Garten in windiger Lage gestalten: 5 Tipps

Garten in windiger Lage gestalten: 5 Tipps

Von der Sortenwahl bis zum Schutz vor starken Böen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 8. April 2026  durch Marion 7 min.

Wind im Garten: In Küsten-, Höhen- und Hanglagen können starke Böen Pflanzen, Möbel und Gebäude beschädigen. Unsere Tipps für einen geschützten Außenbereich.

Schwierigkeit

Herausforderungen windiger Gärten

Windige Gärten: Wind schädigt Gebäude und Pflanzen, hemmt Wachstum und Blüte. Kälte, Trockenheit und Salz erschweren die Kultur. Windrichtung per Anemometer messen.

Passende Pflanzen wählen

Nicht alle Pflanzen vertragen starke Winde, doch andere erweisen sich als besonders windverträglich – ein Glücksfall für stark exponierte Gärten! Es gibt eine große Auswahl an Arten, die sich mit Böen und den unterschiedlichsten Gartenstilen arrangieren können.

  1. Bäume wie Stein-Eiche, Rotbuche, Europäische Stechpalme, Platane, Hainbuche, Schwarz-Birke oder Italienische Pappel.
  2. Sträucher wie Felsenbirne, Sanddorn, Portugiesische Lorbeerkirsche, Viermännige Tamariske, Weißdorn, Berberitze oder Apfelbeere.
  3. Nadelgehölze wie Leyland-Zypresse, Lawsons Scheinzypresse, Araucaria araucana oder Thuja.
  4. Kletterpflanzen wie Amerikanische Klettertrompete, Geißblatt, Jasmin, Gewöhnlicher Efeu, Blauregen, Passionsblume, Hopfen oder Wilder Wein. Wählen Sie bevorzugt Pflanzen mit selbstständigen Haftorganen, die kein Spalier benötigen (windende Triebe, Haftwurzeln, Haftscheiben oder Ranken). Sie begrünen vertikale Elemente ebenso wie windige Böschungen.
  5. Stauden wie Englische Heide, Ginster, Lavendel, Hartheu, Wolfsmilch, Salbei, Heiligenkraut, Fetthenne oder bestimmte Ziergräser. Sie eignen sich ideal für Beete, Einfassungen oder den Vordergrund von Hecken.
  6. Im Gemüsegarten bieten sich verschiedene Kohlarten an. Ihre meist kräftigen Stämme und Stängel widerstehen dem Wind (Blumenkohl, Grünkohl, Rosenkohl, Brokkoli …). Auch Wurzelgemüse (Möhre, Rettich, Rübe, Rote Bete …) und die Artischocke mit ihrem festen Stängel und dem robusten, behaarten Laub sind gute Kandidaten. Bei Obstgehölzen sollten Sie klein bleibende Beerensträucher wie Erdbeeren oder Johannisbeeren bevorzugen.

Heimische Pflanzen, die in einem bestimmten Lebensraum ohne menschliches Zutun natürlich wachsen, sind an die regionalen Klimabedingungen angepasst. In windreichen Lagen kommen sie daher meist problemlos zurecht.

Mediterrane Pflanzen eignen sich ebenfalls für einen windigen, aber warmen und sonnigen Garten. Ihr meist kleines, robustes Laub begrenzt die Verdunstung und das Austrocknen. Andere sind von einem Flaum oder Haaren bedeckt, die denselben Zweck erfüllen und sie zugleich vor intensiver Sonneneinstrahlung schützen. Häufig besitzen sie außerdem ein tiefreichendes, kräftiges Wurzelsystem mit einer langen Pfahlwurzel. So bleiben sie auch in armen, von Böen belasteten Böden stabil und erreichen zugleich tiefer liegende Feuchtigkeit.

Sie können Pflanzen auch nach ihrer Wuchsform auswählen: Schirmformen oder mehrstämmiger Wuchs sind windfester als Säulenformen oder Hochstämme (Letztere sollten Sie in windigen Gärten möglichst vermeiden). Ebenso sind buschige Pflanzen, die Polster oder Kugeln bilden, sowie niedrige Pflanzen meist widerstandsfähiger gegen Wind.

Blüten der Passionsblume

Wählen Sie selbsthaftende Kletterpflanzen wie die Passionsblume mit ihren Ranken

Pflanz- und Kulturbedingungen beachten

Windiger Garten: Bäume und Sträucher anbinden, Wurzelballen wählen, jung pflanzen, kräftig gießen und geradlinige Pflanzungen vermeiden.

Windschutzhecke pflanzen

Eine Windschutzhecke ist eine ästhetische Möglichkeit, den Wind im Garten zu bremsen. Überlegen Sie sorgfältig, wo Sie sie anlegen, und schätzen Sie die Folgen für den übrigen Garten ab, etwa den Schattenwurf. Bedenken Sie vor allem, dass der Wind abgelenkt werden kann, damit nicht noch schädlichere Luftströmungen entstehen. Eine Hecke schützt häufig auf der windabgewandten Seite bis zum Zehnfachen ihrer Höhe. Bei einer zwei Meter hohen Windschutzhecke entspricht das einem 20 Meter langen, vor Böen geschützten Bereich.

Für eine wirksame Hecke wählen Sie Pflanzen mit recht dichtem Laub. Ziel ist eine Mischung aus immergrünem Laub (das zu jeder Jahreszeit erhalten bleibt) und wintergrünem Laub (das abstirbt, aber an der Pflanze bleibt), eventuell ergänzt durch sommergrüne Arten. So entsteht eine durchlässige, aber nicht völlig undurchlässige Hecke. Die Mischung verschiedener Arten wirkt außerdem abwechslungsreicher (auch wenn das Geschmackssache ist) und hilft, Krankheiten besser einzudämmen (sie breiten sich in einer Monokultur deutlich schneller aus). Wählen Sie schließlich Pflanzen, die windverträglich sind und zu Ihren Standortbedingungen passen (Bodenart, Lichtverhältnisse usw.). Zur Auswahl stehen beispielsweise Ölweiden, Eiben, Zwergmispeln, Liguster, Roten Glanzmispeln, Japanischen Spindelsträuchern, Schneebällen, Oleandern oder Andensträuchern.

Pflanzen Sie in zwei Reihen oder versetzt, um den Wind im Garten noch stärker zu bremsen. Halten Sie die Pflanzabstände ein, damit sich alle Pflanzen gut entwickeln können, und beachten Sie bei einer Hecke an der Grundstücksgrenze auch die gesetzlichen Abstände.

Weitere Informationen finden Sie in unseren Artikeln „Wie und warum eine Windschutzhecke anlegen?“ und Bäume und Sträucher pflanzen: Was sagt das Gesetz?

Spielen Sie ruhig mit unterschiedlichen Höhen und kombinieren Sie die Windschutzhecke mit kleinen Gehölzgruppen oder einer Feldhecke im Garten. So schaffen Sie vielfältigere Lebensräume und bieten der heimischen Tierwelt einen wirksamen Windschutz.

Ligusterblüten

Gestalten Sie eine Windschutzhecke mit Arten mit dichtem Laub, etwa Ligustrum japonicum

Andere Windschutzmaßnahmen wählen

Ideal ist, den Wind nie vollständig zu blockieren, etwa durch eine dichte, hohe Mauer. So vermeiden Sie noch stärkere Luftverwirbelungen und Druckunterschiede.

Die gewählten Schutzvorrichtungen sollten daher idealerweise luftdurchlässig sein: Sie lassen den Wind passieren, verringern aber seine Stärke und Auswirkungen.

Dafür stehen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl:

  • ein durchbrochener Sichtschutzzaun;
  • Flechtzäune;
  • Heidematten;
  • ein Rankgitter oder Maschendrahtzaun mit Kletterpflanzen;
  • Benjeshecken.

Für Sitzplätze im Garten können Sie einen Sonnenschirm als Windschutz aufstellen. Wählen Sie in diesem Fall ein besonders stabiles, schweres Modell und befestigen Sie es in einem Betonsockel oder beschweren Sie den Sockel mit Steinen, um ein Umkippen zu verhindern.

Palissade aus Holz

Installieren Sie einen durchbrochenen Holzzaun, um den Wind zu filtern

Richtige Materialien wählen

Für die Kultur Ihrer Pflanzen im Garten und für Ruhebereiche sind in windreichen Regionen ebenfalls einige Vorsichtsmaßnahmen nötig.

  1. Mulchen ist in einem windigen Garten besonders wichtig, um das Austrocknen des Bodens zu verhindern. Allerdings sollten Sie zu leichte organische Mulchmaterialien vermeiden: Holzspäne, Schalen des Echten Buchweizens sowie Hanf-, Flachs- oder Chinaschilfstreu werden bei stärkeren Windböen schnell weggeweht.
  2. Wenn Sie Pflanzen in Töpfen kultivieren, wählen Sie schwere Gefäße und passen Sie deren Größe und Höhe an: Ein zu großer Strauch kann leicht ins Wanken geraten und durch den Wind umfallen.
  3. Wählen Sie auch für Gartenmöbel und Dekorationen schwere, robuste Materialien, die bei einer Windböe nicht fortgerissen werden oder leicht zerbrechen. Verzinkter Stahl, Glasfaser, Beton und Holz sind besonders geeignet.
  4. Verzichten Sie auf zu leichte Sichtschutzwände, Sonnensegel und Vorhänge für den Außenbereich, die bei starkem Wind wegwehen und leicht beschädigt werden können.
Pflanzentöpfe auf der Terrasse

Wählen Sie schwere Gefäße für Ihre Topfpflanzen und vermeiden Sie leichte Dekorationen wie hier

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