Krankheiten und Parasiten am Ficus
Erkennen, Vorbeugen und natürliche Lösungen
Inhaltsverzeichnis
Ficusse sind sehr pflegeleichte Zimmerpflanzen mit dem Aussehen kleiner Bäume. Sie gehören meist zu den ersten Pflanzen, die sich Menschen für mehr Grün in ihren vier Wänden anschaffen. Ficus lyrata, Ficus elastica, Benjamin-Feige … Es gibt verschiedene Arten, die jeden Geschmack treffen und zu jedem Einrichtungsstil passen.
Obwohl der Ficus wenig Pflege benötigt, kann er von bestimmten Krankheiten und Parasiten befallen werden. Sehen wir uns ihre Symptome, vorbeugende Maßnahmen und bei Bedarf natürliche Behandlungen an, damit Ihre Ficusse gesund und schön bleiben.

Obwohl Ficusse pflegeleicht sind, zeigen sie manchmal Symptome, die oft auf eine falsche Pflege zurückzuführen sind
Pilzkrankheiten beim Ficus
Pilzkrankheiten werden durch Pilze verursacht. Sie werden auch als pilzliche Erkrankungen bezeichnet. Im Garten gehören sie zu den häufigsten Krankheiten – im Gemüsebeet ebenso wie im Obstgarten oder Ziergarten. Sie können jedoch auch in Innenräumen auftreten, insbesondere bei Ficus. Diese ansteckenden Krankheiten können sich schnell auf benachbarte Pflanzen ausbreiten. Außerdem können ihre Sporen mehrere Monate im Kultursubstrat überdauern. Warme, feuchte und schlecht belüftete Bedingungen begünstigen meist ihre Entwicklung.
Wurzelfäule
Wurzelfäule wird entweder durch zu häufiges Gießen oder eine schlechte Drainage des Substrats verursacht. In jedem Fall staut sich Wasser an den Wurzeln, sodass diese zu faulen beginnen. Sie erkennen die Krankheit daran, dass die Blätter des Ficus gelb werden und abfallen. Ein weiteres Symptom: Der Stamm wird nach und nach weich. Wenn Sie die Wurzeln aus dem Topf nehmen, stellen Sie fest, dass sie unangenehm riechen und sich schwarz verfärben.

Das Laub wird gelb und fällt ab: Ursache kann falsches Gießen sein
Mehltau
Wenn Mehltau auch als „Weißfleckenkrankheit“ bezeichnet wird, bezieht sich dies auf sein wichtigstes Symptom: ein weißer, pudriger Belag, der auf den Blättern des Ficus erscheint. Diese Krankheit führt zu verformten Blättern und Stängeln und beeinträchtigt anschließend die allgemeine Gesundheit der Pflanze.
Blattflecken
Auf dem Laub der Pflanze erscheinen braune oder schwarze Flecken. Sie werden durch Pilze oder möglicherweise auch durch Bakterien verursacht. Auch hier ist häufig zu viel Feuchtigkeit die Ursache.

Flecken und vertrocknete Blätter können bei Ficus durch Pilze verursacht werden
Vorbeugung und natürliche Lösungen gegen Pilzkrankheiten
Pilzkrankheiten lassen sich nicht immer behandeln. Deshalb sind vorbeugende Maßnahmen besonders wichtig.
Achten Sie zunächst auf optimale Kulturbedingungen für Ihren Ficus. Eine Pflanze, deren Bedürfnisse erfüllt werden, ist stets widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Parasiten und kann sich besser regenerieren. Ficus bevorzugen einen hellen Standort, jedoch ohne direkte Sonne, die das Laub verbrennen kann. Stellen Sie sie daher nicht direkt hinter ein unbeschattetes Südfenster. Wählen Sie einen gut belüfteten Raum, vermeiden Sie aber starke Zugluft und große Temperaturschwankungen, die zum Blattfall führen können.
Gießen Sie, sobald das Substrat an der Oberfläche 2 bis 3 cm tief trocken ist. Im Sommer genügt etwa einmal pro Woche, im Winter je nach Raumtemperatur alle 2 bis 3 Wochen. Verwenden Sie unbedingt ein Gefäß mit Abzugsloch und verzichten Sie auf Töpfe mit Wasserspeicher. Wenn Sie ein altes Gefäß wiederverwenden, reinigen Sie es gründlich mit heißem Wasser und Schmierseife. Spülen Sie es anschließend mit etwas Wasser und weißem Essig aus, um mögliche Pathogene zu beseitigen. Steht Ihr Ficus auf einem Untersetzer oder in einem Übertopf, gießen Sie überschüssiges Wasser nach etwa 30 Minuten ab. Das Kultursubstrat, also die Erde, in der die Pflanze wächst, muss gut drainierend sein, damit Wasser leicht abfließen kann. Verwenden Sie beispielsweise Spezialerde für Zimmerpflanzen oder eine Mischung aus zwei Dritteln Blumenerde und einem Drittel Sand oder anderen drainierenden Materialien wie Tongranulat oder Kies.
Bei trockener Raumluft können Sie das Laub mit kalkarmem Wasser, vorzugsweise Regenwasser, bei Raumtemperatur besprühen, um die Luftfeuchtigkeit etwas zu erhöhen. Topfen Sie die Pflanze alle 2 bis 3 Jahre um, sobald Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen. In den übrigen Jahren genügt ein Austausch der oberen Erdschicht, bei dem nur die ersten Zentimeter erneuert werden.
Wenn Sie Ihren Ficus zurückschneiden müssen, um seine Wuchsform auszugleichen oder beschädigte Zweige zu entfernen, verwenden Sie stets zuvor mit 70 °C heißem Alkohol desinfizierte Schnittwerkzeuge. Diese einfache Maßnahme begrenzt die Übertragung von Krankheiten zwischen Pflanzen. Der von Ficus gebildete Latex kann Hautreizungen verursachen. Tragen Sie daher Handschuhe oder waschen Sie sich nach dem Rückschnitt sofort die Hände.
Um das Wachstum der Pflanze zu fördern, können Sie vom Frühjahr bis zum Sommer Flüssigdünger für Grünpflanzen ausbringen. Halten Sie sich genau an die Dosierung: Eine Überdüngung kann die Pflanze schwächen und sie anfälliger für Krankheiten machen.
Wenn Sie erste Symptome einer Pilzkrankheit feststellen, schneiden Sie die betroffenen Pflanzenteile umgehend ab und entsorgen Sie sie beim Wertstoffhof – lassen Sie sie keinesfalls im Topf liegen. Gegebenenfalls können Sie Brennnesseljauche ausprobieren. Ihr Geruch ist in Innenräumen zwar nicht immer angenehm, doch sie soll Pilzkrankheiten vorbeugen und die natürlichen Abwehrkräfte der Pflanzen stärken. Verdünnen Sie sie und sprühen Sie sie anschließend auf die Pflanze.
Bei Wurzelfäule nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf und setzen sie nach dem Rückschnitt aller beschädigten Wurzelteile in frisches Substrat.
Lesen Sie ergänzend unsere Beiträge Alles über Pilzkrankheiten und Mehltau oder die Weißfleckenkrankheit
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Zimmerficus: Pflege und AnbauFicus-Schädlinge
Neben Krankheiten kann der Ficus von kleinen Schädlingen befallen werden. Diese häufigen Parasiten ernähren sich meist vom Pflanzensaft, was zu verformten und abfallenden Blättern sowie einem verlangsamten Gesamtwachstum des Ficus führen kann. Einige dieser Parasiten produzieren außerdem Honigtau, eine klebrige Substanz, die die Entwicklung einer Pilzerkrankung namens „Rußtau“ begünstigt. Er bildet einen rußähnlichen schwarzen Belag auf dem Laub und beeinträchtigt die Photosynthese, die für das Überleben der Pflanze unerlässlich ist.
Häufig fördern warme und trockene, nahezu geschlossene Bedingungen das Auftreten von Schädlingen.
Wollläuse
Die ersten Anzeichen für Wollläuse sind weiße, watteartige oder pudrige Ansammlungen auf dem Laub (Unterseiten und Blattadern) sowie an den Zweigen des Ficus.
Mehr erfahren Sie in unserem Beitrag: Wollläuse: Erkennung und Bekämpfung

Wollläuse sind an weißen Ansammlungen zu erkennen
Spinnmilben
Spinnmilben sind winzige Milben, die kaum 1 mm groß werden. Mit bloßem Auge sind sie daher schwer zu erkennen. Sie bemerken ihren Befall jedoch an feinen Gespinsten, die unter und zwischen den Blättern an Spinnweben erinnern. Außerdem entwickeln sich nach und nach kleine gelbliche Flecken auf dem Laub.
Mehr erfahren Sie hier: „Spinnmilben: Erkennung und Bekämpfung“.

Blattläuse
Weitere bekannte Schädlinge sind Blattläuse. Verschiedene Arten können Zimmerpflanzen befallen und grün, schwarz oder gelb gefärbt sein. Blattläuse bilden Kolonien, die vor allem an den zarten jungen Trieben des Ficus sichtbar sind.
Mehr erfahren Sie in unserem Beitrag: Blattläuse: Erkennung und Bekämpfung.

Thripse
Diese winzigen, länglichen Insekten sind schwer zu entdecken. Sie verstecken sich oft unter den Blättern und können sogar fliegen. Zu den Symptomen gehören silbrige oder bräunliche Flecken auf dem Laub, verformte junge Triebe und eine allgemeine Schwächung der Pflanze.
Mehr erfahren Sie in unserem Beitrag: Thripse: Erkennung und natürliche Bekämpfung.
Vorbeugung und natürliche Lösungen gegen Ficus-Schädlinge
Kontrolle ist die beste Vorbeugung, denn so erkennen Sie erste Schädlinge rechtzeitig, bevor sie sich ausbreiten. Denken Sie daran, das Laub Ihres Ficus regelmäßig mit einem weichen, feuchten Tuch abzuwischen. Das fördert einerseits die Photosynthese und trägt zu einem glänzenden Erscheinungsbild bei. Andererseits können Sie dabei gleich nach möglichen Schädlingen suchen.
Achten Sie darauf, dass neue Pflanzen, die Sie in Ihre Wohnung stellen, gesund und frei von Schädlingen sind, die benachbarte Pflanzen leicht befallen können.
Wie bei der Bekämpfung von Krankheiten sollten Sie für gute Wachstumsbedingungen Ihres Ficus sorgen: geeigneter Standort, maßvolles Gießen, durchlässiges Substrat und zurückhaltende Düngung.
Wenn Sie Schädlinge bemerken, duschen Sie zunächst das Laub Ihres Ficus ab. Die Feuchtigkeit und der Wasserstrahl können ausreichen, um die unerwünschten Gäste zu entfernen. Wollläuse lassen sich mit einem in 70-prozentigem Alkohol getränkten Wattestäbchen von Hand beseitigen. Bei stärkerem Befall können Sie ein natürliches Insektizid aus Schmierseife herstellen. Wählen Sie reine Schmierseife und verdünnen Sie einen Esslöffel davon zusammen mit einem Esslöffel Pflanzenöl (Rapsöl, Sonnenblumenöl …) in 1 l lauwarmem Wasser. Füllen Sie die Mischung in eine Sprühflasche, schütteln Sie sie und sprühen Sie die befallenen Pflanzenteile ein. Wiederholen Sie die Behandlung bei Bedarf nach 8 bis 10 Tagen.
Sie können auch Farbtafeln in Form von Klebestreifen aufstellen, die die unerwünschten Gäste fangen. Im Freien raten wir davon ab, da sie nicht selektiv wirken und auch andere Insekten gefangen werden können. In Innenräumen können sie jedoch eine alternative Behandlung darstellen. Ästhetisch ist diese Lösung allerdings nicht besonders ansprechend.
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