Die Weinrebe nutzt ihren kletternden Wuchs, um Pergolen, Mauern, Zäune und andere Rankhilfen zu erobern. Die Kultur der Weinrebe am Spalier reicht übrigens mehrere Jahrhunderte zurück und ist in einigen Weinbauregionen noch heute verbreitet. Im Garten ermöglicht die Erziehung der Weinrebe am Spalier eine optimale Raumnutzung oder spendet der Terrasse Schatten. Gleichzeitig erhalten Sie eine reiche Traubenernte. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie die passende Rankhilfe auswählen und Ihre Weinrebe richtig pflegen.

Weinrebe am Spalier
Weinrebe am Spalier

Den Standort für das Spalier auswählen

Wählen Sie zunächst einen Standort oder eine Mauer mit reichlich Sonne, denn Weinreben benötigen viel Licht, um gut zu wachsen. Eine Ausrichtung nach Süden oder Südwesten ist ideal. Achten Sie außerdem auf einen gut durchlässigen Boden. Weinreben vertragen keine Staunässe, die ihre Wurzeln zum Faulen bringen kann.

Wie bauen Sie ein Spalier?

Materialauswahl

Für den Bau eines Spaliers benötigen Sie:

  • Stützpfosten aus behandeltem Holz oder Metall, die witterungsbeständig und resistent gegen Parasiten sind.
  • Verzinkten Draht oder Kabel aus Edelstahl, die das Gewicht der Weinreben tragen.
  • Bodenverankerungen aus Beton, geeignete Schrauben und Dübel.
  • Grundlegende Werkzeuge: Spaten, Wasserwaage, Maßband und Bohrmaschine.
Gezogene Weinrebe
Vertikales Spalier und Spalier an einer Mauer

Aufbau des Spaliers

Gehen Sie beim Bau des Spaliers in mehreren Schritten vor. Sie können es mitten im Garten vertikal oder horizontal errichten. Auch der Aufbau an einer Mauer ist möglich. In diesem Fall handelt es sich um ein freistehendes Spalier.

1 – Planung des Spaliers: Legen Sie die Abmessungen des Spaliers entsprechend dem verfügbaren Platz fest. Eine Höhe von 2 m erleichtert die Pflege und Ernte. Setzen Sie die Pfosten in einem Abstand von 2 bis 3 m, damit die Luft zwischen den Pflanzen gut zirkulieren kann.

2 – Pfosten aufstellen: Markieren Sie die Position der Pfosten und heben Sie mindestens 60 cm tiefe Löcher aus, damit die Konstruktion stabil steht. Stellen Sie die Pfosten auf, prüfen Sie ihre senkrechte Ausrichtung mit einer Wasserwaage und befestigen Sie sie mit Beton oder einer Mischung aus Erde und Kies.

3 – Drähte anbringen:

  • Für ein erhöhtes Spalier: Befestigen und spannen Sie die Drähte oben an den Pfosten. Kreuzen Sie die Drähte, sodass ein Gitter entsteht.
  • Für ein vertikales Spalier oder ein Spalier an einer Mauer: Spannen Sie den ersten Draht von unten ausgehend etwa 50 cm über dem Boden. Bringen Sie anschließend weitere Drähte in Abständen von 30 cm bis zur gewünschten Höhe an.

Achten Sie darauf, dass die Drähte gut gespannt und sicher befestigt sind, damit sie das Gewicht der Weinreben tragen.

Verschiedene Spaliere
Links: erhöhtes Spalier, rechts: vertikales Spalier

Weinrebe pflanzen

1 – Wählen Sie eine für Ihr Klima geeignete Weinrebensorte, die auch Ihren Vorlieben bei den Trauben entspricht. Lesen Sie zur Auswahl unsere Artikel: „Weinrebe: die richtige Sorte auswählen“ und „Weinrebe: 10 winterharte Sorten für Nordfrankreich“.

Tipp:

Pflanzen Sie verschiedene Sorten, um die Erntezeit zu verlängern und unterschiedliche Traubensorten anzubauen. Entdecken Sie unsere Weinrebensorten auf unserer Website.

2 – Heben Sie Pflanzlöcher am Fuß des Spaliers aus. Bei einem vertikalen Spalier sollten die Löcher mindestens 1 m Abstand voneinander haben. So vermeiden Sie eine zu dichte Bepflanzung und sorgen für eine gute Belüftung.

3 – Geben Sie eine Schaufel Kies auf den Grund des Pflanzlochs, damit das Wasser besser abfließen kann. Weinreben vertragen keine Staunässe.

4 – Stellen Sie den Wurzelballen der Weinrebe 10–15 Minuten in einen Eimer mit Wasser, damit er sich vollsaugen kann. Setzen Sie den Wurzelballen anschließend in das Pflanzloch. Achten Sie darauf, dass die Veredelungsstelle mindestens 10 cm über dem Bodenniveau liegt. Die Veredelungsstelle darf nicht mit Erde bedeckt werden.

5 – Füllen Sie das Pflanzloch mit einer Mischung aus einem Drittel Kompost und zwei Dritteln Gartenerde. Wenn Ihr Boden lehmig und schwer ist, mischen Sie zusätzlich groben Sand oder Kies unter, damit sich kein Wasser staut. Treten Sie die Erde leicht fest.

6 – Gießen Sie reichlich, um Lufteinschlüsse zu beseitigen.

7 – Führen Sie die jungen Triebe der Weinrebe an den Drähten entlang, damit sie sich dort festhalten können. Verwenden Sie kleine Bänder aus Kunststoff oder Stoff, um die Zweige vorsichtig anzubinden, ohne sie zu beschädigen.

Pflege des Spaliers

Nach dem Aufbau des Spaliers sind einige Pflegemaßnahmen erforderlich, damit Ihre Weinreben gesund bleiben und eine gute Traubenernte hervorbringen:

  • Weinreben müssen regelmäßig gegossen werden, besonders in Trockenperioden und während der ersten beiden Jahre nach der Pflanzung. Gießen Sie jedoch nicht zu viel, um Pilzkrankheiten zu vermeiden.
  • Schneiden Sie die Weinreben am Ende des Winters oder zu Beginn des Frühjahrs zurück, bevor das neue Wachstum einsetzt.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig, ob Anzeichen von Krankheiten oder ein Befall durch Parasiten auftreten.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel: „Weinrebe: Pflanzung, Rückschnitt und Pflege“.

Alternative: eine Weinrebe an einer Pergola

Eine Pergola eignet sich sehr gut für den Anbau von Weinreben. Die Weinrebe spendet nicht nur angenehmen Schatten auf einer sonnigen Terrasse. Sie kann ihre Reben auch horizontal ausbreiten und dadurch die Traubenbildung fördern.

Im Handel finden Sie verschiedene Pergolen, die sich hervorragend für den Garten eignen. Prüfen Sie jedoch beim Hersteller, ob die Konstruktion das Gewicht der Weinrebe tragen kann. Das gilt auch, wenn Sie die Pergola selbst bauen.

Für Pergolen stehen verschiedene Materialien zur Auswahl. Jedes bietet ein eigenes Verhältnis von Ästhetik, Haltbarkeit und Pflegeaufwand:

  • Holz: Es sorgt für eine natürliche und warme Optik. Allerdings braucht es regelmäßige Pflege und gelegentlich einen neuen Schutzanstrich. Bevorzugen Sie behandeltes Holz für den Außenbereich, da es besser gegen Schimmel und Schädlinge geschützt ist. Sie können kostengünstige Kiefer wählen oder sich für Zeder, Teakholz oder Eiche entscheiden, die besonders widerstandsfähig und langlebig sind.
  • Metall: Aluminium und Stahl sind wegen ihrer Rostbeständigkeit und Langlebigkeit beliebt. Metallkonstruktionen können passend zur Umgebung des Gartens gestrichen werden. Beachten Sie jedoch, dass sich das Material in der Sonne stark aufheizen kann. Helle, reflektierende Anstriche können dieses Problem verringern.

Unabhängig von Ihrer Wahl können Sie Stahlseile am oberen Teil der Konstruktion anbringen, damit sich die Reben der Weinrebe weiter ausbreiten können.

Von einer Weinrebe beschattete Terrasse mit Pergola
Weinrebe an einer Pergola