Möchten Sie erfolgreich Stecklinge ziehen und die Wurzelbildung fördern? Natürliche Bewurzelungshormone eignen sich hervorragend, um das Wurzelwachstum anzuregen und Ihre Erfolgschancen zu erhöhen. Einige, zum Beispiel Wasser aus Weiden, erweisen sich als ebenso wirksam wie synthetische Hormone. Warum sollten Sie also nicht auf natürliche Mittel setzen? Außerdem sparen Sie Geld und schonen die Umwelt. Entdecken Sie unsere Rezepte für zu Hause und befolgen Sie unsere praktischen Tipps, um kräftige Stecklinge zu erhalten.

Die Vorteile natürlicher Bewurzelungshormone

Natürliche Bewurzelungshormone fördern das schnelle Wurzelwachstum und beschleunigen dadurch die Bewurzelung der Stecklinge. Außerdem beschleunigen sie die Wundheilung, die durch den Rückschnitt angeregt wird. So können Sie schneller neue Pflanzen erhalten.

Die Verwendung von Bewurzelungshormonen erhöht außerdem die Erfolgschancen Ihrer Stecklinge. Sie regen die Bildung kräftiger Wurzeln an und verringern das Risiko, dass die Vermehrung misslingt.

Im Gegensatz zu sogenannten synthetischen Hormonen sind sie natürlichen Ursprungs und ebenso wirksam. Dadurch sind sie umweltfreundlich und kostengünstig.

Sie eignen sich für eine große Auswahl an Pflanzen für den Außen- und Innenbereich: Sträucher, Stauden, Obstgehölze und andere. Besonders wirksam sind sie bei halbverholzten Trieben, die erst vor Kurzem von Grün zu Braun gewechselt haben und noch etwas biegsam sind.

Einige Rezepte für zu Hause, etwa auf Basis von Zimt oder Honig, besitzen natürliche pilzhemmende Eigenschaften und schützen junge Stecklinge vor Infektionen.

Hier sind die natürlichen Bewurzelungshormone, die Sie zu Hause selbst herstellen können. Sie sind von den bekanntesten und wirksamsten bis zu den weniger verbreiteten Mitteln geordnet.

Weidenwasser

Weidenwasser (botanisch Salix) ist das am häufigsten verwendete natürliche Bewurzelungshormon. Weiden enthalten Salicylsäure und Indolbuttersäure, die das Wurzelwachstum hervorragend anregen. Weidenwasser fördert dadurch eine schnelle Bewurzelung. Außerdem ist seine Wirksamkeit seit Langem bekannt.

Zutaten:

  • Stücke junger Weidenzweige, von allen Weidenarten außer der Sal-Weide
  • Regenwasser

Schnelles Rezept für Weidenwasser:

1- Schneiden Sie Weidenzweige, vorzugsweise junge Triebe, die besonders reich an Wachstumshormonen sind.

2- Hacken Sie die Zweige in kleine Stücke und zerdrücken Sie sie mit einem Hammer, damit die Hormone leichter herausgelöst werden.

3- Geben Sie die Stücke in ein Gefäß und fügen Sie zwei Teile Regenwasser auf einen Teil Zweige hinzu.

4- Lassen Sie die Stücke 24 bis 48 Stunden bei Raumtemperatur einweichen.

5- Filtern Sie das Weidenwasser und legen Sie die Stecklinge einige Stunden oder sogar über Nacht hinein, bevor Sie sie pflanzen. Sie können das Weidenwasser in den ersten Wochen nach dem Pflanzen auch zum Gießen der Stecklinge verwenden.

Diese Lösung hält sich in einem luftdicht verschlossenen Gefäß im Kühlschrank etwa einen Monat.

Alternative : längeres Einweichen

Mit dieser Methode lässt sich eine größere Menge wirksamer Verbindungen herauslösen. Außerdem bietet sie eine höhere Erfolgsquote bei der Stecklingsvermehrung.

1- Für diese konzentriertere Variante geben Sie die geschnittenen Zweigstücke, ohne sie zu zerdrücken, in ein Gefäß. Fügen Sie Regenwasser mit Raumtemperatur hinzu.

2- Lassen Sie die Mischung mindestens 3 bis 4 Wochen ziehen und rühren Sie sie gelegentlich um.

3- Danach erhalten Sie eine zähflüssige, bräunliche Flüssigkeit. Bestreichen Sie die Basis Ihrer Stecklinge damit und pflanzen Sie sie anschließend ein.

Weidenwasser

Brombeerwasser

Wasser aus der Brombeere enthält ebenso wie Weidenwasser natürliche Wachstumshormone, darunter erneut Indolbuttersäure, die die Bewurzelung von Stecklingen anregen können. Das verbessert die Erfolgschancen bei der Stecklingsvermehrung.

Benötigte Zutaten

  • Stücke von Wurzeln oder junge Zweige der Brombeere (Rubus spp.)
  • Regenwasser

Zubereitung

1- Entnehmen Sie Wurzeln oder junge Zweige der Brombeere. Spülen Sie die Wurzeln mit klarem Wasser ab.

2- Schneiden Sie sie in etwa 5 cm lange Stücke.

3- Geben Sie die Stücke in ein Gefäß und fügen Sie Regenwasser hinzu (2 Tassen Wasser auf 1 Tasse Zweige). Lassen Sie die Mischung 24 bis 48 Stunden bei Raumtemperatur ziehen.

4- Filtern Sie die Flüssigkeit und lassen Sie die Stecklinge im Brombeerwasser einweichen. Anschließend können Sie sie pflanzen. Verwenden Sie das restliche Wasser aus der Brombeere in den folgenden Tagen zum Gießen der Stecklinge.

Honig

Honig besitzt natürliche antibakterielle und pilzhemmende Eigenschaften. Auf Pflanzen aufgetragen, kann Honig helfen, Stecklinge vor Infektionen zu schützen, die durch die Schnittstelle eindringen könnten. Außerdem soll Honig Enzyme enthalten, die das Wurzelwachstum anregen können. Dies wurde jedoch wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

1- Verwenden Sie für diese Methode nicht pasteurisierten Honig.

2- Tauchen Sie einfach das Schnittende der Stecklinge in den Honig.

3- Pflanzen Sie die Stecklinge anschließend in die vorbereitete Blumenerde.

Zimt

Wie Honig wird auch Zimt wegen seiner pilzhemmenden und antibakteriellen Eigenschaften verwendet und hilft, Stecklinge vor Infektionen zu schützen. Das kann Ihre Erfolgschancen erhöhen, weil Krankheiten vermieden werden. Zimt beschleunigt jedoch nicht die Wurzelbildung.

Zimtaufguss

1- Kochen Sie einen Liter Regenwasser auf und geben Sie zwei Esslöffel gemahlenen Zimt hinzu.

2- Lassen Sie den Aufguss etwa eine Stunde ziehen.

3- Filtern Sie die Mischung, um die Zimtrückstände zu entfernen und einen Zimtaufguss zu erhalten.

4- Sobald der Aufguss Raumtemperatur erreicht hat, tauchen Sie die Stecklinge hinein und lassen Sie sie eine Stunde darin liegen.

5- Pflanzen Sie Ihre Stecklinge in ihre Töpfe. Verwenden Sie den restlichen Zimtaufguss zum Gießen der frisch gepflanzten Stecklinge. Wiederholen Sie dies einige Tage lang.

Alternative: Zimtpulver

1- Befeuchten Sie das Schnittende der Stecklinge leicht, indem Sie es in Wasser tauchen.

2- Wälzen Sie das Schnittende der Stecklinge im Zimtpulver, sodass die Schnittstelle vollständig bedeckt ist.

3- Pflanzen Sie Ihre Stecklinge in ein geeignetes Substrat.

Praktische Tipps für erfolgreiche Stecklinge

Wählen Sie gesunde Stecklinge

Wählen Sie für Ihre Stecklinge kräftige, gesunde Triebe, die frei von Krankheiten und Schädlingen sind und möglichst keine Blüten tragen. Einjährige Triebe mit noch grünem Holz oder halbverholzte Triebe, deren Holz erst vor Kurzem braun geworden ist, bieten bessere Erfolgschancen.

Bereiten Sie Ihre Stecklinge und Werkzeuge richtig vor

Desinfizieren Sie vor dem Schneiden Ihre Gartenschere, um die Übertragung von Krankheiten zwischen den Pflanzen zu verhindern. Schneiden Sie direkt unterhalb eines Knotens, also der Stelle am Trieb, an der die Blätter austreiben. Entfernen Sie anschließend die unteren Blätter, damit sie nicht faulen.

Pflanzen Sie in ein geeignetes Substrat

Um die Bewurzelung zu fördern, pflanzen Sie Ihre Stecklinge in eine leichte, gut durchlässige Mischung. Sie können eine Mischung aus Aussaaterde, Flusssand und Perlite verwenden, um ein ideales Umfeld für die neuen Wurzeln zu schaffen.

Halten Sie die Feuchtigkeit konstant

Stecklinge benötigen eine konstante Feuchtigkeit, um richtig Wurzeln zu bilden. Decken Sie Ihre Stecklinge mit einer Kunststoffhaube, einer halbierten Kunststoffflasche oder einer durchsichtigen Plastiktüte ab, um einen Treibhauseffekt zu erzeugen und die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten. Achten Sie darauf, dass die Tüte die Blätter nicht berührt. Verwenden Sie Stäbchen, um sie auf Abstand zu halten. Lüften Sie alle 2 bis 3 Tage einige Minuten, damit sich kein Schimmel bildet.

Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt

Frühling und Sommer, besonders der August, sind die besten Zeiträume für die Stecklingsvermehrung. Die Pflanzen wachsen dann kräftig, was die Bewurzelung fördert. Außerdem herrschen milde Temperaturen.

Wählen Sie den richtigen Standort

Stellen Sie Ihre Stecklinge an einen hellen Standort, der vor direkter Sonne geschützt ist.

Weitere Informationen zur Stecklingsvermehrung

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