Die Erle, ein eleganter und nützlicher Baum für unsere Gärten, gehört zur Gattung Alnus, die Hobbygärtner oft nur unzureichend kennen. Dabei gibt es neben der Schwarz-Erle unserer Landschaften noch weitere interessante Arten und Sorten. Die Vermehrung der Erle ist auch für Anfänger gut zu bewältigen. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Erlen durch Stecklingsvermehrung, Aussaat oder Absenken vermehren.

Die Erlen: ein Baum mit zahlreichen Vorzügen
Die Erle (Gattung Alnus) gehört zur Familie der Birkengewächse und zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, auf feuchten Böden zu wachsen, häufig in der Nähe von Wasserläufen. Es gibt mehrere Arten, darunter die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa) und die Grau-Erle (Alnus incana).
Warum sollten Sie Erlen kultivieren?
Die Erle spielt eine wichtige ökologische Rolle. Neben der Stabilisierung des Bodens durch ihre tiefreichenden Wurzeln bindet sie dank einer Symbiose mit Bakterien Luftstickstoff und reichert dadurch den umliegenden Boden an. Außerdem ist sie eine ausgezeichnete Wahl, um Vögel und andere Wildtiere in Ihren Garten zu locken.
Wenn Sie mehr über diese Bäume erfahren möchten, lesen Sie Erle: Pflanzen und Pflegen.

Warum sollten Sie die Erle vermehren?
Die Vermehrung einer Erle bietet mehrere Vorteile:
- Hecken oder natürliche Windschutzpflanzungen anlegen: Die Erle wächst schnell und eignet sich daher hervorragend, um einen grünen Sichtschutz zu schaffen.
- Feuchtgebiete renaturieren: Wenn Sie eine sumpfige Stelle oder einen wassergesättigten Boden haben, ist die Erle ein wertvoller Helfer.
- Den Boden anreichern: Wenn Sie mehrere Erlen pflanzen, tragen Sie dank ihrer Fähigkeit zur Stickstoffbindung zur Verbesserung der Bodenqualität bei.
- Kostengünstig und nachhaltig: Die Vermehrung eigener Bäume ist eine preiswerte Alternative zum Kauf von Jungpflanzen aus der Baumschule.
Wann sollten Sie die Erle vermehren?
Der ideale Zeitpunkt für die Vermehrung der Erle hängt von der gewählten Methode ab:
- Stecklingsvermehrung: Führen Sie diese Methode im Spätherbst oder zu Beginn des Winters durch, wenn der Baum in der Winterruhe ist.
- Aussaat: Säen Sie im Frühjahr aus, nachdem die Samen im Winter eine KälteStratifizierung durchlaufen haben.
- Absenken: Diese Methode können Sie im Frühjahr oder zu Beginn des Herbstes durchführen.
Benötigtes Material
Für die Stecklingsvermehrung:
- Eine saubere und scharfe Gartenschere
- Wurzelaktivator (optional, aber empfehlenswert)
- Ein leichtes Substrat aus Sand und Blumenerde
- Töpfe oder ein Mini-Gewächshaus
Für die Aussaat:
- Im Herbst geerntete ErlenSamen
- Eine Aussaatschale oder Töpfe
- Aussaaterde
- Ein Kühlschrank für die Stratifizierung
Für das Absenken:
- Ein Messer oder ein Teppichmesser
- Gartenklammern oder Steine, um den Trieb am Boden zu fixieren
- Eine Mischung aus Erde und Kompost
- Eine Gießkanne
Wie vermehren Sie die Erle?
Stecklingsvermehrung
Dies ist die einfachste und schnellste Methode, um die Erle zu vermehren. Gehen Sie folgendermaßen vor:
- Wählen Sie einen gesunden, einjährigen Zweig mit einer Länge von etwa 20 bis 30 cm aus.
- Schneiden Sie den Steckling mit einer sauberen Gartenschere schräg an.
- Entfernen Sie die Blätter vom unteren Drittel des Zweigs.
- Tauchen Sie die Basis des Stecklings in ein Bewurzelungshormon (optional).
- Stecken Sie den Steckling in ein leichtes, gut durchlässiges Substrat und gießen Sie ihn vorsichtig.
- Stellen Sie die Töpfe an einen hellen, vor direkter Sonne geschützten Platz und halten Sie das Substrat feucht.
Nach 6 bis 8 Wochen sollten sich Wurzeln bilden.

Aussaat
Die Vermehrung der Erle durch Aussaat erfordert etwas mehr Geduld:
- Ernten Sie die Samen im Herbst, sobald sich die Zapfen von selbst öffnen.
- Geben Sie die Samen mit etwas feuchtem Sand in einen Plastikbeutel und legen Sie ihn 4 bis 6 Wochen lang in den Kühlschrank (Kältestratifizierung).
- Säen Sie die Samen im Frühjahr in Töpfe mit leichter Blumenerde aus.
- Bedecken Sie die Samen leicht und gießen Sie vorsichtig.
- Stellen Sie die Töpfe an einen hellen Platz und halten Sie das Substrat bis zur Keimung feucht (2 bis 4 Wochen).

Absenken
Das Absenken ist eine natürliche und wirksame Methode. Sie eignet sich besonders für Erlen mit bodennahen Trieben.
- Wählen Sie einen niedrigen, biegsamen Trieb aus.
- Ritzen Sie den Teil des Triebs, der den Boden berühren soll, leicht an.
- Graben Sie den angeritzten Teil in eine Mischung aus Erde und Kompost ein und fixieren Sie ihn mit einer Klammer oder einem Stein.
- Gießen Sie regelmäßig.
Nach 6 bis 12 Monaten bilden sich neue Wurzeln. Dann können Sie den Trieb von der Mutterpflanze trennen und den neuen Baum verpflanzen.
Und das Pfropfen?
Das Pfropfen von Erlen ist selten und wenig verbreitet, weil sich diese Bäume wirkungsvoller durch Aussaat, Stecklingsvermehrung oder Absenken vermehren lassen. Wenn Sie jedoch eine Erle einer bestimmten Sorte pfropfen möchten, verwenden Sie am besten im Frühjahr eine Spaltpfropfung auf einer Unterlage derselben Art. So fördern Sie die Verträglichkeit.
Pflege nach der Vermehrung
Nach erfolgreicher Vermehrung sind einige Pflegemaßnahmen wichtig, damit Ihre jungen Erlen gut wachsen:
- Gießen: Halten Sie die Feuchtigkeit konstant, besonders in den ersten Monaten. Jungpflanzen dürfen niemals austrocknen.
- Schutz: Schützen Sie Ihre Stecklinge oder Aussaaten mit einem Wintervlies vor starkem Frost oder stellen Sie sie an einen geschützten Platz.
- Düngung: Stickstoffreiche Dünger sind nicht nötig, weil die Erle dieses Element auf natürliche Weise bindet. Etwas Kompost im Frühjahr reicht aus.
- Kontrolle: Untersuchen Sie Ihre jungen Bäume regelmäßig auf Krankheiten oder Parasiten.
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