Die Gattung Cornus, also die Hartriegel, ist eine große botanische Gattung, die Sträucher, Bäume und sogar einige wenige Stauden umfasst. Je nach Typ oder Art des Hartriegels eignet sich eine andere Vermehrungsmethode. Hartriegel mit farbigen Trieben lassen sich leicht durch Stecklinge oder Absenken vermehren. Blumen-Hartriegel benötigen dagegen eine Pfropfung oder Aussaat und viel Geduld. Wie können Sie diese vielfältige Gruppe einfach vermehren? In unserem Ratgeber erklären wir Ihnen alles.

Blumen-Hartriegel oder Hartriegel mit dekorativen Trieben lassen sich sehr gut vermehren!
Durch Aussaat
Die Aussaat von Blumen-Hartriegeln (Cornus kousa, Cornus florida, Cornus nutalii ...) ist möglich, erfordert aber Geduld. Rechnen Sie mit mehreren Monaten bis zur Keimung und manchmal mit 20 Jahren, bevor Sie die ersten Blüten bewundern können.
- Sammeln Sie im Oktober oder November die Samen aus reifen Früchten.
- Weichen Sie sie 24 Stunden lang in Wasser ein.
- Säen Sie sie in Töpfe mit einem durchlässigen Substrat (leichte Blumenerde).
- Stellen Sie die Töpfe in ein Kalthaus und bringen Sie sie erst im folgenden Frühjahr ins Freie.
- Platzieren Sie die Töpfe im Halbschatten und halten Sie das Substrat mäßig feucht.
- Pikieren Sie die Jungpflanzen im Vierblattstadium einzeln. Pflanzen Sie sie im folgenden Herbst ins Freiland.
Die Aussaat von Cornus controversa und Cornus alternifolia ist unsicher, da nur wenige Samen keimfähig sind. Sammeln Sie im Oktober die Samen aus reifen Früchten, weichen Sie sie 24 Stunden ein und säen Sie sie anschließend in Töpfe mit einem durchlässigen Substrat. Im Übrigen gehen Sie genauso vor wie bei der Aussaat von Blumen-Hartriegeln.
Fruchthartriegel wie die Kornelkirsche säen Sie im März aus. Zuvor benötigen die im Herbst reif geernteten Samen eine Kaltstratifikation über den Winter. Säen Sie die Samen 2 cm tief in leichte Blumenerde. Halten Sie die Erde mäßig feucht. Die Keimung kann mehrere Wochen dauern. Haben sich die Jungpflanzen gut entwickelt, können Sie sie im Herbst pikieren.
Bei Hartriegeln mit dekorativen Trieben lohnt sich die Aussaat nicht, da sich Stecklinge und Absenker sehr einfach gewinnen lassen. Auch hier bleibt die Vorgehensweise gleich.

Cornus sericea, Cornus sanguinea und Cornus 'Alba Elegantissima'
Durch Stecklinge
Hartriegel mit dekorativen Trieben
Durch Stecklingsvermehrung können Sie schnell und einfach zahlreiche Pflanzen von Hartriegeln mit dekorativen Trieben (Cornus alba, Cornus sericea, Cornus sanguinea ...) aus nur einem Strauch gewinnen. Für die Vermehrung von Cornus eignen sich im Juli und August halbverholzte Stecklinge am besten:
- Schneiden Sie halbverholzte Stecklinge aus Seitentrieben. Die Triebe befinden sich dabei in der Übergangsphase vom weichen zum harten Holz. In diesem Entwicklungsstadium bewurzeln sich die geschnittenen Triebe besonders gut.
- Stecken Sie die Stecklinge in eine Mischung aus Sand und Torf. Stellen Sie sie bei 15 bis 18 °C auf.
- Topfen Sie die Stecklinge in eine Mischung aus Gartenerde und Blumenerde, sobald neue Blätter erscheinen. Überwintern Sie sie frostgeschützt.
- Beachten Sie, dass auch Stecklinge aus reifem Holz, die Sie im November oder Dezember schneiden, sehr gute Ergebnisse liefern.
Andere Hartriegel
Auch Blumen-Hartriegel, Etagen-Hartriegel (Cornus controversa und Cornus alternifolia) sowie Fruchthartriegel (Cornus mas und Cornus officinalis) können Sie über Stecklinge vermehren.
Allerdings ist die Stecklingsvermehrung bei diesen Hartriegeln nicht empfehlenswert, da der Erfolg sehr unsicher ist. Wenn Sie es versuchen möchten, schneiden Sie im August, gegebenenfalls auch im September, etwa 15 cm lange Stücke aus halbverholzten Trieben. Entfernen Sie die Blätter und Seitentriebe, lassen Sie aber die beiden obersten Blätter am Steckling stehen. Pflanzen Sie die Stecklinge an einem schattigen Platz in eine Mischung aus kalkfreier Gartenerde und Flusssand zur Auflockerung oder in Aussaaterde. Halten Sie sie unter gespannter Luft.
Wenn die Bewurzelung nach etwa zwei bis drei Monaten ausreichend ist, pikieren Sie die Stecklinge vorsichtig in Anzuchttöpfe. Überwintern Sie sie in einem kalten Frühbeet oder an einem anderen Ort, an dem die Temperatur nicht unter 12 °C fällt. Halten Sie das Substrat während der gesamten Kultur mäßig feucht. Erfolgreich bewurzelte Stecklinge können Sie erst im Herbst des folgenden Jahres auspflanzen.
Durch Absenken
Das Absenken eignet sich für Hartriegel mit dekorativen Trieben, insbesondere für Cornus alba und Cornus sericea. Deren tief hängende Zweige berühren häufig den Boden und bilden bei Bodenkontakt leicht Wurzeln. Beim Absenken regen Sie die Wurzelbildung an einem Teil eines Triebs an. Diesen Teil vergraben Sie vorübergehend, ohne ihn von der Mutterpflanze zu trennen. Graben Sie im Frühjahr oder Frühsommer lange, tief hängende Zweige in einem 20 cm tiefen Graben ein. Trennen Sie die bewurzelten Triebe im Herbst oder im folgenden Frühjahr ab. Kultivieren Sie sie ein Jahr lang im Topf, bevor Sie sie auspflanzen.
Durch Pfropfung
Fachleute im Gartenbau vermehren Blumen-Hartriegel vorzugsweise durch Okulation im Juli oder August. Als Unterlage eignet sich ein Cornus kousa var. Chine sis für Cornus kousa und deren Hybriden. Für amerikanische Blumen-Hartriegel-Sorten wird ein Cornus florida der Wildform verwendet. Das Edelreis ist ein einjähriger Trieb.
Bei der Vermehrung von Kultivaren von Cornus controversa und Cornus alternifolia liefert die Okulation ebenfalls gute Ergebnisse. Sie wird jedoch eher im November durchgeführt.
Die Okulation bei Hartriegeln wird als „ Okulation mit schlafendem Auge“ bezeichnet, da der Austrieb erst im folgenden Frühjahr beginnt. Wie führen Sie diese Okulation durch?
- Gießen Sie die Unterlage einige Tage vor der Pfropfung reichlich, damit sich ihre Rinde leicht lösen lässt.
- Wählen Sie zum Zeitpunkt der Pfropfung oder einige Tage zuvor einen gut verholzten diesjährigen Trieb aus. Er sollte hart und braun sein und kräftige Holzaugen der gewünschten Sorte tragen. Der Trieb sollte etwa die Stärke eines Bleistifts haben.
- Schneiden Sie sofort die Blattspreiten aller Blätter ab. Lassen Sie die Blattstiele stehen, damit die Knospen nicht austrocknen.
- Stellen Sie die Basis des Triebs einige Stunden vor der Pfropfung in ein Glas Wasser.
- Wählen Sie ein gut entwickeltes Auge des Edelreises aus, möglichst in der Mitte des Triebs, an der Blattachsel oder an einer Blattnarbe. Schneiden Sie mit einem Pfropfmesser etwa 1,5 cm unterhalb und oberhalb des Auges ein. Schieben Sie die Klinge anschließend von oben nach unten unter die Rinde. Dringen Sie dabei nicht zu tief in das Holz ein.
- Drehen Sie das entnommene Auge um. Entfernen Sie gegebenenfalls mit dem Spatel des Pfropfmessers den daran haftenden Holzstreifen.
- Führen Sie an einer glatten Stelle eines Triebs der Unterlage einen flachen T-Schnitt aus. Der Schnitt sollte nur bis zum Kambium reichen. Lösen Sie die Rinde an beiden Seiten vorsichtig mit dem Spatel des Pfropfmessers.
- Schieben Sie das Auge in die Kerbe. Schneiden Sie den über den T-Schnitt hinausragenden oberen Teil waagerecht ab, damit die Rindenränder genau aufeinanderliegen.
- Verbinden Sie die Pfropfstelle mit Flexiband oder feuchtem Bast. Die Gewebe müssen gut aufeinanderliegen. Bedecken Sie die Knospe jedoch nicht.
- War die Pfropfung erfolgreich, fällt der am Edelreis verbliebene Blattstiel nach 15 Tagen ab.
- Entfernen Sie das Bindematerial erst, wenn der Edeltrieb mindestens 5 bis 10 cm gewachsen ist.
- Warten Sie, bis der Edeltrieb im Frühjahr 30 cm erreicht hat. Schneiden Sie dann die Unterlage 15 cm oberhalb der Pfropfstelle zurück. Binden Sie den Edeltrieb an diesen Stummel.

Die Pfropfung eignet sich für Blumen-Hartriegel
Durch Abtrennen von Wurzelschösslingen oder Naturverjüngung
Einige Hartriegel, wie Cornus sanguinea, der Blutrote Hartriegel, bilden viele Wurzelschösslinge. So können Sie kostenlos eine neue Pflanze gewinnen. Trennen Sie den Wurzelschössling mit einem scharfen Spaten von der Mutterpflanze ab. Pflanzen Sie die Jungpflanze im Frühjahr, besser noch im Herbst, an einem anderen Standort ein.
Einige nicht hybride Blumen-Hartriegel können sich unter günstigen Bedingungen unter den Bäumen selbst aussäen. Graben Sie die Jungpflanze aus und setzen Sie sie im Freiland an einen anderen Standort. Alternativ können Sie sie ein Jahr lang im Topf kultivieren und anschließend endgültig auspflanzen. Führen Sie diese Arbeit vorzugsweise im Herbst durch.

Cornus sanguinea
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