Schulhöfe sollten für jedes Kind Orte zum Aufatmen sein. Doch man muss zugeben, dass diese Flächen größtenteils aus Asphalt bestehen und von Betonmauern umgeben sind. Ob Kindergarten, Grundschule, weiterführende Schule oder Gymnasium: Unsere Kinder verbringen ihre Erholungspausen in der Schule fern von der Natur – und zwar sowohl in ländlichen Dörfern als auch in Großstädten. Wie konnte es dazu kommen? Warum und wie lassen sich Lernorte verändern und begrünen? Ein Überblick über Schulhöfe und die Herausforderungen ihrer Begrünung.
Warum sind viele Schulhöfe so trostlos?
In Frankreich sind die Gemeinden für die öffentlichen Grundschulen auf ihrem Gebiet zuständig. Sie sind Eigentümer der Gebäude und kümmern sich um deren Bau, Erweiterung und Instandhaltung. Die Départements sind hingegen für die Collèges zuständig, deren Eigentümer sie sind, während die Regionen für die Lycées und sonderpädagogischen Einrichtungen zuständig sind. Doch aufgrund der einfachen Pflege und fehlender finanzieller Mittel wurden Schulen und ihre Außenbereiche jahrzehntelang betoniert, asphaltiert und von Pflanzen befreit. Einige wurden seit ihrer Anlage, die mehrere Jahrzehnte zurückliegen kann, nicht umgestaltet. Selbst die meisten kürzlich renovierten oder neu gebauten Schulhöfe lassen die Natur nicht durch ihre Gitter. Dabei haben sich pädagogische Konzepte und unsere Lebensweise in dieser Hinsicht erheblich weiterentwickelt.
Kinder und Jugendliche würden zweifellos begeistert auf Rasen statt auf Asphalt spielen und sich erholen. Doch offenbar empfinden Reinigungskräfte, Eltern, Lehrkräfte und Entscheidungsträger die Natur als störend und etwas beängstigend …

Warum müssen Schulhöfe dringend begrünt werden?
Die Natur spielt eine grundlegende Rolle. Aufenthalte im Freien fördern Selbstständigkeit, soziale Fähigkeiten und Kreativität. Auf natürlicheren und grüneren Schulhöfen in Form von Gärten, den sogenannten „Oasen-Schulhöfen“, sind die Spiele vielfältiger und ermöglichen Erholung und Entdeckungen: Löcher graben, Blätter und kleine Zweige sammeln, Insekten und Vögel beobachten. Auch gemeinsames Spielen und Austoben werden gefördert.
Ganz praktisch betrachtet können mehr Grünflächen in Schulen angesichts des Klimawandels mit Hitzewellen und Überschwemmungen dazu beitragen, Regenwasser besser zu bewirtschaften, Schulhöfe und Gebäude zu beschatten und mehr Kohlenstoff zu speichern. In Städten und Ortszentren könnten so Tausende äußerst wertvolle kühle Inseln entstehen.
Worum geht es dabei?
Zunächst müssen alle oder zumindest Teile der vorhandenen dunklen, mineralischen Bodenbeläge entfernt werden, damit wieder durchlässiger und lebendiger Boden sowie Vegetation entstehen können. Lösungen zur Versickerung, Rückhaltung oder Speicherung von Regenwasser müssen ebenfalls entwickelt werden. Die Wasseragenturen können solche Projekte begleiten.
Die verschiedenen Bereiche und ihre Funktionen müssen festgelegt werden: Spielelemente aus natürlichen Materialien, Rasenflächen, Ruhebereiche, Naturerlebnisbereiche, Gemüse- oder Obstgärten, bepflanzte Flächen und Blumenwiesen an weniger frequentierten Stellen. Es geht darum, sinnvoll zu pflanzen und Vorhandenes aufzuwerten, sofern es noch vorhanden ist. All diese Bereiche können für Kinder und Erwachsene als Anlässe zur Sensibilisierung und für pädagogische Aktivitäten dienen. Bäume sind wichtige Verbündete bei Umgestaltungen, die Schatten schaffen sollen. Sie können Obstbäume sein, wobei kleine Früchte vermieden werden sollten, die Flecken hinterlassen. Auch immergrüne Gehölze kommen infrage, wenn die Verantwortlichen das Laubsammeln vermeiden möchten. Ebenso geeignet sind trockenheitsverträgliche und zugleich winterharte Bäume, schnell wachsende Arten sowie große Bäume für eine sofortige Wirkung.
Zusätzliche Sonnen- und Hitzeschutzmaßnahmen sind möglich. Dazu gehören mit Kletterpflanzen begrünte Pergolen, die auch Schatten für Klassenräume spenden können, sowie Sonnenschutzdächer. Außerdem lassen sich geeignete Wasserstellen oder Wasserspiele anlegen.

Natur ist weder schmutzig noch gefährlich
„Die Natur ist schmutzig“: Das ist eines der wichtigsten Argumente gegen solche Projekte. Die betroffenen Erwachsenen – Eltern, Lehrkräfte und ihre pädagogischen Mitarbeitenden sowie Reinigungskräfte – stehen begrünten und bepflanzten Flächen auf Schulhöfen möglicherweise kritisch gegenüber. Eine Lösung besteht darin, das Konzept und seine vielfältigen Vorteile zu erklären – sowohl für die Kinder als auch für die gesamte Lebensqualität in der Gemeinde.
Es müssen Nutzungs- und Verhaltensregeln festgelegt werden, um mögliche Probleme zu vermeiden: saubere Bereiche, der Schutz potenziell matschiger Stellen wie Gemüsebeeten und Beeten durch Mulch, Holzstege und Trittplatten sowie Pufferbereiche zwischen außen und innen. Auch Zugangsregeln für regnerisches Wetter können sinnvoll sein.
Ebenso lassen sich Reinigungsbereiche mit Fußmatten und Schuhabstreifern einrichten. Außerdem können Familien gebeten werden, Gummistiefel oder andere leicht anzuziehende Schuhe für draußen mitzubringen. Geeignete Aufbewahrungsbereiche sollten ebenfalls vorgesehen werden.
„Die Natur ist gefährlich“ wird ebenfalls zu den Argumenten der Kritiker einer naturnahen Gestaltung von Schulen gehören: Sturz- und Verletzungsgefahr, herabfallende Äste, Allergien und Stiche … Tatsächlich lassen sich zahlreiche mögliche Beeinträchtigungen anführen. Für Kinder kann es jedoch ebenso gefährlich sein, auf betonierten Flächen zu laufen und zu stürzen oder während einer Hitzewelle auf Schulhöfen zu spielen, die sich unter der UV-Strahlung stark aufheizen.

Deshalb ist es besonders wichtig, an die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit zu erinnern und die Risiken den zahlreichen Vorteilen begrünter Schulhöfe gegenüberzustellen: weniger Stress, mehr Wohlbefinden, eine bessere Koordination und mehr Selbstvertrauen. All diese gesundheitlichen Vorteile für Kinder entstehen durch die Nähe zur Natur.
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