Gemüsegarten im Norden anlegen
Alle Tipps für erfolgreichen Gemüseanbau in Norddeutschland
Inhaltsverzeichnis
Regenreicher Norden: ideal für Blattgemüse. Tipps für den Gemüsegarten mit Chicorée, Salat und Lauch. Spätfröste verzögern Aussaaten.
Nordklima: Herausforderungen und Vorteile
Nordklima: im Westen ozeanisch, im Osten kontinental. Wechselhaft, oft windig und regnerisch; kühle Sommer, milde Winter und Spätfröste verzögern die Pflanzung.

Der Norden gilt als regenreich
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Im Norden reifen Obst und Gemüse an sonnigen, windgeschützten Standorten rechtzeitig. Weniger Feuchte hemmt Mehltau und Falschen Mehltau.
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Vorsicht vor Spätfrösten
Spätfröste können im Norden bis zum 15. Mai auftreten. Pflanzen Sie Tomaten, Kürbis, Zucchini, Auberginen und Gurken erst danach ins Freie.
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9 alte Gemüsesorten für den Anbau im GartenbeetSchutzmaterial: (fast) unverzichtbar
Im Norden können Spätfröste Anfang Mai frostempfindliches Gemüse schädigen. Mit Aussaat und Pflanzung im Garten wartet man oft besser noch etwas, um kein Risiko einzugehen. Auch die geringere Wärme kann das Wachstum mancher Jungpflanzen bremsen, sodass sie nur schwer zur Reife gelangen.
Kalthaus, Minigewächshäuser und Frühbeetkästen ermöglichen eine frühere Aussaat und Kultur sowie eine spätere Ernte. So verlängert sich die im Norden recht kurze Anbauzeit. Aussaaten und bestimmte Pflanzungen, etwa von Frühkartoffeln, können dort bereits im März beginnen. Das Gewächshaus steigert zudem den Ertrag bestimmter Obst- und Gemüsearten wie Tomaten. Dort sind sie außerdem vor zu viel Regen und Feuchtigkeit geschützt. Auch wärmebedürftige Sorten wie Melonen und Zier-Süßkartoffeln lassen sich darin anbauen.
Vlies für Wachstum und Winterschutz schützt Jungpflanzen und Aussaaten vor späten oder nächtlichen Frösten sowie vor Wind. Es eignet sich ideal, um im April gesetzte Frühkartoffeln und Salat im Garten abzudecken.
Pflanzglocken und Wachstumstunnel schützen Gemüse vor Kälte und zu viel Regen und spenden Wärme. Ein weiterer Vorteil: Glocken halten auch gefräßige Schnecken fern. Es gibt sogar Schutztunnel speziell für Tomatenpflanzen, die sie vor Regen schützen und die Ausbreitung der Kraut- und Braunfäule begrenzen. Geschützt und warm reifen Tomaten schneller.
Nicht zu vergessen: organische Mulchmaterialien! Zwar verhindert Mulch um Gemüsepflanzen, dass sich der Boden im Frühjahr durch die Sonne rasch erwärmt, doch vor allem schützt er die Wurzeln junger Pflanzen vor nächtlicher Kälte. Außerdem schützt organischer Mulch den Boden im Winter vor Kälte und verringert die Wasserverdunstung im Sommer. Es gibt verschiedene pflanzliche Mulchmaterialien wie Heu, Stroh, Hanfmulch, Flachsmulch und Chinaschilf-Mulch.

Für einen gut geschützten Gemüsegarten: Schutztunnel, Frühbeetkasten, Gewächshaus und Pflanzglocken
Durch warme Aussaat frühzeitig starten
Spätfröste im Mai verzögern die Aussaat und damit auch die Ernte. Um dieses Problem zu vermeiden, können Sie bereits im Februar oder März im Haus aussäen. So lassen sich die Jungpflanzen geschützt und warm in Anzuchtschalen oder Anzuchttöpfen vorziehen. Stellen Sie sie in einen hellen Raum, am besten hinter ein nach Süden ausgerichtetes Fenster. Einige Samen benötigen zum Keimen eine Temperatur von 15 bis 20 °C.
Wenn die Jungpflanzen einige Zentimeter groß sind, können Sie sie ins Gewächshaus oder in den Garten stellen, sobald die Außentemperatur über 5 °C, besser noch über 10 °C steigt. Achten Sie darauf, sie jeden Abend wieder ins Haus zu holen, damit sie keinen schädlichen Kälteschock erleiden. Durch dieses tägliche Rausstellen werden die Triebe kräftiger und vergeilen nicht. So erhalten Sie kräftige Jungpflanzen, die ab dem 15. Mai ins Freiland gepflanzt werden können. Und vor allem: Beobachten Sie aufmerksam die Wettervorhersage und die angekündigten Temperaturen, denn das Wetter im Norden wechselt ständig!
Beachten Sie, dass Sie im April die meisten Aussaaten direkt im unbeheizten Gewächshaus oder unter einem Frühbeetfenster vornehmen können.

Eine frühe Aussaat im Haus ermöglicht eine schnellere Ernte in der warmen Jahreszeit
Wählen Sie winterharte Sorten
Tatsache ist: Der Norden ist eine regenreiche Region. Im Frühjahr wie im Sommer begünstigt der Wechsel von Regen und Wärme die Entwicklung von Pilzkrankheiten. Unter diesen Pilzen ist der gefürchtete Falsche Mehltau der größte Feind der Gärtner im Norden. Um ihre Ausbreitung einzudämmen, empfiehlt es sich, sehr krankheitsresistente Sorten zu pflanzen, etwa die Tomate ‚Noire de Crimée‘ und die Kartoffel ‚Goldmarie‘. Daneben gibt es viele weitere resistente Gemüse, zum Beispiel die Filet-Zwergbohne ‚Altona‘, den Lauch-Porree ‚Leblond‘, die Zwergerbse ‚Karina‘ Bio und die Gurke ‚Bella‘.

Die Tomate ‚Noire de Crimée‘ ist eine Sorte mit guter Krankheitsresistenz
Kulturen erhöht anbauen
Wenn Ihr Garten besonders im Frühjahr oder nach jedem Regenguss („eine schöne dicke Drache“, wie man in der Region sagt) zu Staunässe neigt, kann es sinnvoll sein, das Gemüsebeet höher anzulegen. Mit Hügelbeeten oder Hochbeeten kann überschüssiges Wasser ablaufen und sich nicht stauen. Außerdem erwärmt sich diese Anbauform im Frühjahr schneller. Sie eignet sich auch bestens für Kräuter, die einen leicht feuchten bis trockenen Boden bevorzugen, etwa Rosmarin oder Thymian. Warum also nicht eine Kräuterspirale anlegen?

Ein Hochbeet verhindert Staunässe
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