Boden bedecken, ohne überwuchert zu werden: unsere liebsten Bodendecker
Bodendecker ja, Wuchern nein danke!
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Ein Bodendecker spart Jäten und begrünt das Beet. Doch mancher erweist sich als zu starkwüchsig. Sie suchen eine nicht wuchernde Art? Dieser Beitrag hilft!

Bei Bodendeckern kommt es auf die richtige Wahl an!
Warum sind manche Bodendecker invasiv?
Sie haben in der Regel ein stark wucherndes Wurzelsystem, dessen Ausläufer, Wurzelschösslinge oder Rhizome sich waagerecht unter oder auf dem Boden ausbreiten. Solche Wurzeln breiten sich oft stärker als erwünscht aus. Einige krautige Stauden werden deshalb als Ausläufer bildend bezeichnet: Sie bewurzeln sich an den Knoten, wie etwa Glechoma hederacea. Zu denken ist natürlich an bestimmte Bambusarten wie Pleioblastus, aber auch an Hartheu, Immergrün, Phyla (oder Lippia nodiflora), Wildes Stiefmütterchen, Gewöhnliche Goldnessel (Lamium galeobdolon), bestimmte Seggen oder Efeu – echte Plagegeister, wenn man sie nicht ständig durch Rückschnitt oder Teilung in Schach halten möchte.
Andere Pflanzen schleudern ihre Samen aus, die rund um die Mutterpflanze keimen. Auch das erklärt ihre häufig unkontrollierte Ausbreitung, durch die wiederum unerwünschte Kolonien entstehen.
Stauden und bestimmte Gräser sind in dieser Hinsicht insgesamt problematischer als Gehölze, auch wenn es Ausnahmen gibt. Sie können sich nicht nur schneller, sondern auch kräftiger ausbreiten. Ihre Ausläufer, Rhizome oder kriechenden Wurzelstöcke ermöglichen eine rasche, aber aggressive Ausbreitung und die Besiedlung großer Flächen – besonders bei günstigen Boden- und Klimabedingungen.
Invasive Bodendecker sind schließlich in schattigen Bereichen sowie auf frischen, feuchten Böden oft ein größeres Problem. Diese Bedingungen fördern die schnelle vegetative Vermehrung bestimmter Arten, da sie dort ideale Voraussetzungen für ein (zu) kräftiges Wachstum vorfinden und kaum Konkurrenz durch andere Pflanzen besteht. Allerdings bevorzugen manche invasiven Arten die Sonne, etwa Immergrün in warmem Klima und bestimmte Gräser.
Manche Pflanzen lassen sich daher nur schwer kontrollieren, sobald sie sich etabliert haben …

Hypericum calycinum (Hartheu), Aegopodium podagraria ‚Variegata‘ (Geißfuß) und Wildes Stiefmütterchen: kleine Eindringlinge im Garten …
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Wir wählen also Arten mit ausläuferbildendem Wurzelsystem, die einen dichten Teppich bilden, sich aber nicht übermäßig ausbreiten, oder Pflanzen, die schöne Polster formen. Kurz gesagt: Bodendeckende Stauden oder Sträucher, die nicht aggressiv wachsen und somit keine Invasion riskieren. Gesucht sind außerdem Pflanzen, die durch ihre natürliche Wuchsbreite eine gute Bodenbedeckung bieten.
Hier einige Optionen für niedrig bleibende Bodendecker, die dekorativ sind, den Boden gut bedecken und nicht invasiv werden: krautige Stauden und holzige Sträucher, sommergrün oder immergrün, mit ausgebreiteter oder kriechender Wuchsform. Diese Bodendecker eignen sich für abgegrenzte Bereiche im Beet. Im Unterholz, am Gartenrand oder auf schwierigen Flächen, die begrünt werden sollen, sucht man hingegen eher den gegenteiligen Effekt: eine Pflanze, die sich besonders stark ausbreitet.
Für den Schatten
Wie bereits erwähnt, können sich manche Stauden in schattigen, feuchten Bereichen schnell ausbreiten, da sie bei weniger Konkurrenz schließlich andere Pflanzen verdrängen. Daher ist es besonders wichtig, gut angepasste, nicht invasive Pflanzen für humusreiche Böden sowie schattige und feuchte Standorte auszuwählen.
- Kriechender Günsel (Ajuga reptans): Seine schönen, farbigen Blätter und blauen Blüten machen ihn attraktiv. Je nach Region ist er halbimmergrün.
- Elfenblume : Mit ihrem wunderschönen herzförmigen Laub und zarten Blüten bringt sie Leichtigkeit in schattige Bereiche und eignet sich auch für trockenen Schatten.
- Goldnessel (Lamium maculatum) und ihre Kultivare hellen Schattenbereiche mit panaschierten Blättern auf.
- Funkie: Einige Funkien eignen sich als Bodendecker, da sie sich mit der Zeit auf frischem Boden gut entwickeln. Sie sind sommergrün und gehen von November bis April in Dormanz.
- Meehania cordata und Meehania urticifolia: Die Art cordata bildet herzförmige Blätter und violette Blüten. Sie bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Böden.
- Haselwurz (Asarum canadense oder Asarum europaeum) mit immergrünen Blättern verträgt dichten Schatten sowie nährstoffreiche, feuchte Böden.

Epimedium x versicolor ‚Sulphureum‘
Für den Halbschatten
- mehrjährige Storchschnabel: Es gibt zahlreiche Sorten mit unterschiedlich gefärbten Blüten. Viele eignen sich sowohl für Halbschatten als auch für Sonne. Ihre Horste sind dicht. Sie sind leicht zu kultivieren und gedeihen in verschiedenen Böden und an unterschiedlichen Standorten. Hinweis: Die Art oxonianium vermeiden.
- Weicher Frauenmantel (Alchemilla mollis): Er bildet einen hübschen, ausladenden Horst mit schönen, gefächerten Blättern und kleinen gelben Blüten.
- Karpaten-Glockenblume (Campanula carpatica): Mit ihren kleinen, blauen, glockenförmigen Blüten eignet sie sich ideal für Steingärten.
- Einige Strauchveronika: Sie bleiben kompakt und kugelig und eignen sich in norddeutschen Regionen auch für die volle Sonne.
- Deutzia gracilis ‚Nikko‘: Ein sommergrüner Strauch, der sich im Frühjahr mit prächtigen weißen Blüten bedeckt. Seine moderate Ausbreitung macht ihn zu einer guten Wahl für große Beete, die geschützt werden sollen.

Mehrjährige Storchschnabel-Arten variieren stark in Höhe und Ausbreitung und passen sich je nach Art an unterschiedliche Standorte an
Mehr dazu in unserem Artikel: Mehrjährige Storchschnabel-Arten: die besten Bodendecker.
Für die Sonne
- Fingerkraut : Die niedrigsten Sorten eignen sich perfekt für kleine, ausgebreitete Sträucher.
- Iberis sempervirens: Ein immergrüner Bodendecker mit hübschen weißen Blüten. Geschätzt wird er für seinen gepflegten Wuchs und seine üppige Frühjahrsblüte.
- Pfriemenförmiger Phlox (Phlox subulata) mit zahlreichen kleinen blauen, weißen oder rosafarbenen Blüten im Frühjahr. Auf gut drainierten Böden bildet er dichte Teppiche. Ideal für Steingärten und sonnige Gärten.
- Sündermanns Schaumkresse (Cerastium): Mit silbrigem Laub und kleinen weißen Blüten eignet sie sich hervorragend für gut drainierte Böden und stark besonnte Gärten.
- Grasnelke (Armeria maritima): Sie bildet dichte Polster mit rosa oder weißen Blüten und eignet sich ideal für Küstengärten.
- Die Heide: Sie bringt Farbe und Struktur in den Garten, besonders im Spätsommer, Herbst und Winter. Sie ist sehr robust und pflegeleicht.
- Fetthenne oder Sedum als Bodendecker: Sukkulenten, trockenheitsverträglich und ideal für magere Böden. Sie eignen sich für sonnige Standorte und perfekt drainierte Böden.
- Teucrium chamaedrys und Teucrium x lucidrys: Niedrige Gamander-Arten mit einer Ausbreitung von 40 bis 50 cm.
- Zwerg-Abelien wie ‚Sparkling Silver‚ oder Abelia x grandiflora ‚Prostrata‘: Ihre kriechende oder ausgebreitete Wuchsform macht sie zu hervorragenden Bodendeckern. Sie blühen bis zum Frost und sind je nach Region halbimmergrün.
- Céanothus prostratus: Ein kriechender Kultivar, hervorragend für Küstengärten und sonnige Bereiche. Er bildet hübsche lavendelblaue Blüten und bleibt immergrün.

Unter den vielen Bodendeckern für die Sonne ist der Pfriemenförmige Phlox im Steingarten besonders reizvoll: vollständig bedeckend, aber niemals invasiv!
Mehr dazu in unseren Artikeln: 7 immergrüne Winterheiden als Bodendecker; 7 immergrüne, pflegeleichte bodendeckende Sträucher; Beete, Böschungen, Rabatten: Welche bodendeckenden Sträucher für den Halbschatten?; Die besten bodendeckenden Sträucher mit Winterblüte; Bodendecker-Sukkulenten und 5 Bodendecker für sonnige Standorte.
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Ausbreitung mancher Bodendecker stoppen oder umgehen
Mehrere Maßnahmen bremsen den Ausbreitungsdrang zu wüchsiger Bodendecker, vor allem durch die Wahl eines passenden Standorts:
- Potenziell stark wachsende Arten in Bereichen pflanzen, in denen sich ihre Ausbreitung leicht kontrollieren oder begrenzen lässt: Sie werden in einen Boden gepflanzt, der gerade noch ihren Ansprüchen genügt. Besonders invasive Bodendecker wie Giersch (Aegopodium podagraria) oder Cornus canadensis, die auf humusreichem, saurem Boden schnell und aggressiv wachsen, breiten sich in weniger feuchtem Boden deutlich weniger aus.
- Gartenbaulich gezüchtete Kultivare wählen, die weniger invasiv wachsen als die Ausgangsart. So breitet sich Pachysandra terminalis ‚Green Carpet‘ weniger stark aus als Pachysandra terminalis (wächst aber auch langsamer …).
- Keine Bodendecker wählen, die sich selbst aussäen, oder sie durch das Entfernen verblühter Blüten kontrollieren, etwa Frauenmantel.
- Die Nähe zu etablierten Stauden oder die Pflanzung in Zierbeete vermeiden, wenn Bodendecker besonders stark wuchern: Sie könnten andere Pflanzen rücksichtslos überwuchern.
- Die Entwicklung aufmerksam beobachten, um ein zu schnelles Ungleichgewicht mit den benachbarten Pflanzen zu verhindern. Der Bodendecker darf nicht dominant werden. Behalten Sie seine Ausbreitung im Auge und greifen Sie ein, sobald er den gewünschten Bereich verlässt. Schneiden oder teilen Sie ihn, sobald er im Verhältnis zu den anderen Pflanzen zu groß wird.
- Die invasivsten Arten meiden oder auf bestimmte Bereiche beschränken, die vollständig bedeckt werden sollen: Hartheu, Immergrün, Gewöhnlicher Efeu, Geißfuß usw. Auch Houttuynia cordata kann auf sehr feuchten Böden oder in feuchtem Klima, das sie bevorzugt, invasiv werden.
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