Die Bremse: saisonal und gefürchtet
Bremse: Arten, Lebenszyklus, Gefahren, Schutz
Inhaltsverzeichnis
Bremse: Arten, Stich und Schutz Arten und Lebenszyklus erkennen, Stiche vermeiden: So schützen Sie sich im Sommer.
Bremse: Zweiflügler mit saisonaler Lebensweise
Die Bremse gehört zur Ordnung der Zweiflügler wie Fliegen, Mücken und Schwebfliegen. Sie gehört zur Familie der Bremsen, die weltweit mehrere hundert Arten umfasst. Diese Insekten ähneln auf den ersten Blick großen, flachen Fliegen und besitzen einen massigen, robusten, gedrungenen Körper, große, allsehende Facettenaugen mit farbiger Zeichnung sowie gut entwickelte Flügel.
Nur das Weibchen sticht
Das Männchen ernährt sich ausschließlich von Blütennektar und austretendem Pflanzensaft. Das Weibchen ist hämatophag: Für die Entwicklung seiner Eier benötigt es Proteine, die es im Blut von Rindern, Pferden und auch Menschen findet. Während Mücken stechen, „beißt“ die weibliche Bremse. Sie besitzt scharfe Mundwerkzeuge, mit denen sie ein kleines Stück Haut herausschneidet, was sofort eine Blutung verursacht. Da sie eine gerinnungshemmende Substanz injiziert, kann sie das austretende Blut mit ihren schwammartigen Mundwerkzeugen auflecken. Dieser Biss ist besonders schmerzhaft und verursacht bei Rindern, Pferden und Hirschen häufig Stress. Bremsen gelten als Ektoparasiten.

Bremsen ähneln großen, flachen und gedrungenen Fliegen mit großen, farbigen Augen
Im Sommer besonders häufig
Bremsen beobachtet man vor allem von Mai bis September, mit einem Aktivitätshöhepunkt im Juli und August – in dieser Zeit begünstigen Wärme und Feuchtigkeit ihre Entwicklung. Besonders häufig kommen sie in der Nähe von Waldgebieten, Teichen, feuchten Wiesen, Weiden, Bauernhöfen und Reitzentren vor. Ihr Lebenszyklus ist eng an diese Lebensräume gebunden, in denen sie sowohl Wirte zur Nahrungsaufnahme als auch geeignete Eiablageplätze finden.
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Wie bei den meisten Insekten durchläuft der Lebenszyklus der Bremse vier große Stadien: Ei, Larve, Nymphe und adultes Insekt.
Im Herbst legt das begattete Weibchen 100 bis 1000 Eier pro Traube an niedrig wachsender Vegetation nahe feuchtem oder durchnässtem Boden ab, in unmittelbarer Nähe eines Teichs, Grabens oder überschwemmten Bodens, da die Larven zum Überleben eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigen.
Nach einigen Tagen schlüpfen die Eier, und es entstehen zylindrische, spitz zulaufende, bewegliche Larven mit kräftigen Mundwerkzeugen. Diese beinahe im Wasser lebenden Larven ernähren sich von totem organischem Material oder leben fleischfressend und räuberisch: Sie fressen zersetzte Pflanzenteile, morsches Holz, aber auch Würmer, kleine Insekten und manchmal sogar andere Bremsenlarven. Ihre Entwicklung dauert mehrere Monate, je nach Art und Bedingungen manchmal länger als ein Jahr. Anschließend verpuppen sie sich im Boden oder zwischen feuchten Pflanzenresten. Das adulte Insekt schlüpft meist im Frühjahr oder Frühsommer, etwa im Mai.
Die häufigsten Bremsenarten auf dem Land
In Frankreich kommen mehrere Bremsenarten vor, die jeweils eigene ökologische Vorlieben und morphologische Merkmale haben. Besonders häufig sind drei Gattungen: Tabanus, Haematopota und Chrysops.
- Die Rinderbremse (Tabanus bovinus) gehört zu den häufigsten Arten. Sie wird bis zu 2,5 cm lang, hat einen hellbraunen bis grauen Körper und durchsichtige Flügel. Typisch ist sie für Weiden und feuchte Wiesen.
- Die Pferdebremse oder Regenbremse (Haematopota pluvialis) ist mit etwa 1 cm kleiner, wird wegen ihrer Schnelligkeit aber gefürchtet. Erkennbar ist sie an ihren marmorierten Flügeln und den auffällig gefärbten, oft schillernden Augen. Bei heißem, gewittrigem Wetter besonders aktiv, sticht sie häufig in unbedeckte Beine und Arme.
- Die Goldaugenbremse oder Herbstbremse (Chrysops relictus) ist dank ihrer grün-violett gemusterten Augen und dunklen Flügel mit hellen Flecken leicht zu erkennen. Sie lebt in feuchtem Unterholz, Lichtungen und an Waldrändern.
- Die kleine Blindbremse (Chrysops caecutens) ist mit 8 bis 11 mm eher klein und schwarz gefärbt. Ihre Augen erscheinen je nach Blickrichtung grün oder rot. Sie ernährt sich eher von Pollen als von Blut.

Im Uhrzeigersinn: Rinderbremse, Goldaugenbremse und Regenbremse
Diese drei Gattungen machen den größten Teil der Begegnungen von Menschen mit Bremsen bei der Gartenarbeit und im Freien aus. Ihr Verhalten wird vom Wetter beeinflusst: Gegen Tagesende oder kurz vor einem Gewitter werden sie besonders aggressiv.
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Für Gärtner geht es weniger darum, sie auszurotten, als sie fernzuhalten oder sich vor ihren Angriffen zu schützen.
Vorbeugung und Bekämpfung im Garten
Besonders attraktiv für Bremsen sind Gärten in der Nähe von stehendem Wasser, einem Teich oder einer feuchten Wiese. Auch wenn diese Elemente für das ökologische Gleichgewicht des Gartens wichtig sind, kann es sinnvoll sein, ihre Entwicklung zu Brutstätten zu verhindern. Eine gute Belüftung feuchter Bereiche, das Beseitigen dauerhaft bestehender Pfützen sowie die regelmäßige Pflege von Ufern, natürlichen Teichen und Becken tragen dazu bei, geeignete Eiablageplätze zu begrenzen. Vermeiden Sie außerdem stehendes Wasser in den Untersetzern von Blumentöpfen, offenen Regenwassertonnen und Trinknäpfen für Tiere – sowohl wegen der Bremsen als auch der Mücken. Wenn Sie in der Nähe einer Rinderhaltung oder eines Reitstalls wohnen, treten Bremsen besonders häufig auf.
Aus dem professionellen Bereich stammen Bremsenfallen in Form schwarzer Kugeln, die aufgehängt und von der Sonne erwärmt werden. Sie erweisen sich als relativ wirksam, wenn es in Ihrem Garten viele Bremsen gibt. Diese Geräte nutzen die optische und thermische Anziehungskraft der Bremsen, um die Weibchen zu fangen, die die schwarze Kugel mit einem lebenden Wirt verwechseln. Die Fallen sind völlig natürlich und enthalten keine chemischen Stoffe.

Bremsenfallen sind zwar teuer, erweisen sich aber als sehr wirksam, besonders wenn Sie in der Nähe eines landwirtschaftlichen Betriebs oder eines Reitstalls wohnen
Weitere nützliche Vorsichtsmaßnahmen
Auch die Kleidung spielt eine wichtige Rolle. Bremsen werden von dunklen Farben und starken Kontrasten angezogen. Tragen Sie daher bei der Arbeit in gefährdeten Bereichen lange, helle und locker sitzende Kleidung. Manche Gärtner verwenden außerdem Kopfschutznetze wie Imker, um sich während Zeiten hoher Aktivität zu schützen.
Bremsen scheinen auch vom Körpergeruch durch Schweiß angezogen zu werden. Ätherische Öle aus Melisse, Rosen-Pelargonie, Zitroneneukalyptus oder Breitblättrigem Lavendel sind relativ wirksam, wenn sie auf die Kleidung gesprüht oder verdünnt örtlich aufgetragen werden. Sie überdecken den Körpergeruch und verwirren die Bremsen, ihre Wirkung ist jedoch zeitlich begrenzt und hängt stark von den Wetterbedingungen ab. Auch starke Parfüms und süßlich duftende Kosmetikprodukte sollten vermieden werden.
Auch wenn Bremsen lästig sind, zeugt ihr Vorkommen zugleich vom ökologischen Reichtum eines naturnahen Gartens. Ihr Lebenszyklus hängt von zahlreichen natürlichen Fressfeinden und Regulatoren ab, insbesondere von insektenfressenden Vögeln, Libellen, Fledermäusen und bestimmten Amphibien.
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