9 Gräser für trockenen Boden
Pflanzen, die in magerem Boden immer gelingen
Inhaltsverzeichnis
Gräser für trockene Böden: Diese genügsamen Pflanzen trotzen Wassermangel und steinigen Böden. Entdecken Sie Arten für sonnige und schattige Standorte.
Helictotrichon sempervirens oder Wiesenhafer: dekorativ
Unter den blaugrünen Gräsern, die trockene Böden besonders schätzen, gehört der Wiesenhafer oder Helictotrichon sempervirens zu den dekorativsten! Wie sein Artname andeutet, ist er immergrün und bildet einen dichten Horst aus spitzen, silbrigblauen Blättern. Er formt eine kleine, sehr dekorative Kuppel, die sich hervorragend für Steingärten oder eine modernere Gestaltung eignet, wenn er in Gruppen gepflanzt wird. Im Beet wirkt er strukturgebend und prachtvoll in Kombination mit Iris sowie weißer bis blauvioletter Blüte. Im Hochsommer ragen aus dem Horst bogige, strohfarbene Ähren empor und verleihen ihm zusätzliche Höhe (von 40 cm wächst er auf fast 1 m an) – ein weiterer Pluspunkt seines Charmes. Er ist absolut frosthart und verträgt Temperaturen bis -20 °C!
Der Kultivar ‘Pendula’ wird mit etwa 80 cm etwas höher und besitzt herabhängende Blätter, die deutlich weicher sind.
Gut zu wissen: Auch Leymus arenarius, ebenfalls bläulich und ganz auf trockene Böden spezialisiert, hätte in diese Auswahl gepasst. Wegen seiner ausläuferbildenden Rhizome ist er jedoch nicht unbedingt zu empfehlen, da er sich stark ausbreitet – außer Sie möchten einen Hang am Meer begrünen.

Helictotrichon, bläuliches Laub und sommerliche Blütenstände (Foto: A. Zharkikh)
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Gräser pflanzenStipa tenuifolia: unwiderstehliches Federgras
Neben Schwingeln sind Federgräser die typischen Gräser für trockene Standorte. Sie gehören zu den leichtesten und geschmeidigsten Gräsern. Ihre luftigen, haarigen Horste wiegen sich im kleinsten Windhauch und ziehen durch ihr schimmerndes Licht sofort alle Blicke auf sich. Sie eignen sich für den Beetrand, als Begleiter höherer Gräser, im Steingarten oder Beet.
Unter den Federgräsern empfehlen wir Stipa tenuifolia. Sie wird etwa 50 cm hoch und bildet einen Horst aus sehr feinen grünen Blättern mit blonden Ähren, die sich so seidig anfühlen, dass man sie streicheln möchte. Im Herbst färbt sich das Laub wunderschön glänzend fuchsrot und bleibt auch im Winter attraktiv.
Stipa tenuissima ‚Angel Hair‘, eine ähnliche Sorte, wird etwas höher (60 cm) und eignet sich sehr gut für die Küste, wo ihre langen Ähren auch im Winter dekorativ bleiben. Beide sind äußerst pflegeleicht.

Stipa tenuifolia, unwiderstehliches Engelshaar
→ Mehr über Federgräser erfahren Sie in unserem ausführlichen Steckbrief und unseren Ideen für Kombinationen mit Federgräsern.
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Blau-Schwingel: ideal für trockene Böden
Von rund 400 immergrünen Schwingel-Arten ist der Schaf-Schwingel ein Muss für trockene Böden. Sein bläuliches Laub leuchtet umso stärker, je trockener und nährstoffärmer der Boden ist! Damit ist er bestens an diese schwierigen Lebensbedingungen angepasst. Ein trockener Boden verlängert zudem seine Lebensdauer.
Er gedeiht ideal an vollsonnigen Standorten, verträgt aber auch leichten Schatten. Seine kompakte Wuchsform bildet ein dichtes, modern wirkendes Polster von 40 cm Höhe. Durch seine geringe Größe eignet er sich für den Steingarten oder als hübsche Kübelpflanze. Sein immergrünes Laub eignet sich perfekt für niedrige Beeteinfassungen, die Lavendel, Zistrose, Iris und alle Pflanzen für gut durchlässige Böden wunderbar zur Geltung bringen.
Der Schaf-Schwingel ist wunderschön, wächst allerdings recht langsam und bildet im Mai seine leichten Ähren. Zahlreiche Kreuzungen haben viele Sorten hervorgebracht, die sich in der Färbung – mehr oder weniger grau oder silbrig – und in der Höhe von 15 bis 40 cm unterscheiden.

Der Schaf-Schwingel mit kleinen Polstern und Blütenständen
→ Mehr über Schwingel erfahren: in unserem ausführlichen Steckbrief finden Sie auch Ideen für Pflanzenkombinationen mit Schwingel. Entdecken Sie außerdem 7 blaue Gräser
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12 Sträucher für trockenen oder durchlässigen BodenFeines Federborstengras 'Shogun': prächtige Blütenkaskade
Auch Federborstengräser genannt, wegen ihrer Blütenstände, die kleinen, sehr weichen zylindrischen Bürsten ähneln, lassen sich Federborstengräser problemlos in trockenen Böden ansiedeln. Sie werden meist mittelhoch und sind für ihre wunderschöne Blüte mit flauschigen Ähren beliebt. In dieser Auswahl empfehlen wir Ihnen das Pennisetum orientale ‘Shogun‘ , einen etwas höheren Kultivar als die reine Art, der entlang eines Weges für Aufsehen sorgt. Halbimmergrün, besticht es durch eine prächtige rosafarbene Blüte mit bogig über dem Laub getragenen Blütenständen.
Mit seiner wunderschönen, zur Blütezeit locker überhängenden Wuchsform fügt sich dieses Federborstengras wunderbar in romantische, naturalistische, aber auch moderne Gärten ein. Durch seine stattliche Größe (Laub bis 90 cm hoch, während der Blüte etwa 1,50 m) eignet es sich für Beete, Mixed-Borders und majestätische große Kübel auf der Terrasse.
→ Erfahren Sie mehr über Federborstengräser in unserem ausführlichen Steckbrief und entdecken Sie unsere Ideen für passende Kombinationen.
Echte Rutenhirse 'Heavy Metal': erstaunliche Wuchsform
Obwohl Panicum auch feuchtere Böden verträgt, sind die aus Amerika stammenden Gräser bestens an trockene Böden angepasst. Man bezeichnet sie auch als Ruten-Hirse oder Pfeifen-Hirse – Namen, die auf ihre aufrechte, bisweilen fast säulenförmige Wuchsform hinweisen. Da sie vorwiegend aus hohen Sorten (80 cm bis 2 m) besteht, wählt man sie für vertikale Akzente und erfreut sich zugleich an ihrem schnellen, natürlich wirkenden Wachstum. In den USA werden sie sogar als Windschutzhecke verwendet.
Unter den zahlreichen interessanten Sorten ist Panicum virgatum ‚Heavy Metal‘ ein schöner Kultivar mit geradem, sehr aufrechtem Wuchs und einer Höhe von 1,20 m. Sein feines graugrünes Laub färbt sich im Herbst rotbraun. Die fedrigen Blütenstände zeigen sich in einem hübschen Roséweiß und bilden über dem Laub eine farbige Wolke. Pflanzen Sie ihn in naturnahe, ländliche Gärten, wo er im Hintergrund eines Gräserbeets zusammen mit aufrecht wachsenden Pflanzen wie Veronicastrum oder Liatris wunderbar zur Geltung kommt. Seine sehr aufrechte Wuchsform wirkt auch als Gestaltungselement, ja sogar skulptural, in einer Wegbepflanzung in einem modernen Garten.

Panicum virgatum ‚Heavy Metal‘ mit Sommer- und Herbstlaub (Foto: A. Zahrkikh)
→ Mehr über Panicum erfahren
Stipa gigantea: groß und leicht zugleich
Stipa gigantea, beeindruckend durch ihre Größe, ist eine der spektakulärsten Sorten unter den Federgräsern. Wenn Sie ein hohes Ziergras mit großer Wirkung suchen, ist sie genau das Richtige! Ihre luftigen Blütenstände ragen über 2 m hoch und zeigen sich in locker verzweigten, silbrig purpurfarbenen Rispen von außergewöhnlicher Wirkung. In gut durchlässigem bis im Sommer trockenem Boden gedeihen sie und bleiben im Winter stehen. Das Laub bleibt mit etwa 50 cm relativ niedrig und bildet einen kompakten Horst in glänzendem Grün.
Dieses wunderschöne Ziergras wird einzeln gepflanzt, damit seine dekorative Wirkung und außergewöhnliche Leichtigkeit zur Geltung kommen. Es kann auch vor dunklerem Laub platziert werden, wo es besonders gut zur Geltung kommt.

Stipa gigantea (© Leonora Enking)
→ Entdecken Sie Stipa gigantea in unserem Video „Ziergräser für den Sommer“.
Herbst-Blaugras: leuchtend grünes Polster, späte Blüte
Seslerien zählen nicht zu den beliebtesten Ziergräsern, sind aber ideal für trockene Böden in kleinen Gärten. Sie sind farblich sehr vielfältig, bleiben klein – meist unter 30 cm Höhe und 50 cm Breite – und breiten sich langsam aus. Oft immergrün, sind sie robust und vollkommen winterhart und gedeihen auch im Halbschatten.
Sesleria automnalis oder Herbst-Kopfgras ist eine interessante halbimmergrüne Sorte mit feinem, leuchtend gelbgrünem Laub, das sich im Herbst goldgelb färbt. Ihre späte Blüte von Ende August bis Oktober mit langen, silberweißen Ähren wirkt sehr anmutig. Sie verleiht dem Garten im Herbst, wenn die Blütenpracht nachlässt, einen besonderen Charme.
Pflanzen Sie sie in voller Sonne oder im Halbschatten in einen trockenen Steingarten, zusammen mit Allium, Silbrigem Beifuß und Nelke, oder in ein naturnahes Beet mit Aster. Auch als Bodendecker eignet sie sich, ohne jemals lästig zu werden.

Sesleria automnalis (Foto: A. Zharkikh)
Purpur-Liebesgras: eine bezaubernde Grasart
Eragrostis spectabilis, auch Liebesgras genannt, ist ein hübsches Ziergras für trockene, sandige Böden. Mit einer mittleren Wuchshöhe von 60 cm und sehr fein zugespitztem, hellgrünem Laub benötigt es einen sonnigen Standort, um den ganzen Sommer über einen wunderschönen rosafarbenen Ährennebel hervorzubringen. Das sommergrüne Gras ist vor allem wegen seines luftigen Blütenstands interessant, der bis weit in den Herbst eine farbige Wolke bildet und sich dann purpur- bis bronzefarben verfärbt.
Sie können es mit rosa und purpurfarbenen Blüten wie Liatris und manchen Sonnenhut-Sorten kombinieren, doch es wirkt auch allein. Eragrostis specabilis sät sich spontan aus, wenn Sie die Blütenstände nicht entfernen. Daher eignet es sich perfekt für naturnah belassene Gartenbereiche.

Eragrostis spectabilis, eine prächtige Blüte mit kleinen Blüten im Blütennebel (Fotos: K. Schultz)
Kleines Präriegras 'Prairie Blues': wechselndes Laub
Viel weniger verbreitet als die zuvor genannten Gräser ist diese schöne Sorte, die garantiert Ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht. Mit einer Höhe von 0,80 bis 1 m und aufrechtem Wuchs mit struppigen Horsten gedeiht Schizachyrium scoparium ‚Prairie Blues‘ nur auf trockenen, kargen Böden. Das sehr schöne, feine, silbrig graublaue Laub verändert sich im Laufe des Jahres: Es ist sommergrün bis halbimmergrün und färbt sich im Herbst orange-rosa, bevor es purpurrote Töne annimmt. So bringt es Farbe in den Garten, bevor der Winter Einzug hält. Die silbrigen Blütenstände aus schmalen Ährchen erscheinen den ganzen Sommer über. Diese elegante, unverzichtbare Pflanze ist eine wahre Schönheit und trotzt zuverlässig der Trockenheit!
Pflanzen Sie es in eine natürliche Wiese oder in ein Beet für trockene Standorte, kombiniert mit einigen kontrastierenden, niedrigeren Sträuchern für eine schöne Gestaltung bis zum Herbst, mit silbrigen Stauden (Silbriger Beifuß, Katzenminze) und weiteren goldfarbenen Gräsern.

Schizachyrium scoparium ‚Prairie Blues‚, Sommer- und Herbstlaub
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