Lanzenrosette: Pflanzen, Pflege & Standort
Inhaltsverzeichnis
Lanzenrosette kurz erklärt
- Die Lanzenrosette ist eine Zimmerpflanze aus der Familie der Bromeliengewächse und mit der Ananas verwandt
- Die aus Südamerika stammende epiphytische Pflanze trägt steife, breite Blätter in einer Rosette
- Sie blüht nur einmal im Leben, doch der Blütenstand bleibt sechs Monate erhalten
- Für eine erneute Blüte müssen Sie einen Wurzelschössling abnehmen und neu einpflanzen
- Anspruchslos fühlt sich die Lanzenrosette bei 18 bis 20 °C in Innenräumen wohl.
Wort unserer Expertin
In ihrer natürlichen Umgebung, den tropischen und subtropischen Wäldern Lateinamerikas, ist die Lanzenrosette eine epiphytische Pflanze: Ihre Luftwurzeln versorgen sie mit Nährstoffen aus verrottenden Blättern sowie dem Kot von Vögeln und Affen. Unter unseren klimatischen Bedingungen wird sie als exotisch wirkende Zimmerpflanze kultiviert. Dabei ist es wichtig, ihre natürlichen Ansprüche zu berücksichtigen. Als Dank bildet sie immergrünes, an den Rändern dorniges Laub in einer Rosette. Daraus wächst ein einzelner Blütenstand, der über sechs Monate halten kann. Wie bei allen Bromelien kündigt die Blüte jedoch das Absterben der Rosette an. Gleichzeitig bilden sich Wurzelschösslinge, sodass sich die Lanzenrosette erneuern kann. Meist wird sie bereits blühend gekauft und bleibt viele Monate dekorativ, sofern sie mäßiges Licht und regelmäßige Wassergaben mit kalkarmem Wasser erhält.

Aechmea fasciata
Botanisch
Steckbrief
- Lateinischer Name Aechmea
- Familie Bromeliengewächse
- Gebräuchlicher Name Silbervase
- Blüte April bis Oktober
- Höhe bis 1 m
- Exposition mäßiges Licht
- Art des Bodens sauer
- Winterhärte nicht winterhart
Die Aechmea ist eine stängellose Pflanze aus den tropischen und subtropischen Wäldern Südamerikas. Tatsächlich handelt es sich um eine Gattung aus der Familie der Bromeliengewächse, zu der auch die Ananas, die Guzmanie und der Greisenbart gehören. Die meisten Vertreter dieser Pflanzenfamilie wachsen epiphytisch und haften an der Rinde von Bäumen. Sie ernähren sich von verrottenden Blättern und Ausscheidungen, die sich in den Unebenheiten der Stämme ansammeln, und nutzen dabei ihr oberirdisches Wurzelsystem. Regenwasser sammelt sich zwischen den trichterförmigen Blättern in einer beckenartigen Vertiefung. Diese Pflanzen benötigen daher Feuchtigkeit und mäßiges Licht, um ihre natürliche Umgebung nachzuahmen. Die Arten dieser Bromeliengewächse haben außerdem die Besonderheit, erst nach vielen Jahren zu blühen. Nach der monatelangen Blüte stirbt die Blattrosette ab, bildet zuvor jedoch an ihrer Basis Wurzelschösslinge, durch die sich die Pflanze erhält.

In ihrer natürlichen Umgebung wächst die Aechmea als Epiphyt am Stamm von Bäumen
Aus etymologischer Sicht leitet sich der Begriff „Aechmea“ vom griechischen „akmê“ ab, was Spitze oder Speerspitze bedeutet und vermutlich an die sehr spitzen Enden der Kelche erinnert.
Die Gattung Aechmea umfasst mehr als 250 verschiedene Arten, von denen einige in unseren Breiten häufig als Zimmerpflanzen kultiviert werden. Allen voran Aechmea fasciata (Syn. Billbergia fasciata), die gemeinhin Silbervase genannt wird und am weitesten verbreitet ist, mit ihrem fleischigen, breiten Laub, das hellrosa bis karminrot blüht. Im Handel ist auch Aechmea fulgens mit dunkelgrünen, von grauen Reflexen punktierten Blättern und ährenförmigen Blütenständen erhältlich. Die aus Ecuador und Peru stammende Art Aechmea tayoensis besitzt einfache, lineare Blätter mit gesägten Rändern und einer auffälligen braunen Nervatur. Ihr Blütenstand besteht aus orange-roten Hochblättern und gelben Blüten. Auch Aechmea chantinii ist mit ihrem leuchtend grünen, quer dunkelgrün oder grau gestreiften Laub und ihren Blütenständen mit roten oder orangefarbenen Hochblättern und roten Blüten besonders attraktiv. Zu dieser Vielzahl an Arten kommen zahlreiche Kultivare hinzu, die das Sortiment an Blattformen und Blüten erweitern.

Die Aechmea bildet je nach Art sehr unterschiedliche Blattrosetten
Die Aechmea ist eine krautige, epiphytische und stängellose Pflanze mit lederartigem, steifem und sehr breitem Laub. Einige Blätter mit abgerundeten Spitzen können 10 cm breit werden. Die am Rand zurückgebogenen und gezähnten Blätter stehen in einer Rosette. Sie sind eng spiralförmig ineinandergefügt und bilden gleichsam einen Zylinder, der in der Natur das Speichern von Regenwasser oder Tau ermöglicht. Die Blätter einiger Aechmea-Arten sind mit einem grauen, aus Schuppen bestehenden Belag bedeckt, der bei Berührung oder durch Besprühen mit kalkhaltigem Wasser verschwindet.
Nach einigen Jahren wächst aus der Rosette ein einzelner, einer Blütenähre ähnlicher Blütenstand hervor, der aus zahlreichen Hochblättern besteht, die mindestens sechs Monate erhalten bleiben können, sowie aus kleinen, je nach Art unterschiedlich gefärbten Blüten. Diese Blüten verändern sich während der Blütezeit, halten jedoch nur kurze Zeit. Wie bei den meisten Bromelien bedeutet die Blüte den Tod der Rosette. Dieser „Todeskampf“ kann allerdings bis zu einem Jahr dauern.

Blüten verschiedener Aechmea-Arten
Die Pflanze sichert ihren Fortbestand jedoch durch die Bildung von Wurzelschösslingen an der Basis. Lässt man deren Wurzelsystem sich ein wenig entwickeln, können sie einzeln kultiviert werden. Bis zur Bildung eines neuen Blütenstands vergehen jedoch viele Jahre, vorausgesetzt, die Pflanze steht an einem sehr hellen Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit. Das Laub besitzt dennoch einen unbestreitbaren Zierwert.
Aufgrund ihrer Pflegeansprüche und ihres dornigen Aussehens wird die Aechmea einzeln im Topf kultiviert. Im Handel werden Aechmeen meist bereits blühend angeboten.
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Wie pflanzen Sie die Lanzenrosette?
Wann die Lanzenrosette pflanzen?
Als Zimmerpflanze kann die Lanzenrosette zu jeder Jahreszeit gepflanzt werden.
Wie wird sie gepflanzt?
Die Lanzenrosette ist eine epiphytische Pflanze und benötigt daher ein passendes Substrat. Es sollte leicht, möglichst porös, eher sauer und nur in kleiner Menge vorhanden sein. Die Lanzenrosette steht gern beengt in einem kleinen Topf, der gerade noch stabil ist und über die gesamte Tiefe eine gute Drainage besitzt.
Sie können die Lanzenrosette daher in Orchideenerde oder in eine Mischung aus Moorbeeterde, Lauberde und Sand pflanzen. Auch eine Mischung aus Kiefernrinde, Sphagnum sowie Kokos- oder Holzfasern eignet sich für die Lanzenrosette.
- Einen kleinen Topf wählen, da die Lanzenrosette nur schwach wurzelt und es gern beengt hat. Der Topf muss für den Wasserabzug ein Loch besitzen
- Den Topfboden mit einer Schicht Sand oder Kies bedecken
- Den Wurzelballen der Lanzenrosette herausnehmen und die Wurzeln vorsichtig etwas auseinanderziehen
- Den Wurzelballen in den Topf setzen, ohne die Wurzeln zu beschädigen
- Mit Substrat auffüllen
- Das Substrat leicht andrücken und gießen.

Wo aufstellen?
Die Lanzenrosette benötigt mäßiges Licht, direkte Sonne ist unbedingt zu vermeiden. Arten und Sorten mit panaschiertem Laub brauchen etwas mehr Licht, jedoch keine intensive Sonne.
Da die Lanzenrosette sehr frostempfindlich ist, muss die Mindesttemperatur 13 °C betragen. Im Winter steht die Pflanze idealerweise in einem hellen Raum oder Wintergarten mit 16 bis 16 °C. Sie darf niemals in der Nähe einer Wärmequelle stehen. Den Rest des Jahres verträgt sie die etwas trockene Raumluft problemlos, benötigt aber ein Mindestmaß an Luftfeuchtigkeit.
Auch kalte Zugluft bekommt ihr nicht.
Die Lanzenrosette kann den Sommer im Garten verbringen. Stellen Sie sie im Schatten eines sommergrünen Baums auf und vergessen Sie das Gießen nicht.
Lesen Sie auch
Ideale Zimmerpflanzen fürs BüroLanzenrosette pflegen?
Für eine gesunde Lanzenrosette ist ein Mindestmaß an Pflege erforderlich. Das Gießen ist besonders wichtig.
Das Gießen
Im Sommer sollte regelmäßig zweimal pro Woche gegossen werden, im Winter in größeren Abständen. Das Gießen sollte mäßig erfolgen, da das schwache Wurzelsystem eine schnelle Wasseraufnahme nicht ermöglicht. Daher ist diese Pflanze, wie viele Bromelien, anfällig für Halsfäule, wenn der Hals mit zu feuchtem Substrat in Kontakt kommt. Gießen Sie daher regelmäßig, aber nur in kleinen Mengen. Achten Sie vor allem darauf, überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer oder Übertopf zu entfernen. Im Winter sollte das Substrat zwischen den Wassergaben vollständig austrocknen.
Es ist auch möglich, den Blattrichter mit Regenwasser gefüllt zu halten, um die natürlichen Lebensbedingungen der Pflanze nachzuahmen, sofern der Hals trocken bleibt. Gelegentlich kann die Pflanze vorsichtig mit kalkfreiem Wasser besprüht werden. Das Laub darf jedoch niemals mit einem Tuch oder Schwamm abgerieben werden, da dadurch das oberste Gewebe beschädigt werden kann.
Zum Gießen muss unbedingt kalkfreies Wasser mit Zimmertemperatur verwendet werden. Regenwasser ist ideal, aber auch entmineralisiertes Wasser eignet sich. Die Pflanze verträgt weder zu viel Feuchtigkeit im Inneren noch auf der Oberfläche.
Das Düngen
Von März bis Oktober kann einmal monatlich etwas Orchideendünger gegeben werden, um die Blüte zu verlängern.
Das Umtopfen
Da die Rosette am Ende der Blüte abstirbt, ist Umtopfen nicht nötig. Wurzelschösslinge können jedoch zur Vermehrung der Pflanze eingepflanzt werden.
Der Rückschnitt
Die Lanzenrosette wird nicht zurückgeschnitten. Nach dem Verblühen sollte der Blütenstiel jedoch an der Basis abgeschnitten werden. Dadurch wird die Bildung von Wurzelschösslingen gefördert.
→ Lesen Sie auch unseren Artikel Lanzenrosette: Pflege im Jahresverlauf
Aechmea vermehren?
Aechmea vermehren: Wurzelschösslinge nach Rosettensterben bei 18 °C eintopfen. Wurzellose als Stecklinge in feuchtes Substrat pflanzen.
Krankheiten und Schädlinge der Lanzenrosette
Lanzenrosette: Wurzel- und Halsfäule durch Nässe. Weniger gießen, Untersetzer leeren. Anfällig für Wollläuse und wollige Blattläuse.
Lanzenrosette im Wohnraum kombinieren?
Die Lanzenrosette, eine vielseitige Pflanze, fügt sich elegant in zahlreiche Einrichtungsstile ein. Ihre dekorative Optik macht sie zum Blickfang in modernen, klar gestalteten Räumen. Kombinieren Sie sie mit geraden Linien und natürlichen Materialien wie Harz oder Metall für einen markanten Kontrast. Die Begleitung durch Sansevieria trifasciata oder „Schusterpalme“ mit ihren steifen, dekorativen Blättern schafft einen reizvollen Kontrast zur Lanzenrosette.
Für einen eher Boho-Stil bieten sich Makramees oder Weidenkörbe zum Aufhängen Ihrer Lanzenrosette an. Sie können sie mit Tillandsien kombinieren, diesen Luftpflanzen, die sich auf Treibholz befestigen lassen und einen natürlichen Akzent setzen. Farne mit ihren zarten Wedeln in Weidenkörben können die starre Wirkung der Lanzenrosette ausgleichen.
In einem tropischen Raum findet die Lanzenrosette ihren Platz zwischen anderen Grünpflanzen und exotischen Mustern. Besonders wohl fühlt sie sich in Gesellschaft anderer Pflanzen aus der Familie der Bromeliengewächse, die dieselben Pflegeansprüche haben. So bringen Schopflilie, eine Guzmanie oder eine Neoregelie einen exotischen Akzent in einen mit Rattan oder Bambus eingerichteten Raum.
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