Grüner Mangold: Pflanzung, Anbau, Ernte
Inhaltsverzeichnis
Mangold kurz erklärt
- Grüner Mangold wird wegen seiner Blätter und Blattstiele angebaut
- Es gibt inzwischen Mangold mit farbigen Stielen (rot, weiß, gelb oder rosa): Er gehört zu den dekorativsten Gemüsesorten!
- Ebenso schön wie schmackhaft eignet er sich für viele Rezepte, etwa mit Butter, als Tian, in Pasteten oder Aufläufen
- Der Anbau ist einfach: Mangold liebt volle Sonne sowie frische, nährstoffreiche Böden
- Von April bis Juli aussäen, für eine Ernte von Juni bis Oktober
Das Wort unserer Expertin
Mangold (Beta vulgaris), auch Bette, Blattmangold oder Stielmangold genannt, wird wegen seiner Blätter und Stiele angebaut, die weiß oder gelb, rot und sogar rosa sein können! Er schmeckt ähnlich wie sein Verwandter, der Spinat. Gegarte Mangoldstiele eignen sich für viele Rezepte, besonders für Gratins: Die Niçois sind Meister der Mangoldküche und bereiten daraus eine köstliche Tarte (Tourta de blea) zu!
Die frischen, manchmal rötlich gefärbten Blätter schmecken köstlich als Schnittsalat oder wie Spinat zubereitet.
Man unterscheidet zwei Mangoldgruppen: Stielmangold wie der blonde Mangold und Schnittmangold, auch Spinatmangold genannt, der wegen seiner zarten, grünen Jungblätter angebaut wird.
Kalorienarm und reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien ist Mangold ein echtes Superfood, das öfter auf unseren Tellern landen sollte!
Säen Sie ihn daher von April bis Juli in zuvor gut gedüngten Boden aus und ernten Sie ihn von Juli bis November.
Entdecken Sie dieses schöne Gemüse, das sowohl im Gemüsegarten als auch in sommerlichen Beeten zwischen Stauden oder Einjährigen einen Platz findet!
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Beta vulgaris
- Gebräuchlicher Name Grüner Mangold, Mangold, Stielmangold, Krautstiel, Blatt-Mangold
- Blüte Juli–August
- Höhe 0,45 bis 0,60 m
- Exposition Sonne, Halbschatten
- Art des Bodens nährstoffreich und frisch
- Winterhärte -6 °C
Der Mangold – Beta vulgaris –, auch Krautstiel, Grüner Mangold, Stielmangold, Blatt-Mangold und Schnittmangold genannt, ist eine Gemüsepflanze aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse, früher Gänsefußgewächse, und mit der Rübe verwandt. Der aus dem Mittelmeerraum stammende Mangold wird seit der Antike sowohl in Mesopotamien als auch im Alten Rom angebaut. Heute produziert Frankreich jährlich fast 13.000 Tonnen Mangold, hauptsächlich im Mittelmeerraum. Er wird als einjährige Pflanze kultiviert.
Die Gattung umfasst etwa 40 Sorten von Beta vulgaris var. cicla, die entweder wegen ihrer Blätter und/oder ihrer essbaren Stiele ausgewählt wurden. Man unterscheidet sie anhand der Farbe ihrer Stiele. Dazu gehören grüne oder blonde Mangoldsorten mit weißen, roten oder gelben Stielen. Daneben gibt es Schnittmangold oder Spinatmangold ohne Stiele, die vor allem wegen ihrer Blätter angebaut werden.
Aus einer tief in den Boden reichenden Pfahlwurzel bildet der Mangold einen Horst aus einer Rosette aufrechter Grundblätter, der 0,30 bis 0,80 m hoch wird und während der Blüte bis zu 2 m erreicht. Die großen, breiten und runden, 45 bis 70 cm langen, gegenständigen, stark gerippten und oft blasigen Blätter sitzen an einem dicken, fleischigen Blattstiel, dem sogenannten Stiel oder der „Rippe“, der sich als Mittelrippe in die Blattspreite fortsetzt. Die sehr zahlreichen Blätter ähneln denen des Spinats. Schnittmangold zeichnet sich durch kleinere Blätter und feinere Stiele aus, die nach dem Schneiden erneut austreiben. Ein Stiel wiegt etwa 200 Gramm.
Blätter und Stiele des Mangolds sind ebenso köstlich wie dekorativ. Je nach Sorte können die Stiele weiß, rosa, rot, gelb oder grün sein. Die dicke, glänzende, spinatähnliche Blattspreite reicht von einfarbig dunkelgrün über blond und grün mit roten Blattadern bis hin zu weinrot. Die farbigen Stiele bilden einen wunderbaren Kontrast zu den Blättern.
Mangold hat einen leicht süßlichen, etwas erdigen Geschmack, der dem von Spinat ähnelt.
Im Juli und August des zweiten Anbaujahres wächst aus dem Horst ein bis zu 2 m hoher Blütenstängel. An seinem Ende entwickeln sich lange Rispen über den großen Blättern. Die Pflanze greift nun auf ihre Reserven zurück, um die Blüte und anschließend die Samenbildung hervorzubringen. Die grünlichgelben Blüten bilden sehr viele Samen, die Sie für künftige Aussaaten ernten können. Sie geht schnell in Samen und stirbt danach ab.
Mangold ist aus der mediterranen Küche nicht wegzudenken. In der Gegend um Nizza wird daraus ein berühmter Auflauf zubereitet. Der Name Mangold geht auf eine im Mittelalter beliebte Suppe zurück, die „Porée“ genannt wurde und deren wichtigste Zutat er war. Mangold wird auch häufig zu Zierzwecken im öffentlichen Stadtgrün eingesetzt, dem er eine originelle Note verleiht.
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Aussaat von Grünem Mangold
Wo säen?
Grüner Mangold ist sehr wüchsig, wächst schnell und lässt sich in vielen Regionen problemlos kultivieren. Er verträgt keine Trockenheit, da sie seine Stiele und Blätter faserig macht; er darf nicht zu wenig Wasser bekommen. Seine Winterhärte ist mittel: Im Winter zieht er sich unter die Erde zurück und treibt im Frühjahr wieder aus, sofern die Wintertemperaturen besonders mild waren. Nach der Blüte im zweiten Sommer stirbt die Pflanze ab. Deshalb wird sie meist einjährig oder zweijährig kultiviert.
Er sollte in voller Sonne stehen, aber auch in einem frischen Boden wachsen: Mulchen Sie rund um die Jungpflanzen. In sehr warmen Regionen bevorzugt er etwas Schatten. Er benötigt einen frischen, tiefgründigen, humusreichen und gut gelockerten Boden ohne frischen Dünger.
Wann Grüner Mangold säen?
Säen Sie im April und Mai direkt ins Beet, sobald sich der Boden gut erwärmt hat. Die Ernte beginnt etwa 2 Monate nach der Aussaat. Für einen früheren Anbau können Sie bereits im März unter einem Frühbeetfenster in Tuffsaaten in Schalen säen. Das spätere Umpflanzen ist jedoch heikel und kann die Pfahlwurzel beschädigen.
Wie säen?
Grüner Mangold liebt frische, lockere Böden. Säen Sie in einen zuvor verbesserten Boden: Reichern Sie ihn im Winter vor der Kultur mit 4–5 Gabeln gut verrottetem Stallmist oder Kompost an. Vier Pflanzen reichen aus, um eine kleine Familie zu versorgen.
- Lockern Sie zunächst die Erde mit einem Rechen
- Säen Sie 3 Samen je Saatstelle im Abstand von 40 cm (25 cm bei Schnittmangold) oder in eine flache Furche mit 40 cm Reihenabstand
- Bedecken Sie die Samen mit 1 cm feiner Erde
- Halten Sie den Boden durch regelmäßiges Gießen bis zum Auflaufen feucht
- Vereinzeln Sie ab dem Erscheinen der ersten 3–4 Blätter auf eine kräftige Jungpflanze je 40 cm

Aussaat von Grünem Mangold
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Die Aussaat von GemüsesamenMangold pflanzen
Als Jungpflanze im Anzuchttopf wird Mangold von Mai bis August gepflanzt und von Juli bis November geerntet. Bereiten Sie den Boden im Herbst mit gutem Gemüsedünger und Kompost vor.
- Wässern Sie den Wurzelballen vor dem Pflanzen einige Minuten
- Heben Sie ein zwei- bis dreimal so großes Pflanzloch aus
- Geben Sie 2 oder 3 Handvoll Kompost ins Pflanzloch
- Setzen Sie die Jungpflanzen mit 30 bis 40 cm Abstand in alle Richtungen, ohne den Hals einzugraben
- Füllen Sie das Loch mit feiner Erde
- Gießen Sie reichlich und halten Sie den Boden frisch
Kultur, Pflege
Grüner Mangold oder Blette benötigt wenig Pflege, außer bei Trockenheit, obwohl er eine gute Hitzeverträglichkeit aufweist. Regelmäßiges Hacken und Unkrautjäten sowie eine Mulchschicht im späten Frühjahr sind empfehlenswert. Im Sommer darf ihm kein Wasser fehlen: Bei heißem, trockenem Wetter regelmäßig gießen, damit die Stiele nicht austrocknen. Er bevorzugt einen stets feuchten Boden.
Im Herbst oder ganz zu Beginn des Frühjahrs eine Gabe Mist oder reifen Komposts ausbringen.
Blütenstiele sofort nach ihrem Erscheinen entfernen, um eine vorzeitige Samenbildung zu verhindern, außer Sie möchten Samen ernten.
Grüner Mangold verträgt Fröste bis etwa -6 °C. Schützen Sie ihn am besten mit einer guten Mulchschicht vor Kälte. Eine dicke Schicht Stroh oder Laub und ein rund um den Fuß angehäufter Erdhügel können in mildem Klima ausreichen, damit er von einem Jahr zum nächsten erhalten bleibt.
→ Mehr erfahren unter: Grünen Mangold erfolgreich anbauen
Mögliche Krankheiten und Schädlinge
Mangold kann anfällig für verschiedene Pilzkrankheiten sein, die seine Blätter befallen. Um Krankheiten vorzubeugen, sollten Sie den Fruchtwechsel und gute Anbaupraktiken beachten: Warten Sie 3 bis 4 Jahre, bevor Sie am selben Standort erneut Mangold anbauen.
Als Vorbeugung gegen Mehltau, Rost und Cercospora, die sich durch braune oder orangefarbene Flecken oder einen grauen Belag bemerkbar machen und zum Vertrocknen des Laubs führen, sprühen Sie bei den ersten Symptomen Bordeauxbrühe und verbrennen Sie befallene Blätter.
Gegen Schwarze Blattläuse und Erdflöhe, die gelegentlich die Blätter besiedeln: Brausen Sie die Pflanze morgens und abends mit einem Wasserstrahl ab und sprühen Sie anschließend eine Lösung aus Wasser und flüssiger Schmierseife (20 % Verdünnung) auf. Pflanzen Sie in der Nähe Minze, um sie anzulocken – ein natürlicher Trick!
Damit Schnecken und Nacktschnecken das junge Laub im Frühjahr nicht befallen, bevor es überhaupt aus der Erde kommt: Entdecken Sie unsere 7 wirksamen und natürlichen Methoden gegen Nacktschnecken.
→ Erfahren Sie mehr über Krankheiten und Schädlinge von Grünem Mangold in unserem Ratgeber

Eine Nacktschnecke auf einem Mangoldblatt
Vermehrung
Mangold: Nur durch Aussaat. Für eigenes Saatgut Pflanzen bis ins zweite Jahr stehen lassen. Reife Samen im Spätsommer ernten, im Frühjahr aussäen (siehe oben).
Mangold ernten und lagern
Wann und wie ernten?
- Ernte: Die Ernte erstreckt sich von Juli bis November, etwa bis zum ersten Frost, also 50 bis 60 Tage nach der Aussaat. Im folgenden zeitigen Frühjahr können Sie die ersten jungen Blätter ernten. Blätter und Blattstiele werden nach Bedarf geerntet. Wählen Sie die größten äußeren Blätter aus, lassen Sie das Herz stehen und achten Sie darauf, an jeder Pflanze Blätter zu belassen. Die Blattstiele müssen fest sein. So geerntet, bildet der Mangold neue Blätter. Schneiden Sie die Blattstiele mit einem Messer an der Basis ab oder ziehen Sie die Blätter einfach von Hand am Ansatz ab.
- Aufbewahrung: Einmal geerntet, hält sich Mangold einige Tage im Gemüsefach des Kühlschranks. Die Blätter der Rübe lassen sich nach kurzem Blanchieren in gesalzenem Zitronenwasser gut im Ganzen einfrieren. Die Blattstiele lassen sich gekocht problemlos einfrieren.
Verwendung in der Küche und Nährwerte
Grüner Mangold hat einen milden Geschmack und eine zarte, schmelzende Textur. Die Stiele schmecken gekocht oder gedämpft und ergeben mit Béchamel- oder Tomatensoße köstliche Gratins. In Butter angebraten, passen sie gut zu Fleisch. Die Blätter schmecken roh oder gegart, als Salat, in Pasteten und Suppen oder wie Spinat zubereitet. Das Mangoldgrün schmeckt in Butter gedünstet ausgezeichnet!
Vor dem Kochen der Stiele sollten Sie die Fasern entfernen, indem Sie sie wie Rhabarber schälen: Mit einem Messer die Haut auf einer Seite abziehen, dann auf der anderen. Für das Garen empfiehlt es sich außerdem, Blätter und Stiele zu trennen, da die Blätter schneller garen.
In der Antike nutzten die Römer Mangold zu medizinischen Zwecken. Mangold ist reich an Vitaminen (vor allem C und B9), Phosphor, Eisen, Kalium, Natrium, Magnesium und Antioxidantien. Er gehört zu den gemüsereichsten Ballaststoffquellen und hilft bei träger Verdauung. Zudem wirkt er harntreibend, abführend und erfrischend. Wegen seines Oxalatgehalts wird er Menschen mit Arthritis und Nierensteinen jedoch nicht empfohlen.
Mit nur 20,6 kcal pro 100 g gekocht ist Mangold ein idealer Begleiter beim Abnehmen.
→ Entdecken Sie unseren Artikel Leckere Rezeptideen mit Mangold!
Gute Pflanzkombinationen
Im Gemüsebeet verträgt sich Mangold gut mit Möhre, Kohlrabi, Rettich, Rübe und Zwergbohne. Lauch-Porree hingegen mag er gar nicht in seiner Nähe.

Wie schade, ihn auf das Gemüsebeet zu beschränken! Mit seinen Blättern und teils farbenprächtigen Blattstielen zählt Mangold zu den dekorativsten Gemüsesorten. Im Ziergarten sorgt er bis zum Winterbeginn, wenn die meisten Pflanzen verschwinden, für Originalität, Volumen und Kontraste in den Sommerbeeten.
Mangold mit farbigen Blattstielen wie ‚Rhubarb Chard‘, ‚Fantasy‘ oder ‚Poirée à Tige Jaune‘ setzen farbenfrohe, üppige Akzente neben zahlreichen Sommerstauden und einjährigen Pflanzen wie Taglilie, Mädchenauge, Sonnenhut, Aster, Dahlie, Schmuckkörbchen, Flammenblume, Lupine oder Ringelblume. Sie bilden außerdem einen farbigen Kontrast in einem Gräserbeet.
Nützliche Ressourcen
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