Die Frühlingszwiebeln, Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und anderen Zwiebelblumen pflanzen Sie im Herbst. Doch wie pflanzen Sie sie richtig, damit sie bereits im ersten Jahr üppig blühen? Hier sind fünf goldene Regeln, damit Ihre Frühlingszwiebeln Sie nicht enttäuschen!

Der richtige Pflanzzeitpunkt
Die Pflanzzeit liegt grundsätzlich im Herbst. In der Praxis erstreckt sie sich jedoch von September bis Mitte Dezember, wie es meist auch auf den Verpackungen angegeben ist. Diese weite Zeitspanne berücksichtigt sowohl die nördlichen Regionen, in denen Sie bis Ende Oktober früher pflanzen, als auch die südlichen Regionen und Gebiete mit mildem Klima, in denen das Pflanzen bis Dezember möglich ist. Auch die Witterung spielt eine Rolle, denn in manchen sehr milden Herbsten können Sie noch recht spät pflanzen.
Der richtige Zeitpunkt ist gekommen, wenn die Nachttemperaturen auf 6–7 °C sinken. Für Tulpen und viele sogenannte Frühlingszwiebeln sind mindestens zwölf Wochen Kälte erforderlich. Diese sogenannte Vernalisation ist unter anderem für die Blütenbildung unerlässlich. Die winterliche Kälte ermöglicht es diesen Pflanzen, ihre Blüten zu entwickeln. Wenn Sie sie zur falschen Zeit pflanzen, bleibt der Erfolg daher aus.
Je später Sie pflanzen, desto später oder kürzer fällt die Blüte aus. Im ersten Jahr kann sie sogar ganz ausbleiben, wenn Sie Frühblüher zu spät pflanzen. Das gilt auch für empfindlichere Zwiebelblumen, die nach einer späten Pflanzung möglicherweise nicht austreiben. Lesen Sie dazu auch Pascals Artikel Frühlingszwiebeln spät pflanzen.
Hinweis: Pflanzen Sie Ihre Zwiebeln, sobald Sie sie kaufen oder nach einer Bestellung erhalten!
Einen gut drainierten Boden vorbereiten
Das ist das Geheimnis für den Erfolg mit den meisten Frühlingszwiebeln – und mit vielen anderen Zwiebelblumen. Nur wenige vertragen einen schweren oder lehmigen Boden. Damit sie sich in den Monaten bis zum Austrieb gut entwickeln, müssen Sie sie in einen lockeren, gut drainierten Boden pflanzen. Er darf im Winter nicht dauerhaft nass bleiben, da die Zwiebeln sonst unweigerlich faulen. Ist Ihr Boden zu schwer, lockern Sie ihn beim Ausheben der Pflanzlöcher unbedingt auf. Arbeiten Sie dazu einige Handvoll Sand oder bei sehr ungünstigem Boden eine 5 cm dicke Kiesschicht ein. Sie können auch feinen Splitt verwenden. Andernfalls pflanzen Sie die Zwiebeln in einen Topf!
Einige Zwiebeln sind auf einen besonders gut drainierten Boden angewiesen, weil sie in ihrer natürlichen Umgebung auf nährstoffarmen und trockenen, teils steinigen Böden wachsen. Dazu gehören botanische Zwiebelblumen wie manche Krokusse und einige botanische Tulpen, etwa die Greigii-Tulpe oder die Turkestan-Tulpe. Auch Zwerg-Iris, Steppenkerzen (Eremurus), Kaiserkrone und einige botanische Schachblumen gehören dazu. Ohne einen gut vorbereiteten Boden fällt ihnen die Einbürgerung schwer.

Für jede Zwiebel die richtige Pflanztiefe und der richtige Pflanzabstand
Mit zwei einfachen Regeln können Sie sich leicht merken, wie Sie Ihre Zwiebeln richtig pflanzen, ohne in einem Buch oder auf dem Smartphone nachzuschauen.
- Je größer die Zwiebel ist, desto tiefer pflanzen Sie sie in den Boden, denn …
- … eine Zwiebel wird ungefähr doppelt so tief gepflanzt, wie sie hoch ist. Das gilt für kleine und mittelgroße Zwiebeln. Größere Zwiebeln wie Ritterstern, Schopflilie, Stern der Peru und Kaiserkrone pflanzen Sie höchstens 20 cm tief.
Pflanzen Sie Zwiebeln niemals zu flach. Sie neigen dazu, sich aus dem Boden zu heben und nach oben zu wandern. Pflanzen Sie sie im Zweifel lieber etwas zu tief als zu flach. Eine Ausnahme bildet lehmiger Boden, in dem eine geringere Pflanztiefe empfehlenswert ist. Die größten Zwiebeln der Schachblumen legen Sie am besten leicht seitlich ab, damit sie nicht faulen.
Halten Sie bei kleinen Zwiebeln einen Abstand von 2 cm ein, bei größeren 3 bis 4 cm. Im Freiland erzielen Sie jedoch meist eine dichte, natürliche Wirkung. Das gilt besonders für kleine Zwiebeln. Pflanzen Sie Tulpen und Narzissen, aber auch Träubel und Krokusse daher ruhig etwas dichter. Setzen Sie jeweils 5 bis 7 Zwiebeln in ein Pflanzloch.
Lesen Sie auch unsere Artikel: Frühlingszwiebeln: der Ratgeber zur Pflanztiefe, die Zwiebelgröße, unsere ungewöhnlichen Tipps in So misslingt das Pflanzen von Zwiebeln in 5 Lektionen und Zwiebeln in großer Zahl pflanzen.
Die richtige Pflanzrichtung beachten
Jede Zwiebel hat eine bestimmte Pflanzrichtung. Orientieren Sie sich an der spitzesten Stelle: Sie muss nach oben zeigen. Diese Spitze ist bei den meisten Zwiebeln gut zu erkennen. Aus der flachen Seite wachsen die Wurzeln. Manchmal zeigen die Zwiebeln an der Spitze bereits einen kleinen grünen Austrieb. Daran lässt sich die Pflanzrichtung ebenfalls erkennen. Wenn Sie eine Zwiebel verkehrt herum pflanzen, kann sich die Pflanze nicht zum Licht entwickeln. Hat die Zwiebel bereits erste Wurzeln, müssen diese nach unten zeigen.
Wenn Sie sich wirklich nicht sicher sind, legen Sie die Zwiebel leicht schräg in den Boden. Das ist bei manchen Zwiebeln die beste Lösung.

Bei diesen Zwiebeln stellt sich die Frage nach der richtigen Pflanzrichtung besonders häufig:
- Erythronium bildet ungewöhnliche, längliche Zwiebeln, die an einen großen Zahn erinnern. Die Spitze muss nach oben zeigen, der verdickte Teil nach unten.
- Alpenveilchen haben flache, runde Knollen. Die konkave, also nach innen gewölbte Seite, muss nach oben zeigen.
- Anemone: Die Knollen sind meist flach und scheibenförmig. Auch hier muss die konkave Seite nach oben zeigen.
- Hahnenfuß bildet Knollen in Form von Krallen. Diese „Krallen“ müssen nach unten zeigen.
- Krokus: Die Knollen sind rundlich und leicht abgeflacht. Der breiteste, rundliche Teil muss nach unten zeigen, die spitzeste Stelle nach oben.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel: „In welcher Richtung pflanzt man Zwiebeln?“
Zwiebeln mit den richtigen Werkzeugen einfach pflanzen
Nun geht es ans eigentliche Pflanzen. Vergewissern Sie sich vorher, dass die Zwiebeln gesund sind. Sie dürfen keinen Schimmel aufweisen und müssen sich fest anfühlen.
Sie können einen Zwiebelpflanzer oder eine Pflanzkelle verwenden. Die Pflanzkelle, die zur Grundausstattung beim Gärtnern gehört, eignet sich ideal für kleine Zwiebeln und für alle, die ein vielseitiges Werkzeug bevorzugen. Manche Modelle verfügen sogar über eine Skala. Heben Sie ein Pflanzloch in der passenden Tiefe aus, setzen Sie die Zwiebel richtig herum hinein und bedecken Sie sie mit Erde.
Für größere Zwiebeln oder wenn es schneller gehen soll, können Sie einen Zwiebelpflanzer verwenden. Drehen Sie ihn bis zur gewünschten Tiefe in den Boden. Ziehen Sie ihn anschließend heraus. So entsteht ein Pflanzloch mit genau der richtigen Größe. Setzen Sie die Zwiebel hinein und füllen Sie das Loch wieder mit Erde.

Eine weitere wirksame Methode für große Flächen oder dichte Pflanzungen ist das Pflanzen in einer Furche. Heben Sie eine Furche in der passenden Tiefe aus, meist zwei- bis dreimal so tief wie die Zwiebeln hoch sind. Die Länge richten Sie nach Ihren Bedürfnissen. Setzen Sie die Zwiebeln mit der Spitze nach oben in die Furche. Halten Sie dabei den für die jeweilige Zwiebel empfohlenen Abstand ein. Sobald alle Zwiebeln an ihrem Platz liegen, füllen Sie die Furche mit Erde und drücken den Boden leicht an. Gießen Sie, wenn für die folgenden Tage kein Regen vorhergesagt ist. Mit dieser Methode können Sie viele Zwiebeln schnell und gleichmäßig auf großen Flächen pflanzen.
Vermeiden Sie in jedem Fall regelmäßige Abstände oder gerade Reihen. Das wirkt unnatürlich. Oft wird empfohlen, die Zwiebeln locker und zufällig auszustreuen und sie dort zu pflanzen, wo sie auf den Boden gefallen sind. Diese Methode funktioniert auch gut, wenn Sie Zwiebeln in einen Rasen pflanzen.
Und danach? Harken Sie den Boden glatt, aber gießen Sie nicht! Die Herbstregen übernehmen diese Aufgabe. Wenn Sie in einer Region mit trockenem Herbst und Winter leben, sollten Sie die Pflanzung dennoch etwas gießen.

Weitere Tipps
- Gießen Sie nicht. Die Niederschläge übernehmen diese Aufgabe für Sie!
- Markieren Sie Ihre Pflanzungen mit einem kleinen Stab oder Pflanzstab. Beschriften Sie ihn gegebenenfalls, wenn Sie im Herbst weitere Stauden pflanzen möchten. So vermeiden Sie, dass Sie die Zwiebeln versehentlich ausgraben.
- Da die Zwiebeln ihr Laub vollständig vergilben lassen müssen, um Nährstoffreserven zu bilden, kombinieren Sie sie mit einigen Stauden, die das etwas unansehnliche Laub verdecken. Der Herbst ist dafür der ideale Zeitpunkt!
Mein Tipp: Kombinieren Sie außerdem frühblühende mit später blühenden Zwiebeln. So verlängern Sie die Blütezeit Ihres Beetes. - Einige Nagetiere meiden Narzissen, Knoblauch und Schachblumen. Wenn Ihre Tulpen von Jahr zu Jahr verschwinden, pflanzen Sie diese Arten in ihrer Nähe. Auch Feldmäuse und Wühlmäuse verschmähen manche Zwiebeln wie Schneeglöckchen und Goldkrokus. Bleibt das Problem bestehen, pflanzen Sie die Zwiebeln unbedingt in Zwiebelkörbe. Alternativ können Sie selbst einen Schutz aus Hühnerdraht anfertigen. Lesen Sie auch: Wie schützt man Zwiebeln vor Nagetieren?
- Wenn Sie all diese Tipps beherzigen, können Ihre Zwiebeln jedes Jahr zuverlässig wiederkommen und sich mit den geeigneten Zwiebelblumen natürlich ausbreiten. Unter den Frühlingszwiebeln lässt sich nur die Tulpe am Ende der Saison, im Mai oder Juni, aus dem Boden nehmen und trocken lagern. Das ist vor allem sinnvoll, wenn sie unter sommergrünen Bäumen wachsen. Dort erhalten sie im Sommer weniger Wärme, was für eine erneute Blüte unerlässlich ist.

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