Hühnerhof anlegen: So geht's?
Tiere auswählen, Lebensraum gestalten, Wohlbefinden sichern: alle Tipps
Inhaltsverzeichnis
Eine eigene Kleintierhaltung ist spannend und lohnend. Erfahren Sie, was Tiere brauchen und wie Sie sie gesund halten.
Was ist ein Geflügelhof?
Basse-cour: umzäunter Hof nahe dem Haus für Hühner, Enten, Gänse und Kaninchen zur Fleisch-, Eier- und Federgewinnung. Mittelalterlicher Begriff für die hintere Hofstelle.
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- Hühner: Hühner sind die häufigsten Tiere im Geflügelhof. Sie liefern frische Eier und je nach Rasse auch Fleisch. Beliebte Rassen sind Sussex, Marans und Leghorn.
- Enten: Enten wie Pekingenten oder Rouenenten werden wegen ihres schmackhaften Fleisches und ihrer Eier gehalten. Sie benötigen eine Wasserstelle zum Baden.
- Gänse: Sie werden für ihr Fleisch und ihre Federn geschätzt. Rassen wie die Toulousegans und die Höckergans sind beliebt. Dank ihres ausgeprägten Territorialverhaltens schützen sie den Geflügelhof außerdem vor Eindringlingen.
- Puten: Puten wie Bronzeputen oder Weißputen werden hauptsächlich wegen ihres Fleisches gehalten. Sie brauchen mehr Platz als Hühner und müssen vor Fressfeinden geschützt werden.
- Kaninchen: Kaninchen, darunter Rassen wie Rexkaninchen oder Kalifornier, werden wegen ihres zarten Fleisches und ihres Fells gehalten. Sie benötigen geeignete Kaninchenställe und eine ballaststoffreiche Ernährung.
- Kiebitzeier: Sie werden wegen ihres schmackhaften Fleisches und ihrer Rolle als Wächter geschätzt, da sie durchdringend rufen. Das Graue Kiebitzei ist eine verbreitete Rasse im Geflügelhof.

Traditionell findet man Hühner und Gänse im Geflügelhof.
Hühnerhof anlegen: wichtige Tipps
Fläche
Die Größe des Kleintiergeheges hängt von der Anzahl und Art der Tiere ab. Im Allgemeinen empfiehlt es sich, pro Huhn etwa 1 bis 2 Quadratmeter einzuplanen, damit es sich frei bewegen kann und eine Überbelegung vermieden wird. Enten und Gänse sind größer und benötigen außerdem Zugang zu Wasser, daher brauchen sie mehr Platz. Für diese Vögel werden mindestens 3 bis 5 Quadratmeter pro Tier empfohlen. Kaninchen brauchen dagegen geräumige Ställe, in denen sie sich bewegen und graben können, mit mindestens 0,5 Quadratmetern pro Kaninchen. Jetzt müssen Sie nur noch rechnen …
Unterstände
Jede Tierart benötigt einen passenden Unterstand, der Komfort und Sicherheit gewährleistet:
- Hühner: Ein gut geplanter Hühnerstall ist für Hühner unverzichtbar (1 m² pro Huhn). Er muss Sitzstangen zum Schlafen, Nester für die Eiablage und eine gute Belüftung zur Vermeidung von Feuchtigkeit und Atemwegserkrankungen bieten. Der Boden sollte mit saugfähiger Streu wie Holzspänen oder Stroh bedeckt und regelmäßig erneuert werden.
- Enten und Gänse: Diese Vögel benötigen einen geräumigeren Unterstand als Hühner (etwa 3 bis 5 Quadratmeter pro Tier). Der Unterstand muss groß genug sein, damit jedes Tier sich ausstrecken und frei bewegen kann. Der Zugang zu einer Wasserstelle ist unverzichtbar, da Enten und Gänse viel Zeit im Wasser verbringen. Ein kleiner Teich oder ein flaches Becken ist völlig ausreichend.
- Kaninchen: Kaninchen sollten in sicheren, vor Witterung und Fressfeinden geschützten Ställen untergebracht werden. Die Ställe müssen Verstecke, Bewegungsfläche und Nagematerial bieten, damit keine Langeweile aufkommt. Der Boden sollte mit Heu oder Stroh bedeckt und regelmäßig gereinigt werden, um Krankheiten zu vermeiden.
Gehege
Ein eingezäuntes Gehege ist unverzichtbar, um die Tiere vor Fressfeinden wie Füchsen, Mardern oder streunenden Hunden zu schützen und ein Entlaufen zu verhindern. Hier einige Tipps für den Bau:
- Höhe und Stabilität: Der Zaun muss ausreichend hoch sein, idealerweise 1,5 bis 2 Meter, damit die Tiere nicht darüber springen und Fressfeinde nicht eindringen können. Verwenden Sie ein stabiles und langlebiges Drahtgeflecht, damit es nicht durchbrochen wird.
- Gitter eingraben: Graben Sie den unteren Rand des Gitters 30 bis 50 Zentimeter tief ein, damit Fressfeinde sich nicht hindurchgraben und ins Gehege gelangen. Auch eine Betonkante kann diesen Schutz verstärken.
- Schutz von oben: Bei besonders gefährdetem Geflügel empfiehlt es sich, das Gehege oben mit einem Netz oder Gitter abzudecken, um es vor Luftangreifern wie Greifvögeln zu schützen.
- Sichere Tore: Die Tore müssen mit stabilen Riegeln sicher verschlossen werden, um ein versehentliches Öffnen und das Eindringen von Tieren zu verhindern.
- Größe des Geheges: Für Hühner sollte das Außengehege mindestens 2 bis 3 Quadratmeter pro Huhn bieten. Es muss mit einem stabilen Gitter eingezäunt sein, das etwa 30 cm tief eingegraben wird, um grabende Tiere fernzuhalten. Für Enten und Gänse sollte der Zaun höher sein (1,5 bis 2 Meter), damit die Tiere nicht davonfliegen und vor Fressfeinden geschützt sind; außerdem sollte man etwa 5 bis 10 Quadratmeter pro Tier einplanen.

Das Gehege sollte an das Geflügel angepasst sein und gegebenenfalls oben mit einem Gitter geschützt werden.
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Fütterung
Eine ausgewogene Ernährung ist für die Gesundheit der Tiere unerlässlich. Hier finden Sie die besonderen Bedürfnisse der verschiedenen Nutztiere:
- Hühner: Hühner benötigen eine Ernährung mit reichlich Getreide, Eiweiß und Gemüse. Eine Mischung aus Mais, Weizen, Gerste, Hafer und Sojaschrot ist ideal. Auch frisches Gemüse wie Möhren, Kohl und Zucchini tut Hühnern gut. Küchenreste können als Ergänzung verfüttert werden, salzige, süße oder scharfe Lebensmittel sollten jedoch vermieden werden. Zerstoßene Austernschalen sollten dem Futter beigemischt werden, um die für die Eiablage erforderliche Kalziumversorgung sicherzustellen.
- Enten und Gänse: Diese Wasservögel brauchen Getreide und grünes Gemüse für eine ausgewogene Ernährung. Mais, Weizen, Gerste und grünes Gemüse wie Spinat und Kopfsalat sind empfehlenswert. Enten und Gänse suchen ihr Futter gern im Wasser, daher ist es sinnvoll, ihnen schwimmendes Futter anzubieten.
- Kaninchen: Kaninchen benötigen Heu, Gemüse und spezielles Körnerfutter für eine ausgewogene Ernährung. Hochwertiges Heu bildet die Grundlage ihrer Ernährung und ist für die Verdauung sowie den Zahnabrieb unverzichtbar. Frisches Gemüse wie Möhren, Spinat, Brokkoli und Kräuter (Petersilie, Minze) sollte zusätzlich verfüttert werden. Spezielles Kaninchenfutter mit hohem Ballaststoff- und niedrigem Kaloriengehalt ergänzt den Speiseplan.

Die Ernährung sollte ausgewogen aus Getreide, Gemüse und speziellem Körnerfutter bestehen.
Pflege und Versorgung
Die regelmäßige Pflege von Unterkünften und Gehege ist entscheidend für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Nutztiere. Hier einige wichtige Maßnahmen:
- Streu reinigen: Die Streu sollte regelmäßig gereinigt werden, um die Ansammlung von Abfällen und die Vermehrung von Parasiten zu verhindern. In Hühnerställen sollte die Holzspäne oder das Stroh mindestens einmal pro Woche ausgewechselt werden. Kaninchenställe sind täglich zu reinigen: Entfernen Sie Kot und wechseln Sie verschmutzte Streu aus.
- Wasser erneuern: Die Tiere müssen jederzeit Zugang zu frischem, sauberem Wasser haben. Tränken sollten täglich gereinigt werden, um Verunreinigungen und die Vermehrung von Bakterien zu vermeiden. Bei Enten und Gänsen sollte das Wasser in den Becken häufig gewechselt werden, da die Vögel gern darin planschen und es schnell verschmutzen können.
- Artgerechtes Futter anbieten: Es ist wichtig, jedes Tier mit einer ausgewogenen, geeigneten Ernährung zu versorgen. Futtertröge sollten täglich aufgefüllt und Futterreste entfernt werden, um Schimmel und Parasiten zu vermeiden.
- Tierärztliche Kontrollen: Regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind wichtig, um Krankheiten vorzubeugen und sie zu behandeln. Die Tiere sollten gemäß den Empfehlungen geimpft und jedes Krankheitszeichen sofort behandelt werden. Ein auf Nutztiere spezialisierter Tierarzt kann bei Bedarf geeignete Ratschläge und Behandlungen geben.

Bei Kaninchen wird die Streu täglich gewechselt – für mehr Komfort und zur Vorbeugung von Krankheiten.
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