Welche Pflanzen lassen sich im Wasser vermehren?

Welche Pflanzen lassen sich im Wasser vermehren?

Einfache, spielerische Vermehrungsmethode

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 27. Januar 2026  durch Olivier 5 min.

Stecklingsvermehrung im Wasser ist einfach, aber nicht jede Art eignet sich. Geeignete Pflanzen, Schritte und Fehler im Überblick.

Frühling, Sommer Schwierigkeit

Übersicht: Beste Pflanzen für Stecklinge im Wasser

Pflanze Lateinischer Name Bewurzelungsgeschwindigkeit Besonderheiten / Tipps
Efeutute Epipremnum aureum Schnell (1 bis 2 Wochen) Sehr tolerant, ideal für Anfänger
Philodendron Philodendron spp. Schnell (2 bis 3 Wochen) Unter einem Knoten schneiden, kräftige Stecklinge
Veränderliche Purpurtüte Syngonium podophyllum Mittel (3 Wochen) Hellen Standort bevorzugen
Ampelkraut / Zebrakraut Tradescantia spp. Sehr schnell (1 Woche) Nahezu sofortige Vermehrung
Buntnessel Plectranthus scutellarioides Schnell (1 bis 2 Wochen) Junge, farbige Triebe schneiden
Begonie Begonia rex, B. maculata … Mittel (3 bis 4 Wochen) Dekorative Blätter, Staunässe vermeiden
Minze Mentha spp. Schnell (1 bis 2 Wochen) Sehr einfache Stecklingsvermehrung, ideal für die Küche
Basilikum Ocimum basilicum Sehr schnell (1 Woche) Oft Stecklinge nehmen, empfindliche Triebe
Fuchsie Fuchsia-Hybriden Mittel (3 Wochen) Unter einem Knoten schneiden, ideal für den Balkonkasten
Storchschnabel / Pelargonie Pelargonium spp. Mittel (2 bis 3 Wochen) Blühende Triebe vermeiden
Verbene Verbena-Hybriden Schnell (2 Wochen) Nach dem Umpflanzen sparsam gießen
Weide Salix spp. Sehr schnell (1 bis 2 Wochen) Nahezu sichere Stecklingsvermehrung, auch im Freien
Forsythie Forsythia × intermedia Mittel (3 Wochen) Im späten Frühjahr Stecklinge nehmen
Hortensie Hydrangea macrophylla Langsam (4 bis 6 Wochen) Empfindliche Stecklinge, schnell pikieren

Stecklingsvermehrung im Wasser: Prinzip

Stecklingsvermehrung im Wasser bedeutet, einen von einer Pflanze geschnittenen Trieb in ein Gefäß mit klarem Wasser zu stellen, bis sich Wurzeln bilden. Diese Methode bietet mehrere Vorteile: Sie ermöglicht, die Bewurzelung direkt zu verfolgen, benötigt kein teures Zubehör und gelingt bei geeigneten Pflanzen sehr gut. Nachteile sind die empfindlichen gebildeten Wurzeln, die sich manchmal nur schwer an Erde gewöhnen, sowie die Gefahr von Fäulnis, wenn das Wasser zu lange steht.

Einige Pflanzen lassen sich im Wasser vermehren, da ihr Gewebe Zellen enthält, die sich bei Kontakt mit Feuchtigkeit schnell zu Adventivwurzeln entwickeln können. Andere, insbesondere holzige Arten oder Stauden mit festen Stängeln, benötigen ein festes, luftiges Substrat, um die Wurzelbildung anzuregen. Der Erfolg hängt daher von der Biologie der Pflanze, dem Aufbau ihrer Stängel und ihrer natürlichen Fähigkeit ab, Wurzeln außerhalb des Bodens zu bilden.

Für die Stecklingsvermehrung ins Wasser gestellte Pothos-Triebe.

Lianen lassen sich meist gut im Wasser vermehren.

Wann lassen sich Stecklinge im Wasser bewurzeln?

Stecklingsvermehrung im Wasser: Frühling und Sommer ideal. Pothos und Tradescantia gelingen bei Licht und Wärme ganzjährig; im Winter wurzeln sie langsamer.

Zimmerpflanzen: leicht Stecklinge im Wasser ziehen

Bestimmte Zimmerpflanzen gehören zu den besten Kandidaten für die Stecklingsvermehrung im Wasser.

Grünpflanzen mit dekorativem Laub wie die Goldene Efeutute (Epipremnum aureum), der Philodendron, der Grüne Heinrich, das Fußblatt, das Ampelkraut oder die Buntnessel bilden in einem einfachen Wasserglas rasch ein Wurzelgeflecht. Sie eignen sich hervorragend für Einsteiger.

„Kultivierte“ Kräuter für drinnen wie Basilikum, Minze oder Salbei bewurzeln ebenfalls sehr leicht im Wasser. So lassen sich schnell weitere Triebe gewinnen und die Jungpflanzenvorräte erweitern.

Blühende Zimmerpflanzen wie Begonien, Fleißiges Lieschen oder Roseneibisch liefern ebenfalls gute Ergebnisse.

Viele Pflanzen lassen sich gut im Wasser vermehren. Probieren Sie es aus: Es kostet nichts.

Freilandpflanzen: Stecklingsvermehrung im Wasser

Die Technik wird meist mit Zimmerpflanzen verbunden, eignet sich aber auch für einige Stauden, Balkonpflanzen und Gartensträucher.

Bei Stauden und Einjährigen gelingen Wasserstecklinge leicht mit Fuchsie, Anthemis, Verbene, Studentenblume oder Pelargonie. Diese farbenfrohen Pflanzen lassen sich schnell vermehren und schmücken Beete und Pflanzgefäße.

Bei Sträuchern zeigen sich einige Arten besonders unkompliziert:Weide, Forsythie und Bauernhortensie bilden im Wasser kräftige Wurzeln, bevor sie in Erde gepflanzt werden.

Stecklinge im Wasser vermehren: Tipps

  • Für beste Erfolgschancen wählen Sie stets einen gesunden, jungen, nicht blühenden Trieb. Stecklinge immer im Frühjahr oder Frühsommer schneiden, wenn das Gewebe jung und besonders regenerationsfähig ist.
  • Entfernen Sie die unteren Blätter, damit kein Pflanzenteil ins Wasser ragt.
  • Stellen Sie die Stecklinge in ein durchsichtiges Glasgefäß, um die Wurzelbildung zu beobachten.
  • Verwenden Sie möglichst kalkarmes Wasser bei Raumtemperatur.
  • Wechseln Sie das Wasser regelmäßig (alle 2 bis 3 Tage), um Bakterienwachstum zu vermeiden.
  • Stellen Sie das Gefäß hell auf, jedoch ohne direkte Sonne, in einen temperierten Raum.

Gut zu wissen !!: Durchsichtige Gefäße (Gläser, Einmachgläser) erleichtern die Kontrolle, setzen die Wurzeln aber auch dem Licht aus: Umwickeln Sie das Gefäß mit dunklem Papier, kann dies die Wurzelbildung beschleunigen.

Wann den Steckling in die Erde setzen?

Das Einpflanzen in Erde erfolgt, sobald die Wurzeln 3 bis 5 cm lang sind und bereits ein kleines Wurzelwerk gebildet haben.

Setzen Sie den Steckling in ein leichtes Substrat aus feiner Blumenerde und Sand oder Perlite (oder spezielle Blumenerde für Aussaat und Pikieren), damit die Bewurzelung erleichtert wird.

Der Wechsel von Wasser zu Erde bedeutet für die Pflanze einen gewissen Stress. Gießen Sie daher in den ersten Tagen sparsam und sorgen Sie für eine feuchte Umgebung.

Gut entwickelte Wurzeln an einem Steckling von Ficus elastica

Dieser Steckling von Ficus elastica ist bereit zum Eintopfen.

Gut zu wissen: Einige Pflanzen wie Efeutute, Fußblatt, Kletter-Philodendron oder Ampelkraut bilden im Wasser sehr feine und empfindliche Wurzeln.
Bleiben sie zu lange im Wasserglas, passen sich diese Wurzeln nur schlecht an den Wechsel in die Erde an.
Pikieren Sie Ihre Stecklinge, sobald die Wurzeln 3 bis 5 cm lang sind, in ein leichtes Substrat, um ein schnelles Anwachsen zu fördern.

Tipps: Fehler vermeiden

  • Um Fehlschläge zu vermeiden, lassen Sie Ihre Stecklinge nicht zu lange im Wasser. Dort bilden sich feine, empfindliche Wurzeln, die sich jedoch schlecht anpassen, wenn sie zu lang werden.
  • Achten Sie außerdem darauf, das Wasser alle 2 bis 3 Tage zu wechseln, um Fäulnis vorzubeugen.
  • Versuchen Sie schließlich nicht, alle Pflanzen im Wasser zu vermehren: Einige, etwa die meisten Nadelgehölze oder viele verholzende Stauden, benötigen andere Methoden.

Olis kleiner Tipp: Ein kleines Stück Weidenzweig im Wasser kann dank der darin enthaltenen natürlichen Hormone, insbesondere Auxine, die Wurzelbildung anregen.

Steckling im Wasser, Wurzelbildung

Lassen Sie die Wurzeln nicht zu lange im Wasser wachsen.

Häufig gestellte Fragen

  • Kann man jede Pflanze im Wasser vermehren?

    Nein, nur einige Arten eignen sich dafür. Andere benötigen Stecklingsvermehrung in Erde oder unter technischeren Bedingungen.
  • Wie lange dauert es, bis sich Wurzeln zeigen?

    Im Schnitt 2–4 Wochen, je nach Art und Jahreszeit.
  • Warum verfaulen manche Stecklinge?

    Meist liegt es an Staunässe, einem beschädigten Stängelstück oder zu wenig Licht.

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Pflanzensteckling im Wasser