Überlebensratgeber für den Sommergarten
Probleme in der „schönen“ Jahreszeit: Lösungen
Inhaltsverzeichnis
Sommer im Garten: Trockenheit, Schädlinge, Topfpflanzen und starkes Wachstum stellen Gärtner vor Herausforderungen. Praktische Lösungen helfen weiter.
Wassermangel
Wassermangel im Sommer ist für Gärtner das größte Problem, denn er kann Wachstum und Gesundheit der Pflanzen beeinträchtigen – ebenso ihre Fähigkeit, Blüten oder Früchte zu bilden (dazu später mehr). Zur Erinnerung: Wasser ist für Pflanzen lebenswichtig, da es für die Photosynthese benötigt wird und dabei hilft, Nährstoffe aus dem Boden durch die Pflanze zu transportieren. Bei Wassermangel können Pflanzen welken, ihr Wachstum kann sich verzögern und sie werden anfälliger für Krankheiten und Parasiten. Je nach Art reicht das von verlangsamtem Wachstum oder weniger Blüten bis hin zum Absterben der Pflanze.
Gießen kann Sie davor bewahren (welch überraschende Erkenntnis!). Allerdings sollten Sie bedenken, dass häufiges Gießen nicht nötig ist. Versuchen Sie stattdessen, seltener, aber durchdringend und mit reichlich Wasser auf einmal zu gießen. So werden die Wurzeln angeregt, tiefer in den Boden zu wachsen, wo die Feuchtigkeit länger erhalten bleibt. Befeuchten Sie nicht das Laub, sondern gießen Sie den Pflanzenfuß gründlich. Gießen Sie früh morgens oder spät abends möglichst mit aufgefangenem Wasser, um die Verdunstung zu verringern. Ich persönlich gieße am liebsten sehr früh am Morgen, damit das Wasser den Pflanzen während eines Teils des Tages und damit ihrer Wachstumsphase zur Verfügung steht.
Zusätzlich hilft eine Mulchschicht, die Bodenfeuchtigkeit zu bewahren, indem sie die Verdunstung verlangsamt. Außerdem hält sie die Wurzeln kühler, da sie die Sonne abschirmt.
Beobachten Sie Ihre Pflanzen aufmerksam und lernen Sie, Anzeichen von Trockenstress zu erkennen: Oft greift man zu schnell ein. Eine Pflanze leidet stark, wenn ihre Blätter welken, gelb werden oder vertrocknen.
Am meisten gefährdet sind oft frisch gepflanzte Pflanzen: Behalten Sie sie gut im Auge (oder notieren Sie sie in einem Heft), um böse Überraschungen zu vermeiden, etwa: „Oh nein, mein äußerst seltener Strauch, den ich im Mai auf einer Pflanzenbörse gekauft habe, ist eingegangen. Hätte ich ihn doch nur gegossen! Wie schade …“ Nun ja, dann ist Platz für eine andere Pflanze …
Olis kleiner Tipp: Manche Pflanzen sind trockenheitsverträglicher als andere. Wenn Sie in einer Region leben, in der die Sommer oft trocken sind (also heutzutage praktisch überall in Frankreich und Belgien …), sollten Sie Pflanzen wählen, die von Natur aus an diese Bedingungen angepasst sind. Plantfit hilft Ihnen, die am besten für Ihre Region geeigneten Pflanzen auszuwählen. Denken Sie daran!

Eine goldene Regel: morgens am kühlen Morgen am Pflanzenfuß gießen, ohne das Laub zu benetzen …
Hitzeschäden
Pflanzen tragen keinen Hut auf dem Kopf und können sich nicht in den Schatten flüchten, wenn die Sonne brennt und die Luft besonders heiß ist. Extreme Hitze im Sommer kann sich jedoch erheblich auf die Gesundheit und Produktivität Ihres Gartens und Gemüsegartens auswirken. Hier sind einige hitzebedingte Probleme und Maßnahmen dagegen:
- Hitzestress und Austrocknung der Pflanzen: Hohe Temperaturen, insbesondere in Verbindung mit Wassermangel, setzen Pflanzen unter Stress. Die Blätter können welken, vertrocknen oder braun werden; in extremen Fällen sterben die Pflanzen ab.
- Lösung: Gießen Sie die Pflanzen früh morgens oder spät abends, um die Verdunstung zu minimieren. Schattiernetze oder Mulch können helfen, die Pflanzen vor starker Hitze zu schützen.
- Verlangsamtes Wachstum: Viele Pflanzen gehen bei großer Hitze in eine Dormanzphase über und stellen ihr Wachstum ein. Das gilt besonders für Gemüse, das dann auch keine Früchte mehr bilden kann.
- Lösung: Regelmäßiges Gießen und Schatten während der heißesten Tageszeit können hilfreich sein.
- Hitzestress bei Topfpflanzen: Topfpflanzen reagieren besonders empfindlich auf Hitze, da ihre Wurzeln auf einen kleinen Raum begrenzt sind. Auch die Töpfe selbst werden in der Sonne sehr heiß.
- Lösung: Im Sommer müssen Topfpflanzen besonders häufig gegossen werden. Stellen Sie sie während der heißesten Tageszeit außerdem an einen schattigen Standort.
- Keimung der Aussaat: In zu warmem Boden keimen Aussaaten nur schlecht. Auch gekeimte Pflanzen können die Hitze nur schwer überstehen.
- Lösung: Säen Sie möglichst im Schatten aus oder verwenden Sie Schattiernetze. Gießen Sie die Aussaat außerdem regelmäßig, damit sie nicht austrocknet.
→ Denken Sie an Schattenspender für Ihre empfindlichsten Pflanzen! Lesen Sie unsere Anleitung: Wie baut man einen Schattenspender?; ebenfalls lesenswert: Trockenheit: Mein Baum verliert Blätter – was passiert?

Mulch, Schattiernetz, im Schatten zusammengestellte Töpfe … Kleine, nützliche und praktische Maßnahmen
Krankheiten, Parasiten und Schädlinge
In den Sommermonaten steigt das Risiko für Krankheiten, Parasiten und Schädlinge im Garten und Gemüsegarten. Wärmere Temperaturen und Feuchtigkeit können ideale Bedingungen für die Ausbreitung verschiedener Probleme schaffen. Hier finden Sie einige häufige Probleme und Tipps zu ihrer Bekämpfung:
- Blattläuse: Diese kleinen Insekten können erhebliche Schäden verursachen, indem sie Pflanzensaft saugen. Außerdem können sie bestimmte Viren übertragen.
- Lösung: Setzen Sie natürliche Fressfeinde wie Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen ein. Bei leichtem Befall können Sie die Blattläuse auch mit einem kräftigen Wasserstrahl entfernen. Weitere Tipps finden Sie in unserem Beitrag Blattläuse erkennen und bekämpfen.
- Falscher Mehltau: Diese Pilzkrankheit tritt häufig bei warmen, feuchten Bedingungen auf und kann gelbe oder weiße Flecken auf den Blättern verursachen.
- Lösung: Sorgen Sie für eine gute Luftzirkulation um Ihre Pflanzen und vermeiden Sie es, die Blätter zu gießen. Es gibt spezielle Fungizide gegen Falschen Mehltau, doch Vorbeugung ist meist die beste Strategie.
- Nacktschnecken und Schnecken: Diese Schädlinge sind in den warmen, feuchten Sommermonaten besonders aktiv und können Gemüse sowie andere Pflanzen erheblich schädigen.
- Lösung: Fördern Sie auch natürliche Fressfeinde wie Vögel und Igel. Ingrid verrät Ihnen weitere Tipps, wie Sie Schnecken wirksam und natürlich bekämpfen.
- Weiße Fliegen oder Mottenschildläuse: Diese kleinen, Pflanzensaft saugenden Insekten können Pflanzen schwächen und das Wachstum von Rußtau fördern, einem schwärzlichen Pilz, der die Blätter überzieht.
- Lösung: Fördern Sie natürliche Fressfeinde oder verwenden Sie gelbe Leimfallen, um die erwachsenen Tiere zu fangen. Mehr über Weiße Fliegen erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Thema.
- Raupen: Viele Raupenarten können Pflanzen in den Sommermonaten durch Fraß an den Blättern erheblich schädigen.
- Lösung: Fördern Sie natürliche Fressfeinde im Garten, vor allem Vögel.
- Rost: Diese Pilzkrankheit verursacht orange- bis rostfarbene Pusteln auf den Blättern. Sie breitet sich häufig bei warmen, feuchten Bedingungen aus.
- Lösung: Entfernen und vernichten Sie befallene Blätter und sorgen Sie für eine gute Luftzirkulation um Ihre Pflanzen. Befolgen Sie unsere Tipps zum Schutz vor Rost im Garten.

Echter Mehltau tritt im Hochsommer häufig im Garten auf!
Blütenstopp und Fruchtfall
Während heißer und trockener Sommerperioden kommt es häufig vor, dass manche Pflanzen ihre Blüte einstellen oder sogar vorzeitig ihre Früchte abwerfen.
Ausbleibende Blüte: Pflanzen reagieren auf ihre Umwelt. Wenn die Bedingungen schwierig werden, etwa während einer Hitzewelle, können sie die Bildung neuer Blüten einstellen, um Energie und Wasser zu sparen. Das gilt besonders für Pflanzen, die kühlere Bedingungen bevorzugen.
- Lösung: Achten Sie darauf, dass Ihre Pflanzen ausreichend Wasser erhalten. Gießen Sie früh morgens oder spät abends, um die Verdunstung zu verringern. Verwenden Sie Mulch, um die Bodenfeuchtigkeit zu bewahren und die Wurzeln kühl zu halten. Sobald die Temperaturen sinken, setzen die meisten Pflanzen ihre Blüte fort.
Fruchtfall: Mehrere Faktoren können vorzeitigen Fruchtfall verursachen. Stressbedingungen wie Hitze und Trockenheit können dabei durchaus eine Rolle spielen. Manche Pflanzen, insbesondere Tomaten und Paprika, benötigen für den Fruchtansatz optimale Temperaturen. Sind die Temperaturen zu hoch, können sie ihre Blüten oder Früchte abwerfen.
- Lösung: Wie beim Ausbleiben der Blüte sollten Sie darauf achten, dass Ihre Pflanzen ausreichend gegossen werden, und Mulch verwenden, um die Bodenfeuchtigkeit zu bewahren. Bei manchen Pflanzen wie Tomaten können Sie ein Schattiernetz oder Schattiergewebe anbringen, um die Temperatur zu senken.

Tomaten neigen in sehr heißen Sommern zu vorzeitigem Fruchtfall
Lassen Sie los!
Wir Gärtnerinnen und Gärtner sind keine Übermenschen! Bei sengender Sonne zu arbeiten, ist keine gute Idee. Schonen wir uns in dieser heißen, trockenen und anstrengenden Zeit und genießen lieber entspannt im Schatten ein gutes Buch und ein kühles Getränk.
Außerdem kommt der Garten durch die heiße Jahreszeit meist besser, wenn wir so wenig wie möglich tun. Wenn Sie es dennoch nicht lassen können oder gelegentlich eingreifen müssen, tun Sie dies früh morgens oder spät abends.
→ Sie möchten im Garten loslassen und die Natur für uns arbeiten lassen, besonders im Sommer? Dann empfehlen wir Ihnen das „Kleine Traktat über den Punk-Garten“ von Eric Lenoir.

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