Unbestreitbar verleiht eine Jungfernrebe jeder Fassade eine dekorative Note und lässt sie sogar wie das charmante Haus einer alteingesessenen bürgerlichen Familie wirken. Ihr dichter Wuchs und ihr sehr schnelles Wachstum ermöglichen es außerdem, eine unansehnliche Mauer oder einen wenig attraktiven Zaun zu verbergen oder unter einer Pergola oder einem Gartenpavillon rasch Schatten zu spenden. Wenn der Herbst kommt, leuchtet sie in Rot- und Kupfertönen. Mit ihren Haftwurzeln am Ende der Ranken hält sie sich problemlos an nahezu jedem Untergrund fest. Und genau darin liegt das Problem! Denn diese Jungfernrebe kann mitunter zu stark wuchern. Dann wird ihre Entfernung unumgänglich. Doch wie gehen Sie dabei vor? Welche Risiken bestehen beim Entfernen einer Jungfernrebe? Und vor allem: Wie beseitigen Sie die Haftwurzeln, die an der Mauer zurückbleiben?

Warum eine Jungfernrebe entfernen?
Für die Entfernung einer Jungfernrebe gibt es viele Gründe. Diese sind vor allem individuell. Manche sehen darin ein Sakrileg, andere eine Erleichterung. Das gilt besonders, wenn Sie die Jungfernrebe nicht selbst gepflanzt, sondern sie mit dem Kauf eines Hauses „geerbt“ haben …
Die Entfernung einer Jungfernrebe kann daher aus mehreren Gründen sinnvoll sein:
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Sie ist so stark gewachsen, dass sie das Dach bedeckt, sich unter die Dachziegel schiebt, die Dachrinnen verstopft und den Lichteinfall vor den Fenstern vermindert.
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Sie haben genug davon, diese Jungfernrebe ein- bis zweimal im Jahr zurückzuschneiden. Diese Arbeit kostet viel Zeit und birgt gewisse Gefahren, da Sie dafür auf eine Leiter steigen müssen.
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Unter der Jungfernrebe können sich manchmal Moose und Flechten entwickeln. Auch Pilze können sich ausbreiten und langfristig den Fassadenputz oder den Anstrich schwächen.
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Im Sommer werden Sie von Insekten heimgesucht, die ins Haus gelangen. Dazu gehören beispielsweise Wespen oder Spinnen, die als störend empfunden werden können. Auch Eidechsen finden im Laub der Jungfernrebe Nahrung.
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Sie befürchten, dass die Haftwurzeln die Fassade beschädigen. Seien Sie jedoch beruhigt: Die Haftwurzeln der Jungfernrebe dringen nicht in Fassadenbeschichtungen ein. Anders ist es bei den Haftwurzeln von Efeu oder der Amerikanischen Klettertrompete, die an einer rissigen, bröckelnden oder aus Lehm bestehenden Mauer Schäden verursachen können.
Bevor Sie jedoch die radikale Entscheidung treffen, Ihre Jungfernrebe zu entfernen, sollten Sie bedenken, dass Ihre Jungfernrebe auch einige Vorteile bietet:
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Sie verleiht Ihrem Haus einen besonderen Charakter, vor allem im Sommer und im Frühjahr.
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Sie ist ein Reservoir für Biodiversität. In ihr leben nützliche Helfer für die biologische Bekämpfung von Schädlingen und für die Bestäubung. Auch Eidechsen und Vögel finden dort einen Lebensraum. Sie sind für den Garten und den Gemüsegarten ebenfalls unverzichtbar.
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Sie wirkt als Wärmeregulator, da sie einen Schutz vor sommerlicher Hitze bildet.
Meine Argumente überzeugen Sie nicht?

Wie lässt sich eine Jungfernrebe entfernen?
Bevor Sie mit der Entfernung beginnen, legen Sie die benötigten Werkzeuge bereit.
Das benötigte Material
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Eine gute Gartenschere
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Eine Astschere mit ausreichend langem Griff
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Ein Paar Schutzhandschuhe
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Eine Gießkanne
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Gegebenenfalls eine Leiter
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Eine Spitzhacke
So entfernen Sie die Jungfernrebe

- Gießen Sie den Fuß der Jungfernrebe reichlich, damit der Boden gut durchfeuchtet wird. So lässt sie sich leichter ausgraben.
- Durchtrennen Sie mit der Astschere und der Gartenschere die Haupt- und Seitentriebe an mehreren Stellen nahe der Basis.
- Ziehen Sie vorsichtig an den Trieben, um sie von der Fassade zu lösen. Dabei sollte die Mauer nicht beschädigt werden, da die Haftwurzeln nicht besonders fest anhaften.
- Wenn Sie damit fertig sind, nehmen Sie sich den Pflanzenfuß vor und graben Sie ihn aus. Wenn Sie die Jungfernrebe behalten möchten, müssen Sie die neuen Triebe, die unweigerlich aus der Basis austreiben, regelmäßig zurückschneiden.
- Graben Sie mit der Spitzhacke rund um den Fuß der Jungfernrebe, um die Wurzeln möglichst tief zu entfernen.
- Graben Sie den Fuß der Jungfernrebe von Hand aus.
Wie lassen sich die Haftwurzeln der Jungfernrebe entfernen?

Alle Arten der Jungfernrebe besitzen Ranken, mit denen sie sich an vorhandenen Rankhilfen festhalten, etwa an Stäben, Rankgittern, Bögen, Pergolen, Gartenpavillons oder Zäunen. Das gilt beispielsweise für Sorten von Parthenocissus quinquefolia und für die meisten Arten der Doldenrebe. Ohne Rankhilfe können diese Jungfernreben jedoch keine Mauer erklimmen.
Andere Sorten, etwa die Dreilappige Jungfernrebe (Parthenocissus tricuspidata) oder die Chinesische Jungfernrebe (Parthenocissus henryana), besitzen dagegen Haftscheiben, die eine Art Pflanzensaft absondern und es ihnen ermöglichen, an Mauern zu haften. Beim Ausgraben des Pflanzenfußes bleiben diese Haftscheiben jedoch an der Fassade zurück. Es handelt sich um die kleinen schwarzen Flecken, die auf den Mauern sichtbar sind.
Wenn Sie Ihre Fassade nicht verändern möchten, können die Haftscheiben dort bleiben, ohne Probleme zu verursachen. Wenn Sie jedoch den Putz erneuern, neu verputzen oder die Fassade einfach streichen möchten, sollten Sie sie entfernen.
Wie gehen Sie dabei vor?
- Warten Sie einige Wochen, bevor Sie tätig werden. Die Haftscheiben sind dann vom Mutterstock getrennt und werden nicht mehr mit Pflanzensaft versorgt, sodass sie eintrocknen.
- Sprühen Sie ein Fungizid und ein Mittel gegen Moose auf Ihre Fassade.
- Warten Sie 3 bis 4 Tage, damit das Mittel wirken kann.
- Ergänzen Sie die Behandlung durch das Abbürsten besonders hartnäckiger Stellen.
- Spülen Sie die Fassade mit einem Hochdruckreiniger, der mit einer rotierenden Düse ausgestattet ist.
Wenn hartnäckige Haftscheiben zurückbleiben, können Sie eine professionelle Reinigung mit Druckluft oder Wasserstrahl in Betracht ziehen.
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