Weißdorn (Crataegus): Pflanzen, Rückschnitt, Pflege
Inhaltsverzeichnis
Weißdorn kurz erklärt
- Der Weißdorn ist ein kleiner Baum oder großer, sehr winterharter Strauch, der mit fast jedem Boden und Standort zurechtkommt.
- Er blüht im Mai und trägt im September essbare Früchte.
- Im Garten eignet er sich als geschnittene oder freiwachsende Hecke sowie als isolierter Zierbaum.
- Als wahre Oasen für die Tierwelt bieten Weißdorne Insekten, Vögeln und Kleinsäugern Nahrung und Unterschlupf.
- Es gibt zahlreiche Sorten, darunter sehr dekorative mit gefüllten Blüten.
Das Wort unseres Experten
Weißdorn (Crataegus): winterharte Kleinbäume für jeden Boden. Blüte, Früchte und Dornen bieten Nahrung und Schutz für die Gartenfauna.
Weißdorn: Beschreibung und Botanik – Crataegus
Steckbrief
- Lateinischer Name Crataegus spp.
- Familie Rosaceae
- Gebräuchlicher Name Weißdorn, Eingriffliger Weißdorn, Zweigriffliger Weißdorn, Maibaum
- Blüte Mai–Juni
- Höhe 2 bis 8 m
- Exposition Sonne oder Halbschatten
- Art des Bodens normal, auch arm, kalkhaltig oder lehmig
- Winterhärte -15 °C
Weißdorn stammt aus der gesamten nördlichen Hemisphäre (Nordamerika, Asien, Europa und sogar Nordafrika) und gehört zur Familie der Rosengewächse. Die Gattung Crataegus umfasst mehr als hundert verschiedene Arten, ganz zu schweigen von Hybriden und Unterarten. Hier einige Beispiele, die Sie in Baumschulen finden können: Crataegus azarolus, Crataegus brachyacantha, Crataegus chrysocarpa, Crataegus coccinea, Crataegus cuneata, Crataegus crus-galli (auch Hahnensporn-Weißdorn genannt), Crataegus douglasii, Crataegus flava, Crataegus lavaleii, Crataegus mollis, Crataegus phaenopyrum, Crataegus pinnatifida, Crataegus wattiana, … Am häufigsten begegnen uns jedoch unsere beiden heimischen Weißdornarten: Crataegus monogyna und Crataegus laevigata.
Alle sind kleine Bäume oder buschige Sträucher mit sommergrünem Laub, die aus einem einzigen Stamm wachsen. Bei den europäischen Arten sind die wechselständigen Blätter tief gelappt und in 3 bis 9 Lappen geteilt, während die Blätter amerikanischer und asiatischer Arten einfach und oval sind. Die graue Rinde ist geriffelt und rau.
Es handelt sich außerdem um dornige, stark verzweigte Sträucher, die sich ideal für Schutzhecken eignen und Vögel während der Brutzeit sowie Kleinsäuger das ganze Jahr über schützen.
Die je nach Art oder Kultivar weißen, rosa oder roten Blüten mit fünf Blütenblättern öffnen sich im Mai und stehen in Doldenrispen. Die Staubblätter sind rot. Die Blüten duften und sind sehr bienenfreundlich. Je nach Kultivar können sie einfach, halbgefüllt oder gefüllt sein, wie etwa bei ‚Paul’s Scarlet‘.

Crataegus laevigata – botanische Illustration
Im September folgt ein roter, gelber oder blauer Fruchtbehang, der für Tiere und Gärtner essbar ist. Die geschmacklich etwas faden Weißdornfrüchte eignen sich zusammen mit anderen Früchten gut für Marmelade (siehe den Punkt „Rezept“ weiter unten).
Carl von Linné unterschied unsere beiden heimischen Weißdornarten nicht: Crataegus monogyna, der Eingrifflige Weißdorn, der in ganz Frankreich und Belgien vorkommt, und Crataegus laevigata, der Zweigrifflige Weißdorn, der eher im Süden Frankreichs bis nach Nordafrika verbreitet ist. Er fasste sie einfach unter dem Namen Crataegus oxyacantha zusammen, abgeleitet vom lateinischen „Oxus“ für „spitz“ und „Acantha“ für „Dorn“. Tatsächlich sind die beiden Weißdornarten anhand ihrer Blätter kaum zu unterscheiden; außerdem gibt es Hybriden zwischen ihnen. Anhand ihrer Blüten und Früchte lassen sie sich jedoch gut unterscheiden: C. monogyna hat einen Griffel und eine Drupe mit einem großen Samen, C. laevigata zwei Griffel und eine Beere mit vielen kleinen Samen. Wundern Sie sich daher nicht, wenn Sie in alten Büchern den Namen C. oxyacantha finden.
Die Geschlechtsreife und damit die ersten Blüten setzt nach etwa 5 oder 6 Jahren Kultur ein. Das Wachstum ist eher langsam, doch der Weißdorn kann über 500 Jahre alt werden. Noch heute findet man in europäischen Dörfern nicht selten sehr alte Weißdornbäume. Seit der Antike wird Weißdorn verehrt und wegen seiner Früchte, Blüten und Blätter medizinisch genutzt, insbesondere zur Unterstützung der Herzfunktion und zur Senkung des Blutdrucks. Zahlreiche Glaubensvorstellungen, Legenden und lokale Geschichten über ihn haben zudem Eingang in Literatur und kollektive Vorstellungswelt gefunden.
Im Garten verwendet man ihn als streng geschnittene oder frei wachsende Hecke: Beide werden im Laufe der Jahre nahezu undurchdringlich. Man kann ihn aber auch einzeln oder zusammen mit anderen Sträuchern in ein Beet pflanzen.
Weißdorn sind sehr winterharte und widerstandsfähige kleine Bäume, die in Sonne oder Halbschatten wachsen und mit jedem Boden zurechtkommen: auch mit armen, steinigen oder lehmigen Böden.

Weißdorn: Blüte und Fruchtbildung
Unsere Lieblingssorten des Weißdorns
[produkt sku=“7855″ blog_description=“Eingriffliger Weißdorn unserer Landschaft. Äußerst winterhart und pflegeleicht, besticht er mit schneeweißer Blüte und kleinen roten Früchten. Nicht nur für Hecken: auch im Blütenstrauchbeet ein Blickfang.“ template=“listing1″ /]
[produkt sku=“781590″ blog_description=“Die Sorte ‚Paul’s Scarlet‘ ist seit dem 19. Jahrhundert bekannt und wird noch immer gepflanzt. Kein Wunder: Nur wenige Bäume oder Sträucher blühen so prächtig. Im Mai trägt der Baum unzählige gefüllte Blüten in außergewöhnlichem Dunkelrosa.“ template=“listing1″ /]
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Weißdorn pflanzen?
Weißdorn mit nackten Wurzeln pflanzen
So pflanzen Sie einen Weißdorn mit nackten Wurzeln:
- Bereiten Sie die Wurzeln vor: Entfernen Sie abgestorbene Wurzeln und kürzen Sie einige zu lange ein
- Tauchen Sie die Wurzeln in eine Lehmpackung aus Mist, Erde und Wasser
- Heben Sie einen Graben oder mehrere ausreichend große Pflanzlöcher aus, damit sich die Wurzeln ausbreiten lassen
- Setzen Sie die Sträucher ein und füllen Sie die Löcher mit dem Aushub
- Gießen Sie, um mögliche Hohlräume zu vermeiden
- Treten Sie die Erde an den jungen Sträuchern leicht an und mulchen Sie
Weißdorn im Anzuchttopf oder Topf pflanzen
- Stellen Sie die Anzuchttöpfe oder Container eine Stunde lang ins Wasser, damit der Wurzelballen durchfeuchtet wird
- Heben Sie Pflanzlöcher aus, die doppelt so groß wie der Wurzelballen sind
- Nehmen Sie die Sträucher aus den Töpfen und lockern Sie den Wurzelballen vorsichtig
- Geben Sie etwas gut gereiften Kompost auf den Grund des Pflanzlochs
- Setzen Sie die Sträucher ein und füllen Sie die Löcher mit dem Aushub
- Gießen Sie gründlich, um mögliche Hohlräume zwischen Erde und Wurzeln zu vermeiden
- Treten Sie die Erde am Fuß der Sträucher an und mulchen Sie
Weißdorn für eine wehrhafte Hecke pflanzen
Pflanzen Sie die Weißdornsträucher zweireihig im Abstand von 30 cm zueinander, versetzt angeordnet. Kürzen Sie die Stämme der jungen Weißdorne auf etwa 40 cm Höhe ein, damit sie sich von Anfang an gut verzweigen.

Weißdorn in Verwendung: Crataegus monogyna / Crataegus laevigata ‚Paul’s Scarlet‘ / Weißdornhecke
Lesen Sie auch
Wie pflanzt man eine Hecke?Weißdorn vermehren?
Weißdorn durch Aussaat vermehren
Dies ist die einfachste und effizienteste Methode. Oft übernehmen die Vögel die Arbeit für Sie. Nicht selten findet man im Garten zufällig verteilte junge Weißdorntriebe. Wenn Sie die Aussaat dennoch selbst durchführen möchten, müssen Sie mindestens den ganzen Winter abwarten. Der Samen benötigt eine Stratifikation, um keimen zu können.
Sie können Weißdornsamen:
- direkt an Ort und Stelle aussäen: Heben Sie dazu im Herbst ein kleines Loch in die Erde, legen Sie eine oder mehrere Weißdornfrüchte hinein und schließen Sie das Loch wieder. Im folgenden Frühjahr zeigen sich die ersten Blätter eines jungen Weißdorns.
- in einen Topf säen: Weichen Sie dazu die Weißdornfrüchte im Herbst 48 Stunden lang in lauwarmem Wasser ein. Legen Sie sie anschließend, sobald sie weich sind, in ein wasserdichtes Gefäß mit Sand. Bewahren Sie das Gefäß den ganzen Winter bei etwa 10 °C auf. Zu Beginn des Frühjahrs pflanzen Sie sie in einen Topf mit einer Mischung aus je einem Drittel Gartenerde, Blumenerde und Sand. Sie können die Weißdornfrüchte auch eine Woche ins Gefrierfach legen und anschließend in einen Topf säen, den Sie bis zum Frühjahr ins Freie stellen.
Weißdorn durch Pfropfen vermehren
Wenn Sie eine bestimmte Sorte vermehren möchten, können Sie eine Okulation durchführen. Sie ist nicht kompliziert, führt aber meist zu einer unschönen Verdickung an der Pfropfstelle. Verwenden Sie einen einfachen Weißdorn (C. monogyna oder beispielsweise C. laevigata) als Unterlage und ritzen Sie die Rinde unten am Stamm leicht T-förmig ein. Heben Sie die Rinde etwas an und schieben Sie ein Auge der zu vermehrenden Sorte (das Edelreis) darunter. Dieses Auge oder diese Knospe wird aus der Blattachsel eines Blattes oder Zweigs entnommen. Fixieren Sie alles mit einer Bastpalmen-Bindung.
→ Mehr erfahren Sie in unserer Anleitung Weißdorn einfach vermehren.
Weißdorn pflegen und Rückschnitt?
Pflege von Weißdorn
Weißdorn braucht nur sehr wenig Pflege. Denken Sie lediglich daran, ihn im ersten Jahr nach der Pflanzung während sommerlicher Trockenperioden zu gießen.
Weißdorn schneiden
Weißdorn verträgt einen Rückschnitt besonders gut. Deshalb findet man ihn häufig in streng geschnittenen Hecken.
Der jährliche Rückschnitt einer streng geschnittenen Hecke erfolgt immer nach der Blüte, also etwa Ende Juni oder Anfang Juli. Zwar verzichten Sie dann auf die Früchte des Jahres, beeinträchtigen aber nicht die Blüte im Folgejahr. Weißdorn verträgt auch einen starken Rückschnitt. In jungen Jahren können Sie ihn bereits bei der Pflanzung kräftig zurückschneiden, damit er sich besser verzweigt.
Um einen Weißdorn als Baum zu erziehen, schneiden Sie die unteren Seitentriebe und eventuell auftretende Wurzelschösslinge ab. Heben Sie die Krone im Laufe der Jahre vorsichtig an, bis nur noch ein einziger Stamm übrig bleibt.
In einer frei wachsenden Hecke oder einem etwas wilden Beet können Sie die Schere aber auch einfach liegen lassen und den Weißdorn frei wachsen lassen.

Rote Weißdornfrüchte mit schwarzen Holunderbeeren
Mögliche Krankheiten und Schädlinge des Weißdorns
Weißdorn ist ein widerstandsfähiger kleiner Baum, doch gelegentlich treten leichte Probleme auf. Diese sind meist ästhetischer Natur und nur sehr selten gefährlich für den Baum.
- Entomosporiose
Diese Pilzkrankheit befällt bei feuchter Witterung einige Bäume aus der Familie der Rosengewächse. Sie bringt den Baum nicht zum Absterben, verursacht jedoch kleine, unansehnliche graue Flecken auf den Blättern. Entfernen Sie befallene Blätter und schneiden Sie trockene und abgestorbene Zweige ab.
- Mehltau
Mehltau, auch „Weißfleckenkrankheit“ genannt, ist ebenfalls eine Pilzkrankheit, die diesmal fast alle Pflanzen befallen kann. Ein leichter weißer Belag überzieht die Blätter. Für Weißdorn ist dies jedoch nicht gefährlich. Um einem Befall vorzubeugen, halten Sie ausreichend Abstand zwischen Bäumen und Sträuchern und vermeiden Sie es, das Laub bei großer Hitze zu benetzen.
→ Mehr über diese Krankheit erfahren Sie in unserem Ratgeber: „Mehltau oder Weißfleckenkrankheit“
- Rost
Rost tritt bei warmem und feuchtem Wetter auf. Erkennbar ist er an großen rostfarbenen Flecken auf den Blättern, die dadurch einen Teil ihrer Photosyntheseleistung verlieren und den Baum etwas schwächen. Entfernen Sie die wenigen betroffenen Blätter. Eine Behandlung mit Brennnessel- oder Schachtelhalmjauche ist meist wirksam.
- Feuerbrand
Früher löste allein das Wort „Feuerbrand“ bei Baumschulen und Obstbauern panische Angst aus. Diese hochansteckende Bakterienkrankheit befällt bei warmem und feuchtem Wetter vor allem Pflanzen aus der Familie der Rosengewächse: Apfel, Birne, Quitte, Zwergmispel, Feuerdorn, Eberesche und … Weißdorn. Die Symptome sind deutlich sichtbar: Auf einigen Blättern erscheinen schwarze oder rostfarbene Flecken, ganze Zweige scheinen plötzlich schwarz zu werden und zu vertrocknen, Blüten und Früchte verfärben sich braunschwarz und bleiben wie … verbrannt am Baum hängen. Der Baum kann innerhalb eines Jahres absterben.
Es gibt keine wirksame Behandlung. Schneiden Sie alles, was Ihnen befallen erscheint, mehrere Zentimeter unterhalb der Befallsstelle ab und verbrennen Sie das Schnittgut. Desinfizieren Sie anschließend Ihre Werkzeuge mit Alkohol. Mitunter muss sogar das vollständige Entfernen des Baumes oder der gesamten Hecke in Betracht gezogen werden.
Glücklicherweise ist diese Krankheit heute fast nur noch eine ferne Erinnerung. Die heutzutage verkauften und kultivierten Arten und Sorten sind resistent gegen die Krankheit oder auf eine resistente Unterlage gepfropft. Empfindliche Sorten wurden aus dem Handel und Anbau genommen, zum Beispiel die Birne ‚Passe-crassane‘ in Frankreich. Wachsamkeit bleibt dennoch wichtig …
→ Mehr über diese Krankheit erfahren Sie in unserem Ratgeber: „Feuerbrand: Krankheit erkennen und bekämpfen“
- Gallbildende Blattläuse und andere Gallbildner
Manchmal entdeckt man am Weißdorn „seltsame“ Erscheinungen: Blätter, die plötzlich rosettenförmig am Ende der Zweige wachsen, eingerollte Blätter oder einfach kleine Pusteln auf deren Unterseite. Keine Sorge, das ist keine Krankheit! Es handelt sich lediglich um eine Reaktion des Baumes auf den Stich eines Insekts oder einer Milbe, die ihre Eier abgelegt hat. Dadurch entsteht eine Galle oder Cecidie, die für Ihren Weißdorn völlig ungefährlich ist.
Mehrere Insekten und Milben, insbesondere winzige Zweiflügler (Gallmücken), Blattläuse und Milben aus der Familie der Gallmilben, nutzen Weißdorn als einzige Wirtspflanze – oder besser gesagt als Kinderstube. Da der Weißdorn dadurch keinerlei Schaden nimmt, ist es unnötig, den Baum mit Insektiziden, auch biologischen, zu besprühen. Zumal eine Galle ein so widerstandsfähiger Kokon ist, dass dies nichts bewirken würde, außer alles darin und darum herum abzutöten. Lassen Sie diese kleine Lebensgemeinschaft also in Ruhe und beschäftigen Sie sich lieber näher mit der faszinierenden Wissenschaft der Gallen: der Cecidologie.
Hinweis: „gallbildend“ und „cecidogen“ sind Synonyme. Beide Begriffe bedeuten einfach „Gallen bildend“.
→ Mehr über Krankheiten und Schädlinge des Weißdorns erfahren in unserem Ratgeber
Weißdorn kombinieren und verwenden?
Weißdorn in einer geschnittenen, wehrhaften Hecke kombinieren
Was schützt Privatsphäre und Ruhe besser als eine Hecke, die sticht, kratzt und aufschürft? Wenn Sie Eingriffligen Weißdorn pflanzen, flankiert von Feuerdorn, Stechpalme und Berberis julianae, und die Hecke regelmäßig schneiden, damit sie dichter wird, kommt nicht einmal eine Katze hindurch. Zudem bleibt sie das ganze Jahr über attraktiv: durch das immergrüne Laub einiger Arten, zahlreiche farbige Früchte im Herbst und die prächtige weiße Blüte des Weißdorns im Mai.

Ein Beispiel für eine Kombination in einer wehrhaften Hecke: Crataegus monogyna, Ilex aquifolium, Pyracantha ‚Orange Glow‘ und Berberis julianae
Weißdorn in einer naturnahen, freiwachsenden Hecke kombinieren
Wenn Sie die Schönheit einer leicht wilden Blühhecke mit einem Beitrag zum Naturschutz verbinden möchten, darf Weißdorn nicht fehlen. Ebenso wenig wie Schlehe, Gewöhnlicher Schneeball, Schwarzer Holunder, Roter Hartriegel und Hasel. Lassen Sie diese Sträucher ohne regelmäßigen Rückschnitt frei wachsen. Sie bieten der gesamten Tierwelt in Ihrem Garten Schutz und Nahrung und sind mit ihrer Blüte, ihrem Fruchtschmuck, dem Herbstlaub und den farbigen Zweigen im Winter das ganze Jahr über attraktiv.

Ein Beispiel für eine Kombination in einer naturnahen Hecke: Crataegus monogyna, Prunus spinosa, Sambucus nigra und Viburnum opulus
Weißdorn in einem Strauchbeet kombinieren
Lust auf ein hübsches kleines Strauchbeet mit Frühlingsblüte? Versuchen Sie es mit Crataegus laevigata ‚Paul’s Scarlet‘, der im Mai eine üppige Fülle dunkelrosa gefüllter Blüten hervorbringt, kombiniert mit einer Scheinweigelie und einem Prager Schneeball mit immergrünem Laub. Um die Blüte bis in den Hochsommer zu verlängern, ergänzen Sie einen Deutzia mit rosa-weißen Blüten und einen Buddleia alternifolia mit rosafliederner, bienenfreundlicher Blüte. Dieses im Frühling und bis in den Frühsommer leuchtende Beet könnte im Winter etwas trist wirken – außer Sie setzen eine kleine Blau-Fichte dazu, die Ihre Sträucher das ganze Jahr über mit ihren hübschen bläulichen Nadeln begleitet. Als Bodendecker eignet sich ein „Teppich“ aus Cornus sericea ‚Kelseyi‘, einem Hartriegel mit dekorativem Holz, der nicht höher als 75 cm wird und mit seinem bezaubernden Herbstlaub sowie seinen farbigen Zweigen den ganzen Winter über erfreut.

Eine Idee für eine Beetkombination: Crataegus laevigata ‚Paul’s Scarlet‘, Kolkwitzia amabilis, Viburnum pragense, Deutzia scabra ‚Plena‘, Buddleia alternifolia und Picea pungens ‚Glauca Globosa‘
Übrigens: Weißdorn eignet sich hervorragend als niedlicher Bonsai für Anfänger. Diese kleinen Bäume entwickeln sehr schnell eine reife Rinde, vertragen wiederholten Rückschnitt sehr gut und verzweigen sich schön. Außerdem lassen die winzige Größe der Blüten und Früchte die Bonsais besonders natürlich wirken.
→ Weitere Ideen für Kombinationen mit Weißdorn finden Sie in unserem Ratgeber: Weißdorn kombinieren
Unnütze Fakten über Weißdorn
- Früher wurden Holzklötze aus Weißdornholz gefertigt
- Das harte Holz des Weißdorns wurde für die Herstellung von Fässern und kleinen mechanischen Teilen verwendet
- Die Fischer aus Marseille pflegten, einen Weißdornzweig an der Mastspitze ihres Bootes anzubringen, was ihnen Glück für einen wundersamen Fang bringen sollte
- Weißdorn gilt als Symbol für Treue, Keuschheit und Ehelosigkeit
- Zahlreiche Legenden ranken sich um diese kleinen Bäume, die angeblich Blitze, Schlangen und Hexen abwehren. (Ich habe zu Hause viele Weißdornsträucher und nur sehr wenige Hexen klopfen an meine Tür. Sie sehen also: Es funktioniert!)
- Der Direktor des Automobilwerks DeLorean beschloss gegen den Willen seiner Arbeiter, einen jahrhundertealten Weißdorn zu entwurzeln, der angeblich Feen beherbergte. Im folgenden Jahr ging er bankrott … (Na gut, in Wirklichkeit lag es vor allem an schlechter Geschäftsführung und hässlichen, schlecht konstruierten Autos … Aber es ist eine schöne Geschichte)
„Weißdorn, mein Gut,
Ich pflücke dich und nehme dich.
Sterbe ich unterwegs,
Sei mir ein Sakrament.“
Weißdornmarmelade: Rezept
Rezept für Weißdorn-Himbeer-Marmelade
- 2 kg Weißdornbeeren von Craetegus monogyna mit einer Gabel entkernen (dank der einzigen großen Samen dieser Art besonders einfach);
- Die Beeren in etwas Wasser kochen, bis sie sich mit einer Gabel zerdrücken lassen;
- Durch ein Sieb streichen und die Himbeeren (etwa 500 g) hinzufügen;
- Alles wiegen und 3 Teile Zucker auf 4 Teile Früchte geben (Beispiel: Bei 2 kg Früchten sind das nur 1,5 kg Zucker);
- Bei starker Hitze etwa 15 Minuten kochen und dabei ständig mit einem Holzlöffel rühren;
- Zwischendurch einen Tropfen auf eine kalte Untertasse geben, um zu prüfen, ob die Marmelade fest wird;
- Sobald dies der Fall ist, die Hitze ausschalten und die Marmelade in dampfsterilisierte Einmachgläser mit Verschluss füllen;
- Die Gläser verschließen, umdrehen und abkühlen lassen.
Nützliche Ressourcen
Entdecken Sie unsere Weißdornsorten in unserer Baumschule.
Unsere Ratgeber:
- Wie lassen sich Weißdornsorten kombinieren?
- Den passenden Weißdorn für den Garten wählen
- Unverzichtbare Weißdornsorten mit weißen Blüten
- Weißdornsorten mit rosa und roten Blüten entdecken
- Wann und wie pflanzt man eine Weißdornhecke?
- Wie schneidet man einen Weißdorn zurück?
- und unser Tutorial: Wie bereitet man Weißdorntee zu?
Häufig gestellte Fragen
-
Feuerbrand: Noch eine Gefahr?
Bei kleinsten Symptomen ist Vorsicht geboten. Heute tritt die Krankheit in Gärten und Kulturen seltener auf: Anfällige Sorten wurden entfernt, resistente blieben.
-
An meinen Weißdornsträuchern bilden sich Rosetten am Triebende. Welche Krankheit ist das?
Keine Krankheit: Weißdorn reagiert auf Dasineura crataegi mit Gallen. Häufig an Weißdornhecken nach Rückschnitt – beeindruckend, aber für Sträucher harmlos.
-
Sie haben einen kleinen Weißdornstrauch erhalten und möchten ihn zum Baum erziehen? So geht’s.
Bei der Pflanzung stärksten Trieb wählen, übrige Zweige entfernen. Später niedrige Seitentriebe schneiden, Krone anheben; Wurzelschösslinge am Fuß entfernen.
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