Schwingel: Pflanzen und Pflege
Inhaltsverzeichnis
Schwingel kurz erklärt
- Schwingel ist ein attraktives Ziergras mit Horsten aus steifen, immergrünen Blättern, oft in Grün, Blau oder Grau
- Als Trockenheitskünstler liebt er Sonne und trockene, gut durchlässige, magere, sogar steinige Böden
- Winterhart und anspruchslos: Er verträgt fast alles – außer Staunässe!
- Ganzjährig attraktiv, begrünt er trockene Gartenbereiche schnell
- Ideal für schwierige Standorte, Töpfe, als Bodendecker, im Steingarten, als Beeteinfassung oder im Beetvordergrund
Wort unserer Expertin
Schwingel ist ein kleines, mehrjähriges Ziergras, das elegante, immergrüne Horste bildet: kompakt, dekorativ und farbenfroh. Sein Laub besteht aus langen, sehr feinen Blättern.
Der Blau-Schwingel, lateinisch Festuca glauca, wird wegen seines blau-grauen Laubs geschätzt und ist in unseren Gärten am weitesten verbreitet. Er hat einige schöne Kultivare hervorgebracht, die wegen ihrer immer intensiveren blauen Färbung ausgewählt wurden. Der jüngste Vertreter ist Festuca glauca ‚Intense Blue‘.
Schwingel wächst in unterschiedlichen Formen: Einige Arten bilden aufrechte Horste, andere bleiben niedrig, wie Festuca gautieri (Syn. F. scopari), auch Bärenfell-Schwingel genannt. Er bildet kleine, üppige, sehr grüne Polster.
Der winterharte Schwingel trotzt Trockenheit, salzhaltiger Luft und mageren Böden. Er liebt trockene, drainierende, nährstoffarme, auch steinige Böden.
Schwingel ist besonders schön, wenn er auf kargem, trockenem Boden wächst, denn in feuchter Erde geht er ein. Er braucht kaum Pflege: Ist er gut eingewachsen, kommt er ohne Bewässerung und Dünger aus und benötigt keinen Rückschnitt!
Mit seiner zugleich wilden und strengen Erscheinung verleiht er den trockensten Bereichen des Gartens Struktur und Volumen.
Ob im trockenen Steingarten, am Weg, am Beetrand, als kleine Hecke oder im Topf – holen Sie sich dieses trockenheitsverträgliche Ziergras in den Garten!

Polster aus Blau-Schwingel im trockenen Beet (Foto: J. Jones)
Botanisch
Steckbrief
- Lateinischer Name Festuca
- Gebräuchlicher Name Schwingel
- Blüte Mai bis Oktober
- Höhe 0,15 bis 1 m
- Exposition Sonne, Halbschatten
- Art des Bodens gut durchlässig, leicht
- Winterhärte -15 bis -20 °C
Festuca oder Schwingel ist eine krautige, immergrüne Staude aus der großen Familie der Süßgräser. Die in den gemäßigten Regionen der Erde heimische Pflanze wächst in der Natur auf trockenen, nährstoffarmen Böden, in trockenen Wiesen oder Futterwiesen, Steppenwiesen, Bergregionen und an sandigen Küsten. Die Gattung umfasst etwa 300 Arten. In unseren Gärten findet man am häufigsten den Blau-Schwingel, lateinisch Festuca glauca, sowie einige schöne, wegen ihrer blauen Färbung ausgewählte Kultivare, darunter ‚Elijah Blue‘. Einige Schwingel wie der Rohr-Schwingel (F. arundinacea) werden als Futtergräser für Weiden genutzt.
Der Schwingel breitet sich über teils recht kurze Rhizome aus. Dadurch bildet er Ausläufer, ohne invasiv zu werden. Die kurzlebige Staude sollte nach 4 bis 5 Jahren erneuert werden. Sie wächst buschig und struppig und bleibt meist niedrig. Mit mittlerem bis recht schnellem Wachstum bildet sie kompakte, halbkugelige Horste, die je nach Art 0,10 bis 1 m hoch werden. Festuca gautieri bildet flache, rasenartige Polster, während der Festuca mairei im Alter über 1 m hoch werden kann. Die Verwendung im Garten richtet sich daher nach der Höhe: Die niedrigen Arten eignen sich als Bodendecker, für Beeteinfassungen, Steingärten, Pflanzgefäße oder den Beetvordergrund, die höheren für Beete.
Das immergrüne Laub besteht aus feinen, steifen, linearen und lanzettlichen Blättern, die bei Festuca filiformis fast fadenförmig sind. Sie sind teils eingerollt oder gefaltet und fühlen sich spitz an. Die feinen Blätter verleihen dem Schwingel ein zerzaustes, dekoratives Aussehen. Sie bleiben das ganze Jahr über erhalten und sorgen so stets für Präsenz im Garten. Je nach Sorte sind sie stark blaugrau, graugrün bis silbrig oder smaragdgrün. Ihre Epidermis ist von einem leicht wachsartigen Reif bedeckt, der sie vor zu starker Sonneneinstrahlung schützt.
Die 15 bis 30 cm langen Blätter des Schwingels fächern sich im Sommer auf und erinnern an eine poetische Haarpracht. In Töpfen oder Ampeln sorgt er für eine besonders interessante Wirkung.
Aus dem dichten Horst mit leichtem, grasartigem Laub ragen vom Frühjahr bis zum Sommer sehr feine Blütenstiele empor. An ihren Spitzen erscheinen bis zu 50 cm über dem Laub leichte, lockere oder kompakte Rispen mit blonden, strohgelben, blauen, violett schimmernden oder silbrigen Ährchen, die der Pflanze einen dezent leuchtenden Akzent verleihen. Die Ährchen enthalten mehrere Blüten. Nach der Blüte reifen die Ähren und bilden Samen, die vom Wind verbreitet werden und sich in der Natur nach Belieben aussäen.
Der Name Festuca bedeutet auf Lateinisch „Strohhalm“ und verweist auf die Futterwiesen, aus denen die Pflanze stammt.

Schwingel in meist bläulichen oder zartgrünen Farbtönen. Rechts Blütenstände in Ähren.
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Am beliebtesten
Schaf-Schwingel var. glauca - Festuca ovina
- Blütezeit Juli, August
- Höhe bei Reife 25 cm
Blau-Schwingel Intense Blue - Festuca glauca
- Blütezeit Juli, August
- Höhe bei Reife 30 cm
Amethyst-Schwingel - Festuca amethystina
- Blütezeit Juni, Juli
- Höhe bei Reife 40 cm
Blau-Schwingel Elijah Blue - Festuca glauca
- Blütezeit Juli, August
- Höhe bei Reife 30 cm
Atlas-Schwingel - Festuca mairei
- Blütezeit Juli, August
- Höhe bei Reife 70 cm
Bärenfell-Schwingel - Festuca gautieri
- Blütezeit Juni, Juli
- Höhe bei Reife 15 cm
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Schwingel pflanzen
Wo pflanzen?
Leicht zu kultivieren und völlig winterhart (mindestens bis -15 °C), verträgt der Schwingel selbst austrocknende Winde und salzhaltige Gischt und kann in allen unseren Regionen gepflanzt werden. Diese Pflanze liebt arme, trockene Böden und erweist sich als äußerst widerstandsfähig gegen Trockenheit und starken Frost. Der genügsame Schwingel gedeiht auf kargen Böden und gibt sich mit einem trockenen, eher mageren, nicht zu kalkhaltigen und drainierenden Boden zufrieden, der auch steinig oder sandig sein darf. Nur zu feuchte, schlecht drainierte Böden, in denen er eingehen würde, mag er nicht. Er bevorzugt nährstoffarme Böden. Er liebt volle Sonne, verträgt aber auch leichten Schatten.

Schwingel braucht magere, trockene und drainierte Böden zum Gedeihen (Foto: M. Lavin)
Die Pflanze ist für Trockengärten, Kiesgärten und schwierige oder etwas trockene Bereiche im Garten unverzichtbar. Ihr ganzjährig dekoratives Aussehen ermöglicht vielfältige Verwendungen: in lockeren Gruppen in großen naturnahen Beeten, als Einfassung eines Weges oder niedriger Staudenbeete, in trockenen Steingärten, an einem Hang und sogar im Topf auf der Terrasse.
Er bildet kleine, kräftige Horste, die den Pflanzungen Volumen und Leichtigkeit verleihen.
Sehr niedrige Arten wie Festuca gautieri können auf trockenem Boden sogar eine Alternative zum Rasen sein, in wenig betretenen Bereichen. Dort bilden sie, in größeren Mengen gepflanzt, hübsche, dichte, sehr grüne Polster oder einen Bodendecker. Auch zur Begrünung eines Dachs eignet sich der Schwingel gut.

Dekorativer Schwingel im Trockengarten (Foto: J. Pascoe) oder luftiger im Naturgarten (Foto: J. Rusk)
Wann pflanzen?
Pflanzen Sie den Schwingel am besten im Frühjahr. So hat er Zeit, vor dem Winter einzuwachsen und kräftiger zu werden. Eine Pflanzung im Herbst ist ebenfalls möglich.
Wie pflanzen?
Im Freiland:
Der Schwingel benötigt unbedingt einen gut durchlässigen Boden, der im Winter keine Feuchtigkeit hält. Sie können Schwingel in größeren Gruppen von 7 bis 9 Pflanzen pro m² setzen, um eine flächige Bodendeckerwirkung zu erzielen. Geben Sie bei der Pflanzung keinen Dünger hinzu. Arbeiten Sie bei zu schwerem oder lehmigem Boden eine gute Schaufel Kies ein, um die Drainage zu verbessern. Bei zu feuchtem Boden oder Lehmboden empfehlen wir, auf einem erhöhten, steinigen Hang und in reinem Sand zu pflanzen. Halten Sie je nach Größe bei voller Reife einen Abstand von 15 bis 30 cm ein.
- Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen ist
- Geben Sie eine Schaufel Blumenerde und Flusssand hinzu, um den Boden aufzulockern
- Legen Sie eine Drainageschicht aus Steinen oder Kies auf den Boden des Pflanzlochs
- Setzen Sie den Wurzelballen in die Mitte des Lochs; der Hals muss auf Höhe der Bodenoberfläche liegen
- Drücken Sie die Erde leicht an
- Gießen Sie nach der Pflanzung und im folgenden Sommer einmal pro Woche, um die Wurzelbildung zu fördern
Im Topf:
Das Substrat muss leicht und perfekt drainiert sein.
- Breiten Sie im Topf eine Drainageschicht aus Kies oder einer Steinmischung aus
- Pflanzen Sie in eine Mischung aus Gartenerde, grobem Sand oder Blähton
- Gießen Sie bei der Pflanzung und anschließend regelmäßig
- Stellen Sie den Topf in die volle Sonne
→ Mehr dazu in unserem Ratgeber Wie kultiviert man Schwingel im Topf?
Lesen Sie auch
10 Gräser, die Sie in Ihrem Garten haben solltenPflege und Rückschnitt
Schwingel ist ideal für wassersparende, pflegeleichte Gärten. Er braucht weder Dünger noch einen Rückschnitt. Ist er gut eingewachsen, muss er nicht mehr gegossen werden. Gießen Sie Pflanzen im Topf dennoch, da das Substrat schneller austrocknet, und lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben abtrocknen. Topfen Sie im Frühjahr um.
Schneiden Sie die Ähren nach dem Verblühen ab, damit sich die Samen nicht selbst aussäen.
Reinigen Sie den Horst Ende Februar, indem Sie die trockenen Teile am Rand einfach mit der Hand und Handschuhen oder mit einem Rechen entfernen. Da ältere Horste zum Austrocknen neigen, können Sie sie am Ende des Winters bodennah zurückschneiden, um den Austrieb neuer Blätter anzuregen.
Lesen Sie dazu Gwenaëlles Tipps: Wann und wie schneidet man Schwingel zurück? sowie Michaëls Beitrag Gräser: Rückschnitt oder Auskämmen
Schwingel ist nicht sehr langlebig. Wir empfehlen daher, die Horste nach einigen Jahren zu teilen, um sie zu verjüngen.
Schwingel ist unempfindlich gegen Krankheiten.
Vermehrung
Eine Aussaat ist möglich, doch zur Vermehrung von Schwingel bleibt die Teilung die beste Methode: Sie ist schneller und einfacher, zumal sich die Pflanzen oft selbst aussäen.
Teilung
Teilen Sie im Frühjahr gut entwickelte Horste nach 3 bis 4 Kulturjahren.
- Heben Sie einen mehrjährig etablierten Horst mithilfe einer Grabegabel aus
- Teilen Sie ihn mit einem Messer oder Spaten in zwei oder drei Teilstücke
- Pflanzen Sie die Teilstücke sofort in Töpfe oder ins Freiland
- Gießen Sie reichlich
- Beobachten Sie die Jungpflanzen und gießen Sie sie in den ersten Monaten nach der Pflanzung regelmäßig
Schwingel im Garten kombinieren
Schwingel passt sowohl in naturhafte Pflanzungen als auch in die klarere Gestaltung moderner Gärten. Sein immergrünes, dekoratives Blattwerk in Grün, Blau oder Grau bringt Natürlichkeit, Leichtigkeit und Bewegung in jede Blüte und schafft Blattkontraste. Zwischen höheren Begleitpflanzen hindurchwachsend, eignet er sich auch als Bodendecker.

Wunderschön mit grauem Blattwerk und gelben sowie blauen Blüten (Foto: D. Ballentine) oder im Topf mit anderen Gräsern.
Die Farbe der Blätter passt zu Pflanzen mit blau-grauem oder silbrigem Blattwerk wie Stachys byzantina, Senecio cineraria, Kardone oder Cynara cardunculus, Heiligenkraut, Kugeldistel und Salvia argentea. Für eine blaue Symphonie kombinieren Sie ihn mit Katzenminze, Argentinischem Eisenkraut und Scabiosa caucasica. Einige Pflanzen mit dunkelrotem oder schwarzem Blattwerk sorgen für Kontrast, etwa Purpurglöckchen ‚Balck Beauty‘ und ‚Black pearl‘.
Mit ihrer ganzjährig herrlich metallisch blauen Farbe harmonieren Festuca glauca wunderbar mit romantischen Farbtönen in Mauve, Rosa und Weiß. Sie passen perfekt zu Füßen von Rosen, Päonien, Jungfer im Grünen, Gipskraut, Sterndolden oder Herzblumen.
Sie stehen gern neben ebenso genügsamen, sonnenliebenden Pflanzen für gut drainierende Böden wie Mannstreu, Silbrigem Beifuß, Duftnessel und Lavendel.

Stachys byzantina, Lavendel, Heiligenkraut und Gipskraut sind wunderbare Begleitpflanzen für Blaukissen-Schwingel.
Im Frühjahr bilden sie einen schönen Hintergrund für die Blüten der Frühlingszwiebeln, die sie nicht überwuchern. Im Sommer verbergen sie deren verwelktes Laub.
Festuca mairei passt perfekt in naturnahe Gärten, neben Wiesenblumen wie Hoher Gelber Schafgarbe oder mit anderen Gräsern wie Schlängel-Schmiele, Federborstengras und Stipa gigantea.
In kleinen Gruppen gepflanzt, bieten Schwingel einen Rahmen für die farbenfrohe Sommerblüte von Igelköpfen, Orientalischem Mohn, Sonnenbraut oder Fackellilien. Sie setzen Kontraste oder mildern zu kräftige Farbtöne.
Für eine moderne, mineralische Gestaltung können Sie kleine Szenen mit trockenheitsliebenden Pflanzen schaffen, etwa mittelgroßen Agaven, Fetthennen, kriechendem Rosmarin und Thymian. Umgeben Sie die Pflanzen mit hellem oder farbigem Kies, Sand oder Lava.
Im Topf lockern einige Schwingelhorste Blumenarrangements auf oder schmücken den Fuß einer kleinen Palme oder einer Säulenkaktee.
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Häufig gestellte Fragen
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Schwingel zurückschneiden?
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