Wofür dient eine Hippe?
Eine Hippe ist keine Sichel!
Inhaltsverzeichnis
Die Hippe ist ein altes Landwirtschafts- und Gartengerät zum Schneiden von Holz. Sie besteht aus einer breiten, an der Spitze gebogenen Klinge. Mit diesem Werkzeug lassen sich Hecken schnell und grob schneiden, Unterholz roden, junge Sträucher auf den Stock setzen, Äste rasch auslichten oder Holzpfähle nachschneiden. Obwohl sie wenig präzise ist, ist sie ein wirksames und schnelles Werkzeug für Gärtner, die in den wildesten Bereichen ihres Gartens zügig arbeiten möchten.

Die Hippe, ein altes Werkzeug … neu entdeckt!
Was ist eine Hippe?
Die Gertel ist ein Gartenwerkzeug mit einer breiten, am Ende gebogenen Klinge zum Schneiden von Holz. Dieses landwirtschaftliche Gartenwerkzeug besteht aus einem Griff aus Holz, Kunststoff oder Verbundmaterial und einer Klinge aus Edelstahl oder, deutlich seltener, Kupfer. Die gebogene Klinge ermöglicht es, die geschnittenen Zweige zusammenzuhalten. Der gebogene Teil der Klinge ist scharf, manche Gerteln haben jedoch zwei Schneiden: an der Krümmung und an der geraden Seite. Der Name „Gertel“ leitet sich vom lateinischen „sarpere“ ab, was „schneiden“ bedeutet. Es gibt jedoch noch weitere Bezeichnungen: Sarpe, Gouet, Courbet …
Der Griff ist meist kurz (unter 50 cm), damit das Werkzeug mit einer Hand geführt werden kann. Diese kurzen Griffe sind manchmal mit Lederstreifen umwickelt, um einen besseren Halt zu gewährleisten. Es gibt jedoch auch Gerteln mit langem Griff (bisweilen bis zu 1,50 m) für den Rückschnitt von Hecken, Brombeerranken und Ähnlichem. Diese Werkzeuge werden mit beiden Händen benutzt.
Es gibt verschiedene Arten von Gerteln:
- Am häufigsten ist die „italienische“ Gertel: Die Klinge ist lang und dick, die „Spitze“ relativ kurz. Die italienische Gertel Leborgne und die Gartengertel Polet sind perfekte Beispiele dafür;
- Die Pariser Gertel: Die Klinge ist kurz, aber sehr breit und fast ohne „Spitze“. Das Werkzeug ist deutlich schwerer und ermöglicht daher das Schneiden dickerer Zweige. Allerdings ermüdet es den Benutzer schnell;
- Gerteln mit zwei Schneiden: Die Klinge kann an der gebogenen, aber auch an der geraden Seite schneiden. Die gerade Seite ist manchmal sogar mit einem Sägeblatt versehen.
Dies sind nur die drei wichtigsten Formen, die üblicherweise vorkommen. Früher gab es jedoch je nach Region, Verwendungszweck und Hersteller sehr viele unterschiedlich geformte Gerteln.

Gartengertel ‚Polet‘
Verwechseln Sie Sichel und Gertel nicht! Die Klinge der Sichel ist viel stärker gebogen (fast kreisförmig) als die der Gertel und dient zum Schneiden von Gras, Getreide, Kräutern … aber keinesfalls von Holz. Nach der Darstellung von Albert Uderzo benutzt der Druide Miraculix übrigens tatsächlich keine Gertel, sondern eine Sichel, um Misteln zu ernten. Aber seien wir ehrlich: „Die Goldene Sichel“ wäre ein seltsamer Titel gewesen …
Die kleine Hippe ist hingegen lediglich eine verkleinerte Gertel. Dieses Gartenwerkzeug ähnelt häufig einem Klappmesser mit gebogener Klinge.

Links eine Gertel, rechts Sicheln
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Sichel richtig verwenden?
Mit dem Aufkommen modernerer und effizienterer Schneidwerkzeuge hat die Hippe, obwohl sie ein sehr altes Werkzeug ist, etwas an Beliebtheit verloren. Dennoch kann man sie noch für schnelle Schnitte an robusten Gehölzen verwenden, etwa beim Auslichten von Unterholz, beim Zurückschneiden eines Brombeergebüschs oder für einen raschen Rückschnitt einer freiwachsenden Hecke. Die Hippe ermöglicht ein schnelles Arbeiten, ist aber kaum präzise (selbst für geübte Anwender) und liefert keinen perfekten Schnitt. Daher hat dieses Wort im Laufe der Jahre in bestimmten Redewendungen eine abwertende Bedeutung angenommen: „ein mit der Hippe geschnittenes Gesicht“ beschreibt ein Gesicht mit groben, kantigen Zügen, während „mit der Hippe ausgeführte Arbeit“ für eine schlampige Ausführung steht.
Der Schnitt muss sauber sein und mit einem kräftigen Hieb von oben nach unten ausgeführt werden. Die Schneide, also der gebogene Teil, muss zu den zu schneidenden Pflanzen zeigen, also nach unten. Aber achten Sie auf Ihre Beine! (Und natürlich auch auf alle anderen Körperteile.)
Damit an Ihren holzigen Pflanzen keine großen Wunden entstehen, die anschließend nicht verheilen, sollten Sie darauf achten, die Klinge stets sehr scharf zu halten!
Pflegen Sie Ihre Hippe! Eine Hippe ist ein robustes Werkzeug und wird Sie ein Leben lang begleiten, wenn Sie sie gut pflegen. Reinigen Sie die Klinge nach jedem Gebrauch mit Alkohol, schärfen Sie sie von Zeit zu Zeit nach und tragen Sie für die Winterlagerung etwas Werkzeugfett auf die Klinge auf.

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