Wenn Sie Zimmerbegonien mögen, können Sie von diesen rhizomatösen Begonien mit schön gefärbten, gefleckten oder gekräuselten Blättern gar nicht genug bekommen! Durch die Vermehrung einer rhizomatösen Begonie erhalten Sie genetisch identische Pflanzen. So können Sie sie verschenken oder Ihre Zimmerpflanzensammlung vergrößern.
In diesem Tutorial erklären wir Ihnen, wie Sie Ihre Zimmerbegonie ganz einfach durch Blatt- oder Stecklingsvermehrung sowie durch Teilung des Rhizoms vermehren.
Welche Begonien sind rhizomatös?
Ihre Blätter mit einzigartigen Mustern und Texturen machen sie zu Stars unter den Zimmerpflanzen! Bei uns werden vor allem Begonia rex und Begonia masoniana kultiviert. Auch Begonia manicata und Begonia boweri bilden ein rhizomatöses Wurzelstock, wobei beide Arten aus Mexiko stammen.
Hinweis: Dieses Tutorial betrifft ausschließlich rhizomatöse Begonien. Diese Arten erkennen Sie an ihrem dicken Rhizom, das häufig an der Oberfläche des Substrats sichtbar ist.

Wann teilen Sie eine rhizomatöse Begonie?
Unabhängig von der gewählten Methode empfehlen wir Ihnen, eine Zimmerbegonie im Frühjahr zwischen März und Mai zu vermehren. So erleichtern Sie ihr das Anwachsen. Die Begonie befindet sich dann in voller Wachstumsphase und hat genügend Energie, um neue Wurzeln zu bilden. Auch Wärme und Licht in Innenräumen sind zu dieser Zeit optimal. Der Herbst, insbesondere der September, eignet sich in Regionen mit mildem Klima ebenfalls gut.
Mein Tipp: Eine Raumtemperatur zwischen 18 und 22 °C erhöht bei diesen Vermehrungsmethoden die Erfolgsaussichten.
Blattstecklinge
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Material (für alle 3 Methoden gleich)
- Eine gesunde rhizomatöse Begonie
- Ein scharfes Messer, eine Gartenschere oder eine saubere, mit Alkohol desinfizierte Schere
- Kleine Töpfe oder Anzuchttöpfe (6–8 cm Durchmesser) oder eine Saatschale
- Leichte, durchlässige Blumenerde (Spezialerde für Zimmerpflanzen oder Universalerde mit Sand/Perlite)
- Eine Sprühflasche
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- Bereiten Sie Ihre Saatschale oder Töpfe vor: Füllen Sie sie mit leichter Blumenerde und befeuchten Sie das Substrat anschließend mit der Sprühflasche.
- Schneiden Sie ein gesundes, gut entwickeltes und fleckenfreies Blatt mit Blattstiel ab. Der Blattstiel verbindet das Blatt mit der Pflanze.
- Schneiden Sie das Blatt in mehrere Stücke (Dreiecke), wenn es groß ist. Achten Sie darauf, dass jedes Stück eine Hauptblattader enthält. Aus dieser Blattader bilden sich die Wurzeln. Ritzen Sie die Hauptblattader auf der Blattunterseite mit einem sauberen Messer leicht ein, um die Wurzelbildung anzuregen.

- Setzen Sie die Blattstücke oder den Blattstiel in die vorbereiteten Töpfe oder die Saatschale. Legen Sie die Blattader nach unten. Die Stücke können flach aufliegen oder senkrecht eingesetzt werden.
- Stellen Sie die Saatschale oder Töpfe in ein Mini-Gewächshaus (bei 20–23 °C) oder decken Sie sie mit einer Haube oder durchsichtigen Folie ab. Wählen Sie einen Standort mit diffusem Licht.
- Halten Sie das Substrat leicht feucht, bis neue Keimlinge erscheinen. Heben Sie die Folie oder Haube etwa alle drei Tage für einige Minuten an, damit sich keine übermäßige Kondensation bildet.
- Die Wurzeln erscheinen nach 4 bis 6 Wochen. Topfen Sie die neuen Keimlinge um, sobald sie 3–5 cm hoch sind.
Stecklingsvermehrung über Triebe

- Schneiden Sie einen gesunden Trieb von etwa 8–10 cm Länge mit 2 bis 3 Blättern ab.
- Entfernen Sie die unteren Blätter, sodass nur die Blätter an der Spitze verbleiben. Kürzen Sie diese jeweils um die Hälfte.
- Stecken Sie den Trieb in das leichte Substrat. Gießen Sie mäßig und stellen Sie ihn unter eine Haube oder an einen warmen, hellen Standort ohne direkte Sonne.
- Die Wurzeln erscheinen nach 2 bis 4 Wochen. Topfen Sie den Steckling um, sobald die Wurzeln 2–3 cm lang sind.
Teilung der Rhizome
Diese Methode ist für Arten mit einem dicken, gut sichtbaren Rhizom am zuverlässigsten (siehe Tabelle unten).
- Gießen Sie die Begonie 2 Tage vor der Teilung, damit sich das Rhizom leichter schneiden lässt.
- Nehmen Sie die Pflanze vorsichtig aus dem Topf und entfernen Sie die Erde rund um die Wurzeln, damit Sie das Rhizom gut erkennen. Es sieht wie ein dicker, waagerechter Trieb mit „Augen“ (kleinen Knospen) oder Trieben aus.

- Teilen Sie das Rhizom: Schneiden Sie es mit einem sauberen Messer schräg durch. Dadurch vergrößert sich die Wundfläche. Teilen Sie es in 5–8 cm lange Stücke. Jedes Teilstück muss mindestens 1 oder 2 Augen beziehungsweise Knospen (die zukünftigen Triebe) und einige sichtbare Wurzeln besitzen.

- Füllen Sie die Töpfe mit zuvor angefeuchteter, leichter Blumenerde.
- Legen Sie jedes Teilstück flach auf die Blumenerde. Das Rhizom darf nicht eingegraben werden. Es liegt lediglich auf der Blumenerde und wird mit einer höchstens 0,5 cm dünnen Schicht bedeckt.
- Drücken Sie die Erde rundherum leicht an, damit das Teilstück stabil liegt.
- Halten Sie das Substrat leicht feucht und stellen Sie die Töpfe an einen Standort mit indirektem Licht.
- Nach etwa 2 bis 4 Wochen erscheinen kleine Triebe.

Zusammenfassung
Jede Methode hat ihre eigenen Vor- und Nachteile sowie besondere Merkmale. Die Geschwindigkeit hängt von den jeweiligen Bedingungen ab, insbesondere von Temperatur und Feuchtigkeit.
| Vermehrungsmethode | Idealer Zeitraum | Erfolgsquote | Geschwindigkeit | Schwierigkeitsgrad | Geeignet für | Empfohlene Arten |
| Blattstecklinge | Mai bis Juni | 60–75 % | Langsam 4–6 Wochen | Sehr einfach | Zum Experimentieren, für kleine Mengen | B. masoniana, B. rex, B. boweri, B. feastii |
| Triebstecklinge | April | 70–80 % | Mittel 3–5 Wochen | Einfach | Anfänger | B. boweri, B. diadema und B. feastii |
| Teilung der Rhizome | 80–90 % | Sichtbares Anwachsen nach 2–4 Wochen | Mittel | Ausgewachsene Pflanzen | Begonia rex und B. manicata |
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