Grüner Heinrich: Schädlinge, Krankheiten & Pflegetipps

Grüner Heinrich: Schädlinge, Krankheiten & Pflegetipps

Grünlilie erkennen, vorbeugen, behandeln

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 28. September 2025  durch Leïla 6 min.

Die Grünlilie besticht mit langen, panaschierten Blättern und kaskadenförmigen Wurzelschösslingen. Robust und pflegeleicht, bereitet sie dennoch gelegentlich Probleme.

Parasiten, Feuchtigkeitsschäden, braune Blattspitzen oder eingerollte Blätter: Hier finden Sie häufige Probleme und natürliche Lösungen.

Schwierigkeit

Häufige Parasiten des Grünen Heinrichs

Wollläuse

Wollläuse gehören zu den häufigsten Parasiten an Zimmerpflanzen, auch am Grünen Heinrich. Sie zeigen sich als kleine, watteartige weiße Ansammlungen, die sich vor allem am Blattgrund oder in Blattachseln verstecken. Indem sie Pflanzensaft saugen, schwächen sie die Pflanze, bremsen ihr Wachstum, verursachen eine Gelbfärbung der Blätter und können durch den von ihnen ausgeschiedenen Honigtau sogar Rußtau begünstigen.

Lösungen:

  • Isolieren Sie die Pflanze, um eine Ausbreitung zu verhindern.
  • Tupfen Sie die Wollläuse mit einem in 70-prozentigem Alkohol getränkten Wattestäbchen ab.
  • Sprühen Sie eine Lösung aus Schwarzer Seife, 1 Teelöffel Rapsöl und derselben Menge Alkohol auf.
  • Wiederholen Sie die Behandlung mehrmals, um Jungtiere und Eier zu beseitigen.

→ Lesen Sie unser Merkblatt zur Bekämpfung von Wollläusen.

Blattläuse

Blattläuse treten seltener auf, können einen Grünen Heinrich aber ebenfalls befallen, besonders wenn er in der warmen Jahreszeit draußen stand. Die kleinen grünen, schwarzen oder gelben Insekten sammeln sich an jungen Blättern. Indem sie Pflanzensaft saugen, verformen sie die Blätter, schwächen die Pflanze insgesamt und können zudem Pflanzenviren übertragen.

Lösungen:

  • Duschen Sie die Pflanze im Bad ab, um möglichst viele Blattläuse zu entfernen.
  • Sprühen Sie eine Mischung aus Wasser und Schwarzer Seife auf.
  • Setzen Sie Marienkäfer ein, wenn die Pflanze im Wintergarten steht.
  • Bei starkem Befall wenden Sie ein biologisches Insektizid auf Pyrethrumbasis an.

→ Lesen Sie unseren Artikel über Blattläuse an Zimmerpflanzen mit Tipps zur Behandlung und Vorbeugung.

Spinnmilben (Rote Spinnen)

Spinnmilben, insbesondere die Gemeine Spinnmilbe, treten häufig bei trockener Luft und Wärme auf, wie sie in beheizten Innenräumen vorkommen. Sie sind winzig, hinterlassen aber Spuren: von kleinen gelben Punkten übersäte Blätter, ein staubiges oder mattes Aussehen des Laubs und manchmal feine Gespinste am Blattgrund. Durch die Schädigung des Laubs schwächen sie die Pflanze allmählich.

Lösungen:

  • Duschen Sie die Pflanze gründlich ab.
  • Wenden Sie eine Lösung aus Schwarzer Seife und ätherischem Rosmarinöl an.
  • Erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit (Besprühen, Luftbefeuchter).
  • Reinigen Sie das Laub regelmäßig mit einem feuchten Tuch.
  • Setzen Sie bei Befall Nützlinge wie Phytoseiulus persimilis ein, eine Raubmilbe gegen Rote Spinnen.

→ Lesen Sie unseren ausführlichen Artikel über Rote Spinnen, um mehr über die Behandlung zu erfahren.

Wolllaus am Stängel

Wollläuse bilden kleine weiße Ansammlungen

Pilzkrankheiten beim Grünen Heinrich

Weichfäule

Weichfäule ist eine bakterielle oder pilzliche Krankheit, die Blätter und Gewebe am Hals des Grünen Heinrichs befallen kann. Sie zeigt sich durch weich werdendes Gewebe, das glasig, weich und manchmal bräunlich oder gräulich wird und oft unangenehm riecht.

Weichfäule ist ein Sammelbegriff für die schnelle, feuchte Zersetzung pflanzlicher Gewebe, die oft durch Pilze oder Bakterien verursacht wird. Botrytis cinerea, auch Grauschimmel genannt, gehört zu den pilzlichen Pathogenen, die diese Fäule verursachen. Auch andere Mikroorganismen wie Bakterien der Gattungen Erwinia und Pectobacterium können Weichfäule auslösen.

Sie kann nach einer Verletzung, bei zu viel Feuchtigkeit oder zu häufigem Gießen ohne ausreichenden Wasserabzug auftreten.

Die Krankheit ist recht aggressiv: Befallene Pflanzenteile zersetzen sich schnell, wodurch sich die Fäule ausbreitet, wenn Sie nicht rasch handeln.

Lösungen:

  • Entfernen Sie befallene Pflanzenteile sofort mit desinfizierter Schere.
  • Gießen Sie weniger und lassen Sie das Substrat zwischen den Wassergaben abtrocknen.
  • Sorgen Sie für eine bessere Luftzirkulation um die Pflanze.
  • Topfen Sie die Pflanze bei Befall der Basis in gesundes Substrat um, möglichst in einen Tontopf, in dem das Substrat schneller trocknet.

→ Lesen Sie unseren Ratgeber zu Botrytis für weitere Tipps.

Wurzelfäule

Wurzelfäule ist anfangs weniger sichtbar und wird oft durch zu häufiges Gießen oder einen schlechten Wasserabzug im Topf verursacht. Bodenpilze wie Pythium oder Phytophthora befallen dann die Wurzeln und zersetzen sie: Sie werden schwarz, weich und manchmal schleimig. Die Pflanze wird gelb, ihre Blätter welken und sie wächst nicht mehr.

Dieses Problem tritt häufig bei Pflanzen in zu verdichteter Blumenerde oder Töpfen ohne Abzugsloch auf.

Lösungen:

  • Nehmen Sie die Pflanze vorsichtig aus dem Topf, um die Wurzeln zu prüfen.
  • Schneiden Sie alle schwarz verfärbten Teile mit einem sauberen Werkzeug ab.
  • Topfen Sie die Pflanze in hochwertige, leichte und gut drainierende Blumenerde um.
  • Gießen Sie mäßig und lassen Sie die Blumenerde zwischen den Wassergaben leicht abtrocknen.
  • Desinfizieren Sie den Topf vor dem Umtopfen und vermeiden Sie Untersetzer mit stehendem Wasser.
Grüner Heinrich im Topf

Tontöpfe lassen Gießwasser besser verdunsten und verhindern ein durchnässtes Substrat

Häufige physiologische Probleme

Braune Blattspitzen

Das ist das häufigste Problem beim Chlorophytum! Braun werdende und vertrocknende Blattspitzen sind oft auf zu kalkhaltiges Wasser, zu trockene Luft oder eine Ansammlung von Mineralsalzen im Substrat (durch Leitungswasser) zurückzuführen. Meist ist das nicht schlimm, beeinträchtigt aber die Optik und kann darauf hinweisen, dass die Pflege angepasst werden sollte.

Lösungen:

  • Gießen Sie möglichst mit gefiltertem Wasser oder Regenwasser. Die Ansammlung von Mineralsalzen im Leitungswasser ist die wahrscheinlichste Ursache für die braunen Blattspitzen.
  • Stellen Sie die Pflanze alle 2 Monate unter die Dusche, um das Substrat zu spülen und Salze auszuwaschen. Dies wird als Auslaugen des Substrats bezeichnet.
  • Besprühen Sie das Laub mit kalkarmem Wasser oder stellen Sie einen Luftbefeuchter in die Nähe. Chlorophytum ist bei der Luftfeuchtigkeit nicht anspruchsvoll, freut sich aber über gelegentliches Besprühen.
  • Wenn Sie möchten, können Sie die trockenen Spitzen sauber abschneiden, ohne in gesundes Gewebe zu schneiden.

Gelbe Blätter

Wenn sich die Blätter von Chlorophytum gelb färben, steckt nicht unbedingt eine Krankheit oder ein Parasit dahinter: Oft ist dies ein Zeichen für ein unausgeglichenes Umfeld oder eine Nährstoffstörung. Zu häufiges Gießen, Lichtmangel, Stickstoffmangel oder auch ein ausgelaugtes Substrat können gelbe Blätter verursachen. Die ältesten Blätter sind meist zuerst betroffen. Das kann natürlich sein, breitet sich die Verfärbung jedoch auf die ganze Pflanze aus, ist dies ein Warnsignal.

Lösungen:

  • Überprüfen Sie das Gießen: Lassen Sie die Oberfläche des Substrats trocknen, bevor Sie erneut gießen.
  • Bei einem Kunststofftopf kann die Oberfläche der Blumenerde trocken, der Topfboden jedoch völlig durchnässt sein. Achten Sie darauf, dass das Substrat nur frisch bis leicht feucht ist.
  • Stellen Sie die Pflanze heller, wenn sie zu wenig Licht bekommt. Chlorophytum verträgt jedoch mittlere Lichtverhältnisse, daher ist Lichtmangel eher selten die Ursache.
  • Düngen Sie im Frühjahr und Sommer einmal monatlich mit einem ausgewogenen Dünger.
  • Topfen Sie die Pflanze alle 1 bis 2 Jahre in frische Blumenerde um.

Verlangsamtes Wachstum oder stumpfes Laub

Eine Pflanze, die kaum wächst, oder deren Blätter ihren Glanz verlieren, kann unter Licht- oder Nährstoffmangel leiden oder in einem zu dichten Substrat stehen. Diese Form der Pflanzenschwäche tritt häufig nach mehreren Jahren ohne Umtopfen auf oder wenn die Pflanze zu weit von einer Lichtquelle entfernt steht.

Lösungen:

  • Wählen Sie einen neuen Standort mit mehr Licht.
  • Geben Sie einen passenden Dünger für Grünpflanzen.
  • Topfen Sie Chlorophytum in hochwertige, leichte und luftige Blumenerde um, wenn die Pflanze seit mehr als 2 Jahren im selben Topf steht.

Eingerollte Blätter

Wenn sich die Blätter einrollen, ist dies oft ein Zeichen für Wasser- oder Hitzestress. Entweder hat die Pflanze Durst oder sie leidet unter zu großer Hitze (Heizkörper, sonniges Fenster).

Lösungen:

  • Prüfen Sie die Feuchtigkeit der Blumenerde und passen Sie das Gießen an, indem Sie etwas häufiger gießen als bisher.
  • Stellen Sie die Pflanze nicht in die Nähe direkter Wärmequellen, eines Heizkörpers oder eines Südfensters.
  • Achten Sie darauf, dass die Pflanze keiner Zugluft ausgesetzt ist.
beschädigte Blätter von Chlorophytum oder Grünlilie

Trockene, braune Blattspitzen sind die häufigste Blattveränderung bei Chlorophytum

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Pflegen des CHLOROPHYTUM