Balsamkraut säen, pflanzen und anbauen
Inhaltsverzeichnis
Balsamkraut kurz erklärt
- Balsamkraut ist eine krautige Staude mit gelben Blüten und fein gefiedertem, aromatischem Laub
- Es wirkt abwehrend und insektizid und ist daher eine ausgezeichnete Begleitpflanze im Gemüsegarten
- Meist wird es als Spritzbrühe zum Schutz der Pflanzen verwendet
- Winterhart, liebt es Sonne und durchlässige, auch eher trockene Böden
- Dekorativ und aromatisch ist es im Gemüse- wie im Ziergarten unverzichtbar
Wort unserer Expertin
Dekorativ und aromatisch zugleich ist der Rainfarn ein wertvoller Verbündeter im Garten. Diese Staude besitzt insektenabwehrende, insektizide und fungizide Eigenschaften. Im Gemüsegarten ist sie dank ihrer natürlichen Wirkung zur Abwehr von Schädlingen sehr nützlich und hilft auch gegen Mehltau, Rost und Kohlfliege. Ob als Jauche oder Sud: Die verschiedenen Zubereitungen werden aus Blättern, Blüten oder der ganzen Pflanze hergestellt – frisch oder getrocknet.
Die leicht in der Natur zu findende Pflanze mit ihren zahlreichen Vorzügen kommt in weiten Teilen unseres Landes vor. Während Tanacetum vulgare zweifellos am bekanntesten ist, wird aus dem Einjährigen Rainfarn, auch Blaue Kamille genannt, ein blaues ätherisches Öl gewonnen – das Öl des Einjährigen Rainfarns. Es wird in der Phytotherapie sehr geschätzt und lindert nachweislich Hautreizungen.
Vom Gemeinen Rainfarn über den Gold-Rainfarn bis zum gekräuselten Rainfarn zeigt der Rainfarn im Sommer bis in den Herbst hinein eine hübsche, sonnige Blüte aus gelben Blüten in Dolden über fein geteiltem, sehr aromatischem Laub.
Winterhart und anspruchslos benötigt er nach dem Anwachsen in einem drainierenden Boden nur wenig Pflege.
Wie stellt man Rainfarnjauche oder -sud her? Wann und wie schneidet und verwendet man die Blätter? Hier erfahren Sie alles über diese zugleich schöne und nützliche aromatische Pflanze!
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Rainfarn, Wurmkraut
- Blüte Juli bis September
- Höhe 0,60 bis 1,50 m
- Exposition Sonne, Halbschatten
- Art des Bodens nährstoffreich und leicht
- Winterhärte bis unter -15 °C
Der Rainfarn, manchmal auch Pyrethrum genannt, ist eine krautige Staude aus Osteuropa bis Sibirien und gehört zur großen Familie der Korbblütler. Die nahe mit Margeriten und Gänseblümchen verwandte Pflanze wächst wild an Feldwegen und Flussufern, entlang von Eisenbahnstrecken oder auf Wiesen in vielen Regionen Frankreichs. In einigen Ländern, insbesondere in den USA, gilt Rainfarn als invasives Unkraut.
Die Gattung umfasst über 70 Arten, am weitesten verbreitet ist der Gewöhnliche Rainfarn (Tanacetum vulgare). Daneben gibt es weitere Arten wie das Silbergefieder (Tanacetum haradjanii) oder die Dalmatiner Insektenblume (Tanacetum cinerariifolium), aus der Pyrethrin, ein pflanzliches Insektizid, gewonnen wird. Der Einjährige Rainfarn (Tanacetum annuum), der widerstandsfähiger gegen trockene Bedingungen ist, kommt vor allem in Mittelmeerregionen vor.
Rainfarn wächst auf ausläuferbildenden Rhizomen zu dichten Horsten heran und entwickelt sich dadurch sehr kräftig: Die Pflanze breitet sich leicht aus und kann schnell größere Flächen besiedeln. Sie sät sich auch spontan aus!
Die steifen, 0,50 bis gelegentlich 1,50 m hohen Stängel tragen sommergrünes Laub. Es ist so tief geteilt wie das mancher Farne und besteht aus drüsigen, wechselständigen, 8 bis 15 cm langen, stängelumfassenden Blättern mit 20 bis 30 tief gelappten Fiederblättchen und gesägten Rändern. Der Krause Rainfarn (Tanacetum vulgare var. crispum) zeichnet sich durch besonders dekoratives, kraus-petersilienartiges Laub aus. Meist ist es auf beiden Seiten kahl, beim Dalmatiner Insektenblume (Tanacetum cinerariifolium) jedoch flaumig behaart.

Tanacetum vulgare – botanische Illustration
Das Laub der Rainfarn-Arten duftet beim Zerreiben intensiv aromatisch, krautig, balsamisch und kampferartig, mitunter auch etwas herb.
Beim Gewöhnlichen Rainfarn ist es dunkelgrün, beim Tanacetum vulgare ‚Isla Gold‘ nimmt es einen schönen Goldton an, beim Silbergefieder (Tanacetum haradjanii) ist es grauweiß. Je nach Kultivar kann es auch chartreusegrün oder silbern gesprenkelt sein. Die leicht zitronig schmeckenden Blätter können frisch und fein geschnitten zum Würzen süßer oder herzhafter Speisen verwendet werden.
Über dem fein gegliederten Laub erscheint von Juli bis September eine sonnige Blüte. Die Blüten des Gewöhnlichen Rainfarns stehen an den Enden der steifen Stängel. Sie bilden 0,7 bis 1,2 cm große, kugelige Blütenkörbchen, die in breiten, flachen, runden und duftenden Schirmrispen zusammenstehen. Diese kleinen kugeligen Blütenstände ohne Zungenblüten und mit kurzen Hochblättern bestehen aus dicht gedrängten Blüten, die an kleine goldgelbe Knöpfe erinnern und Gänseblümchen ähneln.
Auch diese Blüte duftet intensiv und verströmt einen floralen, fruchtigen Duft. Sie eignet sich für hübsche frische oder getrocknete Feldblumensträuße.
Die Blüte lockt den ganzen Sommer über Bestäuber, insbesondere Bienen, an und hält dank ihrer aromatischen, abwehrenden Wirkstoffe zugleich viele Insekten fern, darunter Fliegen, Kartoffelkäfer, Ameisen und Mücken.
Die Früchte sind kleine, längliche Achänen, die sich im Frühjahr ausbreiten.
Rainfarn ist bis -15 °C winterhart und pflegeleicht. Die unkomplizierte Pflanze wächst in jedem gut drainierten Boden, auch in magerer oder sandiger Erde. Als Standort bevorzugt sie volle Sonne, verträgt aber auch leichten Schatten.
Rainfarn ist eine aromatische Pflanze, die im Biogarten für die Herstellung von Jauche, Aufgüssen oder Abkochungen unverzichtbar ist, da sie bemerkenswerte abwehrende, insektizide und fungizide Eigenschaften besitzt. Im Ziergarten bringt sie Höhe und Leichtigkeit ins naturnahe Beet. Als anerkannte Heilpflanze wird sie auch wegen ihrer verdauungsfördernden und wurmabtreibenden Eigenschaften verwendet. Mönche nutzten sie zur Herstellung von Chartreuse.
Wichtige Arten und Sorten
Am beliebtesten
Rainfarn (Pflanzen) - Tanacetum vulgare
- Blütezeit August für Oktober
- Höhe bei Reife 80 cm
Unser Favorit
Rainfarn Isla Gold - Tanacetum vulgare
- Blütezeit August für November
- Höhe bei Reife 50 cm
DéEntdecken Sie andere Rainfarn
Alles ansehen →Erhältlich in 1 Größen
Erhältlich in 1 Größen
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Pflanzung
Wo Balsamkraut pflanzen?
Das winterharte Balsamkraut verträgt sowohl Kälte (mindestens bis -15 °C) als auch Trockenheit und kann daher in unseren Regionen fast überall gepflanzt werden.
Pflanzen Sie Balsamkraut möglichst an einen sonnigen oder halbschattigen, vor starken Winden geschützten Standort, die seine Stängel brechen könnten.
Es ist leicht zu kultivieren und gedeiht in allen drainierten Böden, auch in kalkhaltigen oder eher trockenen. Der Boden muss sehr gut drainierend sein, da es sowohl im Sommer als auch im Winter keine Staunässe verträgt. Sehr saure Böden mag es ebenfalls nicht.
Wählen Sie den Standort mit Bedacht, denn diese Pflanze breitet sich über Rhizome aus und sät sich selbst aus. Lassen Sie ausreichend Platz zu den Nachbarpflanzen: Sie muss in Schach gehalten werden, außer Sie überlassen ihr eine eher naturbelassene Ecke im Garten. Auch die Kultur im Topf ist möglich, um ihren starken Ausbreitungsdrang zu kontrollieren!
Diese ebenso dekorative wie abschreckende Pflanze ist im Gemüsegarten, Obstgarten und Ziergarten sehr nützlich. Ihre leichte Silhouette verleiht dem Garten einen ländlichen Charme und hält zugleich unerwünschte Insekten fern.

Wann Balsamkraut pflanzen?
Die Pflanzung erfolgt im Frühjahr von März bis Juni oder im Herbst von September bis Oktober.
Wie Balsamkraut pflanzen?
Im Freiland
- Pflanzen mit 50 cm Abstand in alle Richtungen setzen.
- Ein 3- bis 4-mal größeres Pflanzloch als der Wurzelballen ausheben.
- Den Boden gut auflockern.
- Eine Schicht Kies auf dem Boden des Pflanzlochs verteilen.
- Den Wurzelballen einsetzen.
- Mit feiner Erde auffüllen.
- Gut andrücken und gießen.
Im Topf
Balsamkraut eignet sich sehr gut für die Topfkultur, besonders wenn Sie seine Ausbreitung kontrollieren möchten. Das Substrat muss ausreichend drainierend sein, damit sich keine Staunässe im Wurzelbereich bildet.
- Auf dem Topfboden eine Schicht Kies oder Blähton verteilen, um den Wasserabzug zu verbessern.
- In eine Mischung aus Blumenerde und Kompost pflanzen.
- Andrücken und gießen.
Lesen Sie auch
15 Heilpflanzen: Wirkung und Anbau zu HauseBalsamkraut säen: Wann und wie?
Balsamkraut-Samen werden von März bis Juni ausgesät und zwei Monate später geerntet. Sie können direkt ins Freiland säen oder Jungpflanzen im Gartenbeet oder Anzuchttopf vorziehen und später an ihren endgültigen Standort pflanzen.
Aussaat unter Schutz
- In Anzuchttöpfe oder eine Anzuchtschale säen Sie die Balsamkraut-Samen in gute Aussaaterde und bedecken sie nur dünn
- Leicht mit Blumenerde bedecken
- Bis zum Auflaufen der Keimlinge gleichmäßig feucht halten
- Ins Beet pflanzen, sobald sie kräftig genug sind
Direktsaat
- Erde fein lockern
- Samen mit ausreichend Abstand in Reihen mit 50 cm Abstand säen
- Mit Blumenerde bedecken und mit der Rückseite eines Rechens andrücken
- Fein angießen und bis zum Auflaufen feucht halten
- Auf etwa 60 cm ausdünnen, sodass nur eine Jungpflanze verbleibt
Weitere Tipps für eine erfolgreiche Aussaat von Küchenkräutern finden Sie in unserem Blog!
Wann und wie Balsamkraut ernten?
Die Blätter des Balsamkrauts werden vor der Blüte nach Bedarf geerntet: Schneiden Sie einfach die beblätterten Stängel ab. Die Blüten werden im September gepflückt. Balsamkraut kann frisch wie Petersilie oder getrocknet verwendet werden. In diesem Fall bewahren Sie es in luftdicht verschlossenen Gläsern auf. Es ist eine kräftigende und anregende Pflanze mit verdauungsfördernden Eigenschaften. Die Blätter verfeinern Salate, Omeletts, Desserts, Pudding, Liköre und Schmorgerichte.

Balsamkrautjauche: Rezept
Das Balsamkraut ist für seine natürliche, in der Nähe empfindlicher Pflanzen wirkende Abwehrwirkung bekannt. Es hält zahlreiche Insekten und Parasiten fern (Kohlfliegen, Kartoffelkäfer, Blattläuse, Ameisen, Weiße Fliegen …) und dank seiner fungiziden Eigenschaften auch Krankheiten wie Falschen Mehltau und Rost. Sein Duft soll zudem Zecken, Motten und Flöhe fernhalten. Deshalb ist diese Pflanze im Gemüse- und Ziergarten sowie im Haus sehr nützlich. Zur Steigerung seiner bemerkenswerten insektenschutzenden, insektiziden und fungiziden Wirkung wird sie als Mazerat, Aufguss (30 g Blüten auf 1 l Wasser), Jauche oder Abkochung (25 cl frische Pflanze auf 1 l Wasser) zubereitet.
Sie wird meist zum Besprühen der oberirdischen Pflanzenteile von Obst, Gemüse und Pflanzen sowie zum Gießen des Wurzelbereichs von Kulturen verwendet, die Sie vor Parasitenbefall schützen möchten.
Wie stellt man Balsamkraut-Jauche her?
- Geben Sie 2 kg gehacktes, frisches Balsamkraut in ein nichtmetallisches Gefäß aus Kunststoff oder Holz
- Mit 10 Litern Regenwasser bedecken
- Einige Tage in der Sonne gären lassen
- Die Jauche täglich umrühren
- Wenn keine kleinen Bläschen mehr aufsteigen, durch ein Staubblatt filtern
- Auf 10 oder 20 % verdünnen
Pflege, Rückschnitt und Versorgung
Das Balsamkraut ist pflegeleicht. Gießen Sie nur bei trockenem Boden und bei Trockenheit.
Im Topf regelmäßiger gießen, das Substrat dazwischen aber gut abtrocknen lassen.
Nach der Blüte Verblühtes schneiden. Regelmäßig hacken und jäten.
Im Herbst die Pflanze bodennah zurückschneiden; im Frühjahr treibt sie neu aus.
Krankheiten sind nicht bekannt.
Balsamkraut vermehren
Das Balsamkraut lässt sich im Frühjahr leicht durch Teilung vermehren. Diese Maßnahme empfiehlt sich alle 4 bis 5 Jahre, um die Horste im Garten zu erhalten.
- Graben Sie den Horst mit einem Spaten aus
- Teilen Sie ihn, indem Sie die Rhizome in mehrere Teilstücke mit einigen Stängeln und Wurzeln zerschneiden
- Behalten Sie nur die äußeren Teilstücke des Horstes
- Pflanzen Sie jedes Teilstück nach der Bodenvorbereitung sofort an einem neuen Standort ein
Pflanzpartner für Balsamkraut
Der Balsamkraut hat eine abschreckende Wirkung und ist daher ein guter Helfer im Gemüsegarten. Pflanzen Sie es zwischen Möhren, Kohl und Zwiebeln, da es die Gemüsefliege fernhält. Auch Erbsen, Spinat, Salat, Bohnen und Erdbeeren schätzen seine Gesellschaft.
Mit seinen tief eingeschnittenen Blättern und den sonnengelben Blüten in Dolden bringt es viel Leichtigkeit und Helligkeit in naturnahe Gärten oder zeitgenössische Wiesen. Dort findet es auch ganz natürlich seinen Platz neben Stauden mit luftiger Blüte wie Engelwurz und Fenchel.

Eine Beetidee: Balsamkraut, Kugeldistel, Sonnenbraut, Sonnenhut, Fetthenne und schließlich Blauraute
In einem gelb gehaltenen Beet passt es zu Gemeiner Schafgarbe, Färber-Hundskamille oder Sonnenblume, ergänzt durch einige Horste Absinth mit wunderschönem silbergrauem Laub (Artemisia ‚Powis Castle‘, Artemisia ludoviciana ‚Silver Queen‘) oder Weidenröschen.
Lassen Sie sich von unserem Beitrag „Kräuter: 5 gute Möglichkeiten, sie in den Garten zu integrieren“ inspirieren!
Nützliche Ressourcen
- Entdecken Sie unsere Ideen, wie Sie Balsamkraut im Garten kombinieren
- Entdecken Sie die Heilwirkungen von Balsamkraut
- Viele praktische Tipps finden Sie in unseren Dossiers zum Thema „Gemüsegarten“: „Aussaat von Küchenkräutern“, „Fruchtfolge“, „Hochbeet“ oder auch „Permakultur und Gemüsegarten“
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