Blauen Garten gestalten
9 Landschaftsgärtner-Tipps für ein kühles, ruhiges Gartenambiente
Inhaltsverzeichnis
Einfarbige Gärten liegen im Trend: Ihre Eleganz erlaubt mutige Kombinationen aus Formen und Texturen. Der weiße Garten ist ein Klassiker und dank der neutralen Farbe relativ einfach umzusetzen. Ein blauer Garten wirkt anspruchsvoller, da sich diese erfrischende Farbe einfarbig schwerer gestalten lässt. Nahe Farbtöne im Farbkreis verhindern, dass er traurig oder eintönig wirkt.
Wie legt man also einen blauen Garten an? Welchen Stil soll er erhalten? Welche blauen Pflanzen eignen sich? Damit Ihnen keine geschmacklichen Fehler unterlaufen und die Möbel zum vielen Blau passen, geben wir Ihnen Tipps und Ideen für einen raffinierten, sanften … oder lebhaften blauen Garten!

Blau zieht in den Garten ein! In Details wie einem hübschen Gartentor und vor allem in Blüten und etwas Laub: hier Schmucklilie, Tibouchine und Rittersporn
Ein Tauchgang ins tiefe Blau
Jede Farbe trägt viele Mythen und Fantasien in sich. Blau, die universelle und in unseren westlichen Gesellschaften beliebteste Farbe, steht für Ruhe, Frische, Reisen und Frieden. Sehen wir uns zunächst einige Eigenschaften dieses für den Garten besonders interessanten Blaus an:
- Blau gehört wie Grün zu den kalten Farben des Farbkreises und ist sogar die kälteste Farbe. Im Garten könnte man fälschlicherweise meinen, Blau und Grün ergäben eine wenig glückliche Kombination. Das Gegenteil ist der Fall: Durch das magische Spiel der Nuancen und die subtilen Verbindungen neutraler, pastellfarbener oder komplementärer Farben harmoniert Blau geradezu wunderbar mit Grün.
- Eine weitere symbolische Eigenschaft von Blau: Es verleiht Tiefe und lässt Entfernungen größer erscheinen. Diese Farbe des Himmels und des Meeres vermittelt optisch eine Vorstellung von Perspektive und Unendlichkeit und öffnet den Raum. Sie eignet sich daher ideal, um die räumliche Wirkung ein wenig zu vergrößern.
- Blau lässt sich mit allen anderen Farben kombinieren: Das zeigt sich in Mode und Einrichtung ebenso wie im Garten. Dort, wo Schwarz und Braun – die einzigen Farben, die man besser vermeiden sollte – kaum vorkommen, bildet Blau schöne Harmonien mit den ihm nahestehenden kalten Farben und Kontraste zu den entgegengesetzten Farben Gelb und Orange.
- Blau reflektiert das Licht: In voller Sonne wird es tatsächlich durch rosafarbene Nuancen erwärmt, im Schatten bleibt es jedoch kühl. Das Abendlicht bringt Blau besonders gut zur Geltung, da unser Auge in der Dämmerung vor allem Blautöne wahrnimmt.
- Blau beruhigt schließlich das Auge und vermittelt Sicherheit. Das gilt für die hellsten Töne, für mit Weiß aufgehellte Blau-, Himmel- oder Lavendeltöne. Intensive Blautöne wie Ultramarin und Saphir sowie violettblaue oder rot nuancierte Töne wirken dagegen kräftiger und dynamischer.

Blautöne unterscheiden sich stark: vom zarten Blau des Schneeglanzes über das klare Blau der Hortensien bis zum Violettblau mancher Iris
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- Blau schafft Tiefe und ist ideal für kleine Gärten, Innenhöfe oder Terrassen. Auf kleinen Flächen kommen blau glasierte Töpfe besonders gut zur Geltung.

- Auch in einem großen Garten lässt sich Blau einsetzen, sofern seine Allgegenwart aufgelockert wird, denn auf großer Fläche wirkt zu viel Blau schnell schwer verdaulich oder blass, wenn es nicht genügend Licht bekommt. Dann sorgen neutrale Farben wie Weiß und Creme oder einige Farbakzente (Gelb, Orange, Rosa, Mauve oder Purpur) für Abwechslung. Das umgebende Grün ist entscheidend, damit das Auge nicht übersättigt wird.

Viel Frische in dieser Szene, in der Blau und Weiß wunderbar harmonieren: Atlantische Hasenglöckchen, Narzissen und Alpenrose
- Blau steht für die Reise und passt wunderbar zu exotischen Gärten: Das Bild des Jardin Majorelle, in dem Blau (nicht in der Pflanzenwelt, sondern in der Architektur) die Hauptrolle spielt, beweist in tropisch-elegantem Stil eindrucksvoll, wie wunderbar sich diese Grundfarbe mit Grün verbindet! > Siehe auch Einen von Madeira, der Blumeninsel, inspirierten Garten gestalten

Das Blau der Brunnen, Mauern und Zellige-Fliesen wirkt neben der exotischen Bepflanzung des Jardin Majorelle besonders eindrucksvoll, hier und da akzentuiert durch das Violett der Bougainvilleen und einige zitronengelbe Farbtupfer
- Auch ein mediterraner Garten oder ein Steingarten bietet schöne Möglichkeiten für sonnenhungrige, oft trockenheitsverträgliche blaue Blüten.
- Ein typischer Garten am Meer, ein Feriengarten, erinnert an das nahe Meerblau und den azurblauen Himmel der Küste.
- Auch der Bauerngarten passt hervorragend zu Blau, wenn es mit Weiß und weiteren Farben von Rosa bis Orange sowie leichten Texturen nuanciert wird.
- Ein blauer Garten eignet sich ideal für einen nach Süden oder Westen ausgerichteten Standort, denn dort gibt es viele sonnenverträgliche Blüten. Wie wir sehen werden, lässt sich auch ein Schattengarten gestalten, allerdings mit weniger Blütenoptionen.

Blau steht für Auszeit und Urlaub – ideal für einen Küstengarten oder einen Garten in der Provence
Blau im Garten: Fehler und Herausforderungen
Mit Blau ist Vorsicht geboten: Die zwar beruhigende Farbe kann in großen Mengen schnell langweilen. Als Chamäleonfarbe passt sie zu fast allen Farbtönen. In einem monochromen blauen Garten sollte sie jedoch dosiert eingesetzt werden:
- Überdosierung vermeiden! Anders als beim weißen Garten ist ein komplett blauer Garten ein Fehler: Statt einer poetischen, sanften Wirkung entsteht ein kaltes, erdrückendes, ja beklemmendes Bild.
- Vorsicht vor zu viel vom selben Blau, das das Auge ermüdet: Blau verlangt nach einer besonderen Harmonie, da es sonst schnell langweilt. Spielen Sie mit der Palette von Hellblau und Zartblau über Azurblau, Ultramarin und Dunkelblau bis hin zu violett nuancierten, fast purpurfarbenen Tönen. Mischen Sie diese und setzen Sie sparsame Akzente in warmen Farben (Gelb, Orange, Rosa): So wirkt das Blau weniger kalt.
- Mit einer zusätzlichen Farbe für die richtige Balance sorgen: Sie soll das Blau lediglich unterstützen, ohne ihm die Schau zu stehlen – sonst ist es kein monochromer Garten mehr.
- Nicht nur auf saisonale Blüten setzen: Im Frühling gibt es zwar viele blaue Zwiebelblumen … doch der Garten wird nur in den ersten Monaten des Jahres prachtvoll und bleibt den Rest des Jahres zu farblos.
- Die Kombination aus Blau, Weiß und Rot vermeiden – sie wirkt zu markant und kalt.
- Blaue Hortensien sind traumhaft und gehören zu den schönsten Optionen für einen blauen Garten. Ihre Farbe behalten sie jedoch nur in saurer Erde (pH-Wert unter 6).

Im Frühling besonders prachtvoll: Dieses Träubel-Band vor einer Kulisse aus Narzissen sollte ein Nebenbereich des Gartens bleiben, der im Sommer kaum Blüten bietet
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Blau wirkt beruhigend auf das Auge. Es ist eine ganz besondere Farbe, die je nach Kombination und Standort unterschiedliche visuelle Wirkungen erzielt.
- Mit Farbverläufen und verschiedenen Blautönen spielen: Blüten in helleren oder dunkleren Nuancen, violettere oder deutlich dunklere, purpurfarbene bis fast schwarze Blautöne verstärken den Blaueindruck, ohne das Auge zu überfordern. Tiefe Nuancen verleihen Vitalität, während Pastelltöne für große Sanftheit sorgen.
- Frische Grüntöne ergänzen (Chartreuse- und Anisgrün): Sie erwärmen die Atmosphäre, schaffen einen starken Kontrast zu kräftigem Blau und bringen viel Licht. Dafür eignen sich die Grüntöne von Wolfsmilch und Frauenmantel sowie alle grünen Blüten, etwa manche Christrosen, aber natürlich auch Blätter: Gräser wie Carex elata ‚Aurea‘, Liriope muscari ‚Aureomarginata‘, die Hosta tardiana ‚June‘, Miscanthus ‚Zebrinus‘, das Purpurglöckchen ‚Citronelle‘ sowie creme- oder gelb panaschierte Pflanzen (zum Beispiel Aukube im Schattengarten). Bei Farben und Texturen gibt es zahlreiche Möglichkeiten.

Leuchtende, violette Blautöne wirken neben Chartreusegrün von Blättern oder Blüten besonders schön (© Gwenaëlle David)
- Neutrale Töne einführen: Weiß, Creme, sehr blasses Gelb: Sie verbinden die Gestaltung und verhindern einen zu tristen Eindruck, besonders auf großen Beetflächen oder in naturnahen Pflanzungen.
- Die Komplementärfarbe von Blau, Orange, wärmt die Atmosphäre und sorgt für ein ausgewogenes Bild im Beet: Je orangefarbener und leuchtender der Ton, desto dynamischer wirkt die Gestaltung – und der Garten! Ideal also für exotische oder fröhliche Szenen. Auch Gelb, das im Farbkreis neben Blau liegt, wirkt mit leuchtenden Blautönen interessant. Die Komplementärfarbe sollte jedoch sparsam eingesetzt werden, damit Blau vorherrscht und nur als Farbakzent dient!

Blau von Duftnessel, Keuschbaum und Mannstreu, abgemildert durch das Orange der Astern- und Goldmohnmitten
- Pudrige Töne einsetzen (Apricot, Rosa bis Mauve), wenn Sie eine romantische Atmosphäre in einem Cottage- oder englischen Garten schaffen möchten, um eine Überdosis Blau zu vermeiden: Ideal zu zarten oder violetten Blautönen. Haben Sie Orange als Komplementärfarbe integriert, können Sie apricotfarbene Blüten oder karamellfarbenes Laub ergänzen; zu Rosa passen purpurfarbene Blätter. Mischen Sie jedoch nicht alle diese „Nebenfarben“: Wählen Sie nur eine zusätzliche Farbe – Rosa oder Orange – und bleiben Sie dabei.

Dieses Hortensienbeet mit blauen Blüten enthält rosafarbene und violette Kultivare sowie purpurfarbenes Laub von Purpurglöckchen und Farnen (© Carol Norquist)
- Zweifarbige Blüten einfügen, die das umgebende Blau zugleich sanfter wirken lassen und hervorheben: Sie sind blau-weiß, blau-orange, blau-gelb, blau-grün … etwa Eisenhut wie Aconitum ‘Eleonora’, Lupine ‘Gentilhomme’ oder ‚Kastellan‘, Fuchsie ‘Blue Sarah’, zahlreiche Iris und Stiefmütterchen, manche Akeleien und Gartenwicken, Salvia pratensis ‘Madeline’ sowie viele Hortensien mit blauen und weißen oder blaugrünen Farbtönen, etwa ‘Star Gazer Bleu’.

Iris, Lupine ‚Le Gentilhomme‘, Aconitum autumnale, Hydrangea serrata, Stiefmütterchen
- Wählen Sie aus demselben Grund Pflanzen, deren Kultivare auch in Weiß erhältlich sind, etwa die unverzichtbaren Liebesblumen, Iris, Blaue Rasselblumen, Ampelkräuter, Kornblumen, Mannstreu und beispielsweise Hortensien, um das Gesamtbild zu harmonisieren, wenn Sie Weiß einbringen.
- Setzen Sie blaugrünes oder graugrünes Laub sparsam ein, ob von Sträuchern mit blauem Laub, Stauden mit blauem Laub, bläulichen bis grauen Gräsern, Iris oder manchen Funkien, Silbrigem Beifuß oder Phlomis. Diese silbrigen Farben verstärken eine kühle Harmonie, übernehmen als verbindendes Element die Rolle von Weiß, bringen Blau zur Geltung und beleben Pastelltöne, die sich in kleinen Akzenten ideal dazu kombinieren lassen.

Manche grauen Blätter, hier von Großblättrigem Kaukasusvergissmeinnicht neben leuchtend blauen Stiefmütterchen, setzen Akzente im Beet (© Gwenaëlle David)
- Staffeln Sie die Blütezeiten möglichst weit, damit der blaue Garten über viele Monate attraktiv bleibt: von sehr frühen blauen Zwiebelblumen wie Schneeglanz, Hyazinthen und Frühlingssternen bis zu lang anhaltenden blauen Herbstblüten von Salbei, Bartblume, Sommerflieder oder Mönchspfeffer.
- Und schließlich sommergrüne Sträucher mit orangefarbener Herbstfärbung bevorzugen, damit der blaue Garten vor dem Winter noch einmal leuchtet – etwa blaue Astern im Kontrast zu einer Parrotie oder einer Zaubernuss.
Eine Auswahl blauer Blumen
Wenn einige Blumen bestimmten Blautönen ihren Namen gaben – Lavendel, Immergrün, Enzian, Indigo –, zeigen viele Pflanzen eine bläuliche Färbung, auch wenn diese in der Natur selten ist: vor allem Blüten von Stauden, aber auch von Sträuchern sowie wunderschönem Laub.
Der blaue Garten ist ein blühender Garten. Oft handelt es sich um Frühjahrsblüher, aber auch Sommerblumen, denn in den kalten Jahreszeiten ist Blau seltener anzutreffen: Es wird häufig mit Pflanzen verbunden, die Wärme und Sonne benötigen. Außerdem sind einige tiefblau blühende Pflanzen meist bienenfreundlich, ebenso wie gelbe Blüten – ein Glücksfall für den blauen Garten.
Hier eine bei Weitem nicht vollständige Auswahl blauer Blüten unter Stauden, Sträuchern, ein- und zweijährigen Pflanzen, Kletterpflanzen sowie auffälligem blau- bis graugrünem Laub:
- Unverzichtbare blaue Stauden: zahlreiche Salbei, darunter der Mexikanische Salbei, Flammenblume, Rittersporn, Schmucklilie, Iris, Mannstreu und Kugeldistel, Ehrenpreis, Kornblumenaster, Träubel, Duftnessel, Flockenblume, Katzenminze, Stauden-Lein, Storchschnabel … sowie die in unseren Gärten noch zu seltenen Natternköpfe (von Madeira oder den Kanaren), Kambrischer Scheinmohn, Himmelsleiter und Puya
- Ein- und zweijährige Pflanzen: Braut, Leberbalsam, Vergissmeinnicht, Prunkwinde, Stiefmütterchen, Veilchen, Borretsch, Lein, Gartenwicke …
- Sträucher mit blauen Blüten: Hortensie, Säckelblume, Rosmarin, Syringa vulgaris ‚Capitaine Baltet‘ und Syringa vulgaris ‚Firmament‘, Bartblume, einige Echter Roseneibisch wie ‘Blue Chiffon’ oder ‘Ultramarine’, einige Schmetterlingssträucher, die Buschmalve ‚Blue Bird‘, Mönchspfeffer, Teucrium fruticans …
- Bäume: bei uns weniger zahlreich, vor allem in unseren Breiten: Blauglockenbaum ‚Fast Blue‘, Eukalyptus, Ölbaum, Blaue Zeder und die prachtvolle Jacaranda in Küstenregionen
- Kletterpflanzen: der Solanum jasminoides Bleu, Bleiwurz, zahlreiche Waldreben, violetter Blauregen, Sollya heterophylla …
- Laub: das bläuliche Laub von Ziergräsern wie Schwingel, Rauhschopf, einigen Palmlilien und Agaven, darunter die sehr winterharte Agave harvardiana, einige Wacholder und Fichten (perfekt für Steingärten) sowie für schattige Standorte zahlreiche Funkien usw.

Unter den zahlreichen Möglichkeiten für blaue Blüten und Farbtöne: Träubel, Flammenblume, Dasylirion serratifolium, Schmucklilie, Echium candicans und Blauregen
→ Lesen Sie auch: Blaue Hortensie: die besten Sorten; Blaue Säckelblume: die schönsten Sorten und 7 blaue Salbei für den Garten.
Blauer Garten je nach Standort
In der Sonne
Ein Süd- oder Weststandort eignet sich ideal für blaue Blüten und Blätter, denn viele Pflanzen mit dieser Farbpalette lieben die Sonne. Hier einige Optionen für die verschiedenen Jahreszeiten, damit Ihr blauer Garten möglichst lange attraktiv bleibt:
- Frühling: Zwiebelpflanzen wie Schneeglanz, Blaustern, Frühlingssterne, Hyazinthen, Triteleia laxa, Iris reticulata, Träubel … aber auch Säckelblumen und Rosmarin, zahlreiche Iris, Zierlauch, die Freesie ‚Double Bleu, Ochsenzungen und vieles mehr.
- Sommerblühende Stauden (siehe auch vorherigen Abschnitt): unverzichtbare Schmucklilien, Salvia nemorosa und microphylla, blauviolette Blaurauten, die hellblaue Blaue Färberhülse, oder die leuchtend blaue Färberhülse ‚Caspian Blue‘, Enziane, Blaue Rasselblumen, Lithodora diffusa …
- Herbst: Astern, zahlreiche spätblühende Salbei-Arten, darunter Salvia uliginosa, Bartblumen, Crocus speciosus ‚Aitchisonii‘ und einige Storchschnäbel wie der Storchschnabel ‚Orion‘.

Agapanthus ‚Navy Blue‘, Phormium ‚Sundowner‘, Ceanothus impressus, Jasmin ‚Sun Lover‘, Rittersporn und Cephalaria (© Mark), Lupinen und Prachtkerzen
Im Schatten oder Halbschatten
Wie bereits erwähnt, wirkt Blau im Schatten noch kühler, doch gerade dort erscheinen blaue Farbtöne auch am intensivsten! Setzen Sie blaue Pflanzen in schattige Bereiche oder in gedämpftes Licht unter Sträuchern oder Bäumen, um die schönsten bläulichen Effekte zu erzielen. Im tiefen Schatten müssen Sie einige hell blühende Pflanzen in Creme, Strohgelb, Puderrosa oder Mauve einplanen und die Blütezeiten staffeln, damit die Pflanzung weniger trist wirkt.
- Frühlingsblühende Zwiebelpflanzen wie Balkan-Windröschen, Meerzwiebeln, Hyazinthen, Chionodoxa luciliae, Träubel und die Niedrige Tulpe humilis ‚Albocaerula Oculata‘: Sie blühen gut unter sommergrünen Bäumen, die noch nicht ausgetrieben haben.
- Hellblaue Stauden: Meconopsis, Großblättriges Kaukasusvergissmeinnicht, Akelei ‚Blue Star‘, Gedenkemein, Myosotis sylvatica, Lerchensporn ‚Craigton Blue‘, die Blaue Wald-Aster ‚Little Carlow‘ und vieles mehr.
- Leuchtend blaue Stauden: einige Lungenkräuter, darunter Pulmonaria angustifolia, der Kriechende Günsel, zahlreiche Akeleien und Glockenblumen sowie das Kaukasus-Gedenkemein ‚Cherry Ingram‘.
- Sträucher: zahlreiche Hydrangea macrophylla, darunter Hydrangea ‚Hovaria Hopcorn‘ oder ‚Mousseline‘, außerdem Hydrangea serrata in eher mauvefarbenen Tönen, Rhododendron augustinii mit Blüten von Hellblau bis Elektroblau sowie erstaunliche Zwerg-Rhododendren wie Rhododendron ‚Blue Silver‘ oder Rhododendron impeditum mit kleinen blauen Blüten, darunter der beliebte ‚Blue Tit‘.
- Bei den Blättern wählen Sie ein oder zwei panaschierte Pflanzen, um den Bereich sofort aufzuhellen.

Sabal minor, Hydrangea, Carex morrowii, Rhododendron ‚Blue Silver‘, Ajuga reptans ‚Burgundy Glow‘, Lithospermum, Brunnera ‚Alexander Great‘ und Japan-Herbst-Anemonen für das unverzichtbare Weiß.
Ein Bepflanzungsplan?
Ein blauer Garten passt zu vielen Gartenstilen. Die Gestaltung richtet sich nach dem Stil Ihres Gartens.
- Ein moderner Garten mit aufrechten Formen und dynamischen oder kugeligen Blütenständen wirkt mit geraden, schlichten, geometrischen Linien in Beeten und an Wegen besonders harmonisch.
- Englische oder ländliche Gärten setzen auf sanfte, geschwungene Linien, etwa bohnenförmige Beete, die Ruhe ausstrahlen – ein Effekt, den Blau noch verstärkt. In großen Gärten lassen sich leicht unterschiedliche Pflanzenräume gestalten: Blau und Weiß, Himmelblau und kräftiges Blau, mit Mauve, Violett oder Lachsblau.
- Kleine Gärten oder Innenhöfe lassen sich als lockeres Pflanzengewirr oder schlicht gestalten, mit aneinandergereihten oder gruppierten Gefäßen als Blickfang des urbanen Refugiums.
- Exotische Gärten können mit geraden Linien stilisierter Brunnen minimalistisch oder modern wirken, um die üppige Bepflanzung hervorzuheben. Oder sie bilden mit mäandernden Wegen einen vielfältigen Pflanzenkosmos.
- Gärten am Meer, besonders an Hängen, werden durch geschwungene Wege und versteckte Winkel bereichert, die glücklichen Besuchern den Blick aufs Meer eröffnen.
Möbel und Materialien
Wer an einen blauen Garten denkt, kommt kaum am berühmten Jardin Majorelle in Marrakesch mit seinen prächtigen blauen Farbflächen vorbei.
Das Gefühl von Blau lässt sich durch farbige Akzente wie leuchtend blau gestrichene Wandflächen, ein hübsches Gartentor oder Gartenhaus, einen Zaun, eine Pergola oder glasierte Keramik vollständig erzeugen oder lediglich verstärken. Auch verstreute Objekte wie Bänke und Sessel, Kissen, eine kleine Leiter, ein Sonnenschirm, ein gestrichener Fensterladen, Laternen und Wasserbecken tragen dazu bei. Doch nicht jeder kann ein Majorelle schaffen. Wir empfehlen, diese blaue Dekoration auf wenige Objekte zu beschränken und sie wie in Marokko mit exotischen Pflanzen zu kombinieren, die durch intensive Blautöne wie Ultramarin und Kobaltblau besonders zur Geltung kommen, oder sie auf einen kleinen, eigens dafür vorgesehenen Bereich zu konzentrieren.
Wenn blaue Blüten den Garten rhythmisch gliedern, kann man hier und da auf einer größeren Fläche einen schönen blauen Pflanztopf aufstellen. Um den blauen Eindruck auszugleichen, sollte man dagegen Möbel in „neutralen“ Tönen einsetzen: exotisches Holz wie Teakholz oder Padouk mit warmen Orangetönen, beispielsweise Schmiedeeisen (roher Stahl würde die metallische Wirkung des Blaus etwas zu stark betonen). Natürliche, unverarbeitete Materialien wie Terrakotta und warme Terrakottafarben bringen das von den Pflanzen erzeugte Blau besonders schön zur Geltung.
Sie können sich auch einfach an der Farbe blauer Fensterläden und Fensterrahmen orientieren und von dort aus über eine natürliche Verlängerung im Garten nachdenken – natürlich in Blau. Schlicht, aber äußerst wirkungsvoll!

Von extrem leuchtend blauen Wänden bis zu einer geschmackvoll neu gestrichenen Tür … ein oder zwei glasierte Pflanztöpfe in intensivem Blau … einige blaue Sitzgelegenheiten sind verbindende Elemente in einem blauen Garten
Bei den Wegen wirkt Blau im Garten durch hellen Kies oder, am Meer, sogar durch Kieselsteine freundlicher (besonders wenn der Garten auf weißen und cremefarbenen Kombinationen beruht). In nördlichen Regionen eignen sich Ziegel hervorragend als Begleiter für orangefarbene Akzente von Taglilie, Primel oder Nelkenwurz. Schieferstreifen in Kombination mit unbehandeltem Holz unterstreichen das Blau ebenfalls, ohne es zu übertreiben. Materialien aus regionalem Naturstein sind immer ein zusätzlicher Vorteil!
Bücher zur Inspiration
Wenn Sie dieser Ausflug in den blauen Garten inspiriert hat, empfehlen wir folgende (gute) Lektüre:
- Der Gartenfarben-Ratgeber. Francis Peeters und Guy Vandersande. Eine Bibel zur Verwendung von Farben!
- Das Farbenbuch des Gärtners. Andrew Lawson. 2020. Jardins et Nature. Ein weiteres Standardwerk zur Farbgestaltung im Garten.
- Blau: Die Geschichte einer Farbe. Michel Pastoureau. 2000. Seuil. Ein Sammlerbuch, das weit über den Garten hinausführt.
- Und natürlich die Website des Jardin Majorelle in Marrakesch, einem weltberühmten Ort mit unvergesslichen blauen Akzenten.
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