Begleitpflanzen im Gemüsegarten
Bestimmte Pflanzenkombinationen im Gemüsegarten können Gemüse und Obst fördern.
Inhaltsverzeichnis
Begleitpflanzen beeinflussen sich positiv oder negativ. Naturnahes Gärtnern fördert so die Vielfalt im Gemüsegarten und spart Dünger und Pflanzenschutzmittel.
Was sind Begleitpflanzen?
Allelopathische Begleitpflanzen beeinflussen andere Pflanzen über chemische Stoffe aus Wurzeln, Blättern oder Blüten – positiv oder negativ.
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Unter den Begleitpflanzen sind bei Gärtnern wohl diejenigen am beliebtesten, die Schädlinge und Parasiten aller Art fernhalten können. Diese Pflanzen sind stolze, nützliche und äußerst wirksame Verbündete der Gärtner, denn sie machen Insektizide aller Art und andere, zwar biologische, aber für Tier- und Pflanzenwelt möglicherweise schädliche Bekämpfungsmethoden überflüssig.
Diese Begleitpflanzen gelten als abwehrend, weil sie unerwünschte Insekten fernhalten können. Und zwar dank der Düfte, die ihre Blätter oder Blüten verströmen. Andere, wie die Studentenblume (Tagetes) oder die Ringelblume (Calendula), besitzen sogar noch größere Fähigkeiten. Ihr Wurzelsystem soll nämlich nematizid wirken und im Boden vorhandene Nematoden abtöten (die schädlichen, nicht zu verwechseln mit den nützlichen Nematoden zur biologischen Bekämpfung).
Wer diese Begleitpflanzen in den Gemüsegarten integriert, kann dadurch bestimmte Schädlinge fernhalten und einen Befall verhindern. Zahlreiche dieser abwehrenden Begleitpflanzen bringen neben ihren schädlingsabwehrenden Eigenschaften auch etwas Farbe in den Gemüsegarten:
- Studentenblume und Ringelblume sollen Blattläuse, Weiße Fliegen oder Mottenschildläuse sowie Erdflöhe fernhalten
- Der Silbrige Beifuß (Artemisia) verströmt einen kampferartigen Duft und soll Blattläuse sowie die Raupen vieler Schmetterlinge fernhalten
- Die Wein-Raute (Ruta graveolens), auch Stinkraute genannt, hält ebenfalls zahlreiche Insekten auf Abstand
- Salbei vertreibt mit seinem scharfen Duft Ameisen, die Blattläuse „züchten“
- Dill (Anethum graveolens) wirkt abwehrend gegen Blattläuse, Koriander (Coriandrum sativum) gegen die Möhrenfliege
- Knoblauch in der Nähe von Rosen soll diese vor Blattläusen schützen
- Basilikum (Ocimum basilicum) hält Weiße Fliegen fern
- Minze (Mentha) vertreibt Ameisen
- Großblütiger Lein (Linum grandiflorum) soll Kartoffelkäfer fernhalten …

Ringelblume, Wein-Raute, Silbriger Beifuß, Salbei und Dill
Auch Lavendel, Rosmarin und Bohnenkraut lassen sich als abwehrende Begleitpflanzen nennen.
Andere Gemüsepflanzen schützen sich gegenseitig vor ihren jeweiligen Schädlingen. Die bekannteste Kombination ist dabei wohl die von Möhre und Lauch-Porree. Der intensive Duft des Lauchs hält die Möhrenfliege fern, während die Möhre im Gegenzug die Lauchmotte vertreibt!
Andere wirken anders und locken Schädlinge an. Diese Fangpflanzen machen einen Befall frühzeitig sichtbar und ermöglichen seine Bekämpfung, bevor er sich ausbreitet. Unter den Begleitpflanzen ist die Große Kapuzinerkresse die Königin! Sie lockt Blattläuse an, die sich auf ihr konzentrieren. Sobald sie vollständig bedeckt ist, sollten Sie keine Gnade zeigen und sie vernichten!
Kräftigende Begleitpflanzen
Einige Begleitpflanzen ernähren und verbessern den Boden und damit indirekt die darin wachsenden Pflanzen. Dies gilt für die Fabaceae (ehemals Leguminosen) wie Bohnen, Erbsen, Ackerbohnen, Kichererbsen … aber auch für Lupine, die dank der Knöllchen an ihren Wurzeln Luftstickstoff binden und an den Boden abgeben können. So düngen diese Fabaceae den Boden, da Pflanzen dieser botanischen Gattung als Gründüngung gelten können. Deshalb empfiehlt es sich, diese Leguminosen neben Starkzehrer wie Tomate oder Kürbis zu pflanzen.
Andere Begleitpflanzen beeinflussen die Entwicklung ihrer Nachbarn direkt, indem sie deren Wachstum anregen oder die Vegetation verbessern. Zu den Begleitpflanzen, die das Wachstum ihrer Nachbarn fördern, zählen:
- Die Kamille, die benachbarte Pflanzen kräftigt und ihr Wachstum anregt
- Auch Beinwell ist eine Düngepflanze: Seine Pfahlwurzel bringt wichtige Mineralsalze und Spurenelemente in den Boden. Er wirkt daher düngend und revitalisierend auf benachbarte Pflanzen
- Echter Arznei-Baldrian (Valeriana officinalis) soll Regenwürmer anlocken, deren Wirkung bei der Bodenbelüftung nachweislich belegt ist.

Die Kamille, der Beinwell und der Echte Arznei-Baldrian
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Einige Pflanzen gelten als Begleitpflanzen, weil sie ihre Nachbarn vor den häufigsten Krankheiten im Gemüsegarten schützen können. Wissenschaftlich ist das zwar schwer zu belegen, doch Generationen von Gärtnern beobachten oder testen es täglich.
Bei diesen Pflanzen mit Superkräften darf die Studentenblume nicht fehlen. Schon wieder, werden Sie sagen? Doch diese kleine einjährige Pflanze mit gelben oder orangefarbenen Blüten besitzt eine besondere Kraft, die sie zu einer guten Nachbarin macht. Die Wurzeln der Sammetblume sollen nämlich Giftstoffe (unter anderem Thiophen) abgeben, die nicht nur Bodennematoden abtöten, sondern auch die Erreger pilzlicher Krankheiten zerstören können.
Eine weitere beliebte Begleitpflanze ist Basilikum. In unmittelbarer Nähe von Tomaten gepflanzt, soll es sie vor Kraut- und Braunfäule schützen. Jetzt fehlen nur noch Mozzarella und Olivenöl!
Knoblauch gilt als wirksam gegen die Schwarzfleckenkrankheit, die häufig die Blätter von Rosen befällt.
In einem anderen Bereich ist auch Schnittlauch sehr nützlich. Neben Rosen gepflanzt, begrenzt er den Befall mit Rost. Außerdem können Sie seine würzigen Blätter ernten.
→ Lesen Sie auch: Was unter Rosen pflanzen?
Begleitpflanzen zur Bestäubung
Es lohnt sich auch, im Gemüsegarten bienenfreundliche und nektarreiche Blütenpflanzen anzubauen. Insekten werden sie zum Sammeln von Nektar und Pollen aufsuchen und dabei von Blüte zu Blüte das Fruchtgemüse bestäuben.

Borretsch ist eine Pflanze mit besonders bienenfreundlichen Blüten
Es gibt zahlreiche einjährige und mehrjährige bienenfreundliche Pflanzen. Zu den Spitzenreitern zählen die unverzichtbare Studentenblume, der Borretsch mit seinen hübschen blauen Blüten, Lupinen mit langen, farbenfrohen Ähren, Kornblumen, Sonnenhüte, Büschelschön und Goldlack… Diese Blühpflanzen locken außerdem Nützlinge wie Schwebfliegen an, die bei der biologischen Bekämpfung von Schädlingen helfen.
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Begleitpflanzen gegen invasive Pflanzen
In diesem Kapitel geht es zunächst um die Studentenblume! Diese einjährige Blühpflanze vereint viele Vorzüge: Im Gemüsegarten gepflanzt, soll sie die Ausbreitung von Batate und Quecke begrenzen – zwei gefürchtete Unkräuter.
Weitere Begleitpflanzen mit unkrauthemmenden Eigenschaften stellt Sophie in ihrem hervorragenden Artikel vor: Natürliches Unkrautmittel: Entdecken Sie allelopathische Pflanzen!
Die bekanntesten Begleitpflanzen im Überblick
Pflanzen Sie gern in Ihrem Gemüsegarten:
- Weißblühender Beifuß in Kombination mit allen Gemüsesorten gegen Milben
- Knoblauch hält Insekten fern, schützt Erdbeeren vor Pilzkrankheiten und Rosen vor Sternrußtau (nicht neben Kohl, Lauch und Hülsenfrüchten pflanzen)
- Dill hält Blattläuse fern
- Silbriger Beifuß wirkt gegen viele Insekten (nicht neben Fenchel, Kartoffeln und Salbei pflanzen)
- Basilikum vertreibt Kartoffelkäfer, Weiße Fliegen und Kohlfliegen und stärkt Tomaten
- Borretsch fördert die Erdbeerernte und lockt Bestäuber an
- Kamille regt das Wachstum von Begleitpflanzen an
- Schnittlauch hemmt die Ausbreitung von Rost
- Beinwell versorgt den Boden mit Mineralstoffen
- Lavendel hält Blattläuse fern
- Großblütiger Lein wirkt gegen Kartoffelkäfer
- Melisse ist bienenfreundlich und hält Milben fern
- Minze vertreibt Erdflöhe, Kohlfliegen und Blattläuse
- Vergissmeinnicht hält Himbeerkäferlarven fern
- Studentenblume ist die beste Begleitpflanze überhaupt!
- Rosmarin hält Kohlfliegen fern
- Bohnenkraut wirkt gegen schwarze Blattläuse und lockt Bienen an
- Salbei hält Möhren- und Kohlfliegen, den Kohlweißling, Kartoffelkäfer und Ameisen fern
- Ringelblume wirkt stark gegen zahlreiche Insekten
Auch Gemüse lässt sich miteinander kombinieren und wird so zu wirksamen Begleitpflanzen. Man spricht dann von Mischkultur, die auch Blumen und Kräuter umfasst. Ingrid B. erklärt alles in ihrem Beitrag: Mischkultur im Gemüsegarten: Warum und wie? Vorteile und Beispiele.
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