. Als Verwandter des Habichts ist der Sperber einer der kleinsten Greifvögel, die in unseren Breiten vorkommen. Wie alle Vertreter seiner Familie besitzt er außerdem breite, an den Enden abgerundete und eher kurze Flügel, einen langen Schwanz und ein gelbes Auge. Dennoch lässt er sich anhand dieser Merkmale allein nur schwer erkennen.
Weitere optische und akustische Merkmale lassen sich leicht beobachten, wenn ein Sperber am Himmel unterwegs ist. Diese Merkmale unterscheiden sich bei Männchen und Weibchen, denn bei dieser Art besteht ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus. Das kleinere Männchen ist an seiner schiefergraublauen Oberseite und der weiß-rotsbraun gebänderten Unterseite gut zu erkennen – eine Färbung, die man von unten mit bloßem Auge deutlich wahrnimmt. Das Weibchen hat ein matteres Gefieder: oben bräunlichgrau, unten graubraun, ohne rötlichen Farbton. Jungvögel ähneln den Weibchen stark. Beide haben einen äußerst scharfen Blick.

Sperber, Männchen und Weibchen
Was seine Rufe betrifft, ist der Sperber vor allem während der Brutzeit laut. Nicht selten hört man die charakteristischen „kyukyukyu“-Rufe. Ganz stumm ist er jedoch auch den Rest des Jahres nicht.
Um einen Sperber am Himmel zu entdecken, genügt es schließlich manchmal, seinen Flug zu beobachten. Er wechselt zwischen schnellen Flugphasen mit raschen, kräftigen Flügelschlägen und langen Gleitflügen mit angelegten Flügeln.
Der Sperber ist ein ortstreuer Brutvogel (außer in sehr kalten Regionen). Im Herbst kommen zusätzliche Vögel aus Nord- und Osteuropa nach Frankreich. Zwischen Mitte Oktober und Mitte November ziehen sie besonders auffällig über die Gebirgspässe.
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In Kälteperioden lassen sich Sperber am einfachsten beobachten. Dabei sind sie relativ schnell! Sie besiedeln jedoch zunehmend vielfältige Lebensräume.
Ihr Lebensraum
Der Sperber bevorzugt bewaldete und halboffene Gebiete, etwa relativ lichte Laub- oder Nadelwälder, Lichtungen, kleine Gehölze, aber auch Heckenlandschaften oder mit Sträuchern bewachsene Böschungen. Seit einigen Jahren siedeln sich Sperber zunehmend im urbanen Raum an, in großen Parks von Städten oder in der Nähe von Vorstadtgärten. Selbst mitten in Paris wurden bereits brütende Sperber gesichtet.
Ihr Nest bauen sie jedoch weiterhin in bewaldeten Gebieten mit relativ dichten, alten Nadel- oder Laubbäumen, meist in der Nähe einer Lichtung. Beide Partner bauen gemeinsam ein Nest in einem Baum aus kleinen Zweigen und abgestorbenen Ästchen, das mit Dornen und Rinde von Nadelholz ausgekleidet wird. Meist genügen einfache Nadelholzzweige für den Nestbau. Es befindet sich in 5 bis 8 m Höhe.
Fortpflanzung
Die Balz findet von April bis Juni statt. Das Männchen umwirbt das Weibchen mit schnellen, wellenförmigen und lauten Flügen sowie abrupten Sturzflügen. Die Partner verfolgen sich in den bewaldeten Gebieten.
Nach dem gemeinsamen Nestbau legt das Weibchen 3 bis 6 Eier, die es etwa 30 Tage lang bebrütet. Die Eier werden im Abstand von zwei Tagen gelegt, Anfang Mai oder im Juni, da zwei Bruten pro Saison möglich sind. Dadurch schlüpfen die Küken zeitversetzt. Sie bleiben 25 bis 30 Tage im Nest, bevor sie ausfliegen. Auch danach sind sie noch einige Tage auf ihre Eltern angewiesen, die sie weiterhin füttern.

Die Nistzeit der Sperber
Was und wie frisst der Sperber?
Der Sperber ist ein Greifvogel, der sich vor allem von kleinen Vögeln und insbesondere von Singvögeln ernährt – zumindest das Männchen. Das größere Weibchen hat es hingegen auf größere Beute abgesehen. Das Männchen bevorzugt daher sehr häufige Arten wie den Haussperling, die Kohlmeise und die Blaumeise, das Rotkehlchen, den Buchfink, den Grünfink, die Amsel und Schwalben … Das Weibchen kann auch größere Vögel wie Tauben (Ringeltaube), Fasane, Drosseln und Stare erbeuten …
Im Winter können sie bei Nahrungsknappheit auch Nagetiere und kleine Säugetiere fressen.

Der Sperber ist ein hervorragender Jäger, der sich hauptsächlich von Singvögeln ernährt
Als hervorragender Jäger fliegt der Sperber bei der Nahrungssuche meist niedrig. Er bewegt sich in sehr geringer Höhe und nutzt Hecken oder Büsche, um sich zu verbergen und seinen Angriff vorzubereiten. Dieser erfolgt blitzschnell. Er kann auch auf einem Baum sitzen und seine Beute beobachten. Der Sperber ist zudem ein geduldiger und hartnäckiger Jäger, der seine Beute sogar über mehrere Kilometer durch Büsche und Hecken verfolgen kann, bis sich der beste Moment zum Zustoßen bietet. Futterstellen im Garten, an denen im Winter Vögel gefüttert werden, sind für Sperber außerdem ideale Jagdplätze.
Hat er seine Beute ergriffen, erstickt er sie mit seinen Fängen und trägt sie anschließend in den Wald, nicht weit von seinem Nistplatz entfernt. Dort rupft und frisst er sie. Nicht selten entdeckt man Federn auf einem Wurzelstock oder einem Stein, die ihm als „Tisch“ dienen.
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Wenn Sie schon einmal einen Angriff eines Sperbers erlebt haben, haben Sie sich sicher gefragt: Sollte ich diesen Greifvogel davon abhalten, meine Vogelfutterstellen als Speisekammer zu nutzen? Mein Garten liegt nur wenige Schritte von einem großen Wald entfernt, auf 650 m Höhe und in einem halbstädtischen Gebiet. Daher ist es nicht ungewöhnlich, Sperber zu sehen und zu hören. Besonders im Winter kommen sie oft in den Ligusterhecken auf Nahrungssuche und stürzen sich mit außergewöhnlicher Geschicklichkeit auf einen Spatz. Oder sie lauern direkt in der Nähe der Futterstellen. Als Vogelfreundin gewöhne ich mich nur schwer an diesen Anblick. Dabei weiß ich, dass diese natürliche Prädation zum Lauf der Dinge gehört und für das Überleben dieses – in diesem Fall durchaus schönen und eleganten – Greifvogels unerlässlich ist.
In den 1950er- und 1960er-Jahren musste der Sperber durch das Aufkommen von Insektiziden und anderen Pestiziden zudem einen hohen Tribut zahlen. Heute gilt er nicht mehr als bedrohte Art, doch Wachsamkeit bleibt wichtig.
In meinem Garten vertreiben diese wiederholten Angriffe zu bestimmten Zeiten die Meisen und Grünlinge, die meine Futterstellen besuchen, dauerhaft. Auch das Rotkehlchen, das häufig in meiner Nähe umherflattert, bleibt dann aus. Obwohl ich genau weiß, dass auch die Katzen aus der Nachbarschaft gefürchtete Jäger von Gartenvögeln sind, interessiert sich meine Katze eher für die Wärme am Kamin als für die Jagd.

Der Sperber erkennt Futterstellen leicht, an denen er seinen Hunger stillen kann
Kurz gesagt: Es ist durchaus möglich, Gartenvögel zu schützen und so Sperberangriffe einzudämmen. Dafür genügen einige ganz einfache Maßnahmen:
- Mehrere Futterstellen einrichten, damit keine großen Ansammlungen entstehen, deren aufgeregtes Zwitschern Sperber schnell auf sich aufmerksam macht. Verteilen Sie mehrere Futterstellen an verschiedenen Stellen im Garten, wird die Fütterung deutlich unauffälliger, da sich die verschiedenen Arten ohne Streit verteilen.
- Futterstellen mit kleinem Dach oder Vordach wählen, das den Sperber bei seinem Angriff behindert. Außerdem können sich die Vögel darunter verstecken.
- Futterstellen in der Nähe von Büschen oder dichten Hecken aufstellen, in denen sich die Singvögel bei einem Angriff verstecken können. Der außergewöhnlich geduldige Sperber kann allerdings auf der Lauer bleiben und darauf warten, dass die kleinen Vögel wieder hervorkommen.
- Am besten heimische Hecken aus dornigen Sträuchern pflanzen, etwa Weißdorn (Crataegus), Feuerdorn, Zierquitte (Chaenomeles), Schlehe (Prunus spinosa) oder Berberitze (Berberis). Diese Sträucher bieten den kleinen Vögeln Schutz, während Sperber weniger geneigt sind, in sie einzudringen.
Natürlich sind diese Maßnahmen nicht unfehlbar. Wenn der Hunger groß ist, kann letztlich nichts einen Sperber wirklich davon abhalten, die Singvögel in Ihrem Garten anzugreifen.
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