Der Ficus ist eine unverzichtbare Zimmerpflanze, die für ihr dekoratives Laub geschätzt wird. Ob Ficus elastica, der Gummibaum, ein zeitloser Klassiker, Ficus benjamina, Ficus lyrata oder Ficus microcarpa – diese Arten begeistern mit ihrem kräftigen Wachstum und ihrer guten Anpassungsfähigkeit. Sie sind pflegeleicht und schätzen einen hellen Standort ohne direkte Sonne sowie mäßiges Gießen. Eine gute Drainage verhindert Staunässe. Der Ficus lässt sich außerdem leicht vermehren. Stecklinge vom Ficus sind eine einfache Möglichkeit, neue Pflanzen zu gewinnen und dabei die Eigenschaften der Mutterpflanze zu erhalten. So vermehren Sie Ficus mit wenigen Handgriffen durch Stecklinge!

Wann sollten Sie Ficus-Stecklinge nehmen?
Die ideale Zeit reicht vom Frühjahr bis zum Frühsommer. Dann ist das natürliche Licht reichlich vorhanden und die Umgebungstemperatur stabilisiert sich bei 20 bis 25 °C. Diese Bedingungen fördern die Wurzelbildung und verringern das Risiko von Fäulnis. Für bessere Erfolgschancen sollten Sie im Herbst und Winter auf Stecklinge verzichten. Eine Ausnahme bildet ein warmer, stabiler Standort mit geeigneter künstlicher Beleuchtung.
Wie vermehren Sie Ficus durch Stecklinge?
Es gibt vor allem zwei einfache Methoden: den Ficus-Steckling im Wasser und den Steckling in Erde unter gespannter Luft.
Ficus-Steckling im Wasser
Benötigtes Material:
- Eine gut desinfizierte Gartenschere oder Schere
- Ein Glasgefäß, zum Beispiel ein Glas oder ein Einmachglas
- Wasser mit Zimmertemperatur
- Schneiden Sie einen gesunden Trieb von etwa 10 bis 15 cm Länge mit mindestens zwei oder drei Blättern ab.
- Entfernen Sie die Blätter am unteren Ende des Triebs.
- Stellen Sie den Steckling in ein Glas Wasser. Achten Sie darauf, dass die Blätter nicht ins Wasser ragen.
- Stellen Sie das Gefäß an einen hellen Standort ohne direkte Sonne.

- Wechseln Sie das Wasser alle zwei bis drei Tage, damit sich kein Schimmel bildet.
- Sobald die Wurzeln nach 2 bis 4 Wochen eine Länge von 3 bis 5 cm erreicht haben, pflanzen Sie den Steckling in einen Topf.

Ficus unter gespannter Luft vermehren
Diese Methode eignet sich besonders, wenn sich die Pflanze direkt an ihr endgültiges Substrat gewöhnen soll.
Benötigtes Material:
- Ein Topf mit Aussaat- und Pikiererde
- Optional: ein Wurzelaktivator
- Eine Pflanzglocke, einen Plastikbeutel oder ein Mini-Gewächshaus
- Bereiten Sie wie bei der Wassermethode einen 10 bis 15 cm langen Ficus-Steckling mit zwei oder drei Blättern vor. Entfernen Sie die unteren Blätter, damit das untere Ende des Triebs frei liegt.

- Tauchen Sie das untere Ende des Stecklings bei Bedarf in Wurzelaktivator, um die Wurzelbildung anzuregen.
- Füllen Sie einen kleinen Topf mit einem lockeren, gut durchlässigen Substrat, zum Beispiel Aussaat- und Pikiererde oder Blumenerde für Grünpflanzen. Befeuchten Sie das Substrat, ohne es zu durchnässen.
- Stecken Sie den Steckling leicht in das Substrat. Drücken Sie die Erde vorsichtig um die Basis an, damit ein guter Kontakt entsteht.

- Stülpen Sie einen durchsichtigen Plastikbeutel über den Topf oder verwenden Sie ein Mini-Gewächshaus. Der Beutel darf die Blätter nicht berühren. Kleine Stäbe halten den Kunststoff auf Abstand. So entsteht eine warme, feuchte Umgebung, die die Bewurzelung fördert.
- Stellen Sie den Topf an einen hellen Standort ohne direkte Sonne. So verhindern Sie eine Überhitzung im Beutel.
- Gießen Sie mäßig, sobald das Substrat beginnt abzutrocknen. Achten Sie darauf, dass die Erde nicht vollständig durchnässt. Lüften Sie den Beutel alle zwei bis drei Tage für 10 bis 15 Minuten, damit sich kein Schimmel bildet.
- Prüfen Sie nach 3 bis 6 Wochen die Bewurzelung. Ziehen Sie dazu ganz vorsichtig am Trieb. Spüren Sie einen Widerstand, ist der Steckling angewachsen.
Gut zu wissen
Der Ficus bildet an der Schnittstelle weißen Latex. Das ist ganz natürlich. Um den Austritt zu begrenzen, können Sie den Trieb direkt nach dem Schnitt mit lauwarmem Wasser abspülen.

Pflege eines Ficus-Stecklings
Sobald Sie die Stecklinge eingetopft haben, schützen Sie sie vor Zugluft und direkter Sonne. Halten Sie die Feuchtigkeit mäßig und gießen Sie nicht zu viel. Ein zu nasses Substrat kann die jungen Wurzeln zum Faulen bringen. Ideal ist eine Temperatur zwischen 20 und 25 °C bei reichlich vorhandenem, indirektem Licht.
Besprühen Sie die Stecklinge regelmäßig, wenn die Luft trocken ist, besonders in den ersten Wochen. Sobald Sie einen neuen Trieb entdecken, ist der Steckling erfolgreich bewurzelt. Dann können Sie die Abstände zwischen den Wassergaben langsam vergrößern und den Plastikschutz schrittweise entfernen.
Wenn die Pflanze eine Höhe von 15 bis 20 cm erreicht hat, topfen Sie sie in einen größeren Topf mit geeigneter Blumenerde für Grünpflanzen um. Nun kann Ihr neuer Ficus kräftig weiterwachsen.
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