Garten unter Kiefern gestalten: Tipps
Pflanzen unter Nadelgehölzen: Tipps und Ideen
Inhaltsverzeichnis
Gärten unter Kiefern am Atlantik, in Landes und am Mittelmeer: schwer zu bepflanzen. Welche Pflanzen wachsen dort? Tipps zur Gestaltung.

Nachteile eines Gartens unter Kiefern
Auch wenn die von Kiefern geprägte Atmosphäre mit ihrer oft an das nahe Meer erinnernden Schirmform einzigartig und außergewöhnlich ist, haben diese Nadelbäume ganz besondere Eigenschaften. Ob See-Kiefer, Pinie oder Wald-Kiefer: All diese Bäume schaffen ein Umfeld, das nicht immer leicht zu gestalten ist:
- Sie bilden eine mehr oder weniger dichte, immergrüne Begrünung: Die Beschattung kann problematisch sein. Immergrüne Kiefern und andere Nadelbäume mit dichter Krone, also einer dichten Verzweigung und Blattmasse, lassen nur wenig Licht hindurch. Bei älteren Bäumen ist dies weniger ausgeprägt, da ihre Kronen meist sehr hoch sitzen und die Sonne besser durchlassen. Stehen sie jedoch, wie in Küstengärten, am Waldrand oder in der Heide häufig, in großer Zahl, muss man mit geringerer Helligkeit umgehen.
- Die Konkurrenz durch die Wurzeln ist stark, da Kiefern ihre Wurzeln oberflächlich über eine große Fläche ausbreiten. Die Konkurrenz um Wasser ist daher das größte Problem und erschwert oft die Kultur anderer Pflanzen unter den Bäumen.
- Der sandige Boden ist oft nährstoffarm, trocknet aus und bietet nur wenige Nährstoffe. Dadurch ist die Auswahl an Pflanzen, die sich dort gut entwickeln können, begrenzt.
- Kiefernnadeln bedecken den Boden, sammeln sich nach und nach an und bilden schließlich eine Schicht, in der das Pflanzen schwierig wird, wenn sie nicht regelmäßig entfernt wird.

Die Landes-Wälder zeigen anschaulich, welche Pflanzen in sandigem, nährstoffarmem Boden wachsen können
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Der Schatten unter Kiefern kann je nach Alter der Bäume, aber auch je nach Art und Form der Krone dicht oder lichter sein (die Pinie, die See-Kiefer, die auf sandigen Böden wächst und diese an der Südwestküste stabilisiert, mit ihrer weniger dichten Krone, die Aleppo-Kiefer, die Wald-Kiefer mit dichterer Krone in kälteren Regionen usw.). Dies beeinflusst zwangsläufig die Pflanzenauswahl, wenn Sie unter diesen Bäumen pflanzen möchten.
Was wächst unter Kiefern? Schauen wir in der Natur nach. Bei einem Spaziergang durch einen Kiefernwald fällt schnell auf, dass nur wenige Pflanzen dort bestehen: Bei uns findet man vor allem Farne, Ginster und Heide. Was haben sie gemeinsam? Sie lieben saure, auch trockene Böden. Diese drei Pflanzen sind unter Kiefern mit ausreichend Sonne besonders geeignet. So lässt sich unter Kiefern eine Heidebepflanzung anlegen. Verschiedene Arten sorgen dabei fast das ganze Jahr über für Blüten und bilden einen farbenfrohen, niedrigen Teppich.
Besonders interessant sind die Erica vagans, die in den Wäldern der Landes heimisch ist, Erica x darleyensis für die Winterblüte, Erica carnea, Calluna vulgaris und ihre Hybriden sowie Erica cinerea (Graue Glocken-Heide), die saure Sandböden liebt.

Ein Heideteppich ist unter Kiefern besonders empfehlenswert und äußerst dekorativ
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Pflanzen zu setzen, die im Sommer in Dormanz gehen, sowie besonders robuste Pflanzen wie Arbutus unedo, Palmlilien und Zwergpalmen, die den Charakter eines Küstengartens unterstreichen. Auch Zwiebelpflanzen wie das Neapolitanische Alpenveilchen sind willkommen, da sie im Hochsommer eine Ruhepause einlegen.
Nur wenige krautige Pflanzen werden sich etablieren, doch auf das zuverlässige Arenaria montana mit seinen hübschen weißen Blüten im späten Frühjahr ist Verlass. Es ist ein pflegeleichter Bodendecker. Ebenfalls geeignet sind Armeria maritima, Armeria jupinerina oder das Sand-Steinkraut an einem offenen, sonnigen Standort sowie Geranien, die trockenen Halbschatten vertragen. Auch eine Gruppe geeigneter Gräser ist möglich, die hier und da unter den Kiefern gepflanzt werden. Besonders empfehlenswert sind Carex testacea mit ihrem feinen, hellen Laub wie bei ‚Lime Shine‘, die Fuchsrote Neuseeland-Segge oder Blaugras. Diese niedrigen Gräser bringen die majestätischen Kiefern besonders gut zur Geltung. In dichtem Schatten, etwa in einem sehr eng stehenden Kiefernhain, empfiehlt sich eher die Hainsimse.
Auch an trockene Böden hervorragend angepasste Pflanzen wie Sonnenröschen sind geeignet, ebenso Pflanzen für sandige Böden wie Leinkraut sowie Pionierpflanzen. Dazu gehören an sonnigen Standorten Silbriger Beifuß, Strohblume und Cytisus salvifolius oder salbeiblättrige Zistrose. Sie passt wunderbar zur See-Kiefer und gedeiht auch an schattigen Standorten gut.
Schließlich sind Pflanzen mit tief reichendem Wurzelsystem ideal, etwa Steinsame. Sie ist zudem immergrün und bildet einen sehr hübschen Bodendecker mit blauen Blüten.
Moorbeetpflanzen wie Azaleen und Alpenrosen sollten natürlich ebenfalls in Betracht gezogen werden, um im Frühjahr für einen Farbtupfer zu sorgen. Pflanzen Sie sie am Rand eines Unterholzes oder Kiefernhains, wo sie ideale Lichtverhältnisse für ihre Entwicklung vorfinden.
→ Lesen Sie auch unseren Artikel: 5 Tipps für Moorbeetpflanzen.
Pflanz- und Pflege-Tipps
Im Herbst pflanzen Sie am besten unter Kiefern, denn dann können sich immergrüne Pflanzen, die das Grundgerüst bilden, besonders gut etablieren. Sie profitieren von den nützlichen Herbst- und Winterregen, die eine bessere Durchwurzelung ermöglichen.
Lassen Sie zwischen den Pflanzen ausreichend Platz: Viele Heidepflanzen und Stauden breiten sich aus. Der Pflanzabstand sollte dies berücksichtigen (mindestens 1 m zwischen den Pflanzen für ein harmonisches Ergebnis).
Beschränken Sie sich auf drei oder vier Leitpflanzen, die Sie am besten in Gruppen unter den Nadelbäumen pflanzen: Die Wirkung wird großartig! Setzen Sie beispielsweise horstbildende Pflanzen wie Gräser, Farne wegen ihrer dekorativen Blätter und eine Blütenpflanze wie Heide oder Azalee für den „Polstereffekt“. Spielen Sie auch mit verschiedenen Blattfarben und ergänzen Sie gelbgrüne bis goldene Blätter. Ideal ist eine Pflanzung in Fünfergruppen, um bei kleinen Pflanzen wie Gräsern eine schöne Massenwirkung zu erzielen.
Bei Moorbeetpflanzen sollten Sie, auch wenn sie trockene Erde vertragen, günstige Bedingungen für eine gute Etablierung schaffen. Heben Sie Pflanzlöcher aus und verbessern Sie die Erde zumindest teilweise, um den Pflanzen das Anwachsen zu erleichtern. Alternativ können Sie die Pflanzen in einer erhöhten Substratschicht setzen.
Anschließend gilt wie bei Sträuchern oder Bäumen an günstigeren Standorten: Achten Sie besonders auf Bewässerung und Mulch. Bewässern Sie in den ersten zwei Jahren nach der Pflanzung, um die Entwicklung des Wurzelsystems anzuregen. Mulchen Sie alle Pflanzen, damit die wohltuende Bodenfeuchte erhalten bleibt.
Auch Steingärten oder eine Gestaltung im japanischen Stil sind möglich und verleihen Ihrem Garten einen besonderen Charakter. Als Mulch eignen sich Kiefernrinde; Wege können mit Sand angelegt werden, der in Küstengärten an das nahe Meer erinnert.
Das Airial, die große Freifläche rund um alte Gebäude in den Landes, verdient es, zur Geltung gebracht zu werden. Eine Bepflanzung rundherum ist hier nicht angebracht oder erfordert ein besonderes Konzept.
Wenn Sie unbedingt eine Pflanze möchten, die für den Bereich unter Kiefern nicht geeignet ist, verwenden Sie einfach einige Pflanzgefäße – am besten rund um eine Terrasse. So bleibt Ihr kleiner Kiefernwald unberührt!

Lassen Sie sich von besuchten Gärten inspirieren, etwa dem Parc Floral in Vincennes mit seiner farbenfrohen Bepflanzung aus Alpenrosen
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