Gewöhnliche Rosskastanie: Pflanzen und Pflege

Gewöhnliche Rosskastanie: Pflanzen und Pflege

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. August 2025  durch Olivier 17 min.

Aesculus kurz erklärt…

  • Rosskastanien sind schöne Bäume, bekannt für ihre Früchte, die oft mit Esskastanien verwechselt werden
  • Die Gewöhnliche Rosskastanie ist bekannt, doch es gibt weitere, kompaktere Arten und Sorten
  • Diese Bäume und Sträucher werden wegen ihres wechselnden Laubs und ihrer spektakulären Blüte gepflanzt
  • Rosskastanien und Gelbe Rosskastanien wachsen gern in Sonne oder Halbschatten und bevorzugen nährstoffreiche, tiefgründige, frische Böden
  • Die Blüte lockt zahlreiche Schmetterlinge an
Schwierigkeit

Das Wort unseres Experten

Ach, die Rosskastanien … Diese hübschen Bäume und Sträucher sind … Wie bitte: was? Ach ja, stimmt, man nennt sie selten bei ihrem Gattungsnamen … Aber wenn ich „Pavie“ oder vor allem „Rosskastanie“ sage. Na bitte! Jetzt wissen Sie, was gemeint ist.

Die bekannteste von ihnen, die Gewöhnliche Rosskastanie, die in unseren Parks und an Alleen zu finden ist, ist trotz ihrer spektakulären Blüte viel zu groß für unsere Gärten. Doch keine Sorge: Es gibt auch deutlich kompaktere Rosskastanien.

Zum Beispiel die schlichte, aber immer überzeugende Gelbrote Pavie oder Aesculus parviflora, die einen breiteren als hohen Busch bildet und zunächst bronzefarbenes, dann dunkelgrünes und im Herbst gelbes Laub trägt. Oder die sympathische Zwerg-Rosskastanie Aesculus mutabilis ‚Induta‘, ein sommergrüner Strauch mit rundlicher Krone, der nie höher als 2,50 m wird. Ihr handförmiges, lindgrünes Laub bildet den schönen Rahmen für eine prächtige, kerzenförmige Frühjahrsblüte in Rot bis Lachsrosa. Eine weitere erstaunliche Rosskastanie ist Aesculus neglecta, ein kleiner, langsam wachsender Baum, der nicht höher als zehn Meter wird. Im Frühling bezaubert er mit jungen kupferbronzenen Blättern, die im Sommer hellgrün werden, bevor sie sich im Herbst leuchtend orangerot färben.

Kurz gesagt: Denken Sie bei Aesculus nicht nur an die Gewöhnliche Rosskastanie. Es gibt mehrere Arten und Sorten, die problemlos auch in kleinen Gärten Platz finden. Jede hat ihre Vorzüge: Laub, Wuchsform und Blüte.

Alle Rosskastanien sollten in Sonne oder Halbschatten gepflanzt werden. Diese Sträucher und kleinen Bäume wachsen in jedem Boden, sofern er ausreichend nährstoffreich, tiefgründig und frisch bleibt.

Die Blüte der Aesculus dient übrigens nicht nur der Schönheit: Die duftenden Blüten locken zahlreiche Schmetterlinge und andere bestäubende Insekten an.

Botanik und Beschreibung

Steckbrief

  • Lateinischer Name Aesculus sp.
  • Familie Sapindaceae
  • Gebräuchlicher Name Rosskastanie, Pavie
  • Blüte je nach Art von April bis Juni
  • Höhe je nach Art 2 bis 30 m
  • Exposition Sonne oder Halbschatten
  • Art des Bodens durchlässig, eher nährstoffreich und frisch
  • Winterhärte mindestens -15 °C

Die Gattung Aesculus umfasst rund 30 sommergrüne Baum- und Straucharten, von denen viele aus Nordamerika stammen: Es handelt sich dabei um Pavien. Die übrigen Arten kommen aus Europa und dem gemäßigten Asien: Es sind die Rosskastanien. Früher wurde die Gattung zur Familie der Hippocastanaceae gezählt. Nach der heutigen, auf der APG-III-Klassifikation beruhenden Einordnung gehört sie jedoch zur Familie der Sapindaceae: Das hat nichts mit Tannen zu tun, sondern bezieht sich auf die Gattung Sapindus, den in Asien heimischen Seifenbaum.

Die Gewöhnliche Rosskastanie, an die man beim Thema Rosskastanien sofort denkt, ist ein imposanter Baum, der bis zu 40 Meter hoch wird und auf einem hohen Stamm eine kugelförmige Krone entwickelt. Neben diesem Riesen gibt es auch Zwerg-Rosskastanien und Pavien, die häufig aus Nordamerika stammen und manchmal nicht höher als zwei Meter werden. Ihre Wuchsform ist sehr rundlich.

Die Rinde ist je nach Art braungrau und glatt (z. B. Aesculus indica) oder im Gegenteil rissig (z. B. Aesculus X carnea). Die Knospen sind rötlichbraun, manchmal klebrig und durch zwei Schichten von Schuppen geschützt.

Das Laub ist sommergrün, gegenständig und lang gestielt. Die Blätter bestehen aus 5 bis 7 gestielten Fiederblättchen (mit Blattstiel) oder sitzenden Fiederblättchen (ohne Blattstiel). Je nach Art sind sie länglich (länger als breit und an den Enden abgerundet) bis elliptisch (doppelt so lang wie breit und mit zugespitzten Enden), oft gezähnt, auf der Unterseite kahl und an den Blattadern behaart. Die mittleren Fiederblättchen sind länger als die seitlichen, sodass das gesamte Blatt an eine Hand erinnert. Beim Austrieb können die Blätter rosafarben sein. Im Sommer werden sie sattgrün und nehmen im Herbst je nach Art und Sorte warme Gelb-, Orange- oder sogar Rottöne an.

Rosskastanie

Aesculus hippocastanum – botanische Illustration

Die besonderen Blütenstände von Aesculus werden Thyrsen genannt. Diese aufrechten, pyramidenförmigen Blütenstände erscheinen im Frühjahr zwischen April und Juni. An einer Pflanze können sowohl zwittrige als auch männliche oder weibliche Blüten vorkommen: Dies bezeichnet man als Trimönözie. Tatsächlich besitzen die männlichen Blüten verkümmerte weibliche Blütenteile und umgekehrt. Rosskastanien und Pavien sind entomogam und benötigen zur Bestäubung Insekten. Deshalb sind ihre Blüten stark duftend und nektarreich.

Jede Blüte besitzt einen glockenförmigen Kelch mit 5 ungleich großen Zähnen. Die Blütenkrone besteht aus 4 bis 6 ungleich großen Blütenblättern in Weiß, Gelb, Rosa oder Rot. Zwei davon sind oft gefleckt: Die gelben Flecken werden nach der Bestäubung rot. Sie zeigen dem bestäubenden Insekt, dass die Blüte keinen Nektar mehr produziert und nicht mehr besucht werden muss. Insekten sehen Gelb, aber kein Rot. Die 5 bis 9 Staubblätter sind je nach Art unterschiedlich lang. Der übrige Teil der Blüte besteht aus einem Stempel mit 3 verwachsenen Fruchtblättern. Darüber sitzen ein ebenso langer Griffel wie die Staubblätter und eine spitze oder zweispaltige Narbe.

Die aus der Befruchtung hervorgegangenen Früchte sind trockene, aufspringende Kapseln. Die Fruchthüllen entsprechen der Fruchtwand und entstehen aus der Umwandlung der Fruchtblattwand. Hinweis: Die Hülle der Esskastanie entsteht dagegen aus der Umwandlung der Hochblätter der Blüte. Je nach Art sind diese Hüllen unterschiedlich: manchmal stachelig, manchmal völlig glatt sowie oval, rund oder birnenförmig. Sie enthalten einen Samen, selten zwei: die Kastanie. Bei der Reife öffnen sie sich meist durch 3 Risse, entsprechend der Zahl der Fruchtblätter. Die Ausbreitung erfolgt, wie Sie sicher schon vermuten, barochor: Die Frucht fällt durch die Schwerkraft direkt am Fuß der Mutterpflanze zu Boden. Es sei denn, Sie haben sich seit Ihrer Kindheit daran gewöhnt, Ihre Taschen mit Kastanien zu füllen und sie anschließend überall zu verlieren.

Das Wachstum dieser Bäume und Sträucher ist, von Ausnahmen abgesehen, recht schnell. Bäume können 200 bis 300 Jahre alt werden, während Sträucher im Durchschnitt etwa 50 Jahre leben. Die Geschlechtsreife der Gewöhnlichen Rosskastanie wird im Alter von etwa 15 bis 20 Jahren erreicht.

Aesculus

Früchte der Rosskastanie: die berühmten Kastanien und ihre Hüllen!

Kurze Vorstellung der wichtigsten Arten

Aesculus hippocastanum

Die Gewöhnliche Rosskastanie wird häufig als Alleebaum oder großer Parkbaum verwendet. Paradoxerweise ist sie recht empfindlich gegenüber städtischer Luftverschmutzung, ganz zu schweigen von den Krankheiten, die sie befallen. Der Baum wird bis zu 30 m hoch und entwickelt eine ausladende, rundliche Krone. Die Blütezeit von Mai bis Juni ist duftend; die Blüten sind zunächst weißgelb und verfärben sich orange-rot.

Rosskastanie

Aesculus x carnea

Diese Rosskastanie ist eine Kreuzung aus Aesculus hippocastanum und Aesculus pavia, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand. Sie ist mit etwa 9 m Höhe kleiner als die Gewöhnliche Rosskastanie, verträgt Trockenheit jedoch besser. Das Laub ist mittelgrün, die Knospen sind klebrig. Die rosafarbene Blüte erscheint im Mai und Juni.

Rosskastanie

Aesculus pavia

Diese kleine Rosskastanie, genauer gesagt Pavie, stammt aus dem Osten der USA und ist einfach zu kultivieren. Sie ist ausreichend winterhart für eine Kultur in ganz Deutschland. Je nach Sorte wird sie 7 m hoch oder wächst als 3 m hoher Strauch. Das Laub besteht aus kleinen Blättern mit 5 Fiederblättchen, die sich im Herbst prächtig rot färben. Im Juni erscheinen zahlreiche scharlachrote Röhrenblüten.

Rosskastanie

Aesculus parviflora

Die Gelbrote Pavie stammt aus dem Südosten der USA, von Georgia bis Florida. Sie ist eine Ausläufer treibende Rosskastanie, die einen großen, dichten und rundlichen Strauch bildet. Er kann bis zu 4 m breit und 2,50 m hoch werden. Die sommergrünen Blätter treiben bronzefarben aus, werden dunkelgrün und färben sich im Herbst goldgelb. Im Juni und Juli erscheinen prächtige, 30 cm hohe, aufrechte weiße Blütenähren in Kerzenform mit leuchtend roten Staubblättern. Sie ziehen zahlreiche Schmetterlinge an. Die kleinen Kastanien haben eine hellbraune Schale und sitzen in einer birnenförmigen, unbestachelten Hülle.

Rosskastanie

Aesculus indica

Dieser Baum wächst an den Hängen des Himalaya und ist in seinem natürlichen Lebensraum bedroht. Er ist vollkommen winterhart und wächst problemlos bis zu einer Höhe von 20 m. Die sommerliche Blüte ist zart und rosig-weiß.

Rosskastanie

Aesculus californica

Dieser kleine Baum ist besonders trockenheitsverträglich. Seine geringe Größe von bis zu 5 m ermöglicht den Anbau in kleinen Gärten. Das Laub ist graugrün, die duftenden Blüten sind cremefarben und rosa überhaucht.

Rosskastanie

Aesculus flava

Diese große Rosskastanie wird wegen ihrer gelben Blüten Gelbe Rosskastanie genannt. In Kultur kann sie bis zu 25 m hoch und 15 m breit werden.

Rosskastanie

Aesculus mutabilis

Aesculus (x) mutabilis ist eine Kreuzung aus der sehr kompakten, aus den Appalachenwäldern der USA stammenden Aesculus sylvatica und Aesculus pavia. Sie ist eine kleine, 2 m hohe und 2 m breite, vollkommen winterharte strauchförmige Rosskastanie. Ihre sommergrünen Blätter sind lindgrün mit bläulichem Schimmer und färben sich im Herbst prächtig gelb oder orange-rosa. Die von Mai bis Juni erscheinenden kleinen Blüten sind dunkelrosa bis lachsfarben. Die lachsfarbene Färbung entsteht durch kleine gelbe Bereiche an den Blütenspitzen.

Rosskastanie

Aesculus neglecta

Aesculus (x) neglecta ist eine neue gärtnerische Hybride mit denselben Eltern wie die zuvor genannte Aesculus-Hybride. Sie unterscheidet sich jedoch deutlich. Diese mittelgroße Rosskastanie bildet einen Stamm mit rundlicher Krone und erreicht nach 10 Jahren eine Höhe von 6 m und eine Breite von 3 m. Die auffallend gefärbten jungen Triebe entfalten sich zu großen handförmigen Blättern, die rasch hellgrün werden. Ab Mitte September trägt der Strauch sein Herbstkleid in Rot-Orange. Die 10 bis 15 cm langen Blütenstände in Form kleiner aufrechter Rispen öffnen sich zwischen Mai und Juni. Die Blüten sind zunächst blassgelb und färben sich anschließend lachsrosa.

Rosskastanie

Unsere besten Sorten

Gelbrote Pavie Koehnei - Aesculus pavia var. discolor

Gelbrote Pavie Koehnei - Aesculus pavia var. discolor

Dieser Strauch ist eine kompakte, langsam wachsende Zwerg-Rosskastanie. Sie blüht im Mai und Juni mit aufrechten Rispen in Dunkelrosa bis Lachs. Das handförmige, beim Austrieb bronzefarbene Laub wird bis Spätsommer grün und färbt sich im Herbst rostbraun.
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 3 m
Strauchkastanie - Aesculus parviflora

Strauchkastanie - Aesculus parviflora

Die Aesculus parviflora oder Gelbrote Pavie ist ein aus dem Südosten der USA stammender, vollkommen winterharter Strauch. Ihr Laub ist zunächst bronzefarben, dann dunkelgrün und im Herbst gelb. Im Spätsommer schmückt sie sich mit weißen, gefiedert wirkenden Blütenrispen.
  • Blütezeit August, September
  • Höhe bei Reife 3,50 m
Orangeblühende Kastanie Induta - Aesculus mutabilis

Orangeblühende Kastanie Induta - Aesculus mutabilis

Diese hübsche, sommergrüne Zwerg-Rosskastanie mit rundem Kranz wird nur 2 m hoch. Ihr handförmiges Laub besteht aus 5 großen, lindgrünen Fiederblättchen und bildet den Rahmen für eine prächtige Frühlingsblüte: rote bis lachsrosa Kerzen, gefolgt von kleinen ovalen Kastanien.
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 2,25 m
Carolina-Rosskastanie Autumn Fire - Aesculus neglecta

Carolina-Rosskastanie Autumn Fire - Aesculus neglecta

Dieser schöne Zierbaum wächst langsam und erreicht erst spät eine Höhe von 6 bis 8 m. Im Frühjahr bezaubert er mit kupferbronzenen jungen Trieben, wird im Sommer hellgrün und zeigt im Herbst ein flammenrotes bis orangefarbenes Kleid. Blüte im Mai und Juni mit blassgelben, später rosa werdenden Kerzen.
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 9 m

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Pflanzung

Wo Rosskastanie pflanzen?

In der Regel gedeihen Rosskastanien und Gelbe Rosskastanien in jedem tiefgründigen, gut drainierten und auch im Sommer frischen Boden.

Sie sind alle ausreichend winterhart für den Anbau in ganz Frankreich und Belgien, meiden jedoch Meeresnähe wegen der Gischt. Sie bevorzugen Regionen mit deutlich ausgeprägten Jahreszeiten: kalten Wintern und warmen Sommern.

Rosskastanien pflanzt man an sonnigen bis halbschattigen Standort. Nur Gelbrote Pavien gedeihen auch im Vollschatten.

Hinweis: Planen Sie wie bei allen Bäumen ihre Entwicklung ein und wählen Sie die Rosskastanie passend zu ihrer Größe und der Größe Ihres Gartens.

Wann Rosskastanie pflanzen?

Rosskastanien pflanzt man vorzugsweise im Herbst (November) oder im Winter außerhalb frostiger Perioden. Bei amerikanischen Rosskastanien ist auch eine Pflanzung im Frühjahr möglich.

Wie Rosskastanie pflanzen?

  • Stellen Sie den Topf Ihrer neuen Aesculus einige Minuten in einen Eimer mit Wasser, damit sich der Wurzelballen wieder mit Wasser vollsaugt
  • Heben Sie ein Loch aus, das doppelt so tief und breit wie das Volumen des Wurzelballens ist
  • Geben Sie ein bis zwei Handvoll reifen Kompost auf den Grund des Pflanzlochs
  • Bei schwerem Boden können Sie etwas Kies einarbeiten, um die Drainage zu verbessern
  • Beginnen Sie, den Wurzelballen etwas zu „zerstören“, um die Wurzeln freizulegen. Lockern Sie ihn vorsichtig von Hand oder mit einer kleinen Kralle, ohne die Wurzeln zu beschädigen
  • Setzen Sie den restlichen Wurzelballen in das Loch und breiten Sie die Wurzeln gut aus
  • Füllen Sie das Loch mit dem zuvor gelockerten Aushub
  • Drücken Sie die Erde rund um den Baum vorsichtig mit den Händen an (nicht mit den Füßen!)
  • Gießen Sie den Baum mit 10 Litern Wasser, um das Risiko von „Lufttaschen“ zwischen Wurzeln und Boden zu verringern
  • Bringen Sie eine Mulchschicht aus, um den jungen Baum vor Trockenheit zu schützen, oder pflanzen Sie direkt am Fuß einige kleine Bodendecker (Kriechender Günsel, Türkischer Fels-Meier, Erdefeu, Felsen-Storchschnabel, …)
Rosskastanie

Prächtige Aesculus californica am passenden Standort

Pflege und Versorgung

Pflege

Gießen Sie Ihre Rosskastanie in den ersten Jahren nach der Pflanzung regelmäßig. Diese Bäume oder Sträucher vertragen trockenen Boden schlecht.

Rückschnitt

Entfernen Sie lediglich störende oder sich kreuzende Zweige sowie gegebenenfalls Wurzelschösslinge bei bestimmten Arten, insbesondere bei der Gelbroten Pavie. Vermeiden Sie das Abschneiden von Zweigen mit mehr als 5 cm Durchmesser. Rosskastanien vertragen Rückschnitte schlecht, die im städtischen Umfeld oft drastisch ausfallen. Sie bilden große Wundwülste, doch das Innere des Stamms oder Zweigs verfault leicht. Daher ist Vorsicht geboten … Wählen Sie am besten einen Standort, der ausreichend Platz für eine ausgewachsene Rosskastanie bietet, oder eine kleinwüchsigere Art.

Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Im Gegensatz zu anderen Aesculus, die kaum Krankheiten bekommen oder von Schädlingen befallen werden, hat die Aesculus hippocastaneus oder Gewöhnliche Rosskastanie mit einigen Problemen zu kämpfen …

  • Bakterieller Rindenkrebs der Rosskastanie

Diese Krankheit lässt die Rosskastanien unserer Städte absterben und wird durch ein Bakterium namens Pseudomonas syringae. verursacht. Sie tritt vor allem bei Rosskastanien aus Baumschulen auf, die eine geringe genetische Vielfalt besitzen, sowie bei Bäumen, die Stress ausgesetzt waren, etwa durch Wassermangel, Umweltverschmutzung oder Wurzelschäden, oder unter einem ungeeigneten Rückschnitt gelitten haben. Die Symptome sind vielfältig: verzögerter Austrieb, verlangsamtes Wachstum, nässender Rindenkrebs und schließlich das Vertrocknen der Blätter an einem Teil des Baums oder am gesamten Baum. Derzeit werden verschiedene Behandlungen getestet, bislang ohne wirkliche Fortschritte. Am besten sorgt man jedoch vorbeugend für ein gesundes Umfeld und eine angemessene Pflege. So bleibt das Risiko des Absterbens gering.

  • Schildläuse

Die Schildlaus Pulvinaria regalis kommt häufig an Rosskastanien vor, verursacht jedoch keine nennenswerten Schäden. Ignorieren Sie sie einfach!

  • Rotfleckenkrankheit

In feuchten und kühlen Frühjahren ist die Gewöhnliche Rosskastanie manchmal anfällig für die Rotfleckenkrankheit oder Black Rot. Zu Beginn des Sommers erscheinen zunächst gelbe, später braune Blattflecken mit gelbem Rand. Bald darauf vertrocknen die Blätter und fallen ab.

Diese Krankheit ist vor allem für junge Bäume problematisch.

aesculus black rot

Rotfleckenkrankheit der Gewöhnlichen Rosskastanie (Guinardia aesculi an Aesculus hippocastaneum)

  • Kastanienminiermotte

Die Kastanienminiermotte (Cameraria ohridella) ist ein aus dem Balkan stammender Schmetterling, der an Gewöhnlichen Rosskastanien erhebliche Schäden verursacht, manchmal aber auch an Aesculus pavia auftritt. Die Raupen bohren Gänge in die Blätter und bilden rotbraune Flecken, die im Sommer zum Blattfall führen. Die Eiablage erfolgt in 1 bis 3 Generationen von April bis in den Spätherbst. Die Raupen entwickeln sich und verpuppen sich im Winter im Inneren der Blätter. Im Frühjahr schlüpfen die Falter und beginnen den Zyklus von Neuem. Am besten bekämpfen Sie diesen Schmetterling, indem Sie einen vogelfreundlichen Garten schaffen, insbesondere für insektenfressende Vögel wie Meisen. Bei starkem Befall können Sie die Blätter aufsammeln und verbrennen, um die Puppen zu beseitigen.

Weiterlesen: Kastanienminiermotte: ein gefürchteter Schädling?

Vermehrung der Rosskastanie

Durch Aussaat

Im Oktober-November oder im März können Sie die „Kastanien“ in ein feuchtes, relativ leichtes Substrat säen: 40 % Blumenerde, 40 % Bims oder Sand und 20 % Gartenerde. Sobald die Keimung im zeitigen Frühjahr beginnt, entwickelt der Keimling zunächst eine kräftige Pfahlwurzel, bevor er sich verzweigt. Stellen Sie die Jungpflanze halbschattig und windgeschützt auf. Lassen Sie die junge Rosskastanie nicht zu lange im Topf. Ideal ist die Pflanzung im darauffolgenden Frühherbst an einem sonnigen Standort.

Durch Pfropfen

Zur Vermehrung von Kultivaren kann man sie durch Okulation auf einen unveredelten Aesculus als Unterlage vermehren. Die Technik ist recht kompliziert und sollte nur von Fachleuten durchgeführt werden.

Durch Abtrennen von Wurzelschösslingen

Bei der Gelben Rosskastanie dauert die Keimung recht lange. Glücklicherweise bildet der Strauch Wurzelschösslinge, die sich im November oder März von der Mutterpflanze abtrennen lassen. Graben Sie dazu rund um den Strauch und legen Sie einen oder mehrere Wurzelschösslinge frei, die Sie mit dem Spaten oder der Gartenschere abtrennen.

→ Mehr dazu in unserem Ratgeber: Wie vermehrt man die Rosskastanie?

Pflanzenkombinationen im Garten

Ideen für den Herbst…

Aesculus pavia ‚Koehnei‚ ist eine bezaubernde Gelbe Rosskastanie, die sich vor allem im Herbst von ihrer schönsten Seite zeigt, wenn ihr Laub in leuchtendem Orange erstrahlt. Als Begleiter eignet sich hervorragend ein ebenfalls aus Nordamerika stammender kleiner Baum: die Franklinia alatamaha. Dieser Baum ist in der Natur ausgestorben, wird aber dank leidenschaftlicher Gärtner in Parks und Gärten erhalten. Im Herbst begeistert er nicht nur mit orange-rotem Laub, sondern verwöhnt uns sogar mit einer sehr späten Blüte, manchmal bis zum ersten Frost. Die Blüten erinnern an die einer Kamelie mit einfachen Blüten: weiß mit goldenen Staubblättern. Zu Füßen unserer beiden Gefährten bildet Cornus canadensis, einer der wenigen Vertreter seiner Gattung, die eine Staude sind, einen besonders schönen Teppich. Im Herbst fallen diese kleinen, zierlichen Hartriegel auf, wenn die weißen Hochblätter den roten Früchten gewichen sind und das Laub purpurrote Töne annimmt. Einige verstreute Horste der Rasen-Schmiele ‚Goldschleier‘ bringen mit ihren großen, lockeren, rispenartigen Blütenständen Leichtigkeit ins Beet, in denen sich Gold und Silber mischen. Und zum Abschluss… Wie wäre es mit Bergenien? Nein, warten Sie, laufen Sie nicht weg! Inzwischen gibt es wunderschöne Sorten, die nichts mehr mit den Bergenien vergangener Zeiten gemein haben. Wie diese prächtige Sorte ‚Eden’s Dark Magic‘, deren glänzendes, dunkelgrünes, purpurrot gesäumtes Laub im Herbst spektakuläre Purpur- und Brauntöne annimmt.

Oder für den Frühling…

Doch Aesculus werden auch wegen ihrer spektakulären Blüte gepflanzt, wie dieser langsam wachsende kleine Baum, Aesculus neglecta ‚Autumn Fire‘. Seinen Namen verdankt er, wie Sie sicher schon vermuten, seinem feuerorangen Herbstlaub. Doch auch im Frühling ist er wunderschön, wenn seine jungen Blätter in bronzekupfernen Tönen austreiben. Bald darauf folgt eine Blüte, die zunächst blassgelb ist und im Laufe der Tage lachsfarben wird. Er ist wahrlich ein Schmuckstück, das als Solitär zur Geltung kommt… oder auch nicht. Denn mit passenden Begleitern wird er noch schöner! Einige Sträucher mit goldgelbem Laub bilden einen perfekten Kontrast zum jungen Laub und den Blüten der Rosskastanie: etwa ein Cornus alba ‚Aurea‚, ein zeitloser Klassiker, der von Januar bis Dezember schön bleibt, sowie einige Japanische Spiersträucher ‚Magic Carpet‘ am Beetrand. Ein Hauch Blau bildet den perfekten Kontrast zu all diesen Elementen. Zum Beispiel unsere exklusive Hydrangea macrophylla ‚The Original‘ mit blauen Blüten, eine sehr robuste und reich blühende Hortensie. Sie wünschen sich blaues Laub? Könnte eine kleine Picea pungens ‚Glauca Globosa‚ Sie begeistern? Dieser kleine Nadelbaum ist im Frühling ein wahres Schmuckstück, wenn er seine bläulichen Farbtöne annimmt.

Wussten Sie schon? Ergänzen

  • Die Blüten der Rosskastanien sind nektarreich und bienenfreundlich. Doch damit nicht genug: Die Knospenschuppen liefern den Bienen Propolis, eine harzige Substanz, mit der sie ihre Bienenstöcke abdichten, Risse verschließen und Wachswaben befestigen.
  • Botaniker zerbrachen sich lange den Kopf darüber, woher die Gewöhnliche Rosskastanie stammen könnte. Daher wurde im 19. Jahrhundert eine Expedition nach Indien geschickt, um die Ursprünge des Baumes zu erforschen. Ohne großen Erfolg, obwohl die Aesculus indica, eine nahe verwandte Art, im Himalaja von Afghanistan und Pakistan bis in den Westen Nepals wächst.
  • Die Gewöhnliche Rosskastanie erfreute sich so großer Beliebtheit, dass eine Erhebung aus dem Jahr 1870 zeigt: Fast 80 % der Bäume, die in den öffentlichen Anlagen von Paris gepflanzt wurden, waren Gewöhnliche Rosskastanien.
  • Der Gattungsname Aesculus bedeutet eigentlich „sukkulent“. Das ist paradox für Bäume und Sträucher, deren Früchte nicht essbar sind.
  • Die Frucht enthält Saponin. Während des Zweiten Weltkriegs wurde daraus ein Seifenersatz gewonnen. In dieser Zeit dienten die Kastanien nach der Entfernung von Gerbstoffen und Saponin außerdem zur Herstellung einer nahrhaften Stärke für den Menschen. Noch heute werden in Frankreich Kastanien für die Herstellung von Trockenextrakten geerntet.
  • Aesculus parviflora wurde im 18. Jahrhundert dank des britischen Botanikers John Fraser nach seiner ersten Reise durch Amerika in England eingeführt und bald zu einer begehrten Pflanze in Baumschulen. Schließlich erhielt sie den Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society (RHS).
  • Wenn Sie in ein Rätselduell geraten, können Sie immer noch dieses knifflige Rätsel stellen, um sich zu retten: „Was ist klein und braun?“ Die Antwort lautet natürlich: eine Kastanie.

Nützliche Ressourcen

  • Entdecken Sie schnell unsere Aesculus-Auswahl in der Online-Baumschule!
  • Ratgeber: Esskastanie und Rosskastanie: die Unterschiede
  • Anleitung: Rosskastanie: Wann und wie zurückschneiden?
  • Ratgeber: Wie Sie die passende Rosskastanie für Ihren Garten wählen

Häufig gestellte Fragen

  • Kleiner Garten: Rosskastanie pflanzen?

    Ja, durchaus! Viele amerikanische und asiatische Arten bleiben unter 3 m. Einige, etwa Aesculus neglecta, werden kleine Bäume, wachsen aber langsam und bleiben kompakt.

  • Ich habe gehört, dass Rosskastanien oft krank sind. Stimmt das?

    Aesculus hippocastanum, die Gewöhnliche Rosskastanie, leidet vor allem unter Krankheiten und Schädlingen. Andere Bäume und Sträucher sind robuster.

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