Ananas: Anbau, Pflege und Vermehrung

Ananas: Anbau, Pflege und Vermehrung

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 15. Juni 2025  durch Pascale 7 min.

Ananas kurz erklärt

  • Die Ananas ist eine hübsche Zimmerpflanze aus der Familie der Bromeliengewächse, verwandt mit der Lanzenrosette
  • Von den Indianern Amerikas kultiviert, stammt die Ananas vermutlich aus Brasilien
  • Die Ananas kann im warmen, feuchten Gewächshaus Früchte tragen, aber nicht in der Wohnung
  • Diese tropische Pflanze braucht Wärme und eine gewisse Luftfeuchtigkeit
  • Die Ananas lässt sich leicht durch Teilung der Wurzelschösslinge vermehren.
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Unbestritten ist die Ananas (Ananas comosus) die perfekte Pflanze für exotisches Flair im Haus. In vielen tropischen und subtropischen Regionen wegen ihrer süßen, aromatischen Früchte angebaut, ist sie hierzulande eine besonders originelle Zierpflanze. Denn ohne beheiztes Gewächshaus mit hoher Luftfeuchtigkeit ist es völlig ausgeschlossen, eine in unseren Wohnräumen kultivierte Ananasfrucht zu genießen. Ihr graugrünes, rosettenförmiges Laub ist jedoch äußerst dekorativ. Als Mitglied der Familie der Bromeliengewächse ist die Ananas eng mit Lanzenrosette, Guzmanie und Greisenbart verwandt. Wie diese braucht die Ananas mindestens 4 bis 5 Jahre bis zur ersten Blüte und damit zur ersten Frucht, die klein und geschmacklich wertlos ist. Häufig wird sie genau in diesem Zustand gekauft. Die mindestens 6 Monate dauernde Blüte kündigt das Ende der Pflanze an, die danach verkümmert. Wurzelschösslinge an der Basis der Rosette ermöglichen jedoch, die Ananas weiterzukultivieren.Ananaspflanze im Haus kultivieren

Botanisch

Steckbrief

  • Lateinischer Name Ananas comosus
  • Familie Bromeliengewächse
  • Gebräuchlicher Name Ananas
  • Höhe Bis 1 m
  • Exposition Hell, ohne direkte Sonne
  • Art des Bodens Sauer, reich und humusreich
  • Winterhärte Frostempfindlich

Die Ananas (Ananas comosus) soll Christoph Kolumbus bei seiner Ankunft auf der Insel Guadeloupe im Jahr 1493 entdeckt haben. Die von den Indigenen Mittelamerikas verzehrte Ananas brauchte einige Zeit, um den Ozean zu überqueren, denn erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts kam sie auf die europäischen Tafeln, insbesondere an den spanischen Hof. Der Verzehr dieser Frucht aus der Neuen Welt blieb jedoch sehr exklusiv und der königlichen Elite vorbehalten. Zudem war ihr Export langwierig und heikel. Im 17. Jahrhundert wurden in den Gewächshäusern der Königshöfe Anbauversuche gestartet, allerdings mit wenig Erfolg, da die Ananas besondere Kulturbedingungen benötigt und nur langsam wächst. Schließlich wurde die Ananas zu einer außergewöhnlich seltenen Frucht und zum Symbol für Erfolg und Wohlstand. Eine Frucht, die man eher zeigte als aß! Später gelang es, sie unter Glas zu kultivieren, allerdings mit großem Aufwand. Selbst Ludwig XIV. soll sie probiert haben! Doch ab dem Ende des 19. Jahrhunderts ersetzte der Import ganzer Pflanzen den Gewächshausanbau.

Heute wird die Ananas in Südamerika, Afrika sowie in den französischen Überseegebieten produziert. Nach der Banane ist sie die meistverzehrte tropische Frucht. Da die Ananas überhaupt nicht winterhart ist, kann sie in unseren Breiten nur im Haus, in einem beheizten Gewächshaus mit hoher Luftfeuchtigkeit oder in einem Wintergarten kultiviert werden, um die klimatischen Bedingungen der Tropen nachzuahmen. Selbst dann erreicht ihre Frucht nie die Qualität importierter Ananas.

Ananaspflanze mit Laub

Die Art Ananas comosus und die panaschierte Sorte ‚Variegatus‘

Etymologisch stammt der Begriff „Ananas“ von „nanas“, was im Dialekt der indigenen Bevölkerung Südamerikas „köstliche Frucht“ bedeutet. Auf Englisch heißt die Ananas „pineapple“, ein Begriff, der auf ihre Ähnlichkeit mit einer Kieferzapfenfrucht verweist.

Früher als Ananas sativus bezeichnet, trägt die Ananas heute den botanischen Namen Ananas comosus. Sie gehört zur Familie der Bromeliengewächse und ist eng mit Aechmea, Guzmanie, Neoregelia, Vriesea, Cryptanthus und Tillandsia verwandt, weiteren tropischen und subtropischen Pflanzen, die häufig als Zimmerpflanzen kultiviert werden. Sie alle verleihen unseren Wohnräumen ein exotisches Ambiente. Die meisten Bromeliengewächse sind ursprünglich epiphytische Pflanzen. Die Ananas bildet jedoch eine Ausnahme und wächst terrestrisch. Alle werden wegen ihrer einzigartigen farbenprächtigen Blütenstände als Zimmerpflanzen kultiviert. Dieser Blütenstand braucht Jahre, um sich zu entwickeln, und markiert den Tod der Pflanze, der etwa sechs Monate später eintritt. Die an der Basis erscheinenden Wurzelschösslinge ersetzen jedoch die Mutterpflanze und sichern den Fortbestand.

Ananas comosus bildet eine Rosette aus lanzettlichen, graugrünen Blättern, die direkt aus den Wurzeln hervorgehen. Die steifen, dicken und fleischigen Blätter sind nach außen gebogen und mit Dornen gesäumt. Sie sind eher lang und ziemlich schmal und enden in einer scharfen Spitze. Ihre Anordnung ist spiralförmig. In ihrem natürlichen Lebensraum können diese Blätter eine Länge von 1 m erreichen. Dekorative Kultivare sorgen für Abwechslung. Sie unterscheiden sich von der Art durch ihr buntes Laub. So besitzt Ananas comosus ‚Variegatus‘ ein haarig panaschiertes Laub. Seine schwertförmigen, ledrigen und bandförmigen Blätter sind grün, weiß berandet und mit rosafarbenen Dornen gesäumt. Das Kultivar ‚Porteanus‘ zeichnet sich durch einen gelben Streifen in der Mitte seiner Blätter aus.Ananaspflanze kultivieren

Im Sommer, nach 4 bis 5 Jahren Kultur, bildet die Ananas kleine, eiförmige, rosablaue Blüten, die von orange-roten Hochblättern umgeben und zu einem kompakten Blütenstand vereint sind. Dieser einzelne Blütenstand erhebt sich auf einem 50 cm langen, hohen Blütenstiel aus der Mitte der Rosette. Bei günstigen Wetter- und Kulturbedingungen entwickelt sich aus jeder Blüte eine Frucht mit schuppiger Rinde, aus der eine Ananas entsteht. In einem warmen und feuchten Gewächshaus oder Wintergarten kann die Ananaspflanze durchaus eine kleine Frucht hervorbringen, in unseren Wohnräumen ist dies jedoch äußerst unwahrscheinlich.

Aufgrund ihrer Herkunft ist die Ananaspflanze selbstverständlich frostempfindlich. Sie verträgt keine Wintertemperaturen unter 16 bis 18 °C. Sie lässt sich sehr einfach im Topf kultivieren. Im Handel wird die Ananas meist mit einer aufgesetzten Frucht gekauft. Diese kann mindestens sechs Monate erhalten bleiben. Anschließend ermöglichen das Einpflanzen der in der Wohnung nur selten erscheinenden Wurzelschösslinge oder das Einpflanzen der Krone, die sich an der Spitze der Frucht entwickelt, den Erhalt der eigenen Ananaspflanze.

Blüte der Ananaspflanze

Die Ananasblüte

Unsere Lieblingssorte

Ananas

Ananas pflanzen?

Wann Ananas pflanzen?

Als Zimmerpflanze kann Ananas das ganze Jahr über gepflanzt werden.

Wie wird sie gepflanzt?

Ananas benötigt ein leichtes, nährstoffreiches, poröses und durchlässiges Substrat mit saurer Tendenz. Dafür eignet sich spezielle Bromelienerde oder alternativ Orchideenerde. Auch eine Mischung aus Moorbeeterde, Lauberde und Sand oder Perlite ist möglich.

Ananas sollte in einem möglichst kleinen Topf stehen, gerade noch stabil für die Pflanze, denn sie mag es beengt. Der Topf muss jedoch Abzugslöcher haben, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Auf den Topfboden kann eine Schicht aus Blähton oder Lavagranulat gegeben werden.

Nach dem Pflanzen wird das Substrat gründlich gegossen. Achten Sie darauf, überschüssiges Wasser vollständig ablaufen zu lassen.ananas entretien

Wo aufstellen?

Ananas braucht sehr viel Licht, in den heißesten Monaten jedoch keine direkte Sonne, besonders Arten mit panaschiertem Laub. Sie kann in Fensternähe stehen, sofern das Fenster mit einem Vorhang abgeschirmt ist, der sie vor der heißen Sonne schützt.

Außerdem sollte sie von allen Wärmequellen ferngehalten werden, etwa Heizkörpern, Holzöfen oder Kaminen. Auch Zugluft verträgt sie nicht.

Bei Temperaturen zwischen 18 und 24 °C und in feuchter Luft fühlt sich Ananas wohl. Setzen Sie sie niemals Temperaturen unter 15 °C aus. Im Sommer kann sie problemlos im Garten im Halbschatten stehen, sofern sie regelmäßig und reichlich gegossen wird.

Ananas pflegen

Damit Ihre Ananas möglichst lange schön bleibt, benötigt sie nur wenig Pflege. Besonders wichtig ist das Gießen.

Gießen

Im Frühjahr und Sommer sollte regelmäßig, aber mäßig gegossen werden. Im Herbst und Winter wird die Wassergabe deutlich reduziert. In der warmen Jahreszeit empfiehlt es sich, mindestens zweimal pro Woche in angemessener Menge zu gießen. Die Ananas mag Wasser, verträgt aber keine nassen Wurzeln. Deshalb muss überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer oder Übertopf unbedingt entfernt werden. Das Substrat sollte stets feucht, aber nicht durchnässt sein.

Sobald die Temperaturen sinken und im Winter wird weniger gegossen. Warten Sie, bis das Substrat einige Zentimeter tief abgetrocknet ist, bevor Sie erneut gießen.

Das Gießwasser sollte kalkarm und zimmerwarm sein. Ideal ist Regenwasser für die Ananas.

Zusätzlich zum Gießen sollte die Ananas stets in einer feuchten Umgebung stehen. Stellen Sie den Topf deshalb auf eine mit Wasser getränkte Schicht aus Blähton. Das verdunstende Wasser trägt zu einer konstanten Luftfeuchtigkeit bei.

Da die Ananas zur Familie der Bromelien gehört, können Sie etwas Wasser in die Mitte der Rosette geben. Wechseln Sie es regelmäßig, um die Entwicklung von Bakterien zu verhindern.

Düngen

Im Frühjahr und Sommer empfiehlt sich alle 15 Tage eine stark verdünnte Gabe von Orchideendünger.

Umtopfen

Umtopfen ist nicht nötig, da die Rosette nach der Ernte der Frucht abstirbt. Sie können jedoch die auf der Frucht sitzende Blätterkrone neu einpflanzen.

Rückschnitt

Die Ananas wird nicht geschnitten. Sie können jedoch beschädigte oder abgestorbene Blätter an der Basis entfernen, um das Wachstum der Wurzelschösslinge anzuregen.

→ Mehr dazu in Ananas: Pflege dieser Zimmerpflanze im Jahresverlauf.

Ananas vermehren?

Ananas vermehren: Wurzelschössling im Frühjahr oder Sommer pflanzen oder Blätterkranz als Steckling bewurzeln. Warm, feucht halten; erste Blüte erst nach Jahren

Krankheiten und Schädlinge der Ananas

Zu viel Feuchtigkeit schadet der Ananas immer. Sie kann Fusarium-Welke verursachen, eine Fäulnis, die zum Verwelken der Rosette und zu braunen Flecken auf dem Laub führt. Auch Blattspitzen können braun werden. Gießen Sie seltener und entfernen Sie stehendes Wasser. Wird das Laub matt und blass, bekommt Ihre Ananas wahrscheinlich zu wenig Licht. Hängendes, weiches Laub ist oft auf zu trockene Luft zurückzuführen. Besprühen Sie das Laub und stellen Sie einen mit feuchten Blähton-Kugeln gefüllten Untersetzer unter den Topf.

Da die Ananas warme, feuchte Luft liebt, kann sie von Wollläusen befallen werden. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie sie bekämpfen: Wollläuse: erkennen und bekämpfen.

Bei zu trockener Luft können sich Spinnmilben auf dem Laub ausbreiten. Auch hierzu finden Sie in diesem Artikel unsere Tipps zur Bekämpfung: Spinnmilben: erkennen und bekämpfen.

Mehr erfahren Sie in unserem Artikel: „Krankheiten und Parasiten der Ananas: erkennen und behandeln?“

Schopflilie dekorativ in Szene setzen?

Mit ihrem ausgesprochen exotischen Erscheinungsbild fühlt sich die Schopflilie an einem sehr hellen Standort wohl, etwa in einem Wintergarten oder einer lichtdurchfluteten Veranda. Sie lässt sich problemlos mit Pflanzen kombinieren, die ähnliche Ansprüche haben und zur Familie der Bromeliengewächse gehören, etwa mit der Guzmanie mit ihren glänzenden Blättern und roten Blüten mit Hochblättern, der Bromelie mit ihren ährenförmigen Blütenständen, der Lanzenrosette mit ihren sehr breiten, lederartigen Blättern und ihrer einzelnen Blüte oder dem Neoregelia, einer tropischen Aufsitzerpflanze, die beim Blühen in der Mitte rot wird.

Der Kroton mit seinem dekorativ panaschierten Laub sowie die Peperomie mit unterschiedlich grün oder purpur gefärbten Blättern vervollständigen dieses farbenfrohe exotische Ensemble. Eine Fiederaron Zannichellia, besser bekannt als ZZ-Pflanze, sorgt für Höhe. Ebenso der Bogenhanf trifasciata ‚Laurentii‘, auch Schusterpalme genannt, eine Sukkulente mit steifen, aufrechten Blättern.

Die Schopflilie passt perfekt in eine vom Tropenwald inspirierte Dschungeldekoration, in der Bambus, exotische Hölzer und Rattan reichlich vertreten sind. Ergänzen Sie Ihre Dekoration mit großen exotischen Pflanzen wie dem Gummibaum, dem Fensterblatt oder einer Banane und schaffen Sie so ein ausgesprochen dekoratives Ambiente … Kurz gesagt: Um den Dschungel-Effekt zu verstärken, setzen Sie ruhig auf eine Fülle, Üppigkeit oder sogar den Überschwang grüner Pflanzen.

Die Schopflilie kann jedoch auch für sich allein stehen, besonders wirkungsvoll in einem goldenen Keramik-Übertopf.

 

Mehr erfahren...

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Ananas: Pflanzung, Pflege und Vermehrung