Wenn man die zarte Blüte einer Orchidee bewundert, könnte man meinen, es handle sich um eine anspruchsvolle, vielleicht sogar launische Pflanze. Als tropische Pflanze lässt sie sich in Innenräumen an einem hellen Standort ohne direkte Sonne gut kultivieren, idealerweise bei einer Temperatur zwischen 18 und 22 °C. Orchideen, die in Innenräumen kultiviert werden, insbesondere Phalaenopsis, aber auch Cymbidium oder Dendrobium, sind trotz ihrer edlen Erscheinung pflegeleicht, robust und blühfreudig. Sie haben allerdings sehr spezielle Bedürfnisse, die sich deutlich von denen anderer Pflanzen unterscheiden. Auch wenn Sie Orchideen in Innenräumen kultivieren, dürfen Sie sie keinesfalls in Blumenerde für Grünpflanzen umtopfen. Die wunderschönen Blüten dieser Orchideen sind einige Anpassungen durchaus wert!
Wann sollten Sie umtopfen?
Orchideen werden häufig blühend in sehr kleinen, durchsichtigen Kunststofftöpfen angeboten oder verschenkt. Diese Töpfe eignen sich gut für ihre Kultur, auch wenn die Pflanzen darin beengt wirken. Topfen Sie die Orchidee um, wenn sie keine Blüten mehr bildet. Danach empfiehlt sich das Umtopfen alle 2 oder 3 Jahre außerhalb der Blütezeit. Vermeiden Sie dafür den Winter. Idealerweise topfen Sie im Frühjahr oder Herbst um. Zusätzlich zu diesem empfohlenen Zeitraum sollten Sie umtopfen, wenn zahlreiche Wurzeln aus dem Topf herauswachsen und/oder sich neue Triebe außerhalb des Topfes bilden.
Welchen Topf sollten Sie wählen?
Als epiphytische Pflanze wächst die Orchidee in ihrer natürlichen Umgebung auf der Rinde von Bäumen. Sie benötigt nur wenig Substrat und daher einen kleinen Topf. Beim Umtopfen sollten Sie außerdem die ursprüngliche Topfgröße möglichst beibehalten. Wählen Sie einen etwas größeren Topf, aber keinen deutlich größeren. Idealerweise ist der neue Orchideentopf nur 2 Zentimeter größer als der bisherige, maximal 4 cm. Zwei Topftypen eignen sich für die Kultur von Orchideen:
- Ein poröser Terrakottatopf sorgt für eine gute Belüftung der Wurzeln. Da das für Orchideen geeignete Substrat jedoch sehr durchlässig ist, müssen Sie möglicherweise etwas häufiger gießen.
- Ein durchsichtiger Kunststofftopf ermöglicht es Ihnen, den Zustand der Wurzeln gut zu kontrollieren. Wenn Sie ein geeignetes Substrat verwenden, besteht bei einem Kunststofftopf keine Gefahr, dass die Wurzeln aufgrund von Staunässe ersticken. Das Substrat ist ausreichend durchlässig. Da der Topf durchsichtig ist, können Sie überprüfen, ob die Wurzeln grünlich-weiß und fest bleiben. Sie können den Kunststofftopf in einen Übertopf Ihrer Wahl stellen. Achten Sie jedoch darauf, dass nach dem Gießen kein Wasser darin stehen bleibt. Alles hängt von der richtigen Dosierung ab. Ein Kunststofftopf hat den Vorteil, dass er die Feuchtigkeit besser hält als ein Terrakottatopf.

Welches Substrat?
Das Substrat dieser epiphytischen Pflanzen ist sehr speziell. Es besteht aus Rindenstücken und Fasern. Die grobe, lockere Mischung setzt sich aus verschiedenen, sorgfältig ausgewählten Kultursubstraten zusammen. Sie hat wenig mit Blumenerde für Grünpflanzen zu tun, die an den Wurzeln klebt. Die Grundlage bilden Pinienrindenstücke. Sie können bereits fertig gemischte Orchideenerde kaufen. Je nach Mischung können außerdem Bims, Perlite, Kokosfasern oder Holzkohle enthalten sein.
Diese Kultursubstrate ahmen die natürliche Umgebung von Orchideen nach , die meist auf der Rinde von Bäumen wachsen. Sie ernähren sich von Humus und zersetzenden Pflanzenresten, die sich in Spalten oder Astgabeln sammeln. Die Substrate sind porös, besonders luftig und durchlässig. So werden die dicken, besonderen Wurzeln der Orchideen gut mit Sauerstoff versorgt und können sich ungehindert entwickeln. Zugleich besteht keine Gefahr, ihre empfindlichen Wurzelspitzen zu verletzen. Die Rindenstücke fördern außerdem die Entwicklung von Mikroorganismen, die Nährstoffe verfügbar machen. Die in der Rinde enthaltenen Gerbstoffe helfen, bodenbürtige pathogene Pilze abzuwehren. Sie müssen dem Substrat jedoch zusätzlich Dünger zuführen, da dieser in den Mischungen nicht enthalten ist. Verwenden Sie dafür Düngestäbchen oder Flüssigdünger.

Wie topfen Sie eine Orchidee um?
- Nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf und entfernen Sie trockene Blätter. Entwirren Sie die Wurzeln und entfernen Sie das alte Substrat.

- Schneiden Sie beschädigte Wurzeln und zu lange Wurzeln, die nicht in den vorgesehenen Topf passen, mit einer desinfizierten Gartenschere ab.
- Geben Sie etwas von dem ausgewählten Substrat auf den Topfboden.
- Setzen Sie die Pflanze vorsichtig ein.
- Füllen Sie den Topf vorsichtig mit dem Kultursubstrat auf. Achten Sie darauf, dass alle Hohlräume gut ausgefüllt sind.

- Drücken Sie das Substrat rund um die Pflanze und am Topfrand kräftig an.
- Sie sollten den Topf an der Pflanze hochheben können, ohne dass er sich von ihr löst.
- Gießen Sie die Orchidee nicht, sondern besprühen Sie das Substrat mit Wasser. Wiederholen Sie dies einen Monat lang täglich, bevor Sie wieder mit dem Gießen und Düngen beginnen.

Pflege
Nach einem Monat, sobald sich neue Wurzeln zeigen, können Sie wieder regelmäßig gießen und düngen.
Gießen
Einmal pro Woche zu gießen, reicht aus. Gehen Sie dabei sorgfältig vor, damit das Kultursubstrat vollständig durchfeuchtet wird. Sie können den Orchideentopf 10 Minuten lang in Wasser tauchen, ohne die Pflanze vollständig unterzutauchen. So verhindern Sie, dass das Substrat weggespült wird. Lassen Sie den Topf gut abtropfen, bevor Sie ihn wieder an seinen Platz stellen. Alternativ können Sie mit einer Gießkanne mit feiner Brause eine Wassermenge ausbringen, die dem Topfvolumen entspricht. Verwenden Sie zimmerwarmes Wasser mit möglichst wenig Kalk: Regenwasser, gefiltertes Wasser oder Leitungswasser, das 24 Stunden stehen konnte, damit das Chlor verdunstet.

Dünger
Geben Sie vom Frühjahr bis zum Herbst alle zwei bis drei Wochen Flüssigdünger in das Gießwasser. Wenden Sie ihn auf einem bereits angefeuchteten Substrat an. Alternativ können Sie im Frühjahr Düngestäbchen in das Substrat stecken.
Benötigtes Material:
- Ein neuer Topf (wählen Sie einen Topf in geeigneter Größe mit Abzugslöchern)
- Orchideensubstrat (Mischung aus Kokosfasern, Rinde und Perlite oder Vermiculite)
- Saubere und desinfizierte Schere
- Gartenhandschuhe (optional)
- Sauberes Wasser
- Eine Sprühflasche
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