Junge Obstbäume benötigen in der Regel einen Baumpfahl, damit sie gerade wachsen und ein gutes Anwurzeln gefördert wird.
Bestimmte Standortbedingungen machen eine Anbindung besonders notwendig: Hanglagen, Gärten mit starken Winden oder häufigen Unwettern, instabile oder lockere Böden (sandig, schluffig) sowie besonders feuchte Böden.
Auch Bäume mit einem im Verhältnis zu ihren Zweigen kleinen Wurzelsystem oder mit einem sehr dünnen und empfindlichen Stamm benötigen Unterstützung, damit sie gut verankert sind und standsicher wachsen.
Sehen wir uns daher gemeinsam die verschiedenen Methoden, das benötigte Material und die richtige Vorgehensweise zum Anbinden von Obstbäumen an, ohne ihre natürliche Entwicklung zu behindern.

Obstbäume am Spalier (Foto: Malcom Manners)
Wann sollte ein Obstbaum angebunden werden?
Der Baumpfahl sollte unmittelbar vor dem Pflanzen des Obstbaums gesetzt werden, damit die Wurzeln nicht beschädigt werden. Eine frühzeitige Anbindung hilft dem Baum, trotz späterer Belastungen durch Wind und Regen gerade und aufrecht zu wachsen.
Ein Obstbaum, der mehrere Jahre ohne Baumpfahl schief gewachsen ist, lässt sich nur schwer oder gar nicht mehr aufrichten.
Der Baumpfahl bleibt etwa ein Jahr, höchstens zwei Jahre, stehen und wird anschließend entfernt. Diese Zeit benötigt der Obstbaum, um gut anzuwurzeln.
Umgekehrt kann ein zu lange stehen gelassener Baumpfahl die Wurzeln oder die Rinde des Baumes beschädigen. Ist die Anbindung mit der Zeit zu straff, kann sie sogar den Transport des Pflanzensafts behindern.
Die verschiedenen Anbindemethoden
Es gibt verschiedene Methoden, um Obstbäume anzubinden. Wählen Sie die passende Methode abhängig vom Alter und den Maßen des Baumes, vom Stammdurchmesser sowie von den Bedingungen an seinem Standort aus.
- Die einfache Anbindung mit einem einzelnen Baumpfahl, die wir in diesem Artikel ausführlich vorstellen, reicht für einen jungen Obstbaum mit einer Höhe von bis zu 3 oder 4 Metern und einem Stammdurchmesser von weniger als 10 cm meist aus.
- Bei der doppelten Anbindung mit zwei Baumpfählen setzen Sie zwei Pfähle auf beiden Seiten eines größeren Baumes. Waagerechte Latten verbinden und stabilisieren die Pfähle.
- Für eine Anbindung mit drei oder vier Baumpfählen setzen Sie drei oder vier Pfähle dreieckig oder quadratisch um den Baum. Waagerechte Latten stabilisieren die Konstruktion.
- Eine Abspannung eignet sich für oft voluminöse, solitär gepflanzte Bäume und/oder Bäume, die starken Unwettern ausgesetzt sind, etwa bestimmte Nadelgehölze. Dafür setzen Sie rund um den Baum Verankerungspunkte wie Pfosten oder Streben. Spannseile oder Kabel verbinden diese mit dem Stamm.
- Beim Spalier befestigen Sie den Baum mit oder ohne Gerüst. Diese Methode unterstützt vor allem das Wachstum der Zweige und hilft dabei, die Wuchsform von Bäumen oder Sträuchern zu gestalten.

Doppelte Anbindung und Anbindung mit drei Baumpfählen (Foto: Alabama Extension)
Das benötigte Material auswählen
Die verschiedenen Baumpfähle
Bei der Auswahl eines Baumpfahls für einen Obstbaum sind Höhe und Durchmesser entscheidend: Der Durchmesser sollte idealerweise 5 bis 10 cm betragen. Die Höhe sollte etwa zwei Drittel der Stammhöhe erreichen, aber unterhalb der ersten Zweige enden.
Für eine Abspannung stehen verschiedene Materialien zur Verfügung:
- unbehandelte, witterungsbeständige Holzpfosten oder Holzpflöcke aus Esskastanie oder Hasel. Sie sind natürlich, robust und langlebig;
- Baumpfähle aus Kunststoff oder kunststoffbeschichtetem Stahl. Sie sind preiswert, stabil und leicht erhältlich, aber weniger umweltfreundlich;
- Baumpfähle aus Bambus. Sie sind natürlich, dekorativ und einige Jahre lang widerstandsfähig, im Durchschnitt 3 bis 4 Jahre.
Wiederverwendete Betonstahlstäbe sind robust und besonders langlebig. Ihr Durchmesser ist jedoch meist zu gering, um eine gute Anbindung zu gewährleisten.
Vermeiden Sie außerdem zu biegsame und dünne Schnittzweige. Sie können sich durchbiegen und bieten dann keinen ausreichenden Halt.

Baumpfähle aus Holz, Kunststoff und Bambus
Die verschiedenen Befestigungsbänder
Für die Anbindung gibt es verschiedene Bänder und Befestigungen. Wichtig ist vor allem, weiche und hochwertige Befestigungen auszuwählen, die den Stamm weder verletzen noch beschädigen.
Bevorzugen Sie:
- Anbindegurte aus Kunststoff oder Schaumstoff. Ein Rastersystem ermöglicht eine gute Anpassung;
- weiche Gummibänder wie Tree fix oder wiederverwendete Fahrradschläuche;
- Metallbänder nur, wenn sie mit Schaumstoff oder Elastomer ummantelt sind, etwa Biflex oder Toltex;
- Bänder aus Weidenruten.
Vermeiden Sie Schnüre oder dünne Kunststoffbänder. Sie sind wenig langlebig und robust und können die Rinde sogar verletzen.

Bänder aus Schaumstoff, Gummi und mit Schaumstoff ummanteltem Metall
So binden Sie einen Obstbaum richtig an
Je nachdem, ob der Baum im Container steht oder wurzelnackt ist, setzen Sie den Baumpfahl schräg oder senkrecht parallel zum Stamm.
So gehen Sie vor:
- Heben Sie das Pflanzloch aus und gießen Sie den Boden;
- Richten Sie den Obstbaum wie gewünscht aus;
- Setzen Sie den Baumpfahl etwa 15 cm vom Stamm entfernt auf der dem Hauptwind zugewandten Seite. So sorgen Sie für eine gute Stabilität und schützen den Baum vor Windböen;
- Setzen Sie den Baumpfahl bei einem Obstbaum aus dem Container in einem Winkel von 45° schräg ein, damit der Wurzelballen nicht beschädigt wird, oder bei einem wurzelnackten Obstbaum senkrecht;
- Nehmen Sie den Baum wieder heraus und schlagen Sie den Baumpfahl mit einem Vorschlaghammer sicher ein. Setzen Sie ihn etwa 50 cm tief, idealerweise tiefer als die Wurzeln des Baumes;
- Pflanzen Sie den Obstbaum und füllen Sie das Pflanzloch wieder mit Boden auf;
- Befestigen Sie den Baumpfahl mit einem Anbindeband in halber Stammhöhe am Stamm und führen Sie das Band in Form einer Acht: Legen Sie das Band zunächst um den Stamm und befestigen Sie es anschließend über Kreuz am Baumpfahl. So berühren sich Baumpfahl und Stamm nicht direkt und scheuern nicht aneinander. Ist der Baumpfahl hoch, bringen Sie etwa alle 50 cm ein weiteres Band an;
- Gießen Sie großzügig, damit der Baum gut anwächst.

Das Band bildet eine „Acht“ um den Stamm und den schräg gesetzten Baumpfahl.
Nach dem Anbinden
Kontrollieren Sie idealerweise zu jeder Jahreszeit:
- die Stabilität und den Zustand des Baumpfahls;
- die Spannung der Befestigungsbänder, damit sie den Stamm nicht mit zunehmendem Stammdurchmesser einschnüren.
Diese Fehler sollten Sie beim Anbinden vermeiden
- Den Baumpfahl in den Wurzelballen des Baumes oder direkt in die Wurzeln zu schlagen.
- Die Bänder zu straff zu ziehen und den Stamm einzuschnüren. Der Baum kann sich dann nicht mehr leicht im Wind bewegen und sich nicht richtig entwickeln.
- Den Baumpfahl und das Befestigungsband nach spätestens zwei Jahren nicht zu entfernen. Dadurch werden das Wachstum und die gute Entwicklung des Wurzelsystems schließlich beeinträchtigt.
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