Für seine Zierrinde bekannt und als Zierbaum sehr beliebt, kann die Birke auch zu medizinischen Zwecken verwendet werden. Zwar wird derzeit viel über die Vorzüge von Birkensaft gesprochen, doch auch Blätter, Knospen, Rinde und Blüten können bei bestimmten Beschwerden Linderung verschaffen. Die vielseitig verwendbaren Birkenblätter werden als Tee aufgegossen, der auch „Birkenblättertee“ genannt wird. Verwechseln Sie ihn nicht mit Birkenwasser, also dem Saft des Baumes. Entdecken Sie unsere Tipps, wie Sie Birkenblätter richtig ernten und trocknen. So können Sie die Vorzüge eines entwässernden Aufgusses nutzen, um Ihren Körper zu reinigen und Giftstoffe auszuscheiden!

Welche Birke sollten Sie wählen?

Die in der Pflanzenheilkunde hauptsächlich verwendete Birke ist Betula pendula (auch Betula verrucosa oder Betula alba genannt). Im Deutschen wird sie als Hänge-Birke oder Sand-Birke bezeichnet. Sie besitzt kahle Zweige und doppelt gesägte, dreieckige Blätter mit lang ausgezogener Spitze und langem Blattstiel.

Auch die Art Betula pubescens (Moor-Birke) kann verwendet werden. Sie ähnelt der Hänge-Birke sehr, unterscheidet sich jedoch durch leicht filzige, behaarte und einfach gesägte Blätter.

Welche Birke eignet sich für getrocknete Blätter?

Links Betula pendula, rechts Betula pubescens

Wann sollten Sie Birkenblätter ernten?

Birkenblätter können Sie im Frühjahr ernten, nachdem sie ausgetrieben haben und noch zart sind. Pflücken Sie die jungen Blätter bei trockenem, sonnigem Wetter, wenn kein Tau mehr liegt. Ernten Sie vorzugsweise morgens vor 10 Uhr, da die Pflanze leidet, sobald die Sonne zu heiß wird. Schützen Sie die gesammelten Blätter während der Ernte möglichst vor Sonnenlicht. Verwenden Sie dafür zum Beispiel einen Stoffbeutel, einen Korb mit Deckel oder einen hohen Korb. Vermeiden Sie Blätter von Birken, die in der Nähe von Straßen oder landwirtschaftlich genutzten Flächen wachsen. Abgase und Pflanzenschutzmittel machen die Blätter für den Verzehr ungeeignet. Vermeiden Sie außerdem Verschwendung und ernten Sie nur so viele Blätter, wie Sie benötigen.

Birkenblätter ernten

Wie trocknen Sie die Blätter?

Sehen Sie sich Ihre Blätter genau an. Wenn sie sauber und nicht zu staubig sind, müssen Sie sie nicht waschen. Dadurch trocknen sie leichter.

Trocknen an der frischen Luft

Verwenden Sie Holzkisten oder Weidenkörbe, die eine gute Luftzirkulation und damit ein optimales Trocknen ermöglichen. Falls Sie keine zur Hand haben, fragen Sie bei Ihrem Gemüsebauern oder in einem Lebensmittelgeschäft nach. Dort erhalten Sie möglicherweise kostenlos geeignete Kisten. Wer gerne bastelt, kann ein eigenes Trockengestell bauen, indem er ein Moskitonetz oder einen dünnen Stoff über einen Holzrahmen spannt. Wenn Sie ein Kunststoff- oder Metalltablett verwenden, legen Sie ein sauberes Geschirrtuch darauf und wenden Sie die Blätter täglich. Breiten Sie die Birkenblätter in einer einzigen Schicht aus. Stellen Sie alles an einen dunklen Ort, zum Beispiel auf den Dachboden oder in einen Schrank, der trocken und gut belüftet ist. Lassen Sie die Blätter etwa eine Woche trocknen.

Trocknen im herkömmlichen Backofen

Heizen Sie den Backofen auf die niedrigstmögliche Temperatur vor. Ideal sind 40 °C. Verteilen Sie die Birkenblätter auf dem Backblech, ohne dass sie sich überlappen. Schieben Sie das Blech auf der untersten Ebene für 30 Minuten in den Backofen. Wenden Sie die Blätter anschließend und trocknen Sie sie weitere 45 Minuten. Schalten Sie den Backofen danach aus und lassen Sie die Blätter noch eine Stunde darin abkühlen.

Sie können die Blätter auch in einem elektrischen Dörrautomaten trocknen. Beachten Sie in diesem Fall die Angaben des Herstellers zu Trocknungsdauer und Temperatur.

Vergewissern Sie sich vor der Lagerung, dass die Blätter vollständig trocken sind, da sie sonst schimmeln können. Wenn sie sich beim Anfassen noch nicht brüchig anfühlen, lassen Sie sie weiter trocknen. Bewahren Sie die Blätter im Ganzen auf und zermahlen Sie sie nicht, damit ihre wertvollen Inhaltsstoffe möglichst gut erhalten bleiben.

Bewahren Sie die Blätter anschließend lichtgeschützt in einem Glas- oder Metallgefäß auf, zum Beispiel in einem Marmeladenglas oder einer Metalldose. Alternativ können Sie einen Papierbeutel oder Stoffbeutel verwenden. So halten sie sich ein Jahr lang. Beschriften Sie Ihre getrocknete Ernte mit dem Namen der Pflanze und dem Erntedatum. Sie können zusätzlich den Ernteort vermerken.

Birkenblätter trocknen

Birkenblätter vor und nach dem Trocknen

Wie bereiten Sie Birkenblättertee zu?

Sie können zweimal jährlich eine Birkenblätterkur durchführen, im Frühjahr oder im Herbst. Trinken Sie nicht mehr als 3 Tassen pro Tag und nehmen Sie den Aufguss zwischen den Mahlzeiten zu sich. Eine Kur dauert in der Regel 20 Tage. Bringen Sie einen Liter Wasser zum Kochen. Nehmen Sie das Wasser vom Herd und lassen Sie 20 bis 40 g getrocknete Birkenblätter 10 Minuten darin ziehen. Damit der Tee seine Wirkung besser entfalten kann, geben Sie bei einer Temperatur von 40 °C 1 g Natron hinzu. Natron erleichtert die Lösung der harzigen Inhaltsstoffe. Beachten Sie, dass der holzige und harzige Geschmack bei 40 g aufgegossenen Blättern deutlich intensiver und der Tee dadurch schwerer zu trinken ist. Wichtig: Trinken Sie während Ihrer Birkenblätterkur reichlich, da Birkenblätter stark harntreibend wirken.

Welche Vorzüge haben Birkenblätter?

Birkenblätter sind reich an Saponinen und Flavonoiden. Sie besitzen zahlreiche Eigenschaften und wirken unter anderem harntreibend, entwässernd, entzündungshemmend und antiseptisch. Sie werden besonders bei Gicht und Harnwegsinfektionen empfohlen, da sie die Ausscheidung von Stoffwechselabfällen fördern und die Urinmenge deutlich erhöhen. Birkenblätter sollen sich auch bei Rheuma, Arthritis, Arthrose und rheumatoider Polyarthritis positiv auswirken. Dank ihrer antiinfektiösen, entzündungshemmenden und wundheilenden Eigenschaften können Birkenblätter bei kleineren Hautbeschwerden helfen. Außerdem sollen sie Wassereinlagerungen, Ödeme und Cellulite entgegenwirken.

Gegenanzeigen und wichtige Hinweise

Der Verzehr von Birkenblättertee ist für Schwangere und Stillende, Kinder unter 12 Jahren sowie Menschen mit einer Allergie gegen Birkenpollen oder Paracetamol kontraindiziert. Gleiches gilt bei schwerer Herz- oder Niereninsuffizienz.

Fragen Sie Ihren Arzt oder eine medizinische Fachkraft, bevor Sie eine Kur beginnen. Die Anwendung von Pflanzen in der Pflanzenheilkunde ist nicht harmlos.

Getrocknete Birkenblätter verwenden, Birkenblättertee