Unterschiede zwischen Mittelmeer-Mandarine und Clementinen?
Tipps, um sie nicht mehr zu verwechseln
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Mandarine oder Clementine? Erfahren Sie, wie Sie die beiden Zitrusfrüchte anhand von Aussehen, Geschmack und Anbau unterscheiden.
Eine ganz andere Herkunft und Geschichte
Kleiner Exkurs in die Etymologie zum Auftakt dieser Geschichte! Denn gerade in der Botanik hilft die Herkunft der Pflanzennamen oft, ihren Ursprung zu verstehen.
So leitet sich das Wort „Mittelmeer-Mandarine“ vom Begriff „Mandarin“ ab, der im konfuzianischen China die gebildeten und gut ausgebildeten hohen Beamten bezeichnete. Die Bezeichnung Clementinenbaum geht dagegen auf Bruder Clément Rodier zurück. Eine Erklärung ist nötig …

Ein Clementinenbaum
Die Mandarine ist also mit den Mandarinen verbunden. Einigen Quellen zufolge schätzten die Mandarinen diese aus Asien, genauer gesagt aus China stammende Zitrusfrucht sehr. Andere Quellen stellen einen Zusammenhang zwischen der Farbe der Kleidung der Mandarinen und der Farbe der Früchte des Mittelmeer-Mandarinenbaums (Citrus reticulata, Synonym Mittelmeer-Mandarine) her.
Die Geschichte der Clementine ist recht ungewöhnlich. Und die Reise durch Raum und Zeit führt deutlich weniger weit zurück. Wir befinden uns im Jahr 1902 in der Nähe von Misserghin in Algerien. Louis Trabut, ein anerkannter Arzt und Botaniker, besuchte die Baumschulen von Bruder Clément Rodier, einem Mönch und Mitglied der Brüder von der Verkündigung, der im Waisenhaus von Misserghin lebte. Bruder Clément Rodier hatte dort einen echten, mit Leidenschaft kultivierten Zitrusfruchtgarten angelegt. Unter anderem zeigte er ihm einen Baum, der kleine, der Mandarine ähnliche Früchte hervorbrachte und sie „Mandarinetten“ nannte – ohne Kerne und mit einem anderen Geschmack. Der Baum war aus einer Kreuzung zwischen einem Orangenbaum (Citrus sinensis) und einem Mittelmeer-Mandarinenbaum hervorgegangen. Ob es sich um eine zufällige Kreuzung oder eine gezielte Züchtung handelte, ist nicht bekannt! Fest steht jedoch: Nach seiner Rückkehr nach Frankreich benannte Louis Trabut diese Zitrusfrüchte zu Ehren von Bruder Clément Rodier in „Clementinen“ um.
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Mandarine und Clementine unterscheiden sich in Größe, Duft und Schale. Mandarinen sind süßer, milder und kernreicher, Clementinen glatter und säuerlicher.
Zwei verschiedene Zitrusfrüchte
Nach der Betrachtung der Früchte wenden wir uns nun den Bäumen zu. Mandarinenbaum und Clementinenbaum gehören beide zur Familie der Rautengewächse, zu der alle Zitrusfrüchte der Gattung Citrus, die Kumquat (Fortunella japonica) und die Bitterorange (Poncirus trifoliata) zählen.
Der Mandarinenbaum ist ein kleiner Baum mit ausgebreiteter, rundlicher Wuchsform, der ganz natürlich eine Kugel bildet. Ausgewachsen kann er 4 bis 5 m in alle Richtungen erreichen, bleibt im Topf jedoch höchstens 2 m hoch. Sein sehr dichtes Laub besteht aus schmalen, glänzenden Blättern in kräftigem Dunkelgrün. Sie duften ebenso wie die Blüten. Von März bis April ist der Mandarinenbaum buchstäblich mit stark duftenden weißen bis cremefarbenen Blüten bedeckt. Die Mandarinen reifen im November und Dezember. Er ist bis -4 bis -5 °C winterhart. Der Strauch ist selbstfruchtbar, daher muss kein zweiter Baum gepflanzt werden.

Der Mandarinenbaum
Während Citrus deliciosa die Typusart ist, umfasst der Mandarinenbaum weitere Sorten wie Citrus satsuma, einen winterhärteren Mandarinenbaum (bis -10 °C), und Citrus myrtifolia, einen chinesischen Mandarinenbaum mit derselben Winterhärte wie sein Vorgänger.
Auch der Clementinenbaum ist ein dekorativer Baum, der 3 bis 4 m hoch werden kann. Seine Blätter ähneln denen des Mandarinenbaums, ebenso seine Blüten. Sie blühen von Februar bis April und damit etwas früher als die Blüten des Mandarinenbaums. Daher trägt der Clementinenbaum etwas früher Früchte, bereits ab Oktober.

Der Clementinenbaum
Clementinenbaum und Mandarinenbaum lassen sich beide im Topf kultivieren. Im Winter werden sie in einem Wintergarten untergebracht. Rund um das Mittelmeer wachsen sie im Freiland.
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