Beleben Sie den Garten mit späten Christrosen: Farbe im Spätwinter
Pflanzen auswählen, kombinieren und richtig pflegen
Inhaltsverzeichnis
Am Ende des Winters bringen späte Christrosen Farbe und Leben. Erfahren Sie, warum sie sich lohnen, welche Sorten und Partner passen und wie sie lange gedeihen.
Warum späte Sorten wählen?
Es gibt etwa zwanzig Christrosen-Arten, einige blühen früh, andere später, mit immergrünem oder sommergrünem Laub.
Christrosen werden oft mit der Schwarzen Nieswurz verwechselt. Obwohl beide zur selben Familie, den Hahnenfußgewächsen, gehören, blüht die Schwarze Nieswurz oder Helleborus niger deutlich früher: Sie öffnet, wie ihr Name andeutet, meist als Erste bereits im Dezember ihre weißen Blüten, manchmal sogar schon im November. Außerdem ist sie anspruchsvoller in der Kultur.
Später blühende Christrosen beginnen ab Februar zu blühen. Dazu gehören vor allem die zahlreichen Hybriden der Lenzrose, von denen es inzwischen Hunderte wunderschöne Sorten gibt, aber auch einige besonders anmutige, im Mittelmeerraum heimische Christrosen.
Die große Vielfalt der Christrosen ist ideal, um ihre Blütezeit zu verlängern: Bei geschickter Kombination können Sie ein Beet oder einen Pflanztopf 4 bis 5 Monate lang blühen sehen. Da Christrosen außerdem zu den lang anhaltendsten Blüten im Garten gehören, bringen sie sanfte Farben vor noch kahlen Rinden und Verzweigungen zur Geltung und spielen eine wichtige Rolle in Wintergärten.
Hinweis: Angaben zur Blütezeit sind stets mit Vorsicht zu betrachten. Je nach Anbauregion, saisonaler Witterung und Klimawandel erscheinen die Blüten früher oder später.

Die Korsische Christrose oder Helleborus argutifolius
Sie begleiten auch die ersten Zwiebelpflanzen, die aus der Erde kommen. Pflanzen Sie sie daher ruhig in ihrer Nähe, um den nahenden Frühling willkommen zu heißen.

Spät blühende Christrosen neben den ersten Zwiebelpflanzen im Garten
Diese spät blühenden Christrosen sind für Bestäuber eine wertvolle Nahrungsquelle am Ende des Winters und zu Beginn des Frühlings, wenn nur wenige andere Pflanzen blühen. Sie liefern besonders viel Pollen und Nektar und tragen dazu bei, die Biodiversität in Ihrem Garten zu fördern!
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Hier sind einige der schönsten spät blühenden Christrosen: die Lenzrosen, die meist von Januar bis Mai blühen, die Hybriden (Lenzrosen), die aus Kreuzungen verschiedener Christrosen-Arten hervorgegangen sind, sowie indigene und botanische Arten, die oft bis Ende Mai oder sogar Juni blühen.
Orientalische Christrosen und Hybriden: von Weiß über Rosa bis Schwarz!
- Weiße Christrosen: Christrosen-Hybrid ‚Paradenia‘, Orientalische Christrose ‚Anémone Blanc Pure‘ und Orientalische Christrose ‚Double Blanc‘;
- Gelbe Christrosen: Christrosen-Hybrid ‚Yellow Strain‘, Christrosen-Hybrid ‚Yellow Lady‘, Orientalische Christrose ‚Jaune Guttatus‘, Orientalische Christrose ‚Double Jaune Primevère‘;
- Rosa bis rote Christrosen: Orientalische Christrose ‚Pêche à centre rose‘, Orientalische Christrose ‚ViV Alessandra‘ und Christrosen-Hybrid ‚Picotee‘;
- Purpurrote bis schwarze Christrosen: Orientalische Christrose ‚Slaty Blue‘, schwarze Orientalische Christrose, Christrose ‚Early Purple‘.
„Mediterrane“ Christrosen und Arten aus Osteuropa
Sie stammen aus dem Mittelmeerraum und blühen oft in Grüntönen. Es handelt sich um weniger aufwendig gezüchtete botanische Arten als die Hybridzüchtungen, die sich hervorragend für Beete im englischen oder naturnahen Stil eignen. Ihre Herkunft macht sie frostempfindlicher.
- Die Korsische Nieswurz oder Helleborus argutifolius bildet allmählich eine immergrüne Staude mit wunderschönem, derbem und gezähntem Laub;
- Helleborus lividus stammt von den Balearen und braucht lange zum Einwachsen, bietet aber im Februar und März eine bezaubernde zweifarbige grün-rosa Blüte über bläulichem Laub;
- Helleborus x sternii ist aus der Kreuzung der beiden vorherigen Arten hervorgegangen und wird wegen seiner grünlich-rosa Blüte und des oft marmorierten, graugrünen Laubs geschätzt;
- Helleborus foetidus: eine europäische Art mit stark gefiederten, eher dunklen Blättern, die einen Kontrast zu den Trauben aus hellgrünen, purpur gesäumten Glöckchen bilden. Sie blüht meist im Februar, zeigt ihre Knospen aber schon ab Dezember über lange Zeit. Entdecken Sie auch die schönen Sorten ‚Wester Flisk‘ und ‚Sopron‘;
- Helleborus viridis, eine mitteleuropäische Art, die in den Pyrenäen wild vorkommt, lässt sich ebenfalls Zeit und blüht ab Februar oder März. Sie gehört zu den Christrosen mit vollständig grünen Blüten, weit entfernt von der Raffinesse mancher Hybriden. Sie ähnelt etwas Helleborus purpurascens, einer wilden Art, die perfekt in ein Unterholzbeet passt (obwohl ihre Blüten purpur überlaufen sind), und besitzt wie diese halbimmergrüne oder sommergrüne Blätter;
- Helleborus multifidus ssp. bocconei entwickelt zunächst grüne Blüten, die allmählich zu Weiß verblassen, sowie schöne, tief gelappte, handförmige Blätter.

Links der Christrosen-Hybrid ‚Paradenia‘, rechts die Orientalische Christrose ‚Rose Guttatus‘ und Helleborus foetidus ‚Sopron‘
Späte Christrosen mit Winterpflanzen kombinieren
Um attraktive Beete mit spät blühenden Christrosen zu gestalten, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Wie bereits weiter oben erwähnt, sollten Sie Stauden oder Sträucher kombinieren, die mehr oder weniger zur gleichen Zeit blühen, und vor allem mit Zwiebelpflanzen spielen, die am Ende des Winters zahlreich aus dem Boden sprießen. Pflanzen Sie Christrosen in Gruppen: In größeren Pflanzungen mit mindestens drei kräftigen Horsten kommen sie am schönsten zur Geltung. Integrieren Sie außerdem einige immergrüne Blattschmuckpflanzen, um für interessante Strukturen zu sorgen.
Da manche Christrosen mehr Sonne vertragen als andere und diese Staude grundsätzlich einen halbschattigen bis schattigen Standort bevorzugt, haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Kombinationen, Standorten und Farbeffekten:
- Ein Beet mit harmonischer Farbgestaltung: Am einfachsten ist es, Farben von Rosa bis Purpur miteinander zu kombinieren. So entsteht eine abwechslungsreiche, aber stets stimmige Farbpalette – eine Art Farbverlauf. Dabei können Sie gefüllt blühende Christrosen mit einfach blühenden und anemonenblütigen Sorten kombinieren.

Helleborus orientalis ‚Magic Double Rose‘, Krokus ‚Mammouth‘, Arum italicum, Helleborus orientalis ‚Double Blanc‘ und Helleborus orientalis ‚Rose Guttatus‘
- Ein Beet mit kontrastreicher Gestaltung: Für eine ausdrucksstärkere und dennoch magische Szenerie, die von der wärmenden Sonne besonders profitiert, eignen sich beispielsweise Christrosen ‚Slaty Blue‘, einige Narzissen, gelbe und violette Hundszahn, Kiebitzeier sowie ergänzend Veratrum nigrum mit seinem attraktiven Laub, das erst deutlich später purpurfarben blüht.

Narcissus pseudonarcissus, Christrose ‚Slaty Blue‘, Hundszahn, Helleborus sternii ‚Boughton Beauty‘ und Kiebitzei
- Ein sonniges Beet: Perfekt passen Winterheiden (Erica darleyensis), die Sie mit später blühenden Schnee-Heiden wie Erica carnea kombinieren. Der Kontrast zwischen den unzähligen Glöckchen der Heiden und den großen Blüten von Helleborus sternii, Helleborus lividus und Helleborus orientalis macht den besonderen Reiz dieses Beets aus. Ein niedrig wachsendes Pfaffenhütchen verbindet die gesamte Pflanzung.

Helleborus lividus, Erica carnea ‚Rosalie‘, Helleborus x sternii, Erica carnea ‚Isabell‘ (©Kerisnel), Pfaffenhütchen ‚Harlequin‘, Helleborus hybridus ‚Picotee‘ und Erica darleyensis ‚Darley Dale‘
- Ein Beet mit 100 % Christrosen, denn ihre Farben lassen sich wirklich alle geschmackvoll miteinander kombinieren! Ergänzend können Sie einige immergrüne Blattschmuckpflanzen hinzufügen. Hier geht es darum, die Vielfalt der Farben, Blätter und Formen von Christrosen zur Geltung zu bringen.

Nur unter sich übernehmen die spät blühenden Christrosen am Ende des Winters die Herrschaft im Garten …
- Ein frisches, sehr sanftes Beet im monochromen Stil, mit einer Farbpalette von Weiß bis Chartreusegrün und einer Kombination aus Tulpen, Sträuchern und Stauden wie hier:

Helleborus argutifolius, Skimmia japonica ‚Kew Green‘, Lenzrose ‚Double Vert Pistache‘, Euphorbia characias und Viridiflora-Tulpe ‚Spring Green‘
- In einem Wintergarten mit zahlreichen Möglichkeiten, denn in dieser Jahreszeit gibt es bei sorgfältiger Auswahl viele farbenfrohe Pflanzen. Kombinieren Sie Rinden, Blüten und Gräser oder Bodendecker:

Acer griseum, Helleborus purpurascens, Cornus alba ‚Kesselringii‘, Helleborus lividus, Galanthus nivalis (Schneeglöckchen), Bergenia cordifolia und Carex oshimensis ‚Everillo‘
Natürlich lassen sich die meisten dieser Kombinationen auch im Kleinformat umsetzen – in hübschen Pflanzgefäßen auf Balkon, Terrasse oder sogar auf der Fensterbank.
Hinweis: Weitere Ideen für Kombinationen finden Sie in diesen Artikeln: 10 einfach blühende Christrosen, 6 dunkle Lenzrosen; 6 gefüllt blühende Christrosen und 7 anemonenblütige Christrosen.
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In unserem ausführlichen Ratgeber Christrosen pflanzen und kultivieren erfahren Sie alles Wissenswerte über Christrosen. Hier sind fünf wichtige Tipps zu diesen besonders leicht zu kultivierenden Pflanzen:
- Wählen Sie den Standort sorgfältig: Christrosen bevorzugen generell tiefgründige, gut drainierte Böden sowie schattige bis halbschattige Standorte. Vermeiden Sie zu sonnige Plätze (außer bei der Korsischen Christrose) und Staunässe. Mediterrane Arten sollten außerdem vor Wind geschützt stehen und nicht in sehr kalten Regionen gepflanzt werden.
- Gießen Sie im Sommer nicht zu viel, da die Pflanzen dann in die Dormanz eintreten. Ihre fleischigen Wurzeln vertragen etwas Trockenheit recht gut;
- Gießen Sie direkt auf den Boden und vermeiden Sie, das Laub zu benetzen. So verringern Sie das bei Christrosen häufige Risiko von Blattkrankheiten
- Beim Rückschnitt schneiden Sie das Laub von Christrosen-Hybriden im Dezember zurück, bei allen anderen im Frühjahr nach der Blüte. Die Blüten verändern ihre Farbe von Grün zu Rosa, was ihre Wirkung im Garten verlängert. Nach dem vollständigen Verblühen schneiden Sie die Pflanzen bodennah zurück, um Selbstaussaat zu vermeiden (mehr dazu in Christrosen schneiden: wann und wie?)
- Spätblühende Christrosen gehören ebenso wie die Gattung Helleborus zu den Pflanzen, die nicht gern umgepflanzt werden! Teilen Sie sie erst, wenn die Horste ausreichend etabliert sind, frühestens nach vier Jahren.
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