Davidia auswählen: den richtigen Taschentuchbaum
Kaufratgeber: Kriterien für die perfekte Sorte
Inhaltsverzeichnis
Der Davidia involucrata oder Taschentuchbaum gehört zu den Bäumen, die im Garten alle Blicke auf sich ziehen und während ihrer Blüte für einen ganz besonderen Akzent sorgen. Im späten Frühjahr bildet er lange, makellos weiße, herabhängende Hochblätter, die ihm die Namen Taschentuchbaum oder Taschenbaum eingebracht haben, da sie an leichte Stoffe erinnern.
Dieser Baum wird außerdem wegen seines hellgrünen, an das Laub der Linde erinnernden Laubs und seiner Robustheit geschätzt.
Es gibt verschiedene Davidia-Sorten. Unser Kaufratgeber hilft Ihnen bei der Auswahl nach unterschiedlichen Kriterien!

Eine einzigartige Blüte!
Taschentuchbaum nach Blattschmuck wählen
Grünes Laub
Das Laub des Taschentuchbaums zeigt sich in einem schönen zarten Grün. Es ist nervig und gezähnt, leicht herzförmig und erinnert an das der Linde. Jedes Blatt wird 8 bis 16 cm lang. Im Herbst nehmen die Blätter schöne, glänzend bronzefarbene Töne an. Dies gilt für die Art Davidia involucrata, deren Blattunterseiten gräulich, filzig und flaumig sind.
Dies gilt auch für die Sorte ‘Sonoma’. Die Sorte ‘Vilmoriniana’ hat dagegen ein Laub, das sich lediglich durch die kahlen Blattunterseiten auszeichnet.

Davidia involucrata var. Vilmoriniana
Panachiertes Laub
Einige Sorten überraschen zudem mit panaschiertem Laub, das für zusätzliche Lichtakzente sorgt. So zeigt Davidia involucrata ‘Lady Sunshine’ ein ungewöhnliches panaschiertes Laub: Die Blattspreite ist in der Mitte grün und breit cremegelb gerandet. Die Panaschierung verblasst im Spätsommer, und das Laub wird wieder sattgrün. Mit dem Herbst nehmen die Blätter dann schöne Goldtöne an. Diese wechselnde Sorte ist besonders dekorativ und belebt den Garten viele Monate lang.
‘Lady Dahlia’ hat dagegen ein seltenes Laub: Je nach Standort und Sonneneinstrahlung ist es grün mit einem gelben bis chartreusegrünen Fleck. Diese unregelmäßige Färbung variiert von Blatt zu Blatt. Im Sommer verblasst sie allmählich, bis das Laub wieder einheitlich grün ist. Dieser Taschentuchbaum ist besonders lichtwirksam und ideal, um halbschattige Bereiche aufzuhellen.

Davidia involucrata ‚Lady Sunshine‘
Taschentuchbaum nach Blühgeschwindigkeit auswählen
Der größte Vorzug des Taschentuchbaums ist seine spektakuläre Blüte, die bald an Tücher, bald an Vögel, Geister oder Schmetterlinge erinnert. Daher wird dieser Baum auch „dove tree“ oder „ghost tree“ genannt. Die auffälligen Blütenstände bestehen eigentlich aus Hochblättern, also umgewandelten Blättern, die die Blütenstände umgeben (wie etwa beim Aronstab oder bei Bougainvilleen). Sie schützen kleine, kugelige Blüten mit 1 bis 2 cm Durchmesser, purpurroten Antheren und zahlreichen weißen Staubblättern. Die Blüte erscheint im späten Frühjahr zwischen Mai und Juni und dauert etwa 3 Wochen.

Die einzigartigen Blüten von Davidia involucrata bleiben sein größter Vorzug
Wer einen Taschentuchbaum pflanzt, braucht meist Geduld, denn im Durchschnitt blüht er frühestens nach etwa zehn Jahren, manchmal erst nach 15 bis 20 Jahren. Es gibt jedoch zwei Ausnahmen, die eine frühere Blüte ermöglichen.
Eine davon ist der Kultivar ‘Sonoma’, der manchmal bereits im 1. Pflanzjahr blüht, wenn die Jungpflanze schon mindestens etwa 40 cm hoch ist. Natürlich fällt die Blüte dann noch nicht üppig aus, verleiht dem Baum aber bereits eine besondere Note. Die volle Blütenpracht zeigt sich erst etwas später, nach etwa 5 bis 6 Jahren. Da die Blüten sich an einem kleineren Baum entwickeln, wirken sie größer als bei der Art, haben aber tatsächlich dieselbe Größe.
Auch ‘Lady Sunshine’ blüht schon in jungen Jahren.

Taschentuchbaum nach Größe und Verwendungszweck wählen
Die meisten Davidia wachsen zu Bäumen heran, die mit der Zeit mindestens 12 Meter hoch werden (in ihrer ursprünglichen Heimat sogar bis zu 20 Meter) und eine Breite von 10 Metern erreichen. Oft werden sie als Solitär gepflanzt, damit ihre Wuchsform und Blüte gut zur Geltung kommen. Sie können aber auch am Rand großer Bäume stehen, vor allem in warmem Klima, wo sie etwas mehr Schatten bevorzugen.
Die beiden früh blühenden Sorten ‘Sonoma’ und ‘Lady Sunshine’ wachsen dagegen langsamer und lassen sich auch in kleineren Gärten kultivieren. Sie finden daher auch in Beeten Platz, zum Beispiel neben weiß blühenden Hartriegeln, die zur gleichen Zeit und in derselben Farbe blühen und so ein harmonisches Bild schaffen. Auch die üppige Blüte von Hortensien passt sehr gut dazu. Wenn Sie sauren Boden haben, sind auch alle Sträucher, die sich dort wohlfühlen, gute Begleiter, etwa Rhododendren, Schattenglöckchen oder Kamelien. Durch eine zeitlich versetzte Blüte bleibt das Beet viele Monate lang abwechslungsreich. Schließlich passen auch anspruchslose Sträucher wie Schneebälle, Spiersträucher oder Pfaffenhütchen wunderbar zu unserem Taschentuchbaum.
Die Sorte ‘Lady Dahlia’ bleibt ebenfalls kleiner: Ausgewachsen wird sie 8 bis 9 Meter hoch und etwa 5 Meter breit. Sie wächst langsam, etwa 40 bis 50 cm pro Jahr, und erreicht daher nach zehn Jahren durchschnittlich nur 3,50 bis 4,50 m. Diese Sorte eignet sich daher für kleinere Flächen.
Um den Fuß des Taschentuchbaums im Winter und Frühjahr zu schmücken, bieten sich Christrosen sowie früh blühende Blumenzwiebeln an: Narzissen, Träubel, Schneeglöckchen, Iris reticulata, Tulpen usw.

Als kleiner Baum oder großer Strauch findet der Taschentuchbaum in Gärten jeder Größe seinen Platz (© Leonora Enking)
Mit ihrem sich verfärbenden Laub sorgen Davidia auch im Herbst für stimmungsvolle Bilder. Neben Hartriegeln, Himmelsbambus, Japanischem Ahorn, Perückensträuchern oder sogar einem Ginkgo biloba bringen sie leuchtende Farben in den Garten.
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