Wann ist die beste Pflanzzeit für Sträucher?
Kriterien für den besten Pflanzzeitpunkt: So wachsen Ihre Pflanzen gut an und bleiben gesund
Inhaltsverzeichnis
Sträucher prägen Garten, Terrasse und Balkon. Blüte, Laub, Wuchsform und Früchte beleben den Außenbereich. Die Pflanzzeit entscheidet über Anwachsen und Lebensdauer.
Kriterien für das Pflanzen eines Strauchs
Nach den klimatischen Bedingungen
Die Wahl der idealen Pflanzzeit für einen Strauch hängt zunächst von den klimatischen Bedingungen Ihrer Region ab.
- Sind die Jahreszeiten das ganze Jahr über eher gemäßigt?
- Gibt es besonders kalte Winter?
- Sind die Sommer dagegen gewöhnlich sehr trocken und heiß?
Unser Land ist in mehrere Zonen unterteilt, die als Klimazonen und USDA-Zonen bezeichnet werden, in denen große Unterschiede bei Temperaturen und Niederschlagsmengen bestehen.
Konkret müssen Bergregionen mit der Frühjahrspflanzung meist bis zu drei Wochen länger warten, können ihre Herbstpflanzungen jedoch vorziehen. Küstenregionen, insbesondere am Mittelmeer, können dagegen im Frühjahr früher pflanzen, sollten die Herbstpflanzung aber verschieben. Durch den Klimawandel verändert sich dieser Kalender natürlich.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber: „Klimazonen und USDA-Zonen in Frankreich“
Nach der Bodenart
Die Empfehlungen zur Pflanzzeit hängen auch von der Beschaffenheit Ihres Bodens ab.
Bei schwerem, lehmigem Boden wird viel Wasser zurückgehalten, vor allem im Winter. Die Wurzeln der Sträucher neigen dann eher zu Fäulnis und Sauerstoffmangel und können sich nur schwer etablieren. Außerdem erwärmt sich der Boden langsamer. Der Frühherbst oder die Mitte des Frühjahrs sind daher die geeignetsten Zeiträume für die Pflanzung eines Strauchs.
Ist Ihr Boden dagegen leicht, gut drainiert oder sogar durchlässig, hält er Gieß- und Regenwasser nur kurze Zeit. Dann sollten Sie Ihre Sträucher vorzugsweise im mittleren Herbst oder früh im Frühjahr pflanzen, besonders in mildem Klima. So vermeiden Sie einen hohen Bewässerungsaufwand zu einem Zeitpunkt, an dem die Niederschläge noch nicht optimal für das Anwachsen der Pflanze sind.
Nach der Verkaufsform
Beim Kauf Ihrer Sträucher stehen Sie vor verschiedenen Verkaufsformen: Containerpflanzen (im Topf oder Anzuchttopf), wurzelnackte Sträucher oder Pflanzen mit Wurzelballen. Jede Verkaufsform hat ihre Vor- und Nachteile. Vor allem aber kann ihre Wahl bestimmen, welche Jahreszeit sich am besten für die Pflanzung eignet.
Wurzelnackte Sträucher werden während ihrer Dormanz aus dem Boden genommen, also zwischen Herbst und Winter. Diese Verkaufsform erfordert eine schnelle Pflanzung, da kein Behälter die Wurzeln schützt. Die ideale Pflanzzeit ist daher direkt nach dem Kauf oder Erhalt, spätestens innerhalb von drei bis vier Tagen, um ein Austrocknen zu verhindern. Wurzelnackte Sträucher sind zwischen Oktober und November sowie Februar und März erhältlich. Sie werden daher logischerweise im Herbst oder Winter gepflanzt (außer bei Frost).
Pflanzen mit Wurzelballen werden ohne zusätzliche Verpackung angeboten: Die Wurzeln sind von anhaftendem Substrat in Form eines Erdballens umgeben, der meist durch ein Netz oder ein biologisch abbaubares Tuch zusammengehalten wird. Wie wurzelnackte Sträucher werden auch Sträucher mit Wurzelballen während ihrer Dormanz, also zwischen Oktober und März, aus dem Boden genommen. Auch hier sollte die Pflanzung bald nach dem Kauf im Herbst oder Winter erfolgen.
Sträucher im Container sind sicherlich am weitesten verbreitet. Theoretisch können diese Pflanzen fast das ganze Jahr über ausgepflanzt oder umgetopft werden, außer bei extremen Temperaturen. Frühling und Herbst bleiben jedoch die geeignetsten Jahreszeiten. Das Wetter bietet dann von Natur aus milde und feuchte Bedingungen, die das Anwachsen begünstigen.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber: „Bäume und Sträucher: wurzelnackt, mit Wurzelballen oder im Topf?“
Nach der Strauchart
Je nach gewähltem Strauch muss die Pflanzzeit angepasst werden. Dabei sind zwei Kriterien zu berücksichtigen:
- Die Winterhärte (Widerstandsfähigkeit gegenüber Minustemperaturen). Dieses Kriterium muss natürlich mit den klimatischen Bedingungen vor Ort in Verbindung gebracht werden. Ein kälteempfindlicher Strauch in einer Region mit strengen Wintern wird in der Mitte des Frühjahrs gepflanzt, damit er ausreichend Zeit zum Anwachsen hat.
- Der Vegetationszyklus (Blütezeit, Blattfall usw.). Winterblühende Sträucher wie Zaubernuss oder Schleimbeere werden vorzugsweise im Frühherbst gepflanzt, damit sie vor dem Winter gut einwurzeln.

Zaubernuss pflanzt man am besten im Frühherbst
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In den mildesten Regionen südlich der Loire kann der Austrieb bereits Ende Februar beginnen. Anderswo müssen Sie meist bis April, mitunter sogar bis Mitte Mai warten. Diese Zeit beginnt mit dem Auftauen des Bodens und endet mit dem Öffnen der Knospen.
Geeignete Arten
Sträucher, die meist im Frühjahr gepflanzt werden, sind:
- Sorten mit Sommer- und Herbstblüte;
- etwas frostempfindliche Sorten, die mehrere Monate Zeit haben, sich einzuleben, bevor sie ihren ersten Winter erleben, etwa exotische Sträucher und mediterrane Sträucher.
Vorteile
- Diese Jahreszeit verbindet allmählich steigende Temperaturen mit regelmäßigen Niederschlägen und bietet den meisten Pflanzen gute Bedingungen für den Austrieb.
- Der Boden erwärmt sich nach und nach.
- Bei den meisten Arten endet die Dormanz und das Wachstum beginnt.
- „Unkräuter“ (Beikräuter) befinden sich noch in ihrer Ruhephase. Das erleichtert die Bodenvorbereitung vor der Pflanzung.
Nachteile
- In manchen Regionen kann es im Frühjahr noch zu Spätfrösten kommen. Oft wird empfohlen, bis zum Ende der Eisheiligen Mitte Mai zu warten, um jedes Risiko zu vermeiden.
- Die Pflanzen entwickeln schnell ihre oberirdischen Pflanzenteile. Bei Witterungsrisiken (Wind, Starkregen, Gewitter …) kann dadurch ein Ungleichgewicht im Verhältnis zum Wurzelwachstum entstehen.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber: „Was im Frühjahr pflanzen?“

Die Zimmeraralie wird wie andere exotische Arten vorzugsweise im Frühjahr gepflanzt
Strauch im Herbst pflanzen
Der Herbst gilt allgemein als beste Pflanzzeit für Gehölze im Garten. Der 25. November ist außerdem mit dem Sprichwort „An Sankt Katharina fasst jedes Holz Wurzeln“ verbunden.
In den Regionen nördlich der Loire kann der Herbst bereits Mitte September beginnen. In südlicheren Regionen muss man meist mindestens bis Mitte Oktober oder sogar bis Mitte November warten. Die Pflanzung beginnt mit dem Fall der ersten Blätter und kann bis zum ersten Bodenfrost andauern.
Geeignete Arten
Im Herbst werden meist folgende Sträucher gepflanzt:
- sommergrüne Arten, die in die Vegetationsruhe eintreten;
- immergrüne Sträucher, die nicht frostempfindlich sind (Hecken- und Windschutzsträucher wie die Rote Glanzmispel, der Kirschlorbeer, das Pfaffenhütchen usw.);
- frühjahrsblühende Sträucher;
- alle winterharten Sorten, die Minustemperaturen gut vertragen;
- Sorten, die Staunässe vertragen;
- Moorbeetpflanzen;
- Rosen;
- Schattensträucher;
- Sträucher mit Wurzelballen und wurzelnackte Sträucher.
Vorteile
- In dieser Jahreszeit kühlen die Temperaturen ab, bleiben aber mild.
- Regelmäßige Niederschläge kehren in den Garten zurück und fördern die Wurzelbildung der Sträucher.
- Der Boden ist noch ausreichend warm.
- Die meisten Arten befinden sich in der Dormanz. So bleibt ihnen Zeit, das Wurzelsystem zu entwickeln und bei milderem Wetter gut weiterzuwachsen.
- Im Herbst gepflanzte Sträucher blühen im Frühjahr meist früher.
- Hitze- und trockenheitsempfindliche Sträucher können mehrere Jahreszeiten lang Wurzeln bilden, bevor sie ihren ersten Sommer erleben.
- Direkt nach dem Pflanzen ist keine Pflege erforderlich.
- In dieser Jahreszeit sind wurzelnackt angebotene Sträucher am günstigsten.
Nachteile
- Diese Jahreszeit birgt Risiken für frostempfindliche Pflanzen, die sich nicht rechtzeitig anpassen können, bevor sie der winterlichen Kälte ausgesetzt sind.
- Im Herbst können häufiger extreme Wetterereignisse auftreten, etwa Stürme und Überschwemmungen.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber: „Was im Herbst pflanzen?“

Die meisten Sträucher lassen sich im Herbst gut pflanzen
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Topfsträucher können bei mildem Wetter gepflanzt werden; Frühling und Herbst sind meist besser. Schlechter geschützte Wurzeln machen sie weniger winterhart.
Sträucher pflanzen: wichtige Tipps
Nach der Wahl des Pflanzzeitpunkts: Nie bei Hitze, Trockenheit, Frost, Schnee, Sturm oder nassem Boden pflanzen. Bei mildem Wetter setzen und gut wässern.
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