Garten ohne Bewässerung (fast) gestalten
Wassersparend gärtnern: unsere Tipps
Inhaltsverzeichnis
Garten ohne Bewässerung: Rasen, Hecken und Blumenbeete neu denken, Wasser sparen und Pflege reduzieren. Trockengarten gestalten: Die Natur gibt den Takt vor.
Den Garten neu denken
Das Bewusstsein, dass Wasser eine kostbare Ressource ist, führt zu einem neuen Blick auf den Garten – losgelöst von der klassischen Vorstellung von Grünflächen. Spricht man von einem Trockengarten, denkt man häufig an Gärtner in mediterranen Regionen. Doch inzwischen ist auch im Elsass, im Großraum Paris und an der Atlantikküste immer wieder von Trockenheit die Rede. Eine der ersten Beobachtungen: Der Rasen wird bereits zu Beginn des Sommers zunehmend zu einer trockenen Fläche. Verzichten wir auf das Bewässern dieser Bereiche und wählen wir eine von drei Möglichkeiten:
- den Rasen wachsen lassen und die traurige Rasenfläche in eine natürliche Wiese verwandeln, die zahlreichen Insekten, Vögeln und Kleinsäugern Lebensraum bietet. Holen Sie einfach den Rasenmäher heraus, um geschwungene Wege anzulegen, und lassen Sie Ihre Kinder Feldblumensträuße pflücken – das ist viel befriedigender! Mähen müssen Sie erst, wenn Ihre hübsche Wiese im Spätsommer oder Frühherbst vertrocknet ist. Um der Natur einen kleinen Schubs zu geben, können Sie im Herbst Samenmischungen für Blumenbrachen aussäen. Es gibt spezielle Mischungen für „trockene Böden“, mit denen Nigella, Goldlack, Leinblumen und vieles mehr blühen.
- Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Rasen zu entfernen und einen Trockengarten mit Kies anzulegen. Diese Variante erfordert mehr Vorbereitungsarbeit und bedeutet, den Garten grundsätzlicher zu überdenken. Sie müssen ein Geotextil auslegen und darauf eine mineralische Kiesmulchschicht verteilen. Es ist durchaus möglich, beide Lösungen zu kombinieren, zunächst nur einen Teil des Gartens auf diese Weise umzugestalten und später schrittweise weiterzumachen, sobald Sie von den Vorteilen dieses Gartenstils überzeugt sind. Er ist deutlich pflegeleichter und benötigt viel weniger Pflege.
- Schließlich können Sie den wasserintensiven Rasen durch Alternativen ersetzen, etwa durch Achillea crithmifolia, Phyla oder Lippia nodiflora sowie durch das Maskarenengras Zoysia tenuifolia. Diese Bodendecker sind äußerst trittfest und trockenheitsverträglich. Dank ihres ausläuferbildenden Wuchses ersetzen sie Rasenflächen und benötigen aufgrund ihrer geringen natürlichen Höhe deutlich weniger Pflege.

Auf Bewässern und Mähen des Rasens verzichten und stattdessen einen Trockengarten mit Kies und Blumenbrachen anlegen
Bodenvorbereitung und Drainage
Sobald die zu bepflanzenden Bereiche für einen Garten ohne Bewässerung feststehen, folgt die Bodenvorbereitung. Lockern Sie die Pflanzflächen zunächst mit einer Grabegabel, um den Boden zu belüften, ohne ihn zu wenden. Anschließend ist eine gute Drainage entscheidend für die Entwicklung von Pflanzen in trockenen Gärten. Sie sind physiologisch gut an Trockenstress angepasst, können jedoch durch Staunässe und Wurzelmangel Schaden nehmen. Ist Ihr Boden von Natur aus drainierend und enthält er Steine und Geröll, ist das ein Vorteil.
Ist Ihr Gartenboden dagegen schwer und verdichtet, müssen Sie für eine Drainage sorgen, damit die Pflanzen nicht kümmern oder sogar eingehen. Heben Sie dazu großzügige Pflanzlöcher aus und lockern Sie den Boden auch in der Tiefe, damit sich die Wurzeln leicht entwickeln können. Geben Sie im unteren Bereich groben Kies oder Sand unter die Erde. Sehr feiner Sand ist ungeeignet, da er sich mit Lehm zu einer betonartigen Schicht verbinden kann.
Eine weitere Möglichkeit sind erhöhte Beete, die Sie mit zusätzlichem Mutterboden anlegen. Das Regenwasser kann abfließen und sich unterhalb sammeln, wodurch die bepflanzte Fläche natürlich entwässert wird. Dennoch sollten Sie auch den Boden am Grund der Pflanzlöcher gut lockern und drainieren. Seien Sie bei diesem Schritt nicht nachlässig – Ihre Pflanzen werden es Ihnen danken! Die Pflanzlöcher müssen breit und tief sein. Für einen Strauch im 2-Liter-Container sollten Sie ein mindestens 40 cm breites und tiefes Loch sowie eine große, tiefe Gießmulde einplanen.

Bodenbelüftung mit der Grabegabel und Anlegen von Gießmulden am Fuß der Pflanzen
Passende Pflanzen auswählen
Die Pflanzenauswahl für Ihren Garten ohne Bewässerung muss selbstverständlich an die örtlichen Klimabedingungen angepasst sein. Berücksichtigen Sie die winterlichen Temperaturen und die Windverhältnisse: Mistral und Tramontana verstärken Trockenheit und Kälte. Auch die Bodenalkalität ist wichtig, denn nicht jede Pflanze verträgt Kalk oder umgekehrt sauren Boden. Für einen Garten ohne Bewässerung eignen sich Pflanzen aus dem Mittelmeerraum, Chile, Kalifornien, Südafrika, Australien und Neuseeland, da dort ähnliche Klimabedingungen herrschen. Ihre Blätter sind ledrig, schmal, filzig oder sukkulent, und ihre Blüten lassen sich wunderbar kombinieren! Mit der Anwendung Plantfit finden Sie einfach wassersparende Pflanzen, die zu Ihrem Garten passen:
- Bäume sind Ihre Verbündeten: Sie spenden Schatten, bremsen den Wind und schaffen ein Mikroklima, in dem Sie mit der Trockenheit als Verbündeter leichter gärtnern. Stein-Eiche und Kork-Eiche, der Ölbaum und die Schmalblättrige Ölweide, Westlicher Erdbeerbaum, Kiefer, Zypresse, die Seidenakazie und der Judasbaum sind nur einige Möglichkeiten. Je nach Geschmack und Gartengröße stehen zahlreiche Arten zur Auswahl.
- Sträucher für trockene Standorte gibt es in großer Vielfalt: vom Viburnum tinus über unzählige Sorten des Oleanders bis zu Grevillee und Lampenputzerstrauch, auch Zylinderputzer genannt, sowie der Myrte… Die höheren Arten dienen wie Bäume als Windschutz und Schattenspender, während die anderen prachtvolle, pflege- und wassersparende Beete ermöglichen.
- Als Ergänzung für Beete eignen sich die vielen Stauden und Gräser für trockene Böden sowie Frühlingszwiebeln und Sommerzwiebeln.
- Bodendecker ersetzen Rasenflächen und machen Bewässern und Mähen überflüssig. In Beeten bedecken sie große Flächen, die das ganze Jahr grün und ohne einen Tropfen Wasser blühend bleiben.
- Kletterpflanzen wirken wie eine natürliche Klimaanlage: Die Begrünung Ihrer Hauswände spendet Schatten und hält sie kühl. Auch ein im Sommer stickiger Innenhof, eine Terrasse oder ein Balkon wird dank Kletterpflanzen für trockene Standorte zu einem angenehm erfrischten Rückzugsort.
- Auch Kakteen und Sukkulenten sind für die Struktur eines Gartens ohne Bewässerung unverzichtbar. Ihre Trockenheitsverträglichkeit ist mitunter geradezu erstaunlich.

Im Uhrzeigersinn: blühender Judasbaum und Zypressen in einem mediterranen Garten, Oleanderblüten, trockenheitsverträgliche Stauden und kleine Sträucher, der Bodendecker Lippia nodiflora, Kletterpflanzen an einer Fassade im Süden und Agaven
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Bei Trockenheit klein pflanzen: Kleine Sträucher, Stauden und Lavendel wachsen besser an. Anzuchttopf statt 5-Liter-Topf: günstiger, bessere Anwuchs-Chance.
Zum richtigen Zeitpunkt pflanzen
„Zu Sankt Katharina fasst jedes Holz Wurzel“: Herbstpflanzung in trockenen Regionen fördert Anwachsen. Warten Sie auf Regen und nutzen Sie die Bodenfeuchte.
Am richtigen Standort pflanzen
Pflanzen haben unterschiedliche Ansprüche an Boden, Trockenheit und Winterhärte. Informieren Sie sich vor der Beetgestaltung und gruppieren Sie Pflanzen mit ähnlichen Bedürfnissen. Agave, Feigenkaktus, Lavendel, Strohblume, Prachtkerze und Brandkraut vertragen Trockenheit und karge Böden? Gruppieren Sie sie! Cassia floribunda, Coleonema und Galvezia speciosa sind frostempfindlicher? Pflanzen Sie sie windgeschützt und achten Sie auf gute Drainage. Leptospermum scoparium, Lavandula stoechas und Cistus ladanifer benötigen sauren Boden? Kombinieren Sie sie ebenfalls. So erleichtern Sie sich die Pflege und fördern üppiges Wachstum!
Richtig gießen
Ein Garten ohne Bewässerung… muss dennoch gegossen werden, zumindest in den ersten beiden Jahren.
- Legen Sie zunächst um jede gepflanzte Pflanze eine Gießmulde an. So bleibt das Gießwasser direkt an der Pflanze, statt wirkungslos abzufließen. Gießen Sie reichlich, aber in größeren Abständen. Ziel ist ein tiefes Wurzelsystem – das gelingt nicht, wenn Sie den Boden nur auf den ersten 2–3 cm befeuchten. Die Wurzeln bleiben dann oberflächennah, wo der Boden bei den ersten warmen Tagen sofort austrocknet.
- Gießen Sie bei der Pflanzung reichlich. Sind die Wurzelballen stark ausgetrocknet, tauchen Sie sie vorher gegebenenfalls in Wasser. Legen Sie im Verhältnis zur Pflanze eine große Gießmulde an. Auch hier geht es nicht um Dekoration, sondern darum, einem Lebewesen vielleicht für Jahrzehnte gute Startbedingungen zu bieten! Das Aussehen ist in diesem Stadium nebensächlich: Die Mulde sollte bei einem Strauch mindestens 20 Liter Wasser auf einmal aufnehmen können. Pflanzen Sie kleine Pflanzen wie Bodendecker oder Stauden recht dicht, können Sie eine gemeinsame Gießmulde für mehrere Pflanzen anlegen. Bei einem Gefälle erhöhen Sie den Rand auf der tieferen Seite etwas, sonst läuft das Wasser stets über und wird verschwendet.
- Gießen Sie anschließend mindestens alle 3 Wochen mit 20 Litern Wasser. Zeigt eine Pflanze deutliche Anzeichen von Trockenstress, gießen Sie etwas früher. Diese Häufigkeit dient nur als Richtwert und richtet sich nach Temperatur, Boden und gepflanzten Pflanzen. Gerade in Trockenstressphasen entwickelt die Pflanze jedoch ihr Wurzelsystem in die Tiefe, um unabhängiger zu werden. Kein Grund zur Panik!
- Halten Sie diese Bewässerungshäufigkeit in den ersten beiden Jahren ein, besonders im Sommer. Eine Ausnahme gilt, wenn es im Herbst nur selten regnet oder der Wind die Austrocknung verstärkt. Denken Sie daran, dass junge Pflanzen auch im Winter verdursten können. Haben Sie passende Pflanzen gewählt, brauchen sie später keine Unterstützung mehr und Sie können Ihren Garten ohne lästige Gießarbeit genießen!
Mulchen
Beim Mulchen wird der Boden zwischen den Pflanzen bedeckt. Besonders in den ersten beiden Jahren darf das Mulchmaterial nicht zu dicht an den Pflanzen liegen, damit der Hals nicht fault. Mulchen hat mehrere Vorteile:
- Die Bodenfeuchtigkeit bewahren
- Das Bodenleben fördern
- Das Wachstum unerwünschter Kräuter verhindern
Organisches Mulchmaterial können verschiedene im Handel erhältliche Rinden und Flocken sein (Kakao, Flachs, Hanf …) oder einfach der Schnittabfall aus Ihrem Garten, möglichst gehäckselt. Damit es wirksam ist, sollte die Mulchschicht 8 bis 10 cm dick sein. Für ein gepflegteres Erscheinungsbild – vor allem in Hausnähe – können Sie mineralisches Mulchmaterial wählen: Kies, Lava, Kieselsteine … Die Anbieter führen eine große Auswahl an Materialien, die Sie nach Ihrem Geschmack … und Budget auswählen können! Eine dichte Bepflanzung wirkt ebenfalls wie eine natürliche Mulchschicht: Sobald sich Ihre Pflanzen entwickelt haben, sollte der Boden nicht mehr unbedeckt sein. Die Pflanzen schützen sich gegenseitig, und Unkräuter, die bei der Wasseraufnahme mit ihnen konkurrieren könnten, haben deutlich größere Schwierigkeiten, sich zu entwickeln.

Organisches Mulchmaterial aus gehäckselten Pflanzen und mineralisches Mulchmaterial aus Kies
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